Verlagerung der Sportflächen von SV Eilendorf und Arminia Eilendorf auf Deltouserb; hier: Ratsantrag Nr. 03/2024 (Grüne) / 208/24 (SPD)
FB 61/1046/WP18 · Kenntnisnahme
Verlagerung der Sportflächen von SV Eilendorf und Arminia Eilendorf auf Deltourserb; hier: Ratsantrag Nr. 03/2024 (Grüne) / 208/24 (SPD)
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Frau Bezirksbürgermeisterin Eschweiler eröffnet den Tagesordnungspunkt „Verlagerung der Sportflächen von SV Eilendorf und Arminia Eilendorf auf Deltourserb; Ratsantrag „Die Grünen und SPD“
Frau Bergs, Die Grünen, führt zum Antrag aus und beschreibt die Problemstellung. Es habe Schwierigkeiten mit den Flächen und den Anwohnenden aufgrund des Lärms gegeben. Daher sei gemeinsam mit den Vereinen überlegt worden, wie die Probleme gelöst werden könnten. Eine Lösung sei die mögliche Umsiedlung der beiden Vereine. Der Auftrag sei positiv beschieden worden. Die Flächen wären geeignet. Zwischenzeitlich habe sich die Haltung der Vereine aber geändert. Sie wollen wegen der besseren Erreichbarkeit innerorts bleiben, wo es aber keine Fläche gebe, um beide Vereine zusammenzuführen. Es käme dafür nur Detourserb in Frage. Von Seiten der Anwohnenden wäre ganz klar signalisiert worden, dass sie ihren Grund und Boden nicht veräußern wollen. Frau Bergs weist darauf hin, dass der Antrag lediglich als Angebot für Eilendorf gedacht war ohne Zwang.
Herr Schäfer, SPD, ergänzt, dass die Flächen Deltourserb schon im alten Flächennutzungsplan als Mischflächen ausgewiesen waren. In Aachen herrsche ein erheblicher Druck, Wohnbebauung zur Verfügung zu stellen. Seiner Ansicht nach seien mit dem Antrag zwei Vorteile verbunden. Es käme nahe der Autobahn nicht zu einer Wohnbebauung und innerstädtisch könnte die Wohnbebauung ausgeweitet werden. Die bereits bestehende Wohnbebauung würde vom Lärm und Verkehr solcher Sportplätze entlastet.
Herr Bode, CDU, äußert sein Erstaunen über die Antragstellung im Rat und nicht in der Fraktion, da die CDU wenige Wochen zuvor einen Antrag auf eine Rahmenplanung eingebracht habe. Dieser Antrag solle Eilendorf in der Gesamtheit betrachten. Den Vereinen sei mit einer zeitlichen Perspektive von 10 Jahren nicht geholfen, sie benötigen die Hilfe jetzt. Seiner Meinung nach gehören die Sportvereine in die Mitte des Ortes, damit Kinder und Jugendliche kurze Wege haben. Hinsichtlich der Lärmbelästigung müssten andere Lösungswege gefunden werden. In der Vorlage wäre aktiver Lärmschutz bereits thematisiert. Zudem käme es in absehbarer Zeit zu Versteigerungen von Grundstücken, die nicht weit entfernt von den Sportarealen seien. Seitens der Stadt müsse geprüft werden, ob diese Grundstücke ersteigert werden könnten, um Ausweichmöglichkeiten zu schaffen. Herr Bode weist nochmal auf die Wichtigkeit einer Rahmenplanung hin, damit die Gesamtheit Betrachtung findet. Es müsse überlegt werden, welche anderen Möglichkeiten es gebe, anderweitig Sportstätten zu schaffen.
Frau Bohrer, FDP, erkundigt sich bei Frau Bergs, was mit dem Antrag bewirkt werden soll. Nach den von Frau Bergs gemachten Ausführungen würde sie den Antrag nicht verstehen.
Frau Bergs, Die Grünen, macht deutlich, dass der Antrag lediglich auf die Prüfung der Eignung der Flächen abziele und nicht auf einen Verkauf von Grundstücken.
Herr Hofmann, AfD, entgegnet, dass die Sportplätze innerorts bereits seit 1977 existieren. Die Anwohnenden hätten dies beim Zuzug bedenken müssen. Außerdem würde der Fußweg nach Deltourserb 38 Minuten dauern, was Jugendlichen und Kindern gerade in den Abendstunden nicht zugemutet werden könne. Den Antrag würde er daher nicht befürworten.
Frau Bezirksbürgermeisterin Eschweiler fasst zusammen, dass zunächst Lärmschutzmaßnahmen ein erster Schritt zur Abhilfe seien. Diese müssten mit der Fachverwaltung erörtert werden. Zudem werde es im Mai 2025 in unmittelbarer Nähe zu einer Zwangsversteigerung eines Grundbesitzes kommen. Die Verwaltung solle gebeten werden, die Ersteigerung zu prüfen. In der Vorlage gebe es weder Hinweise zur Finanzierung noch zu den Auswirkungen auf das Klima. Allerdings läge ein Ratsbeschluss aus der alten Ratsperiode vor, dass die Stadt Aachen keine Grundstücke mehr veräußern, sondern nur noch in Erbpacht vergeben dürfe. Dies habe zur Folge, dass die Größe der Plätze nicht den Anforderungen entspreche. Es werde ein neues B-Plan-Verfahren geben müssen mit einem sehr langen Planungszeitraum. Zudem müsse der Flächennutzungsplan geändert werden. Eine schnelle Hilfe sei ein derartiges Verfahren für die Vereine nicht.
Herr Dr. Celik, Abteilungsleiter des Bereiches Stadtentwicklung, nimmt kurz zu der Thematik Stellung und übergibt anschließend an seinen Kollegen, Herrn Dambietz, der zum Thema ausführlich vorträgt.
Herr Dambietz führt aus, dass eine Verlagerung der Sportflächen sowie die Erschließung grundsätzlich möglich wären. Notwendig sei in jedem Fall eine Änderung des Flächennutzungsplans und der Bebauungspläne. Positiv hervorzuheben sei, dass sich die Wohnnutzung bei den jetzigen Flächen in die Umgebungsnutzung einfügen würde, somit wäre der derzeitige Konflikt beseitigt. Ein großer Knackpunkt sei aber die Eigentumsstruktur auf der Fläche Deltourserb. Es gebe 17 Eigentümer. Die Stadt Aachen könne die Flächen kaufen oder tauschen, allerdings wäre damit ein erheblicher Zeitaufwand verbunden. Es sei aussichtslos, in zentraler Lage eine Fläche in der erforderlichen Größe zu finden.
Ein Austausch mit den Vereinen habe ergeben, dass grundsätzlich Interesse an einer Fusionierung und gemeinsamer Nutzung einer Sportanlage bestehe. Allerdings seien aufgrund der hohen Mitgliederzahlen die Ansprüche gestiegen. Zudem würden die Flächen auch von den Schulen genutzt. Der SV Eilendorf sei in Bezug auf den Trainingsbetrieb stärker leistungsorientiert. Dies müsse berücksichtigt werden. 3 Sportplätze müsse es in jedem Fall geben, wenn nicht sogar 4. Die Vereine hätten klar den Wunsch nach einem zentralen Standort geäußert, vor allem im Hinblick auf die Erreichbarkeit für Kinder und Jugendliche.
Frau Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler dankt Herrn Dr. Celik und Herrn Dambietz für die Ausführungen und unterbricht die Sitzung, um in die Diskussion einzusteigen.
Nach der Diskussion eröffnet Frau Eschweiler die Sitzung erneut.
Herr Bode, CDU, bedankt sich für die Ausführungen aus der Einwohnerschaft Seiner Meinung nach hätten die Vereine viel früher eingebunden werden müssen. Der Antrag hätte zuerst in die Bezirksvertretung gehört. Er regt einen runden Tisch an, um gemeinsam Lösungen zu finden. Zudem schlägt er eine Beschlussfassung vor, inwieweit sich die Stadt Aachen am Versteigerungsverfahren beteiligen könne, damit keine Flächen verloren gingen.
Frau Bergs, Die Grünen, weist darauf hin, dass es Gespräche mit den Vertretern der Vereine gegeben habe. Ergebnis der Gespräche war, dass eine Fusionierung sinnvoll sei. Es sei nicht fair, zu sagen, dass dieser Antrag über die Köpfe der Vereine hinweg gestellt wurde. Es ginge nur um die Verlagerung von Sportplätzen und nicht um ein Großsportzentrum. Sie wisse auch nicht, woher die finanziellen Mittel dafür kommen sollen. Es würde eine Erwartung geschürt, die nicht erfüllt werden könne. Frau Bergs verweist auf die Menschen im Oberdorf, die einen Fahrtweg zu den Sportflächen in Kauf nehmen müssten. Die Botschaft sei klar bei ihr angekommen, dass es kein Interesse an der Verlagerung der Flächen gebe.
Herr Schäfer, SPD, äußert seinen Dank für die klaren Ausführungen und teilt mit, dass er das Ergebnis an die Ratsfraktion entsprechend weitergeben werde.
Frau Bohrer, FDP, regt an, den Verein SC Nirm, der auch Fußball spielt, mit einzubeziehen.
Laut Frau Bezirksbürgermeisterin Eschweiler ist dies bereits erfolgt, allerdings wurde signalisiert, dass es dort keine Möglichkeit gebe.
Herr Dambietz führt aus, dass nach einer umfangreichen Prüfung nur die Fläche im Gewerbegebiet in Frage käme.
Frau Bezirksbürgermeisterin Eschweiler schlägt eine Rahmenplanung „Sport“ vor in Anlehnung an die Lenkungsgruppe zur Entwicklung des Sportparks Soers, die sich mit den Bedarfen aller Sport treibenden Vereine befasse. Dies könne für Eilendorf auch aufgesetzt werden. Es solle gemeinsam überlegt werden, wer welche Stärken hat, was in Zukunft ausgebaut werden soll und was perspektivisch dazu gebraucht werden würde. Dies könne nicht in einem Termin erledigt werden. Hierzu müssten in regelmäßigen Abständen Treffen stattfinden, um gemeinsam zu überlegen, wie die Bedarfe eingeplant werden und ob es Förderbedarfe gebe.
Frau Eschweiler regt an, dass das Bezirksamt Eilendorf relativ zeitnah zu einem ersten Gespräch einlädt und die Mitglieder der Bezirksvertretung interfraktionell dazu kommen, damit gemeinsame Überlegungen angestellt werden können.
Die Verwaltung werde mit zwei Prüfaufträgen befasst, zum einen, ob die Stadt in die Ersteigerung des Grundstückes auf Flur 15 (die Gemarkung wird noch genau bekannt gegeben) mit einsteigen wird und zweitens, wie eine solche Fläche entwickelt werden kann.
Der Ratsantrag werde daher heute nur zur Kenntnis genommen. Die Kenntnisnahme stehe noch für den Sport- und Planungsausschuss an. Frau Eschweiler geht davon aus, dass kein Interesse mehr bestehe, die Verlagerung der Sportflächen weiterzuverfolgen. In den städtischen Ausschüssen müsse das Thema daher nicht erörtert werden. Herr Schäfer, SPD, sieht das genauso.
Frau Bergs, Die Grünen, regt an, zumindest den Sportausschuss in Kenntnis zu setzen. Frau Eschweiler stimmt zu unter der Voraussetzung, das Votum mitzugeben, dass in Eilendorf die Bedarfe nicht gesehen werden. Es solle vermieden werden, die Verwaltung weiter mit diesem Thema zu beschäftigen, obwohl es in der heutigen Sitzung seine Erledigung gefunden habe.
Abschließend fast Frau Bezirksbürgermeisterin Eschweiler die Ergebnisse zusammen:
- Der Antrag wird zur Kenntnis genommen
- Die Verwaltung erhält den Prüfauftrag zur Ersteigerung des Grundstückes, Flur 15
- Es wird festgelegt, kurzfristig einen Termin mit den Vereinen zu finden, um in den sportlichen Austausch zu kommen und gemeinsam zu überlegen, wie Eilendorf sportlich weiterentwickelt werden soll
- Es erfolgt ein Hinweis aus der Bezirksvertretung, dass es kein positives Votum seitens der beteiligten Vereine und Anwohnenden gab zur Verlagerung der Sportflächen. Dies sollte der Sportausschuss zumindest erfahren, dann könne abgestimmt werden, ob es im Sportausschuss als Ratsmehrheit gesehen werde
Beschluss
Erläuterungen
- Ausgangslage
Basierend auf dem Ratsantrag der Fraktionen Die Grünen (Nr. 03/2024) und SPD (Nr. 208/24) vom 22.02.2024 (Anlage 1) wurde die Verwaltung beauftragt, die Verlagerung der Sportplätze des SV Eilendorf und Arminia Eilendorf zu einem gemeinsamen Standort auf der Entwicklungsfläche Deltourserb zu prüfen. Zudem soll untersucht werden, ob die derzeitigen Sportflächen für eine Wohnbebauung genutzt werden können. Die beiden Eilendorfer Sportvereine nutzen aktuell die städtischen Sportanlagen an der Halfenstraße/Krebsstraße und der Brander Straße. Eine Verortung der betreffenden Flächen ist der Anlage 2 zu entnehmen. Der Grund für den Ratsantrag ist der durch den Vereinsbetrieb verursachte Lärm (Emissionen) mit Blick auf die angrenzende Wohnbebauung. Bei einem „Nutzungstausch“ (Wohnen auf den heutigen Sportplätzen, Sport auf der Fläche bei Deltourserb) wäre die Sportlärmproblematik auf den heutigen Flächen obsolet. Auf Deltourserb beträfen die Emissionen der angrenzenden Autobahn A44 eine dort mögliche, künftige Wohnnutzung nicht mehr.
- Voruntersuchung der Flächen
Im Rahmen einer Voruntersuchung wurden folgende Aspekte betrachtet:
- Aktuelle Nutzung
- Eigentumsverhältnisse
- Umweltemissionen
- Planungsrechtliche Situation
- Verkehrsplanerische Belange
Im Rahmen eines gemeinsamen Termins mit Vertretern beider Vereine wurde die grundsätzliche Bereitschaft gegenüber einer gemeinsamen Fusionierung abgefragt. Mit Blick auf eine neue Sportanlage wurden hierbei bestehende Ansprüche erhoben.
- Ersteinschätzung - Entwicklungsfläche Deltourserb
- Lage und Nutzung
Die Entwicklungsfläche Deltourserb im Bezirk Eilendorf wird von der Von-Coels-Straße, Freunder Straße und dem Wirtschaftsweg Deltourserb umschlossen. Sie liegt am Siedlungsrand und wird aktuell als Grünlandfläche größtenteils zur Beweidung genutzt.
- Eigentumsverhältnisse
Die Fläche gehört 17 Eigentümer*innen (Anlage 3). Dies macht eine Entwicklung unabhängig von der Nutzung zeitintensiv und komplex. Als Möglichkeiten kommen eine Flächenumlegung nach § 45 ff. BauGB oder ein Ankauf der Flächen in Betracht. Bei der vorhandenen Vielzahl an Eigentümer*innen und Eigentumsgemeinschaften würde dies mit einem arbeitsintensiven und langwierigen Prozess einhergehen, welcher die Mitwirkung der Eigentümer*innen voraussetzt. Eine Umlegung setzt voraus, dass ein Bebauungsplan vorliegt. Dies würde zu einem Verfahren mit offenem Ausgang führen.
- Planungsrecht
Die Fläche wurde im Rahmen der Flächennutzungsplanaufstellung als Prüffläche „EI-MI-01 - Deltourserb West Variante 4“ untersucht (Anlage 4). Im FNP AACHEN*2030 ist sie als gemischte Baufläche dargestellt, ein Teil wird mit der Signatur ‚Belüftungsbahn Stadtklima‘ überdeckt (Anlage 5). Gemäß § 6 Abs. 1 BauNVO sind Mischgebiete primär für eine Wohnnutzung und für Gewerbebetriebe vorgesehen, die das Wohnen nicht wesentlich stören. Unabhängig vom Sportplatzbelag werden eigenständige, nicht schulgebundene Sportplätze im FNP AACHEN*2030 als Grünflächen mit der Zweckbestimmung ‚Sportplatz‘ dargestellt. Auf diesen Freiflächen sind bauliche und sonstige Anlagen nur untergeordnet zulässig. Der sportlichen Nutzungen dienende Gebäude und Anlagen werden als Gemeinbedarfsflächen dargestellt. Der Regionalplan weist die Fläche als Allgemeinen Siedlungsbereich aus, ein Bebauungsplan existiert nicht.
- Umweltbelange
Laut dem Umweltbericht des FNP AACHEN*2030 wäre eine Nutzung der Fläche als Mischbaufläche mit erheblichen Auswirkungen auf die Schutzgüter Boden, Tiere, Pflanzen, Landschaft, Grundwasser und Klima verbunden. Die Auswirkungen auf die Schutzgüter Luft und Menschen werden als bedingt erheblich eingestuft. Es wird empfohlen, eine Detailkartierung des Bodens vorzunehmen und den südlichen Rand der Fläche als grünen Ortsrand zu gestalten. Im Rahmen der verbindlichen Bauleitplanung müssten Regelungen zum Schutz des Grundwassers sowie klimatische Untersuchungen durchgeführt werden.
In unmittelbarer Nähe zu der Fläche befindet sich ein landwirtschaftlicher Betrieb. Es ist gutachterlich zu prüfen, inwieweit dieser durch eine angrenzende Nutzung beeinträchtigt werden könnte. Hierbei sind entsprechende Abstände sowie potenzielle Geruchs- und Staubbelastungen zu berücksichtigen. Im Hinblick auf die Lärmbelastung ist zu entscheiden, welche Nutzungen zulässig sind und welche Lärmschutzmaßnahmen möglicherweise ergriffen werden müssten, damit eine Sportnutzung nach Sportanlagenlärmschutzverordnung zulässig ist.
- Verkehrsplanerische Belange
Im Hinblick auf die verkehrsplanerischen Belange ist für eine Sportnutzung bei Deltourserb die Erreichbarkeit sowohl zu Fuß als auch mit dem Fahrrad grundsätzlich gegeben. Es besteht eine ÖPNV-Anbindung an die Bushaltestellen „Rheingold“ und „Schlackstraße“. Eine Anbindung per motorisiertem Individualverkehr könnte über den Wirtschaftsweg „Deltourserb“ an das Hauptstraßenverkehrsnetz erfolgen.
- Austauschtermin mit SV Eilendorf und Arminia Eilendorf
Am 31.10.2024 fand ein Austausch zwischen Fachverwaltung, Bezirkspolitik und Vertretern der Vereine statt. Beide Vereine signalisierten ihre Bereitschaft und positive Haltung gegenüber einer Fusionierung, welche auch die Nutzung einer gemeinsamen Sportanlage einbezieht. Der im Ratsantrag vorgeschlagene Standort Deltourserb wurde von den Vereinen als schwierig eingeschätzt, da er aufgrund seiner peripheren Lage insbesondere für Kinder und Jugendliche keine gute Anbindung biete.Eine fußläufige Erreichbarkeit sei im Vergleich zur momentanen Situation stark erschwert. Die Vereine äußerten den Wunsch, vorrangig zentraler gelegene Flächen in Eilendorf für eine zukünftige Sportanlage in Erwägung zu ziehen.
- Ersteinschätzung – Flächen von SV Eilendorf und Arminia Eilendorf
- Lage und Nutzung
Die Sportplätze von SV Eilendorf und der Arminia Eilendorf befinden sich in zentraler Ortslage. Beide Plätze werden täglich ab dem Nachmittag bis ca. 21.00 Uhr und an den Wochenenden genutzt. Zusätzlich findet auf den Anlagen der Schulsport der örtlichen Grundschulen statt. Dies ist bei einer möglichen Verlagerung zu beachten.
Beide Sportflächen sind unmittelbar von Wohngebieten umschlossen, entlang der Von-Coels-Straße grenzen sie an Mischbauflächen. Laut Bericht der Vereine häufen sich die Beschwerden der ansässigen Anwohner*innen über den vorhandenen Sportlärm. Eine Wohnbebauung am Standort der Sportplätze würde sich in die Umgebungsnutzung einfügen. Der Nutzungskonflikt zwischen Sport und Wohnen wäre beseitigt. Außerdem können beide Flächenlagen als attraktive Standorte für Wohnnutzungen eingestuft werden, da es sie in der Nähe von Nahversorgungs- und Sozialeinrichtungen liegen und verkehrlich gut angebunden sind.
- Eigentum
Während die Sportfläche von Arminia Eilendorf vollständig im Eigentum der Stadt Aachen ist, befindet sich ein südlicher Abschnitt der Sportfläche von SV Eilendorf in privatem Eigentum (Anlage 6). Der hierfür geschlossene Pachtvertrag zwischen der Stadt Aachen und der Eigentümergemeinschaft wurde zuletzt im Jahr 2022 verlängert. Eine Freimachung und Vermarktung für den Wohnungsbau müsste in enger Abstimmung mit FB 23 (Immobilienmanagement) erfolgen.
- Planungsrecht
Die Flächen beider Vereine sind im FNP AACHEN*2030 als Grünflächen mit der Zweckbestimmung ‚Sportplatz‘ dargestellt und befinden sich innerhalb der Signatur ‚Belüftungsbahn Stadtklima‘ (Anlage 7). Sie grenzen an Wohn- und Mischbaufläche und befinden sich in unmittelbarer Nähe zu landwirtschaftlicher Fläche.
Für die Sportfläche des SV Eilendorf besteht der seit 1979 rechtskräftige Bebauungsplan Nr. 662 „Krebsstraße“ (siehe Anlage 8). Dieser setzt den Sportplatz als Grünfläche fest. Ein Schutzstreifen zwischen der Ortslage und dem Gewerbegebiet regelt den Ausschluss von weiterer Bebauung nach Süden. Die Fläche von Arminia Eilendorf liegt innerhalb des seit 1977 rechtskräftigen Bebauungsplan Nr. 646 „Von-Coels-Straße, Brander Straße, Müselter Weg, Breitbendenstraße, Lindenstraße” (Anlage 9). Auch hier ist das Sportplatzgelände als Grünfläche festsetzt.
In beiden Fällen wäre das weitere Verfahren bezüglich einer Bebauungsplanänderung zur Schaffung neuen Wohnraums zu prüfen. Damit einhergehend wäre der FNP AACHEN*2030 anzupassen.
- Verkehrsplanerische Belange
Bei beiden Flächen ist eine gute Erreichbarkeit sowohl zu Fuß als auch per Rad und ÖPNV gegeben. Bei einer Konkretisierung der Planung müssten die Kapazitätsreserven der Von-Coels-Straße geprüft werden. Für die Fläche des SV Eilendorf wäre bei einer Umnutzung ein neuer Zugang über die Krebsstraße denkbar, sodass ein Anschluss an die Von-Coels-Straße über die Forster Straße erfolgen könnte. Für die Fläche von Arminia Eilendorf scheint die derzeitige Anbindung über die Brander Straße auch bei einer Wohnnutzung am sinnvollsten. In beiden Fällen wären möglicherweise zusätzliche Signalisierungen erforderlich.
- Erstes Fazit basierend auf der Voruntersuchung
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass aus planungsrechtlicher Sicht eine Verlagerung der beiden Sportanlagen auf die Entwicklungsfläche Deltourserb und eine Wohnnutzung auf den freiwerdenden Flächen grundsätzlich möglich ist. Dies erfordert eine Änderung des FNP AACHEN*2030 sowie der betreffenden Bebauungspläne. Eine Wohnbebauung am Standort der Sportplätze würde sich in die Umgebungsnutzung einfügen. Bei Deltourserb liegt eine Herausforderung in der diversen Eigentumsstruktur, wodurch eine konkrete Planung erfahrungsgemäß viele Jahre erfordern könnte. Im Rahmen konkreter Gutachten wäre das Thema der Umweltemissionen näher zu prüfen. Die Vereine haben sich gegenüber der Fachverwaltung beim Standort Deltourserb grundsätzlich interessiert gezeigt, aber auch den Wunsch geäußert, die Fusionierung der beiden Sportplätze auf einer zentraler gelegenen Fläche zu vollziehen, welche über eine bessere Erreichbarkeit verfügt.
Abstimmungsergebnis
Technische Details
ID: 1008601
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1008601
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2024-12-05 FB 61_1046_WP18 Verlagerung der Spor SAO.pdf
14.3.2025
28.0 MB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 5
- Sitzung
- Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Eilendorf
- Gremium
- Bezirksvertretung Aachen-Eilendorf
- Datum
- Mi., 26.03.2025
- Uhrzeit
- 17:30
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
- Geändert
- 8.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 8. Februar 2026 um 12:12
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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