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Wirtschaftsjahr 2019/2020 von Stadttheater und Musikdirektion Aachen – Vierteljahresbericht per 30.04.2020 (3. Quartal)

E 46/47/0132/WP17 · Kenntnisnahme

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Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Herr Ehlert verweist darauf, dass der 2. Vierteljahresbericht von Stadttheater und Musikdirektion auf dem Postweg versendet worden sei. Im vorgelegten 3. Vierteljahresbericht sei die Prognose ausführlich erläutert. Ökonomisch betrachtet habe das Theater die Corona bedingten Erlöseinbußen deutlich abmindern können. Durch die eingeführte Kurzarbeit sei mit einer weiteren Verbesserung zum Jahresabschluss zu rechnen.

Auf die Frage von Frau Crumbach-Trommler, wie die finanzielle Situation für die Künstlerinnen und Künstler sei, antwortet Herr Schmitz-Aufterbeck. Er erklärt, die Anordnung der Kurzarbeit erfolge sehr differenziert. So sei nach Bedarf 20%, 50% oder 100% Kurzarbeit angeordnet. Viele Künstlerinnen und Künstler würden auch weiterhin proben und kleinere Projekte iniziieren. Bei Geringverdienern im Bereich des NV Bühne würde das Kurzarbeitergeld auf 100% aufgestockt, in allen anderen Fällen erfolge eine Aufstockung auf 95 % des Nettomonatsengelts. Auch bei Gastverträgen konnten gute Lösungen erzielt werden.

Frau Beigeordnete Schwier fügt hinzu, eine Anordnung von Kurzarbeit habe es zuvor noch nicht in der Stadtverwaltung gegeben. So seien viele Gespräche innerhalb der Verwaltung geführt worden damit eine moralisch vertretbare Lösung erzielt werden konnte. Dies sei ein gemeinsamer Weg gewesen. Nach wie vor stünde insbesondere der Abteilungsleiter der Personalabteilung, Herr Lennartz, mit dem Fachbereich 11 in engem Kontakt.

Herr Ehlert geht auf die Frage von Frau Crumbach-Trommler ein, wie die Vorstellungsausfälle hinsichtlich der Abonnenten/innen abgewickelt wurden. Er berichtet, allen Abonnenten/innen seien die ausgefallenen Vorstellungen rückerstattet worden. Wie viele andere Theater habe man aber auch auf die Möglichkeit hingewiesen, das Geld als Spende zu deklarieren. Viele Kunden/innen haben das Haus auf diese Art großzügig unterstützt.

Herr Pilgram erkundigt sich, ob es eine Prognose zur Wirtschaftslage am Spielzeitende und Gespräche mit der Kämmerin gäbe. Frau Beigeordnete Schwier erklärt, ein etwaiges Defizit sei noch nicht endgültig beziffert. Den Kommunen sei es erlaubt, Corona bedingte Defizite in einem gesonderten Kapitel zu buchen und über 50 Jahre abzuzahlen. Die aktuellen Defizit Zahlen würden hierzu wöchentlich an die Kämmerei berichtet.

Herr Ehlert ergänzt, insbesondere für die kommende Spielzeit sei es schwierig, eine realistische Prognose abzugeben. Zwar dürfe theoretisch nach der aktuellen Corona-Schutzverordnung wieder jeder Platz in den Spielstätten verkauft werden. Nach derzeitigem Stand plane man aber, aufgrund der Abstandspflichten, die auch im Foyer und auf den Toiletten einzuhalten seien, mit deutlich reduziertem Platzangebot. Frau Beigeordnete Schwier ergänzt, die Corona Schutzverordnung werde nahezu wöchentlich verändert. Deshalb werde man nun erst einmal die Sommerpause abwarten, Ende August schaue man weiter.

Des weiteren bezieht Herr Pilgram sich auf die Vorstellungen des Theaters im Freibad Hangeweiher und erkundigt sich, ob der Spielort auch für freischaffende Künstlerinnen und Künstler zur Verfügung stände.

Frau Schwier berichtet, dass man möglichst alle Künstlerinnen und Künstler unterstütze, die mit ihren Projektideen an das Dezernat IV herantreten. Der Wunsch sei, viele Spielorte zu finden. Und viele Formate zu ermöglichen.

Frau Bürgermeisterin Dr. Schmeer bestätigt, neue kulturelle Plätze seien politisch gewünscht und würden auch gefördert. In Bezug auf die gebildete Rücklage des Theaters, erinnert sie an die Investitionsliste. Wünschenswert sei es, diese auch weiterhin abzuarbeiten.

Herr Fischer bedankt sich für das gute Krisenmanagement. Er bedauert, dass aufgrund der Corona-Schutzverordnung bislang nur wenige Aktionen der Künstlerinnen und Künstler im Stadtbereich möglich waren. Dennoch sei nachvollziehbar, dass Menschenansammlungen vermieden werden mussten.

Herr Bruynswyck bedankt sich für die Wortmeldungen.

Beschluss

Der Betriebsausschuss Theater und VHS nimmt den Vierteljahresbericht per 30.04.2020 (3. Quartal) von Stadttheater und Musikdirektion Aachen zur Kenntnis.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:


Der Betriebsausschuss Theater und VHS nimmt den Vierteljahresbericht per 30.04.2020 (3. Quartal) von Stadttheater und Musikdirektion Aachen zur Kenntnis.

Erläuterungen

Erläuterungen:

Vorbemerkungen

  • Gemäß §§ 7, 20 EigVO NRW und § 12 Betriebssatzung ist der Vierteljahresbericht per 30.04.2020 (Abschluss 3. Quartal) vorzulegen.
  • Der Vierteljahresbericht gemäß Anlage zeigt hierzu das buchhalterische Ergebnis der Erfolgsrechnung für den Zeitraum 01.08.2019 – 30.04.2020 (3. Quartal) sowie eine darauf basierende Prognose auf das voraussichtliche Jahresabschlussergebnis. Letztere ist geprägt durch die Entwicklung der Corona-Pandemie.

Erläuterung / Kurzanalyse zur Prognose:

  • Die Prognose der Umsatzerlöse entspricht im Wesentlichen dem aus den Veranstaltungen bis zum 11.03.2020 realisierten Umsatz, da der Spielbetrieb in Folge der Corona-Pandemie auf Anweisung des Krisenstabes von Stadt und Städteregion Aachen seit dem 12.03.2020 eingestellt wurde und in der laufenden Spielzeit auch nicht mehr wieder aufgenommen wird. Der danach gegenüber Plan erwartete Umsatzausfall wird demzufolge bei einer Größenordnung von ca. 1 Mio. Euro liegen.
  • Die sonstigen Erträge hingegen werden voraussichtlich um rd. 186 TEuro über dem Planwert liegen. Ursächlich hierfür sind die für das Projekt »AKZENT Barock« bewilligten Fördermittel, die sich jedoch letztlich ergebnisneutral niederschlagen (vgl. hierzu auch schon Vierteljahresbericht zum 31.01.2020). Die mit diesem Projekt zusammenhängenden Ertrags- und Aufwandspositionen wurden weiterhin entsprechend der ursprünglichen Projektplanung berücksichtigt, da die Bezifferung des tatsächlichen und durch die Corona-Pandemie geänderten Projektverlaufs bis zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch nicht möglich war.
  • Der Aufwand für das feste Personal (Kontengruppe 40) wird nach der aktuellen Prognose im Vergleich zum zweiten Vierteljahresbericht 2019/2020 um nochmals knapp 70 TEuro geringer ausfallen und damit insgesamt rd. 569 TEuro unter Plan liegen. Mögliche Wirkungen der zwischenzeitlich angeordneten Kurzarbeit sind hierin noch nicht berücksichtigt.
    Im Bereich der Teilspielzeitbeschäftigten (Kontengruppe 41) wird sich der Aufwand im Vergleich zum Planansatz voraussichtlich um rd. 160 TEuro verringern.
    Auch die Aufwendungen für die selbstständigen Gäste (Kontengruppe 42) fallen im Vergleich zum zweiten Vierteljahresbericht um knapp 125 TEuro geringer aus. Durch die Mehraufwendungen für das Projekt »AKZENT Barock« (vgl. Vierteljahresbericht zum 31.01.2020) übersteigt die aktuelle Prognose für die Kontengruppe 42 den Planwert folglich nur noch um rd. 23 TEuro.
    Für die beim Theater beschäftigten Beamten (Kontengruppe 43) wird wie schon im zweiten Vierteljahresbericht weiterhin ein Mehraufwand von rd. 200 TEuro prognostiziert.
    Somit wird bei den Personalkosten insgesamt derzeit eine Verbesserung gegenüber Plan in einer Größenordnung von ca. 508 TEuro erwartet.
  • Der Sachaufwand wird im Vergleich zum zweiten Vierteljahresbericht 2019/2020 voraussichtlich um weitere rd. 60 TEuro geringer ausfallen und den Planwert damit nur noch um rd. 22 TEuro übersteigen. Bereinigt um die bereits im zweiten Vierteljahresbericht 2019/2020 genannten Effekte (Projekt »AKZENT Barock« sowie Erhöhung des Verwaltungskostenbeitrages) werden nach jetziger Einschätzung bei den Miet-, Energie-, Reinigungs- und ähnlichen Kosten durch den bis zum Ende der laufenden Spielzeit ruhenden Spielbetrieb „echte Einsparungen“ in Höhe von insgesamt rd. 145 TEuro erwartet, wovon der überwiegende Anteil von ca. 100 TEuro Corona-bedingt sein dürfte.
  • Die Abschreibungen werden voraussichtlich bei 153 TEuro und damit etwa 30 TEuro unterhalb des Planwertes liegen.
  • Die Corona-bedingte Ergebnisverschlechterung insgesamt ist aktuell in einer Größenordnung zwischen 700 und 800 TEuro zu veranschlagen. Mögliche Effekte aus Kurzarbeit könnten dieser Verschlechterung noch entgegenwirken. Das auf dieser Basis für das Ende des Wirtschaftsjahres insgesamt prognostizierte Defizit von rd. 323 TEuro bedeutet im Vergleich zum Planergebnis eine Verschlechterung von ca. 163 TEuro. Alleinige Ursache hierfür ist der gravierende Umsatzausfall in Folge der Corona-Pandemie, der trotz erheblicher Einsparungen im Bereich der Personal- und Sachkosten nicht vollständig aufgefangen, aber zumindest deutlich abgemildert werden kann.
  • Unter Berücksichtigung des derzeit noch in Prüfung befindlichen vorläufigen Jahresabschlussergebnisses 2018/19 (Stand 22.01.2020 rd. 1.093 TEuro Überschuss) würde das prognostizierte Defizit für das Wirtschaftsjahr 2019/2020 auch ohne die positiven Effekte aus Kurzarbeit aus der allgemeinen Rücklage gedeckt werden können.


Investitionen / Vermögensplan:

  • Die im laufenden Wirtschaftsjahr getätigten und bis zum 31.07.2020 noch zu tätigenden Investitionen werden sich insgesamt aller Voraussicht nach im Rahmen des geltenden Vermögensplans bewegen.
  • Der aktuelle Stand der (bis 15.05.2020) getätigten Investitionen ist als Anlage beigefügt, wobei die Investitionen bzgl. des Projektes »AKZENT Barock« nicht enthalten sind. Diese werden jedoch als Investitionszuschuss vollständig aus Fördermitteln gedeckt, sodass diesbezüglich kein zusätzlicher Finanzierungsbedarf entsteht.

Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

Siehe Erläuterungen

Weitere Dokumente (2)

Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2020-05-25 E 46_47_0132_WP17 Wirtschaftsjahr 2019 SAO.pdf

15.11.2024

218.2 KB

Metadaten

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Ö 7
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Betriebsausschusses für das Theater und die VHS
Gremium
Betriebsausschuss Theater und VHS
Datum
Do., 25.06.2020
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
E 46/47 - Stadttheater und Musikdirektion
Geändert
18.2.2026
Inhalt abgerufen
17. Februar 2026 um 23:12