30. Oktober 2024 um 18:00, Schloss Schönau
TOP 8Öffentlich

Situation der Kindertagesstätten - Anfrage der SPD-Fraktion

FB 45/0631/WP18 · Kenntnisnahme

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Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Herr Bezirksbürgermeister Meyers begrüßt zu diesem Tagesordnungspunkt Herrn Kaldenbach vom Fachbereich Kinder, Jugend und Schule.

Herr Bezirksvertreter Werner (SPD) erläutert zum Hintergrund der Anfrage der SPD-Fraktion, dass sich Eltern an sie gewandt haben, die berichteten, dass sie zwei Tage vor Beginn der Eingewöhnung die Absage der Betreuung erhalten und diese aufgrund der Kurzfristigkeit, der mangelnden Informationen und fehlenden Hilfsangebote vor einem erheblichen Betreuungsproblem gestanden hätten.

Herr Kaldenbach führt aus, dass in Kindertagesstätten allgemein eine angespannte Situation herrscht. Dies betrifft ganz NRW und sowohl Einrichtungen in öffentlicher aus auch in freier Trägerschaft. Es besteht insgesamt eine hohe Dynamik bei der Personalsituation, die permanent und ganzjährig alle Beteiligten herausfordert. Die schwierige Personalsituation wird bedingt durch den Fachkräftemangel sowie Personalengpässe aufgrund von kurzfristiger Krankheit, Nichtantritt von Arbeitsstellen und Schwangerschaften. Ihm ist bewusst, dass Einschränkungen der Betreuungsmöglichkeiten für Eltern hoch dramatisch ist. Die Stadt Aachen bemüht sich daher stets um eine frühzeitige und klare Kommunikation. In der städtischen Tageseinrichtung für Kinder Richtericher Straße war die Personalsituation grundsätzlich auskömmlich. Erst aufgrund von Erkrankungen und Nichtantritten der Arbeitsverhältnisse während der Sommerferien musste das Betreuungsangebot in der Einrichtung zu Beginn des neuen Kita-Jahres kurzfristig eingeschränkt werden. Eltern wurde bereits in den Sommerferien ein erster Elternabend angeboten und es wurde seitens der Verwaltung so früh wie möglich nach Lösungen gesucht. Für Kinder ist insbesondere der Wechsel in eine Kindertagesstätte eine große Herausforderung, die eng begleitet und für das jeweilige Kind zumutbar bleiben muss.

Herr Bezirksvertreter Werner (SPD) hinterfragt, wann sich der personelle Engpass in der Kindertagestätte Richtericher Straße abzeichnete und wann die Kontaktaufnahme mit den Eltern erfolgte. Nach den ihm vorliegenden Rückmeldungen sei die Mitteilung an die Eltern erst zwei Tage vor Betreuungsbeginn zugegangen und die Eltern hätten sich mit den hieraus entstandenen Problemen alleine gelassen gefühlt.

Herr Bezirksvertreter Dr. Behrens (FDP) bedankt sich für die Darstellung. Er regt eine Priorisierung für berufstätige Eltern an, sodass diese bei Betreuungsschwierigkeiten bevorzugt bedient werden.

Herr Bezirksvertreter Kehr (CDU) bedankt sich für die Ausführungen und würde eine Darstellung der ganzheitlichen Situation in allen Einrichtungen des Bezirks Richterichs begrüßen.

Herr Bezirksbürgermeister Meyers betont, dass der Bezirksvertretung Aachen-Richterich die ganzheitliche Situation in Kindertageseinrichtungen bekannt ist und dass eine Besserung intensiv gefordert wird.

Nach kurzem weiteren Austausch führt Herr Kaldenbach auf Rückfrage von Herrn Bezirksvertreter Feil (Grüne) die Thematik „Aachener Modell“ aus. Hierbei wurde ein Modell entwickelt, um dem Fachkräftemangel bestmöglich zu begegnen. Es sollten fachfremde Personen unterstützend in Einrichtungen eingesetzt werden, die anschließend weiterqualifiziert würden. Aufgrund fehlender Finanzierungsmöglichkeiten auf Landesebene wurde dieses Modell nicht umgesetzt. Alternativ wurde das Landesmodell Quick, bei dem es insbesondere um die Vermittlung von Arbeitskräften geht, geschaffen. Die Finanzierung muss jedoch vollumfänglich durch die Kommune getragen werden. Die Lösungsfindung dauert daher weiterhin an und die Stadt Aachen bemüht sich, um mindestens eine ausreichende Betreuung für Kinder sicherzustellen. Hierbei ist jedoch auch ein qualitativer Anspruch an pädagogisches Handeln zu berücksichtigen.

Beschluss

Die Bezirksvertretung Aachen-Richterich nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.

Erläuterungen

1. Ausgangslage

Mit Schreiben vom 15.08.2024 bittet die SPD-Bezirksfraktion um einen Bericht der Verwaltung zur Situation der Kindertagesstätten im Stadtbezirk Richterich zu Beginn des Kindergartenjahres 2024/2025.

Im weiteren Verlauf wurde deutlich, dass diese Anfrage insbesondere auf die Situation der städtischen Tageseinrichtung für Kinder Richtericher Straße abzielte.

2. Situation der Tageseinrichtung für Kinder Richtericher Straße

Die Tageseinrichtung für Kinder Richtericher Straße verzeichnete zu Beginn des neuen Kindergartenjahres 2024/2025 einen unerwarteten erheblichen personellen Engpass. Das geplante Personal hatte nach der Sommerschließzeit nicht seinen Dienst antreten können. Dies insbesondere aufgrund von Erkrankungen, Rehabilitationsmaßnahmen, kurzfristiger Absage von beabsichtigten Neueinstellungen sowie eine weiterhin unklare Perspektive von Langzeiterkrankungen. Zum Zeitpunkt der Neuaufnahmen war die personelle Perspektive stabil.Deswegen war eine Platzbelegung unter Einhaltung der personellen Regularien gemäß des Kinderbildungsgesetzes NRW möglich und es wurden neue Kinder und Familien aufgenommen und entsprechende Betreuungsverträge geschlossen.

Die unerwartete Entwicklung zum Ende der Sommerferien stellte sowohl die Eltern als auch die Einrichtung durch die personelle Situation vor erhebliche Herausforderungen. Zum einen ist eine gesicherte Betreuung der Bestandskinder der Einrichtung wichtig, zum anderen auch eine gut begleitete Eingewöhnung der neuen Kinder und Familien.

3. Auswirkungen und getroffene Maßnahmen

Aufgrund des erheblichen personellen Engpasses konnte die geplante Eingewöhnung der neu aufgenommenen Kinder nicht wie gewohnt stattfinden. Die Eingewöhnung verzögerte sich um ca. 2 Wochen.

Da absehbar war, dass sich die personelle Situation nicht kurzfristig verbessern lässt, wurde den Familien ein Wechsel der Tageseinrichtung für Kinder angeboten, um so die Gesamtanzahl zu betreuender Kinder zu reduzieren. Dieses Angebot haben viele Familien in Anspruch genommen, so dass insgesamt acht Kinder in andere Tageseinrichtungen für Kinder vermittelt werden konnten. Die Zusammenarbeit mit den Familien mit Wechselwunsch gelang einvernehmlich und lösungsorientiert. Dadurch konnte die Situation in der Tageseinrichtung für Kinder Richtericher Straße deutlich entschärft werden, auch zu Gunsten der verbliebenen Bestandskinder. Diese konnten in ihren jeweiligen Gruppen mit ihren vertrauten Erzieher*innen verbleiben. Die Eingewöhnung der zwölf neu aufgenommenen Kinder konnte parallel erfolgen und wird durch eine gestaffelte Aufnahme der Kinder behutsam bis Oktober 2024 umgesetzt.

Während dieses gesamten Prozesses wurden die Familien sowohl der Bestandskinder als auch der neu aufgenommenen Kinder und die Tageseinrichtung für Kinder eng durch Mitarbeitende der Fachdienststelle begleitet. Es haben zwei Elternabende stattgefunden, um die Situation zu erklären, einen Austausch zu ermöglichen und die weiteren geplanten Schritte zu thematisieren. Darüber hinaus fanden auch zahlreiche persönliche Gespräche vor Ort und telefonisch statt. Zudem wurden die Eltern stets zeitnah auch schriftlich auf dem Laufenden gehalten.

Zur Stabilisierung wurden und werden im September und Oktober 2024 Neueinstellungen vorgenommen. Darüber hinaus wurden Gesunderhaltungsmaßnahmen und Teamentwicklungsprozesse zur Stabilisierung der Mitarbeitenden etabliert.

Durch diese Maßnahmen konnten die Einschränkungen der Betreuungszeiten für die Kinder und Familien stark reduziert werden. Im August 2024 musste noch eine Einschränkung von 30 Min am Tag in der Randzeit vorgenommen werden, so dass die Tageseinrichtung für Kinder täglich bereits um 16.00 Uhr anstatt um 16.30 Uhr schließen musste. Seit dem 01.09.2024 sind derzeit keine Einschränkung in der Betreuungszeit mehr vorzunehmen, mit Ausnahme von 4 Tagen bis zum Ende 2024 zur Umsetzung der installierten Teamentwicklungsmaßnahmen. An diesen Tagen wird die Tageseinrichtung für Kinder jeweils um 15.00 Uhr schließen.

4. Fazit

Die Situation in der Tageseinrichtung für Kinder war sowohl für die Kinder und Familien als auch für die Mitarbeitenden, die Kita-Leitung und die Fachdienststelle sehr herausfordernd.

Leider sind derartige Situationen nicht immer vermeidbar, da sie in keinster Weise vorhersehbar sind. Das Risiko, dass personelle Engpässe entstehen, besteht in allen Tageseinrichtungen für Kinder – unabhängig ob in städtischer oder in freier Trägerschaft. Und kommt es zu personellen Engpässen, sind Kita-Leitungen und Träger angehalten entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um das Kindeswohl der betreuten Kinder auch weiterhin zu gewährleisten. Häufig müssen Maßnahmen wie Einschränkungen der Betreuungszeiten getroffen werden. Dies ist für alle Seiten nicht erstrebenswert, jedoch nicht vermeidbar – insbesondere aufgrund des aktuellen allgemeinen Fachkräftemangels.

Abstimmungsergebnis

Einstimmig
Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2024-10-01 FB 45_0631_WP18 Situation der Kinder SAO.pdf

1.10.2024

189.8 KB

Betroffene Straßen

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Metadaten

TOP
Ö 8
Sitzung
Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Richterich
Gremium
Bezirksvertretung Aachen-Richterich
Datum
Mi., 30.10.2024
Uhrzeit
18:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 45 - Fachbereich Kinder, Jugend und Schule
Geändert
8.2.2026
Inhalt abgerufen
8. Februar 2026 um 15:49

Beschlussdokument

Sammeldokument öffentlich

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