Umgestaltung des Brückenbauwerkes am Kaninsberg (Umsetzung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Aachen-Haaren); hier: Ergänzung zum Ausführungsbeschluss
FB 61/1052/WP18-1 · Entscheidungsvorlage
Umgestaltung des Brückenbauwerkes am Kaninsberg (Umsetzung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Aachen-Haaren); hier: Ergänzung zum Ausführungsbeschluss
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Herr Bezirksbürgermeister Hecker begrüßt zu diesem Tagesordnungspunkt Herrn Mehlkopf, Projektleiter des ISEK, Abteilung Stadterneuerung und Stadtgestaltung im Fachbereich Stadtentwicklung (FB 61).
Herr Bezirksvertretet Küppers führt aus, dass die SPD Fraktion sich dafür ausspricht keinen Schriftzug anzubringen, obwohl es ein zentraler Punkt des Entwurfs gewesen ist. In erster Linie geht es ihm darum, dass der Ortseingang aufgewertet werde. Die Stellungnahme der Künstler erachtet Hr. Bezirksvertreter Küppers als ungünstig.
Herr Bezirksbürgermeister Hecker betont nochmals, dass eigentlich ein gänzlich anderer Entwurf von der Bezirksvertretung favorisiert wurde und hier nur der zweitplatzierte umgesetzt wird. Er findet die Forderungen der nun beauftragten Künstler unangemessen.
Herr Bezirksvertreter Küppers erwähnt, dass die Stadt Würselen am Prozess gerne beteiligt worden wäre und bittet die Verwaltung sicherzustellen, dass das Licht des Bauwerks ebenfalls zu keiner Beeinträchtigung in Richtung der Stadt Würselen führt.
Frau Bezirksvertreterin Ludwigs schließt sich den Ausführungen von Herrn Küppers bezüglich der Künstler an. Die CDU schlägt als Schriftzug „Heimat am Haarbach“ oder schlichtweg „Haarbachtal“ vor. Ansonsten plädiert Frau Bezirksvertreterin Ludwigs ebenfalls dafür, den Schriftzug komplett wegzulassen.
Frau Bezirksvertreterin Vogelgesang spricht sich in Vertretung für die Grünen Fraktion für Variante 1 oder gar keinen Schriftzug aus. Wenn man sich für „alles fließt“ entscheiden sollte, bittet sie um eine Anbringung des Schriftzugs zu einem späteren Zeitpunkt. Zudem verweist sie darauf, dass das Licht in einem warmen Ton gehalten werden soll. Weiter schlägt sie vor, dass eine Photovoltaikanlage an der Brücke installiert werden könnte, um den benötigen Strom selbst zu generieren.
Herr Mehlkopf betont, dass ein Wettbewerb für dieses Projekt über die Vergabestelle initiiert wurde und ein Kunstwerk dieser Größenordnung nicht von vielen Künstlern verwirklicht werden kann. Weiter ist die Matrix, nach der die Künstler ausgewählt wurden durch das Vergaberecht eingeschränkt. Bei dem Erstplatzierten gab es große Bedenken hinsichtlich der Einhaltung des vorgegeben Finanzvolumens. Es war bekannt, dass der Schriftzug angebracht werden sollte und man hätte frühzeitiger handeln müssen.
Herr Bezirksbürgermeister Hecker führt aus, dass die Entscheidung der Bezirksvertretung gegen den Schriftzug bereits im Jahr 2023 schriftlich festgehalten wurde, wenn auch nicht in einem Beschluss.
Herr Bezirksvertreter Küppers führt aus, dass es so aussieht, dass der Künstler auf sein Entwurfsrecht besteht und das weitere Vorschläge nicht zielführend sind.
Herr Bezirksvertreter Kogel führt unter den genannten Voraussetzungen aus, dass die CDU Fraktion sich gegen die Anbringung eines Schriftzugs ausspricht.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Die Bezirksvertretung Aachen Haaren empfiehlt dem Planungsausschuss, den Ausführungsbeschluss für die Umgestaltung des Brückenbauwerks am Kaninsberg entsprechend einer der Varianten zu fassen.
Der Planungsausschuss beschließt die Ausführungsplanung zur Umgestaltung des Brückenbauwerkes am Kaninsberg.
Erläuterungen
Ausgangslage
Der Bezirksvertretung Aachen-Haren wurde mit der Vorlage-Nr. FB61/1052/WP18 am 29.01.2025 die Ausführungsplanung zur Umgestaltung des Brückenbauwerks am Kaninsberg zur Empfehlung an den Planungsausschuss vorgestellt. Am 13.02.2025 erfolgte eine Beratung im Planungsausschuss. Eine Beschlussfassung wurde jedoch auf die Sitzung Planungsausschusses am 20.03.25 vertagt und die Vorlage zunächst an die Bezirksvertretung Aachen-Haaren zurückverwiesen. Demnach soll dort vorab eine Entscheidung über die Realisierung eines Schriftzuges im Rahmen der Brückenumgestaltung empfehlend getroffen werden.
Bisher sahen Entwurfsplanung und Ausführungsplanung einen Schriftzug auf beiden Seiten der Autobahnbrücke vor. Konkret wurde hierfür durch das Künstlerduo Jungblut & Herrmann der Slogan „Alles fließt“ entwickelt, der die künstlerische Visualisierung des Haarbaches unterstreichen soll. Gleichzeitig wird eben dieser Slogan im Kontext der angespannten verkehrlichen Situation im Bezirk durch die Politik kritisch gesehen. Die Befürchtung steht im Raum, dass die Menschen dieses Statement als blanken Hohn auffassen könnten. Der Vorschlag der Verwaltung zum Ausführungsbeschluss, den Schriftzug erst nach der besonderen Situation der Sperrung der Brücke der A 544 zu realisieren, fand keine Zustimmung in der Beratung der Bezirksvertretung Aachen-Haaren am 29.01.2025. Die Verwaltung war beauftragt worden, möglichst bis zur Sitzung des Planungsausschusses am 13.02.2025 alternative Schriftzüge vorzuschlagen,
Im Nachgang der politischen Beratung sind weitere Abstimmungen zwischen der Fachverwaltung und dem Künstlerduo erfolgt. Hierbei wurden Herrn Jungblut und Herrn Herrmann die Sorgen und Befürchtungen der Politik noch einmal dargelegt und darum gebeten, zu überlegen, ob alternative Slogans denkbar wären. Nach intensiver Beratung sind aus Sicht der Künstler als Entwurfsverfasser im Ergebnis die drei Varianten denkbar:
- Variante A: Realisierung des (bisherigen) Slogans „Alles fließt“
- Variante B: Änderung des Slogans in „Panta Rhei“
- Variante C: Realisierung der Lichtinstallation ohne Schriftzug
Nähere Erläuterung der Varianten
Variante A: Der (bisherige) Slogan „Alles fließt“ wird realisiert wie in der Vorlage zum Ausführungsbeschluss enthalten (Vorlage-Nr. FB61/1052/WP18).
Variante B: Der Slogan wird in „Panta Rhei“ abgeändert.
Diese Rückmeldung der Künstler darf nicht als Sturheit verstanden werden, sondern als Überzeugung für die Qualität des Konzeptes. Aus ihrer Sicht würde eine Veränderung des Schriftzuges mit einem anderen Slogan zu einer Beliebigkeit des Kunstprojektes führen und würde von den Entwurfsverfassern nicht akzeptiert. In die Gesamtkomposition des Konzeptes und seiner entsprechenden Ausgestaltung ist viel Zeitaufwand der Künstler geflossen. Eine nun nachgelagerte thematische Entkopplung einzelner Bestandteile schwächt aus Sicht der Urheber das gesamte Projekt. Gleichzeitig nehmen Herr Herrmann und Herr Jungblut die übermittelten Bedenken der Politik sehr wohl ernst. Daher war es ihnen ein besonderes Anliegen, mit dem folgenden Statement noch einmal ihre Haltung zu den Varianten A und B zu formulieren:
“Panta Rhei – Alles fließt"
Wer an der Unterführung Kaninsberg oder sonstwo in und um Aachen-Haaren herum im Stau steht und die Worte “Panta Rhei” bzw “Alles fließt“ liest, könnte das als Ironie empfinden. Schließlich bewegt sich hier gerade wenig... Doch dieser Satz ist kein Hohn, sondern eine Einladung, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen.
Der sinngemäße Ausspruch stammt von dem griechischen Philosophen Heraklit, der vor über 2.500 Jahren erkannte: Alles ist in Bewegung, nichts bleibt für immer gleich. Sein berühmter Gedanke beschreibt das ständige Werden und Vergehen – so wie ein Fluss, dessen Wasser immer weiterströmt: Auch wenn es manchmal scheint, als stünden wir fest, verändert sich doch unaufhörlich etwas um uns herum.
Das gilt selbstverständlich nicht nur für den Verkehr, sondern auch für die Entwicklung von Orten und Städten. In Aachen-Haaren zum Beispiel wurde der Haarbach, der dem Stadtteil seinen Namen gab, im Laufe der Zeit überbaut und verschwand größtenteils aus dem Stadtbild. Doch gibt es Bestrebungen, ihn zumindest teilweise zu renaturieren – ein Zeichen dafür, dass Dinge nicht für immer bleiben müssen, wie sie sind oder erscheinen, und dass Bewegung oft neue Möglichkeiten schafft.
Als Künstler*innen, die die Installation am Kaninsberg konzipiert haben, finden wir es schade, dass der Satz momentan in der Diskussion nur als Kommentar zum Verkehr gesehen wird. „Alles fließt“ bedeutet für uns deutlich mehr – es ist ein Gedanke, der Mut machen kann. Gerade in Zeiten großer Veränderungen und eines politischen Wandels, der vielen Menschen Angst macht, wünschen wir uns, dass das positive Potenzial dieser Denkweise gesehen wird. Veränderung ist nicht nur Verlust oder Unsicherheit – sie ist auch eine Chance auf Neues, auf Wandel zum Besseren.
Jedoch gerade auch im Straßenverkehr kann diese Philosophie eine beruhigende Botschaft sein: Jeder Stau löst sich irgendwann auf, jede Wartezeit geht vorbei. Anstatt sich zu ärgern oder gestresst zu sein, kann man diese Momente vielleicht als kleine Auszeit betrachten – zum Durchatmen, zum Nachdenken oder einfach, um einen Moment der Ruhe zu finden. „Panta rhei – Alles fließt“ erinnert uns daran, dass nichts ewig stockt – weder der Verkehr noch die Herausforderungen des Alltags. Und vielleicht hilft dieser Gedanke, das Warten ein
kleines bisschen gelassener zu nehmen.“
Variante C: Die Lichtinstallation wird ohne Schriftzug realisiert.
Sollten weder Variante A noch Variante B für die Politik infrage kommen, wäre das Künstlerduo mit einem Entfall des Schriftzuges einverstanden. Mit dieser Variante würde allerdings ein wesentlicher Baustein des erarbeiteten Gesamtkonzeptes entfallen.
Der Schriftzug war im ersten Konzeptbeitrag im Rahmen des durchgeführten Ideenwettbewerbes noch nicht vorgesehen, sondern ist in der weiteren Projektausarbeitung entwickelt worden. Eine Realisierung des Vorhabens ohne Schriftzug wäre letztlich aber eine denkbare Variante für die Künstler.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen:
JA | NEIN | ||
X |
5-090101-300-00200-300-1 | |||||||
Investive Auswirkungen | Ansatz 2025 | Fortgeschriebener Ansatz 2025 | Ansatz 2026 ff. | Fortgeschriebener Ansatz 2026 ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 230.000,00 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben* | Deckung ist gegeben | ||||||
4-090101-305-1 | |||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 2025 | Fortgeschriebener Ansatz 2025 | Ansatz 2026 ff. | Fortgeschriebener Ansatz 2026 ff. | Folge-kosten (alt) | Folge-kosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 56.000,00 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben* | Deckung ist gegeben | ||||||
* Entscheidungen zur Umsetzung von Maßnahmen mit Kosten und Finanzierung bleiben dem Ausführungsbeschluss vorbehalten.
Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):
Die Mittel wurden in das Haushaltsjahr 2025 übertragen (Übertragung erfolgte am 16.01.2025).
Im Rahmen der 5. Förderstufe des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Aachen-Haaren wurden für den Ortseingang Kaninsberg sowie den Durchgang am Kirchweg Anfang November 2024 der positive Bewilligungsbescheid für die Förderung beider Vorhaben entgegengenommen. Der Fördersatz beträgt 80 %, der Eigenanteil liegt entsprechend für die Stadt Aachen bei 20 %.
Klimarelevanz:
Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die
Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)
Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:
gering | mittel | groß | nicht ermittelbar |
x |
Zur Relevanz der Maßnahme für die Klimafolgenanpassung
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Größenordnung der Effekte
Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.
Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels) |
Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):
gering | x | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | |
mittel | 80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels) |
Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:
vollständig | |||
überwiegend (50% - 99%) | |||
teilweise (1% - 49 %) | |||
x | nicht | ||
nicht bekannt |
Erläuterungen zur Klimarelevanz
Die geplante Maßnahme zur Umgestaltung des Brückenbauwerkes am Kaninsberg in Aachen-Haaren ist mit Bezug auf die Klimarelevanz als geringfügig negativ zu betrachten.
Aufgrund der Bautätigkeiten und dem Einbau neuer Materialien entstehen sicherlich unvermeidbare
CO2- Emissionen. Gleichzeitig soll der Umbau zu einer gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Haarbach als Naturraum beitragen.
Ebenso ist ein positiver Beitrag zur Reduzierung zukünftiger CO2- Emissionen durch die neue Beleuchtung unter Verwendung neuester Technologien zu erwarten.
Abstimmungsergebnis
Technische Details
ID: 1010622
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1010622
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2025-03-05 FB 61_1052_WP18-1 Umgestaltung des Brue SAO.pdf
11.3.2025
200.8 KB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 6
- Sitzung
- Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Haaren
- Gremium
- Bezirksvertretung Aachen-Haaren
- Datum
- Mi., 19.03.2025
- Uhrzeit
- 18:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Entscheidungsvorlage
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Entscheidungsvorlage
- Federführend
- FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
- Geändert
- 8.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 8. Februar 2026 um 12:12
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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