Verkehrssituation Sief - Ergebnisse der Geschwindigkeitsmessungen
FB 68/0209/WP18 · Entscheidungsvorlage
Beratung
Ein Bürgerantrag nach §24 GO NRW, aus dem Jahr 2023 hatte Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in der Raerener Straße, Wilbankstraße und im Magelspfad in Aachen-Sief angeregt. Die Verwaltung stellt nun die bisherigen Entwicklungen sowie die Ergebnisse durchgeführter Geschwindigkeitsmessungen vor.
Herr Larscheid (FB 68) wird aufgerufen, über den aktuellen Stand zu berichten. Die Präsentation, die im Ratsinformationssystem (Allris) zur Verfügung gestellt wird, übernimmt seine Kollegin Hannah Scheidtweiler aus der Abteilung Verkehrsplanung und Verkehrstechnik.
Frau Scheidtweiler gibt einen Überblick über die durchgeführten Geschwindigkeitsmessungen und verweist auf die entsprechende Tabelle in der Vorlage (ebenfalls in Allris verfügbar).
In Abstimmung mit dem Bezirksamt wurde aufgrund festgestellter Geschwindigkeitsüberschreitungen die temporäre Installation von Dialog-Displays (sog. Smiley-Displays) veranlasst. Die von den Displays erfassten Daten können durch die Verwaltung ausgewertet werden. Weitere Informationen sind der Präsentation in Allris zu entnehmen.
Herr Dopatka bedankt sich für die Vorstellung und erteilt der Antragsstellerin Frau Hermanns das Wort.
Frau Hermanns, Anwohnerin in Sief, erklärt, dass sie ihren Antrag unverändert aufrechterhält. Seit dem ersten Bürger*innenforum habe sich nichts geändert. Sie spricht sich für eine Wiederholung der Langzeitmessungen aus.
Weiterhin berichtet sie, dass die Raerener Straße trotz innerörtlicher Lage als Ausweichroute mit Landstraßen-Charakter genutzt wird. Aufgrund der Streusiedlungsstruktur und fehlender Gehwege ist das Gebiet schlecht zu Fuß begehbar; sie selbst ist beinahe zweimal angefahren worden. Besonders an der Brücke fehlt es an Sicherheit, insbesondere für ältere Menschen. Sie fordert, dass Sief kein reines Durchfahrtsgebiet wird.
Frau Nußbaum berichtet von einem Ortstermin in Sief. Sie bestätigt die geschilderte Situation aus eigener Erfahrung und hat ihre Beobachtungen bereits an das Bezirksamt weitergeleitet. Auf der Raerener Straße habe sie Tempoerhöhungen festgestellt. Sie findet, ein Piktogramm könne hier unterstützend wirken.
Frau K. aus Sief, beobachtet vermehrten Elterntaxi-Verkehr. Im Vergleich zu bspw. Oberforstbach fehlen in Sief Bürgersteige und Tempo-30-Zonen. Bei hohem Verkehrsaufkommen wird es eng. Sie wünscht sich, dass zeitnah etwas unternommen wird.
Ein weiterer Anwohner schildert die schlechte Straßensubstanz mit Schlaglöchern und Bodenwellen. Diese sind besonders für Radfahrende gefährlich; zudem weichen LKWs den Schäden aus, was zu zusätzlichen Gefahren führt. Teilweise wackeln die Häuser, wenn schwere Fahrzeuge über die beschädigten Stellen fahren. Er regt an, vermehrt an Tempo 50 zu erinnern, etwa durch Piktogramme. Die schlechte Straßenqualität führt insgesamt zu gefährlichen Situationen.
Weitere Kritik von Hern R. bezieht sich auf die Aussagekraft der Messdaten, da die Messstellen gut sichtbar aufgestellt und teils im Radio gemeldet werden – was die rückläufigen Zahlen erklärt. Er spricht sich für kleine, kostengünstige Maßnahmen aus und zeigt Unverständnis darüber, dass trotz mehrfacher Thematisierung in verschiedenen Ausschusssitzungen bislang keine Umsetzung erfolgt sei.
Ein Anwohner mit Kind wünscht sich eine klare, sinnvolle Beschilderung sowie Piktogramme. Besonders für belgische Grenzgänger sind zusätzliche Hinweise notwendig.
Herr Dopatka verweist darauf, dass die Verwaltung nun gesammelt Stellung nehmen wird. Zudem stellt er eine Rückfrage zu den LKWs, ob es sich dabei um Zielverkehr in Sief handelt.
Der Bürger beantwortet die Rückfrage von Herrn Dopatka und stellt klar, dass es sich bei den durchfahrenden Holz- und Bauschutt-LKWs nicht um Zielverkehr handelt.
Herr Dopatka merkt an, dass es wichtig ist, den Unterschied zwischen Ziel- und Durchgangsverkehr zu verstehen. Er verweist darauf, dass das Thema Verkehr – insbesondere in Sief – bereits mehrfach in verschiedenen Gremien behandelt wurde. Als konkrete Maßnahmen nennt er die unregelmäßige Geschwindigkeitsüberwachung sowie den Einsatz von Dialogdisplays. Abschließend bittet er die Verwaltung, zu den Anmerkungen der Bürger*innen Stellung zu nehmen.
Herr Larscheid bedankt sich für die vielfältigen Hinweise aus dem Forum und sichert zu, dass diese aufgenommen und bearbeitet werden. Er weist die Kritik an angeblich falsch gewählten Messstellen zurück und betont, dass die Verwaltung fachlich qualifiziert ist und belastbare Ergebnisse liefert. Zum Verkehrsverhalten erklärt er, dass bereits verschiedene Sensibilisierungskampagnen durch die Stadt umgesetzt werden. Er erläutert, dass der Rückstau auf der Monschauer Straße zu Ausweichverkehr über Sief führt. Gemeinsam mit dem Landesbetrieb arbeitet die Stadt an Verbesserungen, etwa an der Signalanlage auf der Monschauerstraße. Zur LKW-Belastung merkt er an, dass die objektiven Daten keine überdurchschnittliche Verkehrsbelastung im Vergleich zu anderen Stadtteilen zeigen. Die Messungen des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung entsprechen hohen Standards im gesamten Stadtgebiet.
Die Antragstellerin, Frau Hermanns, entgegnet, dass sie Smiley-Displays gegenüber Messungen mit Ahndung vorzieht, da diese das Fahrverhalten positiv beeinflussen. Sie betont erneut die Beipasssituation zur Monschauer Straße und fordert, dass besondere örtliche Gegebenheiten stärker berücksichtigt werden müssen.
Herr Larscheid informiert, dass bereits Messungen mit verdeckten Geräten stattgefunden haben. Aufgrund der Reaktionen wurde anschließend entschieden, Messungen mit Ahndung durchzuführen. Die übliche Vorgehensweise ist: zunächst messen, dann Maßnahmen einleiten und anschließend kontrollierend weiter messen.
Er betont, dass die Verwaltung auch bei Kleinstmaßnahmen an das geltende Verkehrsrecht gebunden ist, das sich vom belgischen unterscheidet. Alle Maßnahmen müssen rechtlich abgesichert und von der Straßenverkehrsbehörde angeordnet sein. Zum Tempo-30-Bereich führt er aus, dass dieser ursprünglich in der Nähe einer Kita angeordnet wurde. Da diese schützenswerte Einrichtung nicht mehr besteht, sei eine rechtliche Neubewertung notwendig. Zudem weißt er darauf hin, dass die Definition eines Schulwegs nicht den Weg zur Haltestelle umfasst. Er betont, dass bereits durchgeführte Messungen eine Reduzierung der Geschwindigkeit gezeigt haben.
Herr Dopatka empfiehlt, zusätzlich zu den bestehenden Dialogdisplays testweise ca. 100Meter danach ein Seitenmessgerät einzusetzen.Dies könnte hilfreich sein, um valide Vergleichszahlen zu erhalten und das Verkehrsverhalten noch objektiver zu erfassen.
Frau T.aus Sief, die direkt in einem Haus wohnt wo ein Dialogdisplay stand, weist darauf hin, dass das Seitenradarmessgerät während der Schulferien aufgestellt wurde, was die Aussagekraft der Messungen einschränkt. Zudem kritisiert sie die uneinheitliche Beschilderung mit wechselnden Tempolimits.
Frau Scheidt beschreibt den bisherigen Verlauf als Odyssee – es sei bereits das vierte Gremium, in dem die Problematik vorgestellt werde. Sie verweist auf den Bezirksbürgermeister Kornelimünster/Wahlheim und betont, dass reine Geschwindigkeitsmessungen nicht ausreichen. Die Unsicherheit im Verkehr bestehe weiter, da auf dem Seitenstreifen (Bankett) kein sicheres Gehen möglich ist. Sie regt an, zumindest abschnittsweise Gehwege zu ermöglichen – kombiniert mit Geschwindigkeitsreduzierung durch bauliche Maßnahmen wie Fahrbahnschwellen („Stopper“) und der Prüfung eines Zebrastreifens.
Ein Anwohner der Raerener Straße schildert, dass die Verkehrsbelastung besonders in den Morgenstunden extrem hoch ist – die Zahl der Fahrzeuge übersteigt die der Anwohnenden um ein Vielfaches. Kleinmaßnahmen wie Messungen oder Piktogramme reichten nicht aus. Er fordert wirksamere Lösungen, etwa ein zeitlich begrenztes Linksabbiegeverbot am Morgen oder ein kontrolliertes Durchfahrtsverbot mit Sperrzeiten für den Durchgangsverkehr.
Herr Larscheid weist darauf hin, dass sich die genannten Verkehrszahlen auf der Folie auf eine Gesamtsumme über fünf Tage beziehen – nicht auf ein einzelnes Tagesaufkommen.
Eine Bürgerin aus Wahlheim schildert erneut Gefahren durch LKW´s in Sief. Sie schlägt Bodenwellen wie in der Gemeinde Schnee vor, die zu einer spürbaren Verkehrsberuhigung geführt haben.
Herr Hansen fordert den dauerhaften Einsatz von Dialogdisplays zur Verkehrserziehung.
Herr Willsch bedankt sich bei den Anwesenden und betont, dass die Betroffenen zugleich auch Expert*innen seien. Er verweist auf den bereits gefassten Beschluss zur Installation der Dialogdisplays und schließt sich Frau Scheidt an, kurzfristig sichtbare Maßnahmen wie Tempo-50-Schilder und Bodenmarkierungen umzusetzen. Darüber hinaus spricht er sich dafür aus, die Verwaltung mit der Prüfung baulicher Maßnahmen zu beauftragen – insbesondere zur Sicherung des Fußwegs. Er unterstützt den Vorschlag, das Seitenradargerät einzusetzen, um verlässliche Daten zu erhalten, die eine erneute Entscheidungsgrundlage für die Bezirksvertretung bilden können.
Ein Bürger betont erneut die positive Wirkung des Smiley-Displays und berichtet, dass die Polizei ihm empfohlen hat, parkende Fahrzeuge gezielt zur Verkehrsberuhigung zu nutzen.
Frau Rademacher fordert, Vergleiche mit ähnlich strukturierten Orten ohne Gehwege anzustellen, und betont, dass in Oberforstbach bereits umfassende Infrastruktur wie Gehwege und Tempo 30 vorhanden sei.
Frau Nussbaum spricht sich dafür aus, den bisherigen Beschlussentwurf zu erweitern, da die bisherigen Messungen aus ihrer Sicht den Anliegen der Bürger*innen nicht gerecht werden.
Herr Dopatka übergibt das Wort an Frau Keupen und verweist auf einen geänderten Beschlussvorschlag.
Frau Keupen lädt zur Sitzung der Bezirksvertretung am 11. Juni ein, bei der das Thema weiterverfolgt wird. Sie betont, dass politische Debatten und Entscheidungen notwendig sind, um Maßnahmen zu beschließen. Dialogdisplays wurden bereits von der Verwaltung umgesetzt; weitere Maßnahmen sollen als Auftrag mitgenommen werden. Sie verweist darauf, dass Verkehrsschilder nicht einfach aufgestellt werden können – rechtliche Prüfungen seien erforderlich. Die Bezirksvertretung werde sich erneut mit dem Thema befassen. Sie ruft dazu auf, die Prozesse weiter zu begleiten.
Herr Dopatka fasst den Beschlussvorschlag wie folgt zusammen:
Der Bürgerforumsausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis und empfiehlt darüber hinaus, die bereits installierte Geschwindigkeitsanzeige um ein Seitenmessradar zu ergänzen. Zudem sollen weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit geprüft werden.
Im 1. HJ 2026 soll der Ausschuss erneut zusammenkommen, um auf Grundlage weiterführender Ergebnisse – insbesondere mit zusätzlichen Daten aus Display und Seitenradar – über das weitere Vorgehen zu beraten. Vor dem Hintergrund der anstehenden Kommunalwahlen soll die nächste Sitzung direkt nach der Konstituierung des neuen Rates stattfinden. Ziel ist es, eine fundierte Beschlussempfehlung zu erarbeiten und eine klare Perspektive für die betroffene Siedlung zu schaffen.
Langzeitmessungen sollen mindestens zweimal jährlich erfolgen. Dabei ist sicherzustellen, dass die Kontrollen über das ganze Jahr hinweg und zu unterschiedlichen Tageszeiten durchgeführt werden – nicht nur morgens und nicht nur während der Schulferien.
Herr Willisch ergänzt, dass die Verwaltung prüfen soll, ob zusätzliche Tempo-50-Schilder für aus Belgien kommende Fahrzeuge aufgestellt werden können. Außerdem regt er an, den Zustand des Banketts in diesem Bereich zu überprüfen.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Das Bürgerforum nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis und verweist die Vorlage zur weiteren Beratung an die Bezirksvertretung Aachen-Kornelimünster / Walheim.
Die Bezirksvertretung Aachen-Kornelimünster / Walheim nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis und stimmt zu die bezirklichen Dialog-Displays zur weiteren Reduzierung der Geschwindigkeiten temporär im Bereich Sief zu installieren.
Erläuterungen
- Anlass
Der Bürgerantrag gem. § 24 GO NRW zur Verkehrssituation in Aachen Sief wurde in der Sitzung des Bürgerforums am 17.10.2023 beraten. In dem Antrag bitten die Antragssteller*innen, in der Raerener Straße, Wilbankstraße und im Magelspfad Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung zu ergreifen. Der Bürgerantrag sowie die Vorlage sind im Allris-System abrufbar (ALLRIS - Auszug). Es wurde ein geänderter Beschluss gefasst, die Geschwindigkeitsmessungen mit Ahndung in Sief bis zum Herbst 2024 deutlich zu intensivieren. Die Messungen sollen regelmäßig zu Stoßzeiten durchgeführt werden.
Die Ergebnisse der Geschwindigkeitsmessungen, die im Zeitraum von Oktober 2023 bis März 2025 in Aachen Sief stattgefunden haben, werden im Folgenden dargestellt und bewertet.
- Ergebnisse der Geschwindigkeitsmessungen
Seit der Sitzung des Bürgerforums im Oktober 2023 wurden 17 Geschwindigkeitsmessungen mit Ahndung in Aachen Sief durchgeführt. Davon fanden sechs Messungen auf der Raerener Straße (Tempo 30-Streckengebot) und elf Messungen auf der Wilbankstraße (Tempo 50) statt. Die Geschwindigkeitskontrollen erfolgten in der Regel wochentags in der Morgenspitze über einen Zeitraum von ca. 2,5 Stunden (7:00 Uhr - 9:30 Uhr). Am 07.06.2024 wurde auf der Wilbankstraße, auf Höhe der Hausnummer 176, eine Messstation aufgebaut, die über die Dauer von sieben Tagen bis zum 14.06.2024 Geschwindigkeitsverstöße in beide Richtungen erfasst hat.
Die Ergebnisse der Messungen sind in der Tabelle in Anlage 1 aufgeführt.
Geschwindigkeitsverstöße fanden vor allem auf dem Teilstück der Raerener Straße zwischen Pfeiferweg und Baumgartsweg statt. In diesem Bereich gilt ein Tempo-30-Streckengebot, da sich in den 1980er Jahren ein Kindergarten in dem heutigen Feuerwehrhaus befand. Heute befinden sich nach Definition der Straßenverkehrsordnung (StVO) zwar keine schützenswerten Einrichtungen (Kita, Schule, Spielplätze, Sporthallen) mehr in diesem Bereich, dennoch wird zwecks Schulwegsicherung der Kinder, die im Siedlungsbereich Baumgartsweg wohnen und die Haltestelle „Sief Schule“ erreichen wollen, an der Tempo-30-Regelung festgehalten.
Verwarnungen werden hier bei einer Überschreitung von 9 km/h über der zulässigen Geschwindigkeit von 30km/h ausgesprochen.
In Fahrtrichtung Lichtenbusch wurden auf der Raerener Straße im Rahmen von vier Messungen insgesamt 540Kfz erfasst. Davon wurden 121 Verstöße festgestellt, was einer Überschreitungsquote von 23,8 % entspricht. Bei der letzten Geschwindigkeitskontrolle im September 2024 fuhren im Rahmen einer 4,5 Stunden Messung 26 Kfz von 91 erfassten Kfz zu schnell (28,6 %).
In Fahrtrichtung Sief lag die Überschreitungsquote auf der Raerener Straße bei einer Messung im Oktober 2023 bei 27,7 % (13 Verstöße bei 47 erfassten Kfz). Eine weitere Geschwindigkeitskontrolle fand im Februar 2025 statt. Dabei wurden 367Kfz erfasst und 39 Verstöße festgestellt (10,6 %).
Auf der Wilbankstraße liegt die zulässige Höchstgeschwindigkeit bei 50 km/h. Hier werden demnach Geschwindigkeiten ab 59 km/h geahndet. Im Rahmen der Geschwindigkeitskontrollen wurden in Fahrtrichtung Belgien nur wenige Verstöße festgestellt, die Überschreitungsquote liegt bei 0 % bis 0,6 %. In Fahrtrichtung Pfeiferweg lagen die Überschreitungsanteile auf der Wilbankstraße zwischen 6 % und 23 %, wobei insgesamt eine Abnahme der Geschwindigkeitsverstöße festzustellen ist: Im Frühjahr 2024 lag die Überschreitungsquote noch bei durchschnittlich 20 %. Es wurden 346Kfz erfasst, wovon 69 Kfz schneller als 59 km/h fuhren. In den darauffolgenden Messungen bis Oktober 2024 haben die Geschwindigkeitsüberschreitungen abgenommen: Es fuhren noch 6,8 % der erfassten Kfz zu schnell.
Im Rahmen der einwöchigen Geschwindigkeitskontrolle vom 07.06. bis zum 14.06.2024 wurde auf der Wilbankstraße in beide Richtungen nur ein geringer Anteil an Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt (1,1 %). Die Anzahl an erfassten Fahrzeugen über den Zeitraum von sieben Tagen ist deutlich höher im Vergleich zu den 2-Stunden-Messungen. Dies lässt darauf schließen, dass die Überschreitungen überwiegend in den Morgenstunden stattfinden, in denen auch verstärkt kontrolliert wurde.
- Bewertung und Fazit
Geschwindigkeitsverstöße finden vermehrt auf der Raerener Straße im Tempo-30-Bereich statt. Durchschnittlich fahren hier 22,3 % der Verkehrsteilnehmenden während Geschwindigkeitskontrollen schneller als 39 km/h. Im Vergleich zu den ersten Messungen mit Ahndung in den Jahren 2022 und 2023 (vgl. Vorlage aus dem Bürgerforum am 17.10.2023, ALLRIS - Auszug) ist die Anzahl an Geschwindigkeitsüberschreitungen deutlich zurückgegangen. Hier lag die Überschreitungsquote noch bei 30 % bis 40 %.
Auf der Wilbankstraße finden weniger Geschwindigkeitsverstöße statt. Insgesamt ist der Anteil an Geschwindigkeitsüberschreitungen (> 59 km/h) während Geschwindigkeitskontrollen unter 10 % und damit im gesamtstädtischen Vergleich als unauffällig einzustufen.
Bei keiner der seit Oktober 2023 durchgeführten Geschwindigkeitsmessungen mit Ahndung wurde eine Überschreitungsquote von 40 % oder höher festgestellt. Die Überschreitungsquoten liegen damit in einer Größenordnung, in der bauliche oder verkehrsrechtliche Maßnahmen nicht vorgesehen werden, sondern Messungen mit Ahndung angezeigt sind.
Da durch die regelmäßig stattfindenden Geschwindigkeitskontrollen auf der Raerener Straße im Tempo-30-Bereich sowie auf der Wilbankstraße (Tempo 50) insgesamt eine Reduzierung der Geschwindigkeitsüberschreitungen erzielt werden konnte, sollen die Kontrollen mit Ahndung fortgeführt werden.
Die Verwaltung empfiehlt außerdem, das mobile Dialog-Display des Bezirkes im Tempo-30-Bereich auf der Raerener Straße zu installieren. Das Display kann zeitweise in Fahrtrichtung Lichtenbusch und anschließend in Fahrtrichtung Sief ausgerichtet werden. Auch in der Wilbankstraße wird die temporäre Installation des Displays in Fahrtrichtung Pfeiferweg empfohlen. Die von den Displays erfassten Daten können durch die Verwaltung ausgewertet werden.
Zur Funktion und Wirkung von Dialog-Displays: Dialog-Displays weisen die Verkehrsteilnehmenden auf ihre tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit hin. In Ergänzung zu der Geschwindigkeitsanzeige geben die Displays eine bewertende Rückmeldung: Bei eingehaltener Geschwindigkeit lobt ein lächelnder Smiley in Grün die ordnungsgemäße Fahrweise; bei Überschreiten der Geschwindigkeitsschwelle weist ein roter, trauriger Smiley auf das Fehlverhalten hin. In erster Linie haben Dialog-Displays einen sensibilisierenden Charakter: Durch den mahnenden Hinweis und die sichtbare Überwachung am Straßenrand erfolgt in der Regel eine unmittelbare Anpassung der Fahrgeschwindigkeit an die vorgegebene Geschwindigkeitsbegrenzung. Die positive Bestätigung bei eingehaltener Geschwindigkeit und die Anmahnung von Fehlverhalten sorgen langfristig für einen Lerneffekt.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen:
JA | NEIN | ||
x |
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Folge-kosten (alt) | Folge-kosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):
Keine
Klimarelevanz:
Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die
Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)
Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:
gering | mittel | groß | nicht ermittelbar |
x |
Zur Relevanz der Maßnahme für die Klimafolgenanpassung
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Größenordnung der Effekte
Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.
Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels) |
Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels) |
Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:
vollständig | |||
überwiegend (50% - 99%) | |||
teilweise (1% - 49 %) | |||
nicht | |||
x | nicht bekannt |
Abstimmungsergebnis
Technische Details
ID: 1012526
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1012526
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2025-05-07 FB 68_0209_WP18 Verkehrssituation Si SAO.pdf
12.5.2025
168.5 KB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 4
- Sitzung
- Sitzung des Bürgerforums
- Gremium
- Bürgerforum
- Datum
- Di., 27.05.2025
- Uhrzeit
- 18:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Entscheidungsvorlage
- Status
- öffentlich
- Vorlageart
- Entscheidungsvorlage
- Federführend
- FB 68 - Mobilität und Verkehr
- Geändert
- 8.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 8. Februar 2026 um 12:12
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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