Empfehlung der Kommission Kunst im Öffentlichen Raum zu der beabsichtigten Aufstellung der Skulptur "Sitzende"
E 49/0153/WP18 · Entscheidungsvorlage
Beratung
Frau Piwowarsky zeigt sich verwundert über die Ablehnung durch die Kommission. Ratsherr Pilgram ist anderer Meinung und erklärt, dass er dieses Objekt im öffentlichen Raum nicht benötige. Die Bürgermeisterin, Dr. Schmeer, äußert sich dahingehend, dass hier keine Bereicherung des öffentlichen Raumes vorliegt. Frau Crumbach-Trommler sieht es ähnlich wie Frau Piwowarsky und verweist auf das Beispiel des Schängchens. Der Vorsitzende, Herr Tillmann, weist darauf hin, dass es sich hier um eine Empfehlung der Kommission handelt. Der Betriebsausschuss Kultur und Theater trifft keine endgültige Entscheidung, sondern spricht eine Empfehlung für die Bezirksvertretung Mitte aus.
Der Beigeordnete, Herr Brötz, benennt die Mitglieder der Kommission:
▪ Herr Brötz
▪ Herr Müller
▪ Frau Birkenstock
▪ Herr Dr. Pohle
▪ Herr Prof. Dr. Markschies (Lehrstuhl für Kunstgeschichte, RWTH)
▪ Herr Funken (Neuer Aachener Kunstverein)
▪ Frau Loup (BBK Aachen)
▪ Herr Borchert
Herr Brötz berichtet über ein entsprechendes Protokoll der Sitzung, in der die Ablehnung der Aufstellung der Skulptur „Sitzende“ beschlossen wurde. Man habe lange über die Skulptur „Sitzende“ beraten und es sich nicht einfach gemacht, sich dagegen zu positionieren. Die Aufgabe der Kommission ist jedoch eine Abwägung aus künstlerischer Sicht. Der Vergleich mit dem Öcher Schängchen hinkt, da hier ein Bezug zwischen Denkmal und Kunst hergestellt werden muss.
Herr Brötz berichtet, dass Herr Prof. Markschies an der Sitzung des Betriebsausschuss Kultur und Theater am 30.01.2025 teilnehmen wird.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Der Betriebsausschuss Kultur und Theater stimmt der Empfehlung der Kommission Kunst im öffentlichen Raum zu und empfiehlt der Bezirksvertretung Mitte die Ablehnung der Aufstellung der Skulptur „Sitzende“.
Auf Empfehlung des Betriebsausschusses Kultur und Theater beschließt die Bezirksvertretung Mitte die Ablehnung der Aufstellung der Skulptur „Sitzende“.
Erläuterungen
Im September 2024 wurde der Kulturbetrieb durch den Fachbereich Umwelt informiert, dass der Verein Burtscheider Heimatfreunde e.V. beabsichtigt, im Ferberpark die Skulptur „Sitzende“ aus dem Jahr 1996, geschaffen von Raimund Pestemer aus Leverkusen, aufzustellen.
Die Skulptur befand sich bis zur Spende an die Burtscheider Heimatfreunde e.V. durch Angehörige eines verstorbenen Vereinsmitglieds im privaten Garten auf einer Steintreppe in Leverkusen. Sie wurde dem Verein mit der Bitte überlassen, einen öffentlichen Platz in Burtscheid zu finden, der für die Allgemeinheit zugänglich ist.
Die dem Kulturbetrieb übermittelten Rahmenbedingungen für die Aufstellung lauten:
„•Skulptur: Fotos in der E-Mail im Anhang, Größe etwa 1,60 m
•Standort: im Ferberpark, siehe Lageplan und Fotos im Anhang
•Skulptur bleibt im Eigentum des Vereins, Aufstellen und Betreuung übernimmt der Verein; darüber würde eine kurze schriftliche Vereinbarung getroffen (Anmerkung: der Verein betreut auch bereits die Skulptur 'Die Sitzende' (eine andere) im Burtscheider Kurgarten)“
In der Sitzung der Kommission Kunst im öffentlichen Raum am 4. November 2024 wurde diese beabsichtigte Aufstellung – es handelt sich nicht um eine Schenkung, denn die Skulptur soll im Eigentum des Vereins bleiben – ausführlich diskutiert.
Über den Künstler konnte im Internet und telefonisch keine weitere Auskunft eingeholt werden. Mehrere Stahlplastiken von ihm aus den 80-er und 90-er Jahren sind im Internet auffindbar. Sie sind in der Stadt Leverkusen präsent („Eisenbahndenkmal“ 1997; „Brückenschlag“ 1988).
Unter ästhetischen Gesichtspunkten wurde diskutiert, dass die Skulptur in Ausführung und Formensprache dem Zeitgeist der 70er- und 80-er Jahre entspricht und entfernt an das vor dem Kanzlerbungalow in Bonn stehende Werk von Henry Moore „Large Two Forms“ erinnert, eine Bronzeskulptur, die sich seit 1979 dort befindet.
Die stilisierte Frauenskulptur wirkt ästhetisch einem älteren Frauenbild oder -klischee verhaftet, indem durch die weichen und runden Formen ein bestimmtes Frauenbild aufgerufen wird.
Da die Skulptur im Garten eines Privathauses auf einer Steintreppe saß, ist eine Kontextualisierung anzunehmen, die auf eine Ausführung speziell für diesen Ort schließen lässt.
Eine bloße Umsetzung in den öffentlichen Raum des Ferberparks, die notwendige Schaffung eines Sockels, die erforderliche Erläuterung zum Objekt und warum es nun in Aachen im öffentlichen Raum – weiterhin im Besitz des Vereins – platziert werden soll, das alles deutet auf das Problem hin, unabgestimmt Kunstwerke ohne inhaltliche, ästhetische, ortsbezogene Diskussion anzunehmen.
Das Kunstwerk „Sitzende“ entfaltete zweifellos am ursprünglichen Ort, im privaten Garten, eine Wirkung, die im Interesse des Eigentümers lag. Nun, im öffentlichen Raum, nicht mehr auf einer Steintreppe verortet, wirkt die Platzierung der Skulptur willkürlich.
Aus den oben genannten Gründen, gleichwohl mit Respekt für der Arbeit des Künstlers, empfiehlt die Kommission Kunst im öffentlichen Raum dem BAKUTH die Ablehnung der Skulptur.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen:
JA | NEIN | ||
X |
Klimarelevanz:
Nein
Abstimmungsergebnis
Technische Details
ID: 1005151
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1005151
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2024-11-07 E 49_0153_WP18 Empfehlung der Kommi SAO.pdf
8.11.2024
41.7 MB
Metadaten
- TOP
- Ö 10
- Sitzung
- Sitzung des Betriebsausschusses Kultur und Theater
- Gremium
- Betriebsausschuss Kultur und Theater
- Datum
- Di., 26.11.2024
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Entscheidungsvorlage
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Entscheidungsvorlage
- Federführend
- E 49 - Kulturbetrieb
- Geändert
- 8.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 8. Februar 2026 um 15:59
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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