11. November 2020 um 18:00, Peter-Schwarzenberg-Halle
TOP 8Öffentlich

Sachstandsbericht - Energetische Sanierung Schloss Schönau, Antrag der SPD-BF gem. § 3 Abs. 1, Satz 2 GeschO vom 22.06.2020

E 26/0205/WP17 · Kenntnisnahme

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Beratungsergebnis:geändert beschlossen

Beratung

Herr Bezirksbürgermeister Meyers begrüßt Herrn Chaumet vom Gebäudemanagement der Stadt Aachen.

Herr Chaumet stellt in Kürze die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung zur energetischen Sanierung von Schloss Schönau vor und verweist ansonsten auf die in der Vorlage enthaltenden Erläuterungen.

Herr Bezirksvertreter Werner (SPD) bedankt sich für die Ausführungen und fragt im Hinblick auf den hohen Energieverlust bei Fenstern nach, welche energetische Einsparung bei den Fenstern des Schlosses möglich wäre.

Herr Chaumet erläutert, dass aus Gründen der Ressourcenschonung keine komplett

neuen Fenster eingebaut werden sollten. Es käme eher eine Sanierung mit dem Austausch von wärmedämmenden Scheiben in Betracht, wodurch der Wärmeverlust durch die Fenster um geschätzt ca. 50 % verringert werden könnte.

Dem gegenüberzustellen sind jedoch die hohen Kosten einer solchen Sanierung von 59 Fenstern des Schlosses.

Frau Bezirksvertreterin Kempen (Grüne) bittet um Erläuterung, inwieweit der Verzicht auf den Einbau neuer Fenster Ressourcen schone.

Herr Chaumet führt aus, dass bei der Herstellung von neuen Fenstern insbesondere die Ressource Holz für die Fensterrahmen beansprucht werde. Dies könnte durch den Austausch der Scheiben in die bereits vorhandenen Holzrahmen vermieden werden.

Herr Bezirksvertreter Kuckelkorn (SPD) zeigt sich enttäuscht über das Ergebnis der Prüfungen hinsichtlich der Fenster. Er schlägt vor, Fördergelder der Denkmalstiftung und der NRW-Stiftung für die Sanierung zu beantragen.

Herr Chaumet stellt klar, dass er grundsätzlich eine Sanierung der Fenster befürworte, jedoch die dafür hohen Kosten abgewogen werden müssten.

Er erklärt, dass Fördergelder des Denkmalschutzes nicht für den Einbau von neuen Fenstern, sondern nur für eine entsprechende Reparatur bewilligt werden. Fördergelder der NRW-Stiftung können nur von Vereinen beantragt werden. Diesbezüglich macht Herr Bezirksvertreter Kuckelkorn (SPD) den Vorschlag einen entsprechenden Antrag durch die Vereine zu stellen, die das Schloss nutzen.

Herr Bezirksvertreter Kuhrt-Lassay (Grüne) befürwortet die Investition in Anbetracht des hohen Energieverlustes durch Fenster unter den Kriterien des Klimaschutzes. Er schlägt vor, dass sich die Bezirksvertretung an den Kosten der Sanierung der Fenster beteiligt.

Herr Bezirksbürgermeister Meyers regt an, diesen Vorschlag zunächst bis zur Prüfung der Möglichkeiten der anderweitigen finanziellen Förderung zurückzustellen.

Die Bezirksvertreter Feil (Grüne), Werner (SPD) sowie der Bezirksbürgermeister Meyers sprechen sich dafür aus, die Kosten und die Energieeinsparung der Sanierung der Fenster durch die Verwaltung nochmals genau beziffern zu lassen.

Aufgrund der vorherigen Aussprache wird daher folgender Beschluss gefasst:

Beschluss

Die Bezirksvertretung Aachen-Richterich nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis. Gleichzeitig beauftragt sie die Verwaltung zu prüfen, inwieweit die finanziellen Mittel für die energetische Sanierung des Schlosses anderweitig durch Fördermittel beschafft werden können. Zudem wird die Verwaltung beauftragt, dazulegen, welche konkrete energetische Ersparnis durch die Sanierung der Fenster erzielt werden kann.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:


Die Bezirksvertretung Aachen-Richterich nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.

Der Antrag der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Aachen-Richterich gilt damit als behandelt.

Erläuterungen

Erläuterungen:


Schloss Schönau, Schönauer Allee 20

Schloß Schönau ist ein bedeutendes Baudenkmal, das, mit Unterbrechungen, von 1975 – 1980 grundlegend saniert wurde. Seitdem befinden sich die heutigen Nutzungen im Gebäude. Es wurdeim Jahr 1983 in die Denkmalliste eingetragen. Mit dieser Eintragung verbunden ist ein behutsamer Umgang mit der gesamten inneren und äußeren Bausubstanz. Das bedeutet, dass bei jedem instand zu setzenden oder zu modernisierenden Bauteil abzuwägen ist, ob ein Erhalt möglich ist. Dies geschieht in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege.

Die Wärmeversorgung erfolgt über einenGasheizkessel à 150 kW aus dem Baujahr 2003.

Die Kesselanlage befindet sich im Haus Schönauer Allee 15 und versorgt ausschließlich das Schloss Schönau mittels einer Fernleitung. Eine Installation der Heizungsanlage im Schloss ist aufgrund der räumlichen Situation und dem Denkmalschutz nicht möglich.

Das Schloss Schönau mit1.796 m²BGF hat folgende Nutzer:

-

Restaurant Schloss Schönau:

636 m²

-

Arbeiterwohlfahrt:

69 m²

-

MSD Dreiländereck:

62 m²

-

Bezirksamt Richterich:

440 m²

-

Allgemeinfläche:

589 m²

Die Abrechnung des Heizungsverbrauchs erfolgt über Verbrauchsmessung der Fa. Thermomess.

Der Gasverbrauch des Gesamtobjektes ist nachfolgend witterungsbereinigt dargestellt.

Der Jahresverbrauch beträgt unbereinigt:

2017

159.607 kWh

2018

152.952 kWh,

2019

203.414 kWh

,

Unter Berücksichtigung der beheizten Nettofläche von 1.173 m² ergibt sich eine mittlere Heizkennzahl von 179 kWh/m² NGF , die in Anbetracht des denkmalgeschützten Gebäudes aus dem Jahr 1732 als „normal“ bezeichnet werden kann.

Die Einstufungerfolgt in die Kategorie F, ein durchaus akzeptabler Verbrauchswert unter Berücksichtigung des denkmalgeschützten Gebäudes

Folgende energetische Sanierungsmaßnahmen wären unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes möglich:

-Dämmung der obersten Geschossdecke

Zum Beispiel durch Zellulosedämmung und Wartungsstege. Hierzu muss der Dachraum als Lagerbereich aufgegeben werden.

Einsparung von ca. 20.000 kWh/a (1.600 €/a)

Durch eine solche Dämmung kann allerdings die Gefahr bestehen, dass die Dachkonstruktion Schaden nimmt, weil die Abwärme aus dem darunterliegenden Geschoss die Konstruktion im Winter nicht „wärmt“ und dort Minusgrade mit Eisbildung auftreten.

Vor Ausführung muss dies bauphysikalisch untersucht werden.

Die Schätzkosten für die vor beschriebene Dämmung betragen 16.000 € inkl. 19 % MwSt. Sollte die gesamte Speicherfläche begehbar ausgeführt werden, ist mit Kosten in Höhe von 18.000 € inkl. 19 % MwSt. zu rechnen.

-Sanierung/ Erneuerung der Fernleitung zwischen dem Haus Nr. 15 und dem Schloss Schönau von ca. 50 m

Einsparung von ca. 6.000 kWh/ a ((480 €/a).

Die Schätzkosten hierfür betragen 105.000 € inkl. 19 % Mwst. Für diese Maßnahme sind Mittel im Wirtschaftsplan E26 bereit gestellt.


-Kesselsanierung

Der Gasheizkessel aus dem Jahr 2003 ist bislang unauffällig und ohne Betriebsstörungen. Sofern in den kommenden Jahren Störungen auftreten, wird dieser durch einen Gasbrennwertkessel ausgetauscht.

-Sanierung der Fenster

Die vorhandenen Fenster stammen aus dem Jahr 1980. Es handelt sich um Holzsprossenfenster mit Einfachverglasung. Laut Bericht des Hochbauamtes zur Fertigstellung der Sanierung wurden alle Fenster und Außentüren entsprechend der vorgefundenen Gliederung und Profilierung erneuert bzw. rekonstruiert.

Der Zustand entspricht dem der üblichen Unterhaltung solcher Bauteile. Einige Überholungsarbeiten (Tischler-Reparaturen, Überholungsanstrich) an wenigen Fenstern sind in nächster Zeit notwendig. Eine weitergehende Sanierung der Fenster ist derzeit nicht notwendig und vorgesehen.

Bei einer größeren Sanierungsmaßnahme würde man in Abstimmung mit der Denkmalpflege prüfen, ob die Fenster durch Einbau einer wärmedämmenden Verglasung und Dichtleisten energetisch verbessert werden könnten. Der Einbau neuer, denkmalgerechter Fenster sollte aus Gründen der Ressourcenschonung nicht erfolgen.

Die Schätzkosten für die energetische Ertüchtigung der 59 Fenster und Fenstertüren des Erd- bis 2.Obergeschosses wie vor beschrieben (Einbau wärmedämmender Verglasung, Dichtleisten, tischlermäßige Anpassung, Malerarbeiten) betragen ca. 118.000 € inkl. 19 % Mwst.

Fazit:

Für energetische Sanierungen sind Mittel im Haushalt (investiv) zu beantragen. Sofern der Bezirk das wünscht, kann er die Mittel für das Objekt - von besonderer bezirklicher Bedeutung - beim Fachbereich Finanzsteuerung (FB 20) zum Haushalt anmelden. Dies umfasst die Maßnahmen, die über einen 1:1-Austausch hinausgehen, somit Dämmung der obersten Geschossdecke und Verglasung der Fenster sowie alle damit zusammenhängenden Untersuchungen, etc..

Die Energie-Verbrauchswerte des Denkmals Schloss Schönau lassen allerdings eine energetische Ertüchtigung als nicht unbedingt notwendig erscheinen.

Abstimmungsergebnis

einstimmig

Weitere Dokumente (2)

Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.

Antrag, lfd.Nr. 87
456.6 KB · PDF
Antrag,lfd.Nr.129
407.6 KB · PDF
Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2020-08-24 E 26_0205_WP17 Sachstandsbericht - SAO.pdf

9.11.2024

973.5 KB

Betroffene Straßen

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Metadaten

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Ö 8
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Richterich
Gremium
Bezirksvertretung Aachen-Richterich
Datum
Mi., 11.11.2020
Uhrzeit
18:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
E 26 - Gebäudemanagement
Zusätze
Es wird auf die Vorlage verwiesen, die mit der Einladung zum 2.9.2020 versandt wurde.
Geändert
18.2.2026
Inhalt abgerufen
17. Februar 2026 um 23:49