19. März 2025 um 17:00, Rathaus
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"Kaiserplatz im Blick – Gemeinsam gestalten."– Konzept zur Bespielung des Kaiserplatzes und Umgebung im Mai 2025

FB 01/0644/WP18 · Kenntnisnahme

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Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Herr Rohlfing, Koordinationsstelle Kaiserplatz / Östliche Innenstadt, stellt sich vor und teilt mit, dass er seit

November letzten Jahres in Elternzeitvertretung für die Koordinationsstelle tätig sei. Er berichtet zur Historie

der Koordinationsstelle Kaiserplatz. Zielsetzung der Koordinationsstelle sei, auf die Herausforderungen am

Kaiserplatz zu reagieren und dort koordiniert vorzugehen. Es gehe um die Entwicklung nachhaltiger

Lösungsansätze und durch soziale Unterstützung und ordnungspolitische Maßnahmen Veränderungen vor Ort, ggf. auch durch Kunst und Kultur, zu schaffen. Des Weiteren erläutert er die Vorlage und die Programmpunkte des Aktionsmonats „Kaiserplatz im Blick – Gemeinsam gestalten“. Man wolle den Kaiserplatz als offenen und vielfältigen Begegnungsraum stärken. Er betont, der Fokus der Veranstaltung liege auf der sozialen Teilhabe.

Es solle keine Verdrängung stattfinden,

Frau Penalosa dankt Herrn Rohlfing, dass er der Einladung zur Sitzung gefolgt ist und lobt die guten Ideen zu den Veranstaltungen. Sie bittet, die Termine der Veranstaltungen den Mitgliedern der Bezirksvertretung

mitzuteilen. Bezogen auf die Kunstausstellung regt sie an, auch den Betriebsausschuss Kultur hierüber zu

informieren. Sie wünscht Herrn Rohlfing eine gute Hand bei der Aufgabe der Koordinationsstelle.

Herr Dr. Otten begrüßt die geplanten Veranstaltungen am Kaiserplatz. Er regt an, die Ordnungsbehörde und

die Polizei mit einzubinden und die Anwohner und Geschäftsleute mit in den Blick zu nehmen. Er wünscht

Herrn Rohlfing viel Erfolg bei der Aufgabe.

Frau Luczak lobt, dass viele Kooperationspartner*innen gefunden wurden und begrüßt den Aufschlag am

Kaiserplatz mit den Veranstaltungen zum Aktionsmonat.

Herr Deloie bedankt sich bei Herrn Rohlfing, dass er die Aufgabe der Koordinationsstelle übernommen habe,

und wünscht ihm viel Erfolg für die Arbeit. Er regt an, die Öffentlichkeit über die Veranstaltungen zu informieren und in dem Newsletter der Koordinationsstelle Bushof auch die Koordinationsstelle Kaiserplatz mit aufzuführen.

Herr Klopstein dankt Herrn Rohlfing ebenfalls für die Arbeit in der Koordinationsstelle. Er erkundigt sich,

ob die Initiative „Liane“ in die Planungen zum Aktionsmonat mit eingebunden sei.

Herr Rohlfing teilt mit, „Liane“ sei hierzu angefragt worden und auch im Arbeitskreis Niederschwelligkeit

vertreten.

Herr Mohr dankt Herrn Rohlfing, dass er die Stelle angetreten habe. Er begrüßt die Maßnahmen, die am

Kaiserplatz durchgeführt würden und dass der Bereich belebt werde. Bezogen auf das Ziel soziale Teilhabe merkt er an, dass eine Teilhabe daran scheitere, dass viele Leute Angst vor suchtkranken Menschen hätten,

z.B. aufgrund deren Verhalten und Erscheinungsbild. Das Thema soziale Teilhabe werde immer auf Probleme stoßen. Er stellt die Frage, wie die Verwaltung das Problem lösen wolle, um die Situation zu entschärfen.

Herr Rohlfing nimmt zu den angesprochenen Punkten wie folgt Stellung.

Die Termine der Veranstaltungen würden nachgereicht. Der Betriebsausschuss Kultur werde mit einbezogen.

Zum Thema Herangehensweise, um die Situation zu entschärfen, merkt er an, die Koordinationsstelle alleine könne das Problem nicht lösen. Seitens der Verwaltung sei das Integrierte Konzept für Attraktivität und

Sicherheit erarbeitet worden. Die Koordinationsstelle sei ein Teil davon. Er gehe davon aus, dass man im

Zusammenschluss mit den einzelnen Akteur*innen, die beteiligt seien, dies ggf. lösen bzw. regeln könne. Der Aktionsmonat sei ein Anstoß. Von den Anwohnenden sei mitgeteilt worden, man würde sich freuen, wenn man die Möglichkeit bekäme, an einem Tag im Jahr in den Fokus gerückt zu werden.

Abschließend bedankt Frau Conradt sich bei Herrn Rohlfing für den Vortrag. Sie wünscht ihm viel Erfolg bei der Umsetzung der Ideen.

Beschluss

Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte nimmt den Sachverhalt zur Kenntnis.

Erläuterungen

Ausgangssituation und Herausforderungen am Kaiserplatz und Umgebung

In den letzten Jahren ist die Wahrnehmung der Aachener Innenstadt von zunehmenden Herausforderungen geprägt worden, die gleichzeitig Chancen zur Verbesserung bieten. Insbesondere der Kaiserplatz, aber auch andere zentrale Bereiche wie Markt, Münsterplatz, Adalbertstraße und das Promenadenviertel, stehen immer wieder in negativer Hinsicht im Fokus. Auffälliges, teilweise aggressives Betteln sowie Nutzungskonflikte zwischen suchterkrankten Menschen, Obdachlosen, Passant*innen, Anwohner*innen und Tourist*innen beeinträchtigen die Attraktivität des Einzelhandels, der Gastronomie und des beliebten Erlebnisraums Aachener Innenstadt.

Die Stadt Aachen setzt daher mit dem im Herbst 2024 beschlossenen"Integrierten Konzept für Attraktivität und Sicherheit" (IKAS)auf einen integrierten Ansatz, der sowohl ordnungs- und sozialpolitische Maßnahmen als auch die Gestaltung des öffentlichen Raums sowie eine wirksame Kommunikation und Sensibilisierung umfasst.Im Rahmen des Gesamtkonzepts spielen der Kaiserplatz und seine Umgebung eine Schlüsselrolle. Er bietet nicht nur Herausforderungen, sondern auch ein erhebliches Potenzial, als lebendiger und integrativer Raum zu einem positiven Bild der Innenstadt beizutragen.

Um dem Kaiserplatz eine neue Perspektive zu verleihen, ist eine gezielte Aktivierung des Ortes erforderlich. Eine temporäre Belebung und vielseitige Nutzung kann dazu beitragen, ihn aus einem rein problembehafteten Kontext herauszulösen und seine Wahrnehmung als attraktiven, lebenswerten und soziokulturellen Treffpunkt zu stärken. Kleine, gezielt platzierte Veranstaltungen und Aktionen setzen dabei wichtige Impulse, um Barrieren abzubauen und die Vielfalt des Ortes sichtbar zu machen.

Entscheidend für eine nachhaltige Entwicklung ist die Zusammenarbeit mit lokalen Akteur*innen, Initiativen und ansässigen Gewerbetreibenden. Durch niedrigschwellige, temporäre Angebote kann die Stadtgesellschaft – insbesondere Anwohnende, Gewerbetreibende und Bürger*innen – den Platz in einem neuen Licht wahrnehmen. Gleichzeitig trägt eine positive soziale Kontrolle in dieser Phase zur Stärkung des Sicherheitsgefühls bei. Diese Impulse setzen erste Akzente für eine veränderte Wahrnehmung des Kaiserplatzes und leiten ein, den Ort in eine lebendige, offene und einladende Umgebung transformieren.

Aktionsmonat"Kaiserplatz im Blick – Gemeinsam gestalten."

Die seit Mai 2023 eingerichtete Koordinationsstelle Kaiserplatz/Östliche Innenstadt verfolgt das langfristige Ziel, die vielschichtigen Problemlagen des Kaiserplatzes in enger Zusammenarbeit mit einem breiten Netzwerk von Akteur*innen der Stadtgesellschaft anzugehen. Unter dem Motto „Gemeinsam mehr erreichen“ setzt sie auf die Identifizierung und den Abbau von Belastungen sowie die Stärkung der Ressourcen des Stadtteils. Ziel ist es, den Kaiserplatz als zentralen Treffpunkt (wieder) zu beleben und die Aufenthaltsqualität nachhaltig zu verbessern.

Viele Organisationen, Institutionen und Einzelakteure engagieren sich bereits intensiv für den Kaiserplatz – oft „hinter den Kulissen“. Diese positiven und vielfältigen Aktivitäten stehen jedoch selten im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung, die häufig von den Herausforderungen vor Ort geprägt ist.

Auf Initiative des Netzwerkes sollen der Kaiserplatz und seine Umgebung durch eine verstärkte und zeitlich gebündelte Aufmerksamkeit in ein positiveres Licht gerückt werden. Die Idee eines Aktionsmonats wurde von der Stadtverwaltung im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Netzwerktreffen der lokalen Akteure eingebracht, dort mit großer Offenheit aufgenommen und gemeinsam weiterentwickelt. Im engen Austausch mit den Teilnehmenden wurde die Idee so zu einem gemeinsamen Konzept ausgestaltet – mit dem Ziel, das vorhandene Engagement nachhaltig zu stärken.

Der Aktionsmonat, der unter dem Motto "Kaiserplatz im Blick – Gemeinsam gestalten." soll die Potentiale des Ortes durch eine Vielzahl kultureller, sozialer und dialogorientierter Aktivitäten sichtbar zu machen. Gleichzeitig werden die vielen engagierten Akteur*innen und Organisationen, die sich vor Ort für die Gemeinschaft einsetzen, in den Mittelpunkt gerückt.Insbesondere kleinere Veranstaltungen können einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, den Raum für unterschiedliche Gruppen wieder zugänglich zu machen und ihn aus seinem aktuellen, vielfach gemiedenen Zustand zu lösen.Der Aktionsmonat im Mai 2025 wird mit einer Auftaktveranstaltung eingeleitet.

Zielsetzung

Durch die temporäre, gezielte Belebung des Kaiserplatzes mit einer Vielzahl von Aktivitäten wird das Ziel verfolgt, den Platz nicht nur kurzfristig positiv zu konnotieren, sondern auch Impulse für eine langfristige Entwicklung zu setzen.Die geplanten Maßnahmen zielen darauf ab, Barrieren abzubauen, ein Gemeinschaftsgefühl zu fördern und langfristige Entwicklungsmöglichkeiten für den Kaiserplatz anzustoßen.

Vier zentrale Themenfelder sollen zur verbesserten Wahrnehmung des Kaiserplatzes im Aktionsmonat beitragen:

  • Attraktivitätssteigerung: Förderung eines einladenden, lebendigen und ansprechenden Kaiserplatzes für Alle.
  • Soziale Integration und Teilhabe: Einbindung marginalisierter Gruppen in den gesellschaftlichen Austausch.
  • Kulturelle Vielfalt und Belebung: Gestaltung des Kaiserplatzes durch kreative, soziale und kulturelle Angebote.
  • Dialog und Bürger*innenbeteiligung: Stärkung der Partizipation der Bürger*innen und des Dialogs zwischen Stadtgesellschaft, Verwaltung und Politik.

Programmpunkte und Struktur

Die Bespielung des Kaiserplatzes und der Umgebung im Monat Mai 2025 umfasst ein vielfältiges Programm, das in mit verschiedenen Themenschwerpunkt organisiert wird.

Den Beginn des Aktionsmonats bildet die Auftaktveranstaltung am 10. Mai 2025 mit einem vielseitigen Programm. Besucher*innen können eine Kunstausstellung, einen Markt und eine Mitmach-Aktion des Künstler*innen-Kollektivs „Getting-Up-Foundation“ erkunden.Die Kunstausstellung wird in der städtischen Immobilie am Kaiserplatz präsentiert, die bereits seit längerer Zeit leer steht. Durch diese Nutzung wird das Gebäude für Kreativschaffende sichtbar, was möglicherweise zu einer langfristigen Belebung führen kann. Gleichzeitig kann die Ausstellung andere Akteur*innen inspirieren, eigene Veranstaltungen in der Immobilie zu realisieren.

Soziale Einrichtungen und städtische Angebote präsentieren Ihre Arbeit und informieren über Unterstützungsangebote an Infoständen, während ein kulinarisches Angebot in Kooperation mit lokalen Gastronom*innen für das leibliche Wohl sorgen wird.Die Infostände sozialer Einrichtungen bei der Auftaktveranstaltung bieten die Möglichkeit, ihre Angebote für suchterkrankte und wohnungslose Menschen am Kaiserplatz sichtbar zu machen, Hemmschwellen zum Zugang zu Hilfen abzubauen und den Austausch mit der Stadtgesellschaft zu fördern. Gleichzeitig können sie über Präventions- und Unterstützungsmaßnahmen informieren und zur Sensibilisierung für die Lebensrealitäten dieser Personengruppen beitragen. Darüber hinaus wird ein Infostand des Bürger*innendialoges und Citymanagements vor Ort sein, der die Bürger*innen zum Austausch einlädt.Außerdem wird ein Kleidermarkt durch die Caritas an dem Tag in der Einrichtung des „Kiosk Troddwar“ organisiert und eine Tombola, unterstützt vom Aquis-Plaza, das Angebot abrunden.

Der Aktionsmonat lädt unter anderem mit weiteren Kunstausstellungen, einem Poetry-Slam in der Promenadenstraße, künstlerischen Aktionen, wie beispielsweise Streetart am Kaiserplatz, einem Kinder-Flohmarkt und einem historischen Stadtrundgang zu vielfältigen Möglichkeiten der kulturellen Teilhabe ein.

Bereits zugesagte Kooperationspartner*innen sind unter anderem das Aquis-Plaza, die Caritas, das Haus für Familie, die KGS Beeckstraße, der Gemeinschaftsgarten Hirschgrün, lokale Gastronom*innen und weitere relevante Zielgruppen. Darüber hinaus wird eine Zusammenarbeit mit Hochschulen, der Stadtgesellschaft sowie Vereinen und Organisationen aus den Bereichen Kunst, Kultur und Soziales angestrebt.

Fazit

Mit dem Aktionsmonat "Kaiserplatz im Blick – Gemeinsam gestalten." wird eine Initiative ins Leben gerufen, die durch kulturelle, soziale und interaktive Formate zur einer gemeinschaftlichen Belebung und Neuausrichtung des Platzes beiträgt. Die geplanten Veranstaltungen und Maßnahmen bieten eine Plattform für Bürger*innenbeteiligung, kulturellen Austausch und soziale Integration. Die gezielte temporäre Belebung des Kaiserplatzes schafft nicht nur kurzfristige positive Erlebnisse, sondern verändert auch – wenn auch temporär – die Wahrnehmung des Ortes. Die Maßnahmen fördern das Gemeinschaftsgefühl, bauen Vorbehalte ab und zeigen Möglichkeiten einer nachhaltigen Nutzung auf.Sie sollen nicht nur kurzfristig positive Impulse setzen, sondern so auch langfristige Veränderungen anstoßen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dies als ein erster Schritt und als Impuls zur Wiederbelebung des Kaiserplatzes gesehen werden kann. Damit der Wandel langfristig Bestand hat, ist eine kontinuierliche, koordinierte und integrative Stadtentwicklung erforderlich. Durch eine Kombination aus sozialen, kulturellen und städtebaulichen Maßnahmen kann der Kaiserplatz langfristig wieder zu einem attraktiven und lebenswerten Ort für Alle werden.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2025-02-24 FB 01_0644_WP18 _Kaiserplatz im Blic SAO.pdf

11.3.2025

101.6 KB

Betroffene Straßen

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Metadaten

TOP
Ö 13
Sitzung
Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Mitte
Gremium
Bezirksvertretung Aachen-Mitte
Datum
Mi., 19.03.2025
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 01 - Fachbereich Verwaltungsleitung, Grundsatz und Dialog
Geändert
8.2.2026
Inhalt abgerufen
8. Februar 2026 um 12:12

Beschlussdokument

Sammeldokument öffentlich

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