Beratung
Die Präsentation zum TOP Corona Bilanz wird von Frau Debald (FB02/200)und Herrn Schmitz (FB02/100) vorgestellt.Bezogen auf die kommenden Aufgaben steht jetzt der Verwendungsnachweis für die Unternehmen im Vordergrund. Herr Schmitz geht davon aus, dass die Anzahl der Beratungen wieder ansteigen wird.
Herr Schultheis dankt den Vortragenden und eröffnet die Fragerunde.
Herr Adenauer gibt seinem Entsetzen Ausdruck über die erschreckend hohe Zahl von Kurzarbeiter*innen. Corona zeige aber auch, dass in der fortschreitenden Digitalisierung eine große Chance für die Zukunft liege und fragt nach, wie die Stadtverwaltung mit der Krise umgegangen ist.
Herr Begaß erklärt, dass es sich beim FB02 um einen gut ausgestatteten und agilen Fachbereich handelt. Die Kolleg*innen konnten schnell ins Homeoffice wechseln, 90% konnten von dort aus arbeiten, auch die Hotline wurde aus dem Homeoffice heraus aufgebaut. In den Büros galt zur Gewährleistung der Anwesenheit die 3+1 Regelung. Die Arbeit mit Papier hat nicht gefehlt. Problematisch war die Teilnahme an Videokonferenzen, die bestehenden Systeme waren technisch nicht möglich oder aus Datenschutzgründen nicht zulässig. Die Mitarbeiter*innen haben letztendlich über ihre privaten Geräte gearbeitet und dies auch privat finanziert. In diesem Bereich muss sich noch etwas ändern. Die entstandenen Telefonkosten können von den Mitarbeiter*innen in Rechnung gestellt werden.Das ist so nicht vorgesehen, wird aber im Fachbereich 02 praktiziert. Prinzipiell ersetzen Video- und Telefonkonferenzen nicht die physischen Treffen, man kann aber davon ausgehen, dass diese Medien auch in Zukunft stärker genutzt werden. Insgesamt wurde das „normales Geschäft“deutlich runter gefahren. Der Schwerpunkt lag auf den Corona bezogenen Maßnahmen.
Herr Schultheis bekräftigt die Aussage von Herrn Begaß, dass die technische Ausstattung tatsächlich noch zu wünschen übrig lässt. Das Thema wird uns noch weiter verfolgen.
Auch Herr Schmitz dankt von Seiten der SPD für den interessanten Vortrag. Ihn hat besonders die Vernetzung und Netzwerkarbeit der Wirtschaftsförderung beeindruckt.
Herr Schultheis verweist nochmal auf die besondere Struktur in Aachen mit zahlreichen Soloselbständigen im wissenschaftlichen Bereich. DieseArbeitsverhältnisse dürfen nicht dauerhaft sein, auch hier sind ordentliche Beschäftigungsverhältnisse unbedingt notwendig. Das Thema gilt es nicht aus dem Blick zu verlieren.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss für Arbeit,Wirtschaft und Wissenschaft nimmt die Ausführungen zur aktuellen Situation zur Kenntnis.
Erläuterungen
Corona Bilanz
Die Corona-Krise stellt nicht nur die Gesellschaft und das Gesundheitssystem vor besondere Herausforderungen, sondern auch die Wirtschaft.
In einer ersten Betrachtung möchte der Fachbereich „Wirtschaft, Wissenschaft und Europa“die Situation in Aachendarstellen und eine erste vorsichtige Bilanz zu den Auswirkungen aber auch zu den von Bund, Land und Stadt getroffenen Maßnahmen ziehen.
Obwohl die Arbeitsmarktdaten noch nicht vollständig vorliegen, der Gesamtzeitraum der Situation sich für statistische Erhebungen in einem relativ kurzen Bereich von nur drei Monaten bewegt, die Effekte zum Teil zeitverzögert eintreten und auch die Bereitstellung der Zahlen meist in einem Modus erfolgen, welche nur bedingt einer solchen Situation gerecht werden können, lassen sich mit Hilfe von Frühindikatoren erste Trends und Entwicklungen ableiten.
Nachfolgendwird unter Nennung der wichtigsten Kennzahlen eine erste Einordung vorgenommen, welche durch eine mündliche Berichterstattung der Verwaltung in der Ausschusssitzung weiter ausgeführt wird.
Die Gesamtsituation lässt sich im Wesentlichen inzwei Perioden einteilen.Während die erste maßgeblich im März des Jahres stattgefunden hat und durch Schutzmaßnahmenwie Kontaktverbote, Schließungen von Geschäften, der Gastronomie, Schulen und Kitas bestimmt war, kennzeichnet die zweite, aktuell noch anhaltende Periode,dass diese Maßnahmen wieder gelockert werden und eineschrittweise Rückkehr in dieLebensnormalität stattfindet.
Einhergehend damit zu betrachten sind die Infektionszahlen, die in den ersten Wochen und bis in den Mai hinein stetig gestiegen sind, jedoch imVerlaufeine immer flachere Kurve darstellen und zuletzt nur wenige Neuinfektionen aufweisen.
Die Frühindikatoren, wie z.B.die Arbeitslosenzahlen, die Anzahl offener Stellen und angezeigte konjunkturelle Kurzarbeit, lassen erkennen, dass sich COVID 19 beträchtlich auf den Arbeitsmarkt auswirkt. So ist die Arbeitslosenzahl bereits im April sprunghaft auf 11.663 in der Stadt Aachen angestiegen. Das bedeutet einen Zuwachs von 8,7% zum Vormonat und 16,3% zum Vorjahr. Gleichzeitig wurden im April in Aachen mit 2.029 deutlich weniger offene Stellen zu Verfügung gestellt. Dies bedeutet eine Abnahme von -9.5 % zum Vormonat und sogar -22,9 % zum Vergleichsmonat im Jahr 2019. Am deutlichsten werden die aktuellen Auswirkungenauf die Wirtschaft durch den Anstieg der angezeigten konjunkturellen Kurzarbeit beschrieben. Während in den Monaten Januar und Februar 2020 kumuliert lediglich 21 Unternehmenund unter 200 sozialversicherungspflichtig Beschäftige in der StädteRegion Aachen erfasst wurden, schnellte diese Zahl auf über 4.000 Betriebe und damit mehr als 40.000 Beschäftigte – also auf das ca. 200-fache – in den Monaten März und April hoch. Für Mai 2020 erwartet die Bundesagentur für Arbeit einen weiteren Anstieg.
Ein Beispiel für zeitverzögerte Auswirkungen könnten u.U. Insolvenzanmeldungen sein. Hier besagt eine am 15. Mai 2020 veröffentlichte Presseerklärung von IT.NRW:“ Der Shutdown im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie spiegelte sich im März 2020 nicht in einem Anstieg der beantragten Insolvenzverfahren wieder.“ In derBetrachtung zum Vergleichsmonat des Vorjahres,März 2019 (2.221 Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens), liegen in NRW die Zahlen mitaktuell2.040 Anträgen sogar etwas niedriger. Eine Erklärung dafürsieht IT.NRW darin, dass dies aufgrund derregulären Bearbeitungszeit der Gerichte ein nachlaufender Konjunkturindikator ist. Zusätzlich wirken sich die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht (bis 30.09.), die staatlichen Finanzhilfen und der eingeschränkte Betrieb der Insolvenzgerichte auf die Statistik aus.
Auch branchenbezogen können die kurzfristigen Auswirkungen teilweise erkanntund anhand von Zahlen belegt werden. Besondere Beispiele stellen dasGast- und Hotelgewerbe und der Einzelhandel dar. Statistische Erhebungen, welche durch IT.NRW veröffentlich wurden, zeigen, dass die Anzahl der Übernachtungen im März 2020 mit einem Rückgang von ca. 63.600 auf 34.100 im Februar 2020 um ca. 50 % gesunken ist und im Vergleich zum Vorjahr sogar einen Rückgang von nahezu 60 % verzeichnet.
Der am 04.06.2020 veröffentlichte Bericht zur Konjunktur in der Region – Frühjahrsumfrage der IHK Aachen, trifft u.a. zum Einzelhandel folgende Aussage : „Im Vergleich zu den anderen Teilregionen hat sich die Lage der Unternehmen in der Stadt Aachen vergleichsweise mild abgeschwächt. 25 Prozent aller Befragten melden gute Geschäfte, 27 Prozent sind nicht zufrieden. Ein Grund hierfür ist der überdurchschnittlich hohe Anteil an Beschäftigten im Bereich Forschung und Entwicklung, der von den Corona-Auflagen weitgehend verschont worden ist.“ Zufrieden seien vor allem die Einzelhändler*innenund Unternehmer*innen des Baugewerbes. Insbesondere auf den Einzelhandel bezogen, ist dieses Fazit zu hinterfragen. Denn bei genauerer Betrachtung der Einschätzung des Einzelhandels in Aachen kann u.a. festgestellt werden, dass der Einzelhandel mit Gebrauchsgütern die Lage deutlich negativer betrachtet als der Handel mit Verbrauchsgütern. Gleichzeitig gehen insgesamt 70 % der Händler*innen nicht davon aus, dass sich die Geschäfte verbessern werden. 43 % erwartenin ihrer Einschätzung gegenüber der IHK Aachen sogar noch eine weitere Verschlechterung der Geschäftslage.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
JA | NEIN | ||
X |
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Folgekosten (alt) | Folgekosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
Technische Details
ID: 100003
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=100003
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2020-06-08 FB 02_0208_WP17 Corona Bilanz SAO.pdf
20.11.2024
97.6 KB
Metadaten
- TOP
- Ö 1
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft
- Gremium
- Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft
- Datum
- Mi., 24.06.2020
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 02 - Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa
- Geändert
- 18.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 17. Februar 2026 um 23:07