Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung für die Sekundarstufe - Prüfung von potentiellen Schulstandorten
FB 45 n/0023/WP18 · Kenntnisnahme
Beratung
Frau Griepentrog berichtet von dem Besuch einer Delegation aus Aachen an der PRIMUS Schule in Titz am gestrigen Tag. Neben dem Bürgermeister der Gemeinde Titz hätten auch die Dezernentin des Kreises Düren und ein Vertreter der Bezirksregierung Köln an dem Termin teilgenommen. Dies spreche für eine hohe Anerkennung und eine große Unterstützung der Schule. Insgesamt sei der Besuch sehr interessant und die Teilnehmenden sehr begeistert gewesen. Die Schule sei vor gut zehn Jahren mit wenig Vorbereitungszeit entwickelt worden, was ohne das große Engagement der Schulleitung und dem Schulträger nicht möglich gewesen wäre. Der Entwicklungsprozess der Schule sei sehr beeindruckend.
Herr Auler ergänzt, dass er diesen Eindruck nur bestätigen könne. Es sei ein sehr interessanter und tiefgreifender Termin gewesen. Die Herausforderungen in der Gründungszeit seien enorm gewesen, doch durch das hohe Engagement der Beteiligten sei die Schule mittlerweile ein Erfolgsmodell. Dies zeige, dass eine Schulgründung ohne ein herausragendes Schulleitungsteam fast unmöglich sei. In Titz habe dies sehr gut funktioniert. Zwar seien die Bedingungen dort nicht mit denen in Aachen vergleichbar, die PRIMUS Schule sei die einzige Schule im Ort, dennoch sehe er eine Bereicherung der Aachener Schullandschaft durch diese Schulform.
Frau Heider erläutert, dass die Schule in Titz wichtig für einen lebenswerten Ort sei. Die Gemeinde habe damals rund 25 Millionen Euro in den Bildungsstandort investiert. Es gebe ein grandioses Konzept und es zeige, dass ein Bildungsstandort enorm wichtig für die Entwicklung einer Gemeinde sei. So könne ihrer Meinung nach auch der Standort in Aachen-Forst von einer solchen Schule profitieren. Sie dankt der Verwaltung auch für die Prüfung der übrigen Bildungsstandorte im Stadtgebiet, betont jedoch, dass eine neue Schule zur positiven Entwicklung des Quartiers beitragen könne.
Herr Fischer schließt sich den positiven Ausführungen an. Er merkt an, dass in Titz rund 70 % der Schüler*innen die Qualifikation für die Oberstufe erlangen würden. In Forst gebe es zwar ein anderes Klientel, jedoch seien dies gute Aussichten für das Quartier, das Thema Bildung neu zu organisieren. Auch hebt er die Kriterienzeugnisse der PRIMUS Schule in Titz hervor, anhand welcher die Kinder ohne Noten bewertet würden. Dies verringere den enormen Leistungsdruck von den Kindern, welcher neben dem Schulwechsel nach der vierten Klasse, in dieser Schulform wegfalle.
Frau Griepentrog betont, dass der Standort und das pädagogische Konzept der Schule entscheidend seien. Die Schulleiterin könnte gegebenenfalls nochmal vor der Sommerpause in den Ausschuss eingeladen werden. Mit der heutigen Vorlage würde zunächst die Standortentscheidung weiter eingegrenzt. Die Schule könnte zum Mittelpunkt des Stadtteils werden, denn dies werde im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes für Forst auch angestrebt. Auch die Öffnung der Schule in den Sozialraum sei wichtig für eine hohe Akzeptanz in Quartier. Die Abwägung andere Standorte sei erfolgt und daher würde sie vorschlagen, dass der Ausschuss heute eine Empfehlung ausspreche und die Ausführungen nicht nur zur Kenntnis nehmen sollte.
Herr Auler stimmt dem zu. Die Verwaltung sollte den Bereich Forst/Driescher Hof als Schulstandort vorrangig weiter prüfen.
Beschluss
Erläuterungen
- Ausgangslage
In seiner Sitzung am 06.03.2025 hat der Ausschuss für Schule und Weiterbildung erklärt, dass die PRIMUS-Schule derzeit als Schulform zur Weiterentwicklung der Aachener Schullandschaft angesehen werde (siehe Vorlage FB 45/0660/WP18).
Zudem hat er die Verwaltung beauftragt, „potentielle Schulstandorte innerhalb des Gebiets „ISEK Forst/ Driescher Hof“ zu prüfen und in erste Abstimmungen einzusteigen, inwiefern diese Flächen für die Berücksichtigung einer Schule geeignet sein könnten. Bei den weiteren Überlegungen sollen auch die aktuell zur Verfügung stehenden Bildungsstandorte in der Stadt Aachen im Hinblick auf ihre Geeignetheit abgewogen und mit einbezogen werden.“
- Bestehende Bildungsstandorte
- Ehemalige Alkuinrealschule
Der Standort der ehemaligen Alkuinrealschule wurde bereits in der Vergangenheit für einen potentiellen Standort zur Erweiterung der 4. Aachener Gesamtschule durch die Verwaltung eingehend geprüft. Im Ergebnis konnte festgestellt werden, dass die Lage des Standortes als stadtnah und demnach als grundsätzlich gut geeignet eingestuft wurde. Jedoch sind die Liegenschaft und das Schulgebäude nicht für eine 4-zügige Schule ausreichend groß. Aktuell wird der Standort zudem für die Ankommensklassen der GHS Drimborn genutzt.
Im Ergebnis wäre dieser Standort für eine mögliche PRIMUS-Schule nicht groß genug.
- Ehemalige GGS Michaelsbergstraße
Das Schulgebäude der ehemaligen Grundschule Michaelsbergstraße steht derzeit leer, da die Schule zu Beginn des Schuljahres 2024/2025 in das ehemalige Gebäude der Hauptschule Burtscheid umgezogen ist. Da es sich um einen Grundschulstandort handelt, sind die Liegenschaft und das Schulgebäude nicht ausreichend groß um dort eine mögliche PRIMUS-Schule ansiedeln zu können.
- Ehemalige Hauptschule Kronenberg
Eine umfangreiche Standortprüfung hat bereits im Jahr 2021 stattgefunden unter der Fragestellung, ob der Standort für eine mögliche weitere Gesamtschule in Aachen geeignet wäre. Die Errichtung einer vier- bis fünfzügigen Gesamtschule wurde seinerzeit an dem Standort als umsetzbar eingestuft. Der Umfang der zu erhaltenden Bausubstanz in Abhängigkeit von der Qualität des Bestandsgebäudes, des Raumkonzeptes und der pädagogischen Ausrichtung einer möglichen zukünftigen Schule müsste in den weiteren Planungen vertieft untersucht werden. Zudem müsste eine neue Gebäudestruktur unter Beachtung der planungsrechtlichen Vorgaben entwickelt werden. Der Standort wäre demzufolge voraussichtlich für die Gründung einer möglichen PRIMUS-Schule grundsätzlich geeignet.
Eine Auswertung der Schülerströme der vier Aachener Gesamtschulen zeigt jedoch, dass die meisten Kinder, die eine Gesamtschule besuchen möchten, im Aachener Südosten leben. Der Standort Kronenberg ist im Aachener Westen angesiedelt und hat mit seiner Randlage vermutlich ein begrenztes Einzugsgebiet. Darüber hinaus würde die örtliche Nähe zur Heinrich-Heine-Gesamtschule eine unerwünschte Konkurrenzsituation schaffen.
- Potentielle Standorte im Bereich Driescher Hof/Forst
Für den Standort Driescher Hof/Forst sprechen:
- Eine überdurchschnittlich hohe Anzahl an Kindern, die im Süden/Osten der Stadt leben.
- Es befinden sich verschiedene Plan- und Neubaugebiete im Sozialraum (u.a. Grauenhofer Weg, Sittarder Straße) bzw. im benachbarten Sozialraum Brand, in welche perspektivisch mit einem Zuzug von Familien zu rechnen ist.
- Bereits jetzt besteht hohe Nachfrage nach Gesamtschulplätzen in diesem Gebiet (seit vielen Jahren überschreiten die Anmeldezahlen der Gesamtschule Brand deren Kapazität).
- Im diesjährigen Anmeldeverfahren für das Schuljahr 2025/26 mussten von den beiden Gesamtschulen Brand und 4. Aachener Gesamtschule in Summe 59 Kinder abgelehnt werden, deren Wohnadresse im Bereich Forst und Brand liegt (PLZ 52078).
Im Kontext des integrierten Stadtentwicklungskonzepts "Mitten in Forst" werden auch zwei bis drei Standorte, die wesentlich von privatem Grundbesitz geprägt sind, in Entwicklung gehen. Hier sollen jeweils gemischte Lagen entstehen, in denen jeweils ein Standort für eine Schule denkbar ist.
Mindestens einer der Standorte erscheint hervorragend geeignet, was die Lage und die Erschließung betreffen.
- Fazit
Aufgrund der vorherigen Ausführungen wird seitens der Verwaltung vorgeschlagen, sich bei der weiteren Suche nach einem Schulstandort vorrangig auf das Gebiet Forst/Driescher Hof zu konzentrieren. Die Verwaltung prüft die Eignung der Standorte in diesem Sozialraum weiter und wird entsprechend berichten.
Abstimmungsergebnis
Technische Details
ID: 1012678
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1012678
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2025-05-09 FB 45 n_0023_WP18 Fortschreibung der S SAO.pdf
25.5.2025
108.1 KB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 11
- Sitzung
- Sitzung des Ausschusses für Schule und Weiterbildung
- Gremium
- Ausschuss für Schule und Weiterbildung
- Datum
- Do., 05.06.2025
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 45 - Fachbereich Jugend und Schule
- Zusätze
- Die Unterlagen werden nachgereicht
- Geändert
- 8.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 8. Februar 2026 um 12:12
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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