Unterstützung des barrierefreien Umbaus der Sanitäranlagen der Aidshilfe Aachen e.V. aus Mitteln der ehemaligen Rummeny-Stiftung sowie Vorstellung der Aidshilfe Aachen e.V.
FB 56/0616/WP18 · Entscheidungsvorlage
Beratung
Herr Raterink, Geschäftsführer der Aidshilfe Aachen e.V. – Fachstelle für sexuelle Gesundheit und Vielfalt (im Folgenden: Aidshilfe Aachen) stellt anhand einer Power-Point-Präsentation (Anlage 1 zu TOP 4 Ö) die Aufgaben der Beratungsstelle vor. Unter anderem geht er auf die Umbenennung dieser, die Tätigkeiten im vergangenen Jahr 2024, Statistiken sowie auf etwaige Beratungs- und Testangebote ein. Ebenso referiert er zu dem gesellschaftlichen Nutzen, den Herausforderungen und Bedarfen der Beratungsstelle, einer entstandenen Konkurrenzsituation zu einem in Düren ansässigen Verein und gibt einen Ausblick über die weiteren Pläne und Maßnahmen.
Frau Braun bedankt sich für den Vortrag. Sie erkundigt sich, weshalb so viele ehrenamtliche Mitarbeitende, die Initiative SCHLAU Aachen verlassen hätten. Zudem bittet sie um Auskunft, ob die Beratungsstelle aktiv auf Schulen zugehen oder diese präventiv von den Schulen eingeladen würde. Zudem erkundigt sie sich über die Hintergründe zur Bereitstellung von „Smoke-it-Packs“ an zwei Standorten in Aachen.
Herr Hansen bemerkt, dass der neue Name der Beratungsstelle sehr sperrig sei und das Logo dem Abbild des Vatikans ähnele. Zudem erwecke die bunte Kuppel des neuen Logos, seiner Meinung nach, den Anschein, dass es sich bei der Aidshilfe ausschließlich um eine LGBTQ-Organisation handle. Dennoch sei HIV immer noch ein aktuelles Thema im Rahmen dessen die Aufklärungsarbeit von besonderem Stellenwert sei, weshalb er sich für die wertvolle Arbeit der Aidshilfe Aachen bedanke. Bezüglich der erwähnten Konkurrenzsituation plädiert Herr Hansen dafür, sich gegenseitig zu unterstützen und ggf. eigene Schwerpunkte herauszuarbeiten.
Frau van der Meulen erkundigt sich, ob Personen die einen Test auf HIV auf eigene Kosten durchführen, trotzdem auch das Beratungsangebot der Aidshilfe Aachen wahrnehmen würden. Zudem bittet sie um Auskunft, ob es auch Angebote für Personen gebe, die aufgrund einer starken Ansteckungsphobie die Beratungsstelle aufsuchten.
Herr Raterink erklärt, dass sich alle aktuell bei der Beratungsstelle angestellten Personen erst vor einem Jahr neu zusammengefunden hätten. Der Mangel an ehrenamtlichen Helfer*innen bei SCHLAU Aachen sei vorwiegend darauf zurückzuführen gewesen, dass sich in der Regel Student*innen an Hochschulen in Aachen für diese Initiative engagierten, diese zwischenzeitlich das Studium beendet und Aachen wieder verlassen hätten. Zudem sei die Arbeit für diese Initiative sehr anspruchsvoll, da sich die Ehrenamtler*innen oftmals sehr unangenehmen, persönlich belastenden Situationen stellen müssten. Mit dem CSD 2025 erfahre man jedoch einen neuen Zulauf ins ehrenamtliche Engagement.
Die „Smoke-it-Packs“ dienten dazu, dass sich die suchtkranken Personen an hygienischen Utensilien zum Drogenkonsum bedienen könnten und hierdurch die Verbreitung von schweren Krankheiten reduziert werden könne.
Bezüglich der Kritik an der neuen Namensgebung entgegnet Herr Raterink, dass der originäre Name „Aidshilfe Aachen“ weiterhin Teil des Namens geblieben sei und somit die Aussagekraft des Namens erhalten bliebe. Der vermeintliche Vatikan des neuen Logos solle eigentlich das Oktogon des Aachener Doms widerspiegeln, so Herr Raterink. Man habe hierbei bewusst darauf verzichtet, das Kreuz auf dem Dach des Doms abzubilden, um nicht irrtümlich als kirchliche Organisation erachtet zu werden.
Für von einer Ansteckungsphobie betroffene Personen sei keine spezielle Therapieform bekannt, hier könne nur allgemein auf Therapien bezüglich einer Angststörung verwiesen werden.
Frau Hennig bedankt sich für den Vortrag und erkundigt sich, inwiefern die medizinische Versorgung der mit HIV infizierten Personen sichergestellt werden könne. Herr Raterink weist darauf hin, dass dies in der Tat schwierig sei, da es in Aachen nur eine auf HIV-spezialisierte Arztpraxis gebe, die zudem auch noch weit überregional in Anspruch genommen werde.
Herr Schweden richtet ebenfalls seinen Dank an die Beratungsstelle und erklärt, der vorliegende Antrag werde seinerseits unbedingt unterstützt.
Herr Deumens bittet anschließend darum, über den in der Vorlagen dargelegten Antrag der Aidshilfe Aachen abzustimmen. Ohne weitere Aussprache beschließt der Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie einstimmig gemäß dem Beschlussvorschlag der Verwaltung.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Der Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie nimmt die Ausführungen der Verwaltung zum Antrag der Aidshilfe Aachen e.V. auf Unterstützung des barrierefreien Umbaus ihrer Sanitäranlagen zur Kenntnis und beschließt, die Umbaumaßnahme mit einer Gesamtsumme in Höhe von 15.000 Euro aus den Liquiditätserlösen der Rummeny-Stiftung zu fördern.
Erläuterungen
Die Aidshilfe Aachen e.V. – Fachstelle für sexuelle Gesundheit und Vielfalt - beantragt eine finanzielle Unterstützung zur Durchführung des barrierefreien Umbaus ihrer Sanitäranlagen in Höhe von insgesamt 15.000 Euro.
Die bei der Aidshilfe Rat und Unterstützung suchenden Menschen leiden oftmals unter erheblichen, krankheitsbedingten Beeinträchtigungen, insbesondere an Folgeerkrankungen mit Mobilitätseinschränkungen. Diese bereits grundsätzlich bestehende Problematik vergrößert sich noch kontinuierlich dadurch, dass erfreulicherweise die Lebenserwartung von mit HIV infizierten Menschen ansteigt, damit aber auch altersbedingte Mobilitätseinschränkungen noch hinzutreten bzw. ohnehin vorhandene Mobilitätseinschränkungen sich weiter verschärfen. Gleichzeitig haben die einzunehmenden Medikamente häufig als Nebenwirkung die akut auftretende Notwendigkeit von Toilettengängen zur Folge. Die Sanitäranlagen der Beratungsstelle sind bisher nicht barrierefrei. Dies hat zur Folge, dass mobilitätseingeschränkte Ratsuchende die Toiletten nur mit Hilfe Dritter aufsuchen können oder gar im ungünstigsten Fall Beratung und Unterstützung zur Vermeidung solcher Situationen erst gar nicht in Anspruch nehmen. Für die erfolgreiche Tätigkeit der Beratungsstelle ist jedoch essentiell, dass sie von den Betroffenen im persönlichen Kontakt vor Ort genutzt werden kann. Um dies allen Ratsuchenden verlässlich zu ermöglichen, beabsichtigt die Aidshilfe Aachen e.V. den barrierefreien Umbau ihrer Sanitäranlagen. Im Einzelnen wird auf den als Anlage 1 beigefügten Antrag verwiesen.
Der Geschäftsführer der Aidshilfe Aachen e.V. – Herr Raterink - wird zu Beginn des Tagesordnungspunkts die Arbeit der Beratungsstelle dem Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie vorstellen.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen:
JA | NEIN | ||
x |
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Folge-kosten (alt) | Folge-kosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):
Die beantragten Mittel in Höhe von 15.000 Euro stehen aus dem Liquidationserlös der Stiftung Rummeny zur Verfügung.
Klimarelevanz:
Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die
Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)
Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:
gering | mittel | groß | nicht ermittelbar |
x |
Zur Relevanz der Maßnahme für die Klimafolgenanpassung
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Größenordnung der Effekte
Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.
Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels) |
Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels) |
Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:
vollständig | |||
überwiegend (50% - 99%) | |||
teilweise (1% - 49 %) | |||
nicht | |||
nicht bekannt |
Abstimmungsergebnis
Technische Details
ID: 1012910
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1012910
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2025-05-21 FB 56_0616_WP18 Unterstuetzung des ba SAO.pdf
22.5.2025
499.5 KB
Metadaten
- TOP
- Ö 4
- Sitzung
- Sitzung des Ausschusses für Soziales, Integration und Demographie
- Gremium
- Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie
- Datum
- Do., 12.06.2025
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Entscheidungsvorlage
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Entscheidungsvorlage
- Federführend
- FB 56 - Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration
- Geändert
- 8.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 8. Februar 2026 um 12:12
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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