Gewerbeflächen- und Vermarktungskonzept Aachen Nord
FB 02/0213/WP17 · Entscheidungsvorlage
Beratung
Herr Schultheis dankt Herrn Dr. Haensch von CIMA nach dessen PowerPoint-Präsentation für seinen informativen Vortrag und eröffnet die Fragerunde.
Herr Schmitz bedankt sich für den Vortrag. Das Thema wirke auf ihn jetzt deutlich konkreter, als es in den Vorlagen dargestellt war. Er bittet darum weiter im Ausschuss über die kommenden Aktivitäten zu unterrichten. Er weist zudem darauf hin, dass in Aachen Nord auch ein Gebiet geschaffen wird, das von jungen Unternehmen genutzt und auch bezahlt werden kann. Zusätzlich fehlt es dort an einem gastronomischen Angebot. Herr Haensch erwidert, dass man das alles im Blick habe.
Frau Lang ergänzt, dass es gut sei, diese Flächen neu zu entwickeln. Es fehle dort sehr an Lebendigkeit, gleichzeitig zeige der Vortrag, dass es offensichtlich auch darum gehe, dort ein recht exklusives Gebiet zu entwickeln. Man müsse auch für Unternehmenmit geringeren finanziellen Mitteln Flächen anbieten, aktuell höre es sich nach einem Prestigeprojekt an. Zudem sei klar, dass Leben und Arbeiten zukünftig noch stärker zusammen gedacht werden müsse. Es gelte aber auch auf die Anwohner Rücksicht zu nehmen.
Frau Fröhlich ergänzt, dass in Aachen Nord viele junge Menschen leben, die nicht aus dem HighTech Bereich kommen. Ist auch an diese Zielgruppe gedacht?
Herr Haensch verweist hier auf das Krantz Center. Die Flächen dort sind nicht so hochpreisig. Dort wurde die Bausubstanz erhalten, es ist ein guter Mix entstanden. In den Gesprächen mit den Investoren sind realistische Preise benannt worden. Insgesamt darf man nicht von einem starren Prozess ausgehen. Das Gebiet wird sich in ca. 15 Jahren weiter in Richtung Grüner Weg entwickeln. Es ist jetzt schon deutlich, dass dort kein steriles Büroviertel entstehen wird.
Herr Salgert bringt den Aspekt der Umweltverträglichkeit mit in die Diskussion ein und fragt, ob auch über Flächenentsieglung nachgedacht worden ist. Herr Haensch entgegnet, dass man bereits in einem Workshop mit der Stadt Aachen aus der Viertels- und Umweltplanung die Fragen der Raumdichte und der Grünanlagen besprochen hat. Mit Sicherheit sind in diesem Gebiet auch mehrstöckige(3-4 Etagen) Gebäude möglich.
Herr Adenauer verweist darauf, dass es gut wäre, auch das Ludwig Forum, als Ort für Kunst, mit in die Planung aufzunehmen. Darüber hinaus interessiert ihn der aktuelle Zeitplan. Herr Haensch stimmt ihm zu, dass auch die Kultur ihren Raum bekommen muss, diese Institutionen müssten sich aber auch öffnen. Der Zeitplan sieht vor, dass das Projekt Ende des Jahres abgeschlossen ist.
Herr Schwartz verweist darauf, dass im Rahmen von Corona zahlreiche Menschen im Homeoffice waren und sind und diese Arbeitsform auch zukünftig stärker genutzt werden soll. Geht daher der Bedarf an Büroflächen nicht eher zurück? Herr Haensch antwortet hierzu, dass sichbei großen Verwaltungen und Versicherungen die genutzten Flächen sicherlich verringern werden. Um Unternehmen in einer solchen Größenordnung geht es in Aachen aber nicht. Darüber hinaus sind weiterhin Räume für Meetings, für Kooperation notwendig. Diese Flächen sind weiter sehr gefragt.
Herr Begaß ergänzt die Diskussion um ein paar Zahlen zur Preisgestaltung. Am Krantz Center und auch am Grünen Weg sind die Preise recht moderat. In Aachen Nord bewegen sich die Preise zwischen 10-14 Euro/qm. Es gibt andere Flächen in Aachen Nord, die von den Eigentümern mit einem Preis von 600-700 Euro/qm zum Verkauf angeboten worden sind. Diese Flächen bleiben liegen. Er ergänzt, dass die Stadt kein Interesse daran habe, dass die angestammte Wohnbevölkerung vertrieben wird. Durch Maßnahmen der Sozialen Stadt versuche man die dort wohnenden Menschen mitzunehmen.
Frau Lang weist darauf hin, dass Unternehmen möglicherweise ins Umland abwandern, weil in Aachen die Preise zu hoch sind. Ist in Aachen Nord eine Bodenbevorratung geplant? Herr Begaß und Herr Dr. Sicking ergänzen, dass die Stadt in dem Gebiet nur wenige und kleine Flächen habe. Das ehemalige Kaiserbrunnengelände kann durch die Stadt Aachen nicht finanziert werden. Die Preise sind deutlich zu hoch. Die finanziellen Mittel der Stadt sind sehr begrenzt.
Herr Schmitz weist nochmal darauf hin, dass bezahlbare Gewerbeflächen geschaffen werden müssen.
Herr Schultheis bedankt sich für die vielen Informationen und Einschätzungen, hakt aber mit der Frage nach, wie denn nun genau das Vermarktungskonzept aussieht. Der derzeitige Stand gibt hierzu noch wenig an Information.
Darüber hinaus bittet Herr Schultheis den Referenten noch um eine kurze Beschreibung seines Unternehmens und seines Bezugs zu Aachen. Die CIMA sieht sich als Koordinator öffentlicher und privater Interessen. Sie erarbeitet gemeinsam mit den Akteuren in den Städten und Regionen Lösungen und vermitteln Wissen und Instrumente.
Regional war sie beratend tätig beim Entwurf der Teststrecke in Aldenhoven und einer Standortanalyse der Stadt Solingen. Der Schwerpunkt liegt auf derRevitalisierung von Altstandorten. Herr Dr. Haensch hat in Aachen Wirtschaftsgeographiestudiert, 13 Jahre hier gelebt. Er war bereits in die Entwicklung des alten Schlachthofgeländes eingebunden und hat daher eine besondere Beziehung zu Aachen. Es ergeht folgender geänderter
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Entwicklung eines Nutzungs- und Vermarktungskonzeptes für Gewerbeflächen in Aachen Nord zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, den Ausschuss regelmäßig über den Fortgang des Prozesses zu informieren.
Erläuterungen
Gewerbeflächen- und Vermarktungskonzept Aachen Nord
Die Nachfrage nach Gewerbeflächen hat in den letzten Jahren eine ungekannte Dynamik ausgebildet, die eine entsprechend dynamische Entwicklung passender Flächen erforderlich macht. Die ungebrochen hohe Nachfrage von Wachstums- und Ansiedlungsflächen, von sowohl High-Tech Unternehmen als auch dem produzierenden Gewerbe und der damit verbundenen Herausforderung ausreichend Gewerbeflächen zur Verfügung zu stellen, begegnet der Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft und Europa in einem Dreiklang. Neben der Neuausweisung von Flächen im Rahmen des neuen Flächennutzungsplanes und der interkommunalen Zusammenarbeit stellt die Revitalisierung von Flächen dabei eine wesentliche Stütze dar, um das Flächenangebot für interessierte, externe Unternehmen zu erweitern und drohende Verlagerungen von bereits ansässigen Unternehmen zu verhindern. Hierzu müssen intelligente Konzepte und Ideen zur Flächennutzung, die über das bisherige Flächenmanagement hinausgehen, angewendet werden.
Aachen Nord bildet mit seinen u.a. altindustriellen Gewerbeflächen zehn mögliche Aktivierungsstandorte, welche eine Größe von ca. 16,2 ha darstellen,ein erhebliches Potenzial, welches durch ein nachhaltiges Vermarktungskonzept gehoben werden muss. Einige (Entwicklungs-) Projekte wurden bereits begleitet und umgesetzt. Neben dem Alten Schlachthof und dem digitalHUB, befinden sichdas ehemalige Starfish-Gelände, die Sanierungen des ehemaligen Garbe-Lahmeyer-Komplexes inklusiv der Jahrhunderthalle und das Neudenken des ehemaligen TZAs derzeit in einer konkreten Realisierung und werden durch das Standortmanagement des FB Wirtschaft, Wissenschaft und Europa eng begleitet.
Diese Entwicklungsdynamik an sich beruht allerdings nicht nur auf den Flächenpotenzialen, sondern vor allem auf den bereits vorhandenen Aktivitäten des Fachbereichs Wirtschaft, Wissenschaft und Europa an diesem Standort. Angefangen mit den Entwicklungen im Rahmen des sozialen Stadt Programms Aachen Nord, über zahlreiche Unternehmenskontakte im Zusammenhang mit dem Projekt ‘MIA – urbane Produktion‘ wurden Potenziale aufgegriffen, gestärkt und gemeinsam weiter gedacht. Zusätzlich führten Veranstaltungen wie ‘Entwicklung entlang der Jülicher Straße‘ oder ‘all eyes on Talbothöfe‘, die im großen Maße zu einer Vernetzung der einzelnen Akteure beitrugen zu einer positiven öffentlichen Wahrnehmung des Standortes bei.
In der Summeergibtsich die Chance einer ‘zweiten Gründung‘ des Standortes Aachen-Nord und damit für eine konsequenten Standortvermarktung. Dies ist Aufgabe des Standortmanagement Aachen Nord, welches als Anlaufstelle für Unternehmen, Investoren und weiteren Akteuren fungiert. Um die Entwicklung weiter zu verstärken gemeinsam mit Investoren, Entwicklern und Unternehmen weitere auszulösen und anzustoßen, ist es ebenso wichtig, ein über das übliche Maß hinausgehendes Vermarktungskonzept anzuwenden. Aus diesem Grunde wurde im Rahmen des Standortmanagements Aachen-Nord die ‘CIMA Beratung + Management GmbH‘ mit der Entwicklung eines Nutzungs- und Vermarktungskonzeptes beauftragt. Dabei greift die CIMA GmbH auf das bereits gute Netzwerk verschiedenster Stakeholdern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung zu, um dies u.a. in Einzelgesprächen und gemeinsamen Workshops gemeinsam zu erarbeiten und zu gestalten.
Dabei standen und stehen drei wichtige Aspekte im Vordergrund, um langfristig die Grundlagen für ein nachhaltiges Standortmanagement zu bilden:
Welche Leitideen sollen mit der zweiten Gründung verfolgt werden?
•Welche Leitideen sind mit dem Standort Aachen Nord verbunden?
•Wie lässt sich die Marke ‘Aachen Nord‘ definieren?
•Wie kann das Gebietsmanagement weiter wirken?
Die bisher gewonnenen Erkenntnisse sowie die weiteren Schritten in diesem Themenfeld werden Ihnen an Hand einer kurzen Präsentation von Herrn Dr. Haensch, CIMA GmbH vorgestellt.
Abstimmungsergebnis
Weitere Dokumente (1)
Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.
Technische Details
ID: 100874
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=100874
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2020-08-21 FB 02_0213_WP17 Gewerbeflaechen- und SAO.pdf
9.11.2024
73.4 KB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 3
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft
- Gremium
- Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft
- Datum
- Mi., 09.09.2020
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Entscheidungsvorlage
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Entscheidungsvorlage
- Federführend
- FB 02 - Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa
- Geändert
- 18.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 17. Februar 2026 um 23:32
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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