29. Januar 2025 um 17:30, Sitzungssaal Haus Löwenstein
TOP 5Öffentlich

Sanierung der DB-Brücke, Horbacher Straße (L 231), Bauvorhaben durch den Landesbetrieb strassen.nrw

FB 68/0138/WP18 · Kenntnisnahme

im Ratsinformationssystem anzeigen
Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Die Vorsitzende begrüßt Herrn Meyer vom Landesbaubetrieb Straßen.NRW, der den aktuellen Planungsstand anhand verschiedener Pläne erläutert.

Herr Meyer betont, dass sich die Bauzeit an den Sperrzeiten der Deutschen Bahn orientiere, die langfristig im Voraus festgelegt würden und nur schwer und mehrere Jahre im Voraus geändert werden könnten. Der Abriss der DB-Brücke sei für März 2026 geplant und falle in eine dieser Sperrzeiten. Die Fertigstellung des Neubaus sei erst in der folgenden Sperrzeit im Herbst 2027 möglich. Da Verzögerungen aufgrund der Bahnplanung zwingend vermieden werden müssten, zeigt sich Herr Meyer zuversichtlich, dass der Zeitplan eingehalten werden könne.

Herr Bezirksvertreter Gilson (CDU-Fraktion) erkundigt sich, ob es keine Möglichkeit gegeben habe, die Sperrzeiten näher aneinander zu legen, um Maßnahmendauer sowie die Beeinträchtigungen für die Anwohnenden zu reduzieren. Herr Meyer erläutert, dass Sperrzeiten in der Regel fünf Jahre im Voraus beantragt werden müssten. Da die Deutsche Bahn in dem Maßnahmenzeitraum eigene Arbeiten geplant habe, sei die Gelegenheit genutzt worden, den Brückenneubau in diesen Zeitraum zu integrieren.

Frau Bezirksvertreterin Schmitt-Promny (Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen) bedankt sich für die Ausführungen und fragt, ob die von den Vetschauer Bürger*innen vorgeschlagenen Alternativen zur Umleitungsstrecke berücksichtigt werden können. Herr Meyer erklärt, dass dies aufgrund der vorhandenen Infrastruktur nicht möglich sei. Eine zusätzliche Ausfahrt von der A4 sei beispielsweise nicht realisierbar, da die Autobahn GmbH ein solches Vorhaben nicht umsetzen werde. Auch andere vorgeschlagene Umleitungsstrecken kämen für eine Umleitung nicht infrage, da sie für die zusätzliche Verkehrsbelastung nicht ausgelegt seien.

Herr Bezirksvertreter Kusch (CDU-Fraktion) fragt nach der Verlässlichkeit des Zeitplans. Herr Meyer stellt klar, dass die festgelegten Sperrzeiten der Deutschen Bahn keine Verzögerungen zuließen.

Weiterhin äußert Herr Kusch seine Besorgnis hinsichtlich etwaiger weiterer zeitgleicher Baumaßnahmen in Laurensberg, insbesondere im Rahmen des Ausbaus des Fernwärmenetzes sowie der Entwicklung des Campus West.

Frau Bezirksvertreterin Epstein (Fraktion Die Linke) erkundigt sich nach dem Zustand der von der Umleitung betroffenen Straßen und ob eine Instandsetzung der Umleitungsstrecke notwendig sei. Zudem möchte sie wissen, ob Instandsetzungsmaßnahmen vor Beginn der Baumaßnahme „Abriss DB-Brücke“ abgeschlossen sein werden und ob der Radverkehr sicher umgeleitet werde. Herr Meyer erläutert anhand einer Grafik die geplante Umleitung für Radfahrende und bestätigt, dass die Ertüchtigung der Umleitungsstrecke vorgesehen sei und noch vor Beginn der Bauarbeiten abgeschlossen werde.

Frau Bezirksvertreterin Schmitt-Promny (Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen) fragt, ob die neue Brücke so dimensioniert werde, dass perspektivisch ein drittes Gleis berücksichtigt werden könne. Herr Meyer erklärt, dass die Deutsche Bahn kein drittes Gleis plane, da dies aufgrund der örtlichen Platzverhältnisse nicht möglich sei.

Herr Bezirksvertreter Kusch (CDU-Fraktion) erkundigt sich nach dem aktuellen Sachstand hinsichtlich eines möglichen Bahnhaltepunktes in Richterich. Er verweist darauf, dass die Deutsche Bahn hierzu unterschiedliche Aussagen getroffen habe. Der aktuelle Stand sei, dass der Haltepunkt kommen werde.

Herr Bezirksvertreter Gilson (CDU-Fraktion) spricht erneut die Umleitungsstrecke an und fragt, warum andere Routen nicht in Betracht gezogen worden seien. Er verweist auf die neun Vorschläge der Vetschauer Bürger*innen und betont, dass die Anwohnenden durch die geplante Umleitungsstrecke stark belastet seien.

Frau Baginski vom Fachbereich Mobilität und Verkehr erläutert, dass alle neun Vorschläge geprüft worden seien. Sie führt als Beispiel die vorgeschlagenen Einbahnstraßenregelungen (Laurensberger Straße bzw. Bochholtzer Straße) an und erklärt, dass solche Maßnahmen erfahrungsgemäß problematisch seien. Auch die Nutzung landwirtschaftlicher Wege sei nicht möglich, da diese für den Umleitungsverkehr nicht geeignet seien. Zumal enge Straßen eine Gefahr für zu Fuß Gehende und Radfahrende darstellen würden. Ampelanlagen würden zudem Rückstaus bis in Kreuzungen hinein verursachen. Die vorgeschlagenen Alternativen würden lediglich zu einer Verlagerung, aber keiner Lösung der Problematik führen.

Sie betont, dass Geschwindigkeitsmessungen geplant seien und die Möglichkeit bestehe, Messtafeln auf der Umleitungsstrecke zu installieren. Der Vorschlag, die Brücke „Gut Hand“ am Hander Weg für den fließenden Verkehr zu öffnen, sei nicht umsetzbar, da unklar sei, wohin Passanten und Radfahrende verlagert werden sollten. Die Brücke sei zu schmal, um sowohl den KFZ-Verkehr als auch den Fuß- und Radverkehr sicher aufzunehmen. Zudem handele es sich um einen Schulweg, dessen Verkehrssicherheit oberste Priorität habe.

Ferner erläutert Frau Baginski, dass der Zustand der Laurensberger Straße überprüft worden sei und notwendige Instandsetzungsmaßnahmen noch vor Baubeginn durchgeführt würden. Sie weist jedoch darauf hin, dass diese Arbeiten ebenfalls mit temporären Einschränkungen verbunden sein werden.

Zum Vorschlag, Blumenkübel zur Verkehrsberuhigung aufzustellen, erklärt Frau Baginski, dass diese Hindernisse im Sinne der Straßenverkehrsordnung darstellen, die entsprechend zu kennzeichnen seien. Sie sagte eine Prüfung zu.

Die Fragen zu möglichen Erschütterungsschäden an Häusern nimmt sie auf und sichert eine schriftliche Beantwortung zu.

Herr Bezirksvertreter Feron (CDU-Fraktion) fragt, ob ein Hinweis an die Anlieger*innen im Gewerbegebiet Avantis ausgegeben werden könne, damit diese verstärkt die Autobahn während der Baumaßnahme nutzen. Frau Baginski erklärt, dass die Umleitung das Gebiet Avantis nicht direkt betreffe und der Verkehr aus diesem Bereich voraussichtlich ohnehin über die A4 abgewickelt werde.

Frau Bezirksvertreterin Epstein (Fraktion Die Linke) regt an, die Verkehrssicherheit für Schüler*innen durch Bedarfsampeln zu erhöhen. Frau Baginski verweist darauf, dass an der Brunnenstraße Schülerlotsen für die Schulwegsicherheit im Einsatz seien.

Frau Bezirksvertreterin Schmitt-Promny (Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen) spricht sich dennoch für Bedarfsampeln aus und verweist auf die erfolgreiche Umsetzung von Blumenkübeln in der Schurzelter Straße. Zudem betont sie, dass alle vorgebrachten Alternativen geprüft werden sollten. Sie schlägt vor, die niederländischen Behörden einzubeziehen, da die Sperrung auch den Grenzverkehr betreffe.

Herr Bezirksvertreter Gilson (CDU-Fraktion) führt aus, dass ortskundige Verkehrsteilnehmende sich eigene Routen suchen werden. Er äußert jedoch Bedenken hinsichtlich der Verkehrssituation für die Anwohnenden der näheren Umgebung von Vetschau, die möglicherweise ebenfalls auf die Umleitung angewiesen seien. Es müsse geprüft werden, ob es für diese Gruppe alternative Lösungen gebe, um eine zusätzliche Belastung für Vetschau zu vermeiden.

Herr Bezirksvertreter Hamann-Hensell (SPD-Fraktion) fragt, ob die Umsetzung der Maßnahmen sowie die Entwicklung der Verkehrssituation während der Baumaßnahme vor Ort eng begleitet werde. Frau Baginski erklärt, dass dies im Rahmen der Vorschriften geschehe. Eine dauerhafte Überwachung sei jedoch nicht möglich, weshalb auch auf Hinweise und Eingaben der Bürger*innen gesetzt werde.

Frau Bezirksamtsleiterin Roosen verweist in diesem Zusammenhang auf die zusätzliche Möglichkeit, sich bei konkreten Problemen während der Baumaßnahme direkt an das Bezirksamt Laurensberg wenden zu können.

Die Vorsitzende schlug vor, eine Bürger*inneninformationsveranstaltung zu veranstalten, um die offenen Fragestellungen der Vetschauer Bürger*innen klären und mögliche Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit abschließend abstimmen zu können. Die Einwohner*innen aus Vetschau sowie Frau Baginski vom Fachbereich Mobilität und Verkehr stimmten dieser Vorgehensweise zu.

Beschluss

Beschluss (ungeändert beschlossen): Die Bezirksvertretung Aachen-Laurensberg nimmt den Sachverhalt zur Kenntnis.

Erläuterungen

Ab Herbst 2025 soll die dringend erneuerungsbedürftige Brücke (Horbacher Straße, L 231) über die Bahnstrecke Aachen – Mönchengladbach in Aachen-Richterich abgerissen und neugebaut werden. Die Maßnahme erfolgt in Zuständigkeit des Straßenbaulastträgers Landesbetrieb strassen.nrw, da sich der betreffende Bereich in einer „Außerortslage“ befindet. Die Gesamtdauer der Maßnahme beläuft sich nach Aussage des Landesbetrieb strassen.nrw auf rund 2,5 Jahre. Durch strassen.nrw wurden bereits die benötigten Sperrpausen Januar bis März 2026 für den Abriss sowie April bis Juli 2027 für die Wiederherstellung des Brückenbauwerks mit der Deutschen Bahn abgestimmt. Eine Verschiebung der Maßnahme ist daher nicht möglich. Die Arbeiten sehen ab September 2025 eine Vollsperrung des zuvor genannten Bereichs bis zum 4. Quartal 2027 vor. Im 1. Quartal 2026 erfolgt der Abriss der Bestandsbrücke. Ab dem 2. Quartal 2026 beginnt die Herstellung der neuen Brücke. Der Abschluss der Arbeiten ist für das 4. Quartal 2027 vorgesehen.

Die Horbacher Straße wird als wichtige Verkehrsachse für den Bereich Richterich und Horbach zwischen der Roermonder Straße und dem Hander Weg unterbrochen. Der Hander Weg bleibt aufgrund der nur einseitigen Erschließung während der gesamten Bauzeit nur aus Richtung Alt-Richterich halbseitig erreichbar.

Für die Maßnahme sind gut ausgeschilderte und dauerhaft nutzbare Umleitungsstrecken sowohl für den motorisierten Individualverkehr, den Busverkehr als auch für Radfahrende und Fußgänger*innen herzustellen.

.

Umleitungsstrecken:

Für den motorisierten Individualverkehr wurden verschiedene Umleitungsstrecken vorab geprüft. Auch das Schreiben des Dorfvereins „Leben in Vetschau – LiVe e.V.“ aus Juni 2022 wurde bei der Erarbeitung und Prüfung verschiedener Umleitungsstrecken berücksichtigt. Aufgrund der baulichen Voraussetzungen kommt jedoch nur eine Umleitungsstrecke in Frage.

Aus der Innenstadt kommend erfolgt die Umleitung über die Roermonder Straße, links auf die K 36 (Rathausstraße), weiter auf der Laurensberger Straße. Nach der Ortslage Vetschau erfolgt die Anbindung von Alt-Richterich über den Vetschauer Weg.

Aus Richtung Horbach bzw. Alt-Richterich kommend wird die gleiche Umleitung in anderer Richtung eingerichtet (Anlage 1).

Bei einer Befahrung der möglichen Umleitungsstrecke wurden teils erhebliche Straßenschäden festgestellt. Diese müssen noch vor Beginn der Baumaßnahme behoben werden, um die Verkehrssicherungspflicht gewährleisten zu können. Dies wird mit dem Aachener Stadtbetrieb derzeit abgestimmt. Aktuelle Verkehrszählungen aus dem 3. Quartal 2024 zeigen, dass die Horbacher Straße im gesperrten Bereich täglich rund 8.800 Fahrzeuge aufnimmt. Die Verkehrsdichte auf diesem Stück zeigt zusätzlich auf, von welcher Bedeutung die vorherige Instandsetzung der Straßenschäden auf der Umleitungsstrecke ist.

Neben der dargestellten Umleitungsstrecke besteht die Möglichkeit, den betreffenden Bereich auch weiträumig über Kohlscheid-Bank zu umfahren. Möglichkeiten eines temporären Bundesautobahn-Anschlusses am Ende des Vetschauer Wegs wurden seitens der zuständigen Behörden abgelehnt.

Wegen der besonderen Bedeutung des angrenzenden Schulzentrums am Hander Weg gab es bereits Abstimmungen mit dem Bezirksamt Laurensberg. Nach einem gemeinsamen Ortstermin wurde festgestellt, dass eine Bedarfsampel für die Schüler*Innen nicht benötigt wird, da zur Schulzeit der Übergang mit Schulhelfer*innen besetzt ist.

Der ÖPNV fährt die gleiche Umleitungsstrecke wie der motorisierte Individualverkehr, benötigt jedoch auf der Strecke an wenigen Stellen Haltverbote um den Begegnungsverkehr ohne weitere Verzögerungen aufrechtzuerhalten. Die Haltverbote werden im Zuge der Maßnahme eingerichtet (Anlage 2). Derzeit wird noch seitens der ASEAG geprüft, ob weitere Haltverbote im Bereich Rathausstraße in Fahrtrichtung Roermonder Straße Höhe Viadukt benötigt werden. Aufgrund der notwendigen Haltverbote kann davon ausgegangen werden, dass es an verschiedenen Stellen durch die sichtlich freie Strecke zu Überschreitungen der Geschwindigkeit kommt. Dem kann durch Geschwindigkeitskontrollen entgegengewirkt werden.

Für Fußgänger*innen und Radfahrende muss eine Umleitungsstrecke in der Ortslage Richterich geschaffen werden. Dies gestaltet sich jedoch schwierig. Ohne Durchführung baulicher Änderungen kann für die Radfahrenden nur eine sehr weiträumige Umleitungsstrecke angeboten werden. Diese wäre über die Roermonder Straße, die Straße Uersfeld und die Banker-Feld-Straße denkbar. Verkehrszählungen aus dem Jahr 2017 zeigen, dass die Roermonder Straße täglich rund 190 Radfahrende nutzen, welche Wegebeziehung von der Roermonder Straße aus genutzt wird kann nicht benannt werden. Grundsätzlich ist aufgrund der weiter fortschreitenden Mobilitätswende jedoch davon auszugehen, dass die Zahl der Radfahrenden in den vergangenen sieben Jahren deutlich zu genommen hat. Umso wichtiger ist es, eine sichere und möglichst kurze und verständliche Umleitungsstrecke anbieten zu können.

Eine Alternative würde die Unterführung der DB-Brücke darstellen (Anlage 1). Diese ist zum aktuellen Zeitpunkt nur für Fußgänger*innen freigegeben. An beiden Eingängen zur Unterführung sind Umlaufssperren montiert um die Nutzung durch Radfahrende zu unterbinden. Es müssten bauliche Veränderungen vollzogen werden, die jedoch nicht dazu führen dürfen, dass ein zusätzliches Gefahrenpotential entsteht. Die Unterführung ist zudem im Eigentum der Deutschen Bahn. Eine mögliche Nutzung nebst baulichen Anpassungen muss vorab in einem Gespräch mit der Deutschen Bahn abgestimmt werden.

Kommunikation:

Aktuell wird ein Kommunikationskonzept erarbeitet. Dieses soll sicherstellen, dass die betroffenen Bürger*innen rechtzeitig vorher über die anstehende Baumaßnahme von straßen.nrw informiert werden. Dazu werden sowohl digitale als auch Printmedien eingesetzt werden.

Der Antrag der CDU-BV-Fraktion vom 08.11.2024 zur TO der BV Aachen-Laurensberg, “Sachstandsbericht Sanierung Brücke Horbacher Straße Richterich“ gilt damit als behandelt. Mit der Vorlage wird der aktuelle Sachstand zur geplanten Baumaßnahme mitgeteilt.

Weitere Dokumente (4)

Die Dokumente werden direkt vom Ratsinformationssystem der Stadt Aachen abgerufen und nicht von uns gespeichert oder gehostet.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2024-12-11 FB 68_0138_WP18 Sanierung der DB-Brue SAO.pdf

6.1.2025

3.8 MB

Betroffene Straßen

Karte wird geladen…

Metadaten

TOP
Ö 5
Sitzung
Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Laurensberg
Gremium
Bezirksvertretung Aachen-Laurensberg
Datum
Mi., 29.01.2025
Uhrzeit
17:30
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 68 - Mobilität und Verkehr
Geändert
19.5.2026
Inhalt abgerufen
19. Mai 2026 um 16:08

Beschlussdokument

Sammeldokument öffentlich

Öffnen