24. Juni 2025 um 18:00, Rathaus
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Zukunftsprozess Innenstadtmorgen - Sachstand, Meilensteine und Mitmach-Möglichkeiten in der Aachener Innenstadt

FB 01/0684/WP18 · Kenntnisnahme

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Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Herr Dopatka informiert, dass neue Schritte zur Bürgerbeteiligung im Rahmen des Prozesses Innenstadtmorgen vorgestellt werden.

Frau Kyra Pfeil, Citymanagerin des Fachbereichs Bürgerinnendialog übernimmt das Wort. Sie stellt ihr Team vor und erläutert die Aufgaben des Citymanagements. Das Citymanagement ist im Fachbereich 01 Bürger*innendialog und Verwaltungsleitung angesiedelt und unterstützt die Belebung der Innenstadt durch kurzfristige, impulsgebende Maßnahmen. Der Fokus liegt nicht nur auf Handel und Gastronomie, sondern auch auf der Förderung kultureller, sozialer und ehrenamtlicher Beiträge. Ziel ist es, Transformationsprozesse zu begleiten und Menschen aktiv zu beteiligen.

Frau Pfeil präsentiert die Tool-Box für die Aachener Innenstadt anhand einer Präsentation. Die Toolbox fasst verschiedene Förderinstrumente und Beteiligungsformate zusammen und soll Stadtmacher*innen einen einfachen Zugang zur Mitgestaltung ihrer Stadt ermöglichen. Die Maßnahmen zielen darauf ab, vor Ort kurzfristige Veränderungen anzustoßen und die Bürger*innen zum Mitmachen zu motivieren. Die vorgestellte Präsentation steht im ALLRIS zur Verfügung. Sie nennt beispielhaft die Idee Lego-Rampen zu bauen. Ein einfaches, kreatives und kostengünstiges Mittel, um barrierefreie Zugänge zu Gebäuden oder öffentlichen Einrichtungen zu schaffen. Sie bestehen aus gespendeten LEGO-Steinen, aus denen modulare Rampen gebaut werden, die vor allem kleinen Höhenunterschieden (z.B. an Ladeneingängen oder Bordsteinen) entgegenwirken. Das Prinzip kombiniert Inklusion, Nachhaltigkeit und Aufmerksamkeit auf spielerische Weise.

Herr Dopatka bedankt sich für die Vorstellung und verweist auf die Mitmach-Aktion „Wasser in Sicht!“, bei der das Citymanagement Kinder und Jugendliche dazu einlädt, den freien Zugang zu Trinkwasser durch kreative und künstlerische Kennzeichnungen sichtbarer zu machen. Er weist darauf hin, dass diese Aktion auf einen Antrag im Jugendforum zurückgeht. Darüber hinaus erkundigt er sich, ob bei den beispielhaft genannten Legorampen die Diebstahlsicherheit berücksichtigt wurde.

Frau Pfeil antwortet, dass die Legorampen nicht dauerhaft im öffentlichen Raum verbleiben, sondern nur bedarfsweise von teilnehmenden Händler*innen ausgelegt werden können.

Herr Kehr äußert Bedenken hinsichtlich der Verkehrssicherheit der Legorampen. Er fragt, wer im Falle eines Sturzes haftet, insbesondere da die Rampen nicht dauerhaft befestigt sind. Grundsätzlich halte er die Idee für gut, verweist jedoch auf die Notwendigkeit einer sicheren Umsetzung.

Frau Scheidt bedankt sich für die Vorstellung und mahnt, bei der Innenstadtentwicklung auch die umliegenden Stadtviertel nicht zu vergessen. Sie nennt beispielhaft die Richardstraße und verweist auf Straßenfeste wie das „LothringAir“ sowie auf die Bedeutung der Pflege und Entwicklung von Grünanlagen, etwa durch den Verein HirschGrün. Zusätzlich hebt Sie die problematische Situation am Kaiserplatz hervor. Im Hinblick auf die Legorampen regt Frau Scheidt an, den Behindertenbeirat in die Planung einzubeziehen, da entsprechende Maßnahmen von Verbänden ansonsten kritisch gesehen oder häufig abgelehnt werden könnten.

Frau Wallraff äußert Kritik am Projekt „Ladenliebe“ und bemängelt, dass es an ausreichender Unterstützung seitens der Stadt mangele. Ihrer Ansicht nach wäre eine stärkere Begleitung durch die Verwaltung wünschenswert, um die Initiative nachhaltig zu fördern.

Herr Hilgers betont, dass gerade die kleinen, alltagsnahen Schritte wichtige Bausteine im Zusammenspiel mit den großen städtischen Projekten sind und wesentlich zur Lebensqualität beitragen. Er lobt besonders die kreative Kennzeichnung von Trinkwasserstellen mit Kindern und Jugendlichen. Der Zugang zu kostenlosem Trinkwasser sei nicht selbstverständlich; daher sei die Sensibilisierung junger Menschen von besonderer Bedeutung. Auch die mobilen Spielboxen begrüßt er, wünscht sich jedoch eine ansprechendere Gestaltung. Den Bau von Legorampen mit Kindern und Jugendlichen sieht er als gelungenen Ansatz, um Interesse zu wecken und Barrierefreiheit praktisch erlebbar zu machen. Das Programm „Ladenliebe“ erfährt Unterstützung seiner Fraktion. Herr Hilgers verweist auf den Gesamtprozess der 2020 angestoßen wurde und den Bezug zur Innenstadt-Charta. Mit der aktuellen Phase, die konkrete Maßnahmen bis 2025 vorsieht, trete der Prozess in eine umsetzungsorientierte Etappe ein. Ziel müsse es sein, diesen Weg langfristig zu verstetigen und zielgerichtet weiterzuführen. Er wünscht eine regelmäßige Berichterstattung im Bürgerforum zum Stand der Maßnahmen.

Frau Pfeil bedankt sich für das Feedback und die Anregungen aus dem Gremium. Zum Thema Sicherheit, insbesondere im Hinblick auf die Legorampen, erklärt sie, dass bereits in Zusammenarbeit mit den Behindertenbeauftragten geprüft wird, welche Maßnahmen umsetzbar sind. Lego-Rampen sind kein Ersatz für professionelle barrierefreie Umbauten, aber eine sympathische Übergangslösung mit hoher Symbolkraft. Sie zeigen, wie niederschwellig und kreativ Barrieren im Alltag thematisiert und reduziert werden können – und stoßen häufig weiterführende Maßnahmen an. In Städten wie Hanau, Mainz oder Kassel wurden sie bereits mit positiver Resonanz eingesetzt. Sie betont, dass die vorgestellten Beteiligungsinstrumente nicht nur auf die Innenstadt beschränkt sind. Auch in anderen Bezirken seien Beteiligungsmöglichkeiten denkbar. Der Fokus der Citymanager*innen liege zwar auf der Innenstadt, aber grundsätzlich bestehen weitere Chancen zur Mitgestaltung.

Zum Programm „Ladenliebe“ erläutert Frau Pfeil, dass es sich um ein Instrument der Wirtschaftsförderung handelt. Weitere städtische Unterstützungen, etwa über die Starthilfe hinaus, in Form von finanziellen Hilfen mit einer Förderlaufzeit von zwei Jahren, seien derzeit nicht möglich. Sie verweist darauf, dass einige Ladenlokale bereits dauerhaft erfolgreich etabliert werden konnten. Gerne wird das Citymanagement regelmäßig über den Stand der Maßnahmen berichten und informieren, wie es im Jahr 2026 und 2027 weitergeht.

Frau Schmidt-Promny lobt, dass die Bürgerbeteiligung fortlaufend und sehr vielseitig gestaltet wird. Sie befindet Projekte wie HirschGrün ebenfalls als sehr unterstützenswert und wünscht sich eine stärkere Einbindung der östlichen Innenstadt. Sie widerspricht der Auffassung von Herrn Wallraff hinsichtlich des Förderprogramm „Ladenliebe“ die Unternehmer*innen über den Förderzeitraum hinaus weiter zu unterstützen. Die Stadt selbst kann keine weiteren Mittel bereitstellen. Viele Unternehmen befinden sich in einer schwierigen Lage, insbesondere in der Gründungsphase. Daher ist eine zwei Jahre lange Erprobungsphase wichtig, um erfolgreiche Ladenlokale dauerhaft zu etablieren. Die Wirtschaftsförderung wird ihre Arbeit trotz Auslauf von „Ladenliebe“ fortsetzen. Dabei ist die Initiative „Oecher Perlen“ aktiv eingebunden. Es wird viel unternommen, auch im Zusammenspiel mit der IG Domviertel und Herrn Görg, um das Image der Innenstadt zu stärken.

Herr Hansen bedankt sich für die Präsentation und betont, wie wichtig es ist, dass Aktivitäten in der Innenstadt entstehen. Er weist darauf hin, dass zwar viele Projekte bestehen, der gemeinsame große Nenner aber fehlt. Seiner Ansicht nach, braucht es mehr Korrespondenz und Kommunikation, um ein Bild von Aachen als Stadt zu zeigen.Außerdem schlägt er vor, die Tools stärker für Touristen zu nutzen und die Internationalität der Stadt gezielt zu fördern.

Frau Rademacher zeigt sich erfreut über die tolle und sehr übersichtliche Vorlage. Sie lobt auch die Internetseite, die sie als sehr gelungen empfindet. Dabei fordert sie einen eigenen Punkt „Termine“, der übersichtlich darstellt, was geplant ist und wann Veranstaltungen zur Beteiligungsmöglichkeit stattfinden.

Herr Hucke verweist auf bekannte Themen aus dem Planungsausschuss, etwa Sanierung und Bebauung im Rahmen von „Ladenliebe“. Diese scheitern häufig an überzogenen Renditeerwartungen der Eigentümer. Teilweise bleiben Immobilien leer, um den Wert zu halten. Er fordert Unterstützung für Vermieter, um zu angemessenen Mieten zu kommen, und fragt, wie solche Prozesse aktuell verhandelt werden. Positiv hebt er hervor, dass das „Haus der Neugier“ bereits spürbar Zuversicht auslöst und Ansiedlungen begünstigt. Er fragt abschließend, wie die Stadt die Entwicklung der Innenstadt, insbesondere am Büchel, mit schnellen ergänzenden Maßnahmen verzahnt.

Herr Deumens bedankt sich für die Vorstellung der Tool-Box und hält die Idee sowie den Inhalt für gelungen. Er äußert Verwunderung darüber, dass das Bürgerforum in die internen Verwaltungsabläufe des Projekts "Innenstadtmorgen" einbezogen wird, obwohl das Thema bereits ausführlich politisch diskutiert wurde, unter anderem im Planungsausschuss. Er hätte sich gewünscht, dass mehr Bürger*innen zum Austausch über die Tool-Box beitragen. Diesen Austausch vermisst er und sieht den eigentlichen Sinn des Bürgerforums dadurch verfehlt.

Herr Dopatka betont, dass die Bürger*innen ausdrücklich zur Teilnahme eingeladen wurden und der Tagesordnungspunkt auch auf ihre Mitwirkung ausgerichtet ist. Er stimmt den Kommentaren von Frau Schmidt-Promny und Frau Wallraff zu.

Mit Blick auf die Initiative Ladenliebe berichtet Herr Deumens, dass der Einstieg von vielen Inhaber*innen positiv aufgenommen wurde, das abrupte Ende der Förderung jedoch für Frustration gesorgt habe. Ein stufenweises Auslaufen wäre aus seiner Sicht sinnvoll, um den Einstieg in den Markt nachhaltiger zu gestalten.

Frau Wallraff erwidert, dass die Unterstützung nicht nur finanzieller Art sein müsse. Sie betont die Bedeutung weiterer Hilfen, insbesondere die Förderung des Dialogs und der Verhandlungen mit den Vermietern.

Ein Bürger bittet um eine Zusammenstellung von Konzepten aus anderen Städten und erwähnt als Diskussionsbeitrag die Stadt Freiburg. In Freiburg bspw. habe die Stadt ein Gebäude erworben hat, um die Entwicklung der Innenstadt voranzutreiben.

Frau Pfeil nimmt Stellung zu den genannten Punkten und betont zunächst die grundsätzliche Perspektive: „Was will Aachen sein?“ Sie verweist darauf, dass einzelne Aktionen wie die Umsetzung des „Haus der Neugier“, Lenkungs- und flankierende Maßnahmen sowie sektorale Strategien bereits integraler Bestandteil der Stadtentwicklung sind. Auch Veranstaltungen wie das Stadtglühen gehören dazu. Diese Elemente werden kurzfristig ergänzt. So sollen Themen wie Tourismus und Internationalität stärker in die Tool-Box aufgenommen werden. Termine sind auf der Webseite verfügbar; finanziell ist es jedoch nicht möglich, einen vollständigen Veranstaltungskalender zu integrieren.

Frau Pfeil stellt klar, dass es nicht allein Aufgabe des Citymanagements ist, aktiv zu werden, sondern auch andere Fachbereiche wie die Wirtschaftsförderung der Stadt Aachen (WiFö) und FB 68 eingebunden sind. Sie hebt hervor, dass einige Vermieter bereit sind, Gespräche zu führen, jedoch gibt es keine gesetzliche Grundlage für eine entsprechende Höhe der Miete. Besonders konzentriert sich die Arbeit auf Bereiche wie den Dahmengraben und das „Haus der Neugier“, aber auch auf das Umfeld der östlichen Innenstadt. Die Kooperation in der Steuerungsgruppe mit FB 68, der Marketingabteilung der Stadt und der WiFö (koordiniert durch FB 01) ist sehr eng.

Die Idee eines Stufenmodell wird weiter an die WiFö übergeben. Eine Übersicht mit Beispielen anderer Innenstädte ist auf der Plattform stadtimpulse.de verfügbar und wir bei der Umsetzung von Maßnahmen berücksichtigt.

Frau Linnenbrink, Abteilungsleiterin des FB 01 betont die Bedeutung von Dialogformaten und Kommunikation und appelliert, die Sichtbarkeit des Projekts bei den Bürger*innen weiter zu erhöhen. Es wird betont, dass die gesamte Fachverwaltung unter der Leitung von Fachbereich 01 involviert ist. Abschließend dankt sie für die Beschlüsse und unterstreicht die Notwendigkeit, die Sichtbarkeit insbesondere der Beteiligungsformate in der Bevölkerung zu fördern.

Herr Dopatka bedankt sich und betont die Wichtigkeit weiterer Beteiligung der Bürger*innen.

Erläuterungen

Hintergrund

Die Aachener Innenstadt lebt vom Engagement der Stadtgesellschaft, die sich in vielfältiger Weise mit eigenen Impulsen und Projekten einbringt. Im Jahr 2022 wurde daher in Aachen der Zukunftsprozess Innenstadtmorgen angestoßen. Dieser hat das Ziel, die Entwicklung der Aachener Innenstadt mit gemeinsamen Kräften aus Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft aktiv voranzutreiben und den Bürger*innen einen wachsenden Rahmen zur selbstwirksamen und eigenständigen Mitwirkung zur Verfügung zu stellen. In der 1. Phase des Innenstadtmorgen-Prozesses (2022-2023) wurde gemeinsam mit rund 300 Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft ein Leitbild für die Aachener Innenstadt entwickelt: Die Innenstadt-Charta (s. Anlage).

Das Citymanagement der Stadt Aachen im Fachbereich Bürger*innendialog und Verwaltungsleitung (FB 01) steuert den Innenstadtmorgen-Prozess federführend. Begleitet wird der Prozess von einer Steuerungsgruppe unter Beteiligung der Fachbereiche Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa (FB 02), Kommunikation und Stadtmarketing (FB 13) sowie Stadtentwicklung und Stadtplanung (FB 61), die diese Vorlage mitzeichnet.

Aufbauend auf der Innenstadt-Charta stehen in der aktuellen 2. Phase des Innenstadtmorgen-Prozesses (2024-2025) unter dem Motto „Mitmischen! Gemeinsam für die Innenstadt“ primär die Umsetzung konkreter Maßnahmen kollaborativer Innenstadtentwicklung sowie Kommunikationsmaßnahmen auf der Agenda, die das Kernthema und Motto von Innenstadtmorgen adressieren (s. Anlage, Entscheidungsvorlage – FB 01/0587/WP18 vom 09.10.2024).

Im Folgenden werden die bisherigen Meilensteine der 2. Phase dargestellt (1. Halbjahr 2025) sowie ein Ausblick auf weitere geplante Schritte gegeben.

Innenstadtmorgen-Workshop am 8. April: Auftakt zur 2. Phase des Innenstadtmorgen-Prozesses

In einem interaktiven Workshop wurde die 2. Phase des Prozesses eingeleitet. Teilgenommen haben rund 80 Personen (Beteiligte aus der 1. Phase, weitere Stakeholder*innen aus der Stadtgesellschaft, politische Vertreter*innen und Verwaltung).

Der Workshop zielte darauf ab, anhand von vier Schwerpunktthemen (Fokusorte; Kinder, Jugendliche und Familien; Kunst, Kultur und Kreativität; „Gesunde Innenstadt“ – Grün, Erholung, Sport, Bewegung) konkrete Maßnahmen zu definieren, die kurzfristig in der Aachener Innenstadt umgesetzt werden können. Aus den Impulsen der Teilnehmenden wurden bis datovier konkrete Mitmach-Aktionen abgeleitet.

  • Samstag, 24. Mai, 10:00 bis 14:00 Uhr: Mitmach-Station für mehr Grün – Ideen fürs „Abpflastern“: Im Rahmen des Innenstadtfestes „Gemeinsam gut leben – Fest für Stadt. Mensch. Natur“, organisiert vom Eine Welt Forum Aachen, legte das Citymanagement am städtischen Gemeinschaftsstand auf dem Münsterplatz eine große Bodenkarte aus – dabei stand das Thema Stadtgrün im Fokus. Wo wurde schon erfolgreich entsiegelt und was brauchen die Aachener*innen, um selbst aktiv „abzupflastern“? Dabei ging es auch darum, auf bestehende Unterstützungsmöglichkeiten für Bürger*innen hinzuweisen. Knapp 100 Ideen wurden gemappt und werden nun in der Verwaltung auf mögliche Kooperationsprojekte hin geprüft.
  • Samstag, 5. Juli, 12:00 bis 16:00 Uhr: Mit der Mitmach-Aktion „Wasser in Sicht!“ lädt das Citymanagement Kinder und Jugendliche dazu ein, mit einer kreativen, künstlerischen Kennzeichnung den freien Zugang zu Trinkwasser sichtbarer werden zu lassen. Die Aktion ergänzt das geplante Programm der sog. Wasser-Route 2025, organisiert von der IG Domviertel und dem Institut für Europäische Stadt.
  • vrs. Samstag, 9. August: Ebenfalls in Planung ist eine „Mobile Spielebox“, die an einem oder mehreren Standorten in der Innenstadt bereitgestellt wird. Über die Spielebox sollen kurzfristige Begegnungsräume und Bewegungsangebote für Kinder, Jugendliche und Familien geschaffen werden. Die experimentelle Mitmach-Aktion dient als Testlauf für mögliche dauerhaft installierte Spieleboxen in der Innenstadt.
  • In Planung: Bau von LEGO-Rampen für mehr Barrierefreiheit in der Innenstadt gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen sowie Teilhabe-Akteuren. Die Stadt Aachen greift damit eine erfolgreiche bundesweite Bewegung auf, um kooperativ, spielerisch und wirksam bessere Zugänge in der Innenstadt zu ermöglichen. Nach dem gemeinsamen Bau eines Prototypen soll ein Rahmen geschaffen werden, damit weitere Rampen von der Stadtgesellschaft nach Anleitung eigenständig realisiert werden können.

Dieses Prinzip wird weiter fortgeführt, weitere Aktionen werden folgen.

Einen Rahmen zur Mitwirkung schaffen und kommunizieren: Die „Tool-Box für die Innenstadt“

Um die aktive Mitgestaltung durch Bürger*innen zu erleichtern und zu fördern, hat das Citymanagement eine sog. „Tool-Box für die Innenstadt“ entwickelt. Diese dient als Sammlung von bestehenden Mitmach-Möglichkeiten in Form von Förder- und Unterstützungsprogrammen, um die Bandbreite an Mitmach-Möglichkeiten themenübergreifend transparent zu machen, Bürger*innen wirksam in Gestaltungsprozesse einzubinden und aktiv zur Mitgestaltung einzuladen.

Die Tool-Box vereint Mitmach-Möglichkeiten zunächst in drei Kategorien:

  • Raum: Stadtgesellschaft erhält Platz und Raum, z.B. Leerstände, urbane Experimentierräume
  • Geld: Stadtgesellschaft erhält finanzielle Ressourcen, z.B. Verfügungsfonds, Förderprogramme
  • Dialog: Stadtgesellschaft bringt Impulse und Ideen ein, z.B. Dialogangebote, Beteiligungsformate

Die Tool-Box wird als Printversion sowie als digitale Variante (s.u.) verfügbar sein.

Die Tool-Box – hier stellvertretend für den Innenstadtmorgen-Ansatz – steht nicht für sich, sondern ergänzt bestehende Aktions- und Handlungsansätze für die Innenstadtin Form von Großprojekten (z.B. Theaterplatz, Haus der Neugier, Premiumfußwege), Events (z.B. Feierabendmarkt, Stadtglühen), sektoralen Strategien (z.B. Mobilität, Wärmeplanung, Sicherheit) und Basisarbeiten (z.B. Instandhaltung, (Neu-)Gestaltung von Satzungen).

Durch Innenstadtmorgen wird also eine Vielzahl an flankierenden Impulsmaßnahmen generiert, die mit der Stadtgesellschaft umgesetzt werden und die eine kurzfristige, abwechslungsreiche und oft temporäre Belebung der Aachener Innenstadt ermöglichen.

Die Tool-Box soll schrittweise um viele neue Mitmach-Möglichkeiten ergänzt werden. Ziel ist es, den Rahmen zum aktiven Mitmachen weiter auszubauen, um die Innenstadt im Sinne von Ermöglichungskultur und Koproduktion („Hand in Hand“) stetig lebendiger werden zu lassen.

Engagement sichtbar machen: Wanderausstellung „Morgenmacher*innen“ via Oecher People App

Um das Engagement der Stadtgesellschaft für die Innenstadt von morgen sichtbar zu machen, hat das Citymanagement in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Aachen eine Wanderausstellung mit dem Titel „Morgenmacher*innen“ konzipiert. Auszug aus dem Infotext zur Ausstellung auf der Website der VHS Aachen: „Aachen wäre nicht Aachen ohne die Menschen, die es so vielfältig und lebenswert machen. Wir lenken den Blick auf ihre Ideen und ihr Engagement. In einer Augmented Reality-Ausstellung werden ihre Portraits zum Leben erweckt.“ Die Ausstellung dient auch als Inspiration für andere Menschen, sich ebenfalls als „Morgenmacher*innen“ für ein gutes Morgen einzusetzen.

Die Ausstellung wird bis 27.06. in der VHS Aachen zu sehen sein. Die Vernissage fand am 9. Mai öffentlichkeitswirksam statt. Es sind weitere Standorte geplant, darüber wird über die gängigen Kommunikationskanäle informiert.

Kabarettistischer Stadtrundgang mit Manni, dem Huusmeäster

Was die Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft in der Praxis bedeutet, zeigte ein besonderer Stadtrundgang mit Manni, dem Huusmeäster. Gemeinsam mit interessierten Bürger*innen nahm Manni alias Manfred Savelsberg die Veränderungen der Aachener Innenstadt in den Blick. Unter dem Motto „Hand in Hand durch den Wandel“ ging es um Fragen wie: Wie und wo gelingt die Zusammenarbeit bereits gut? Wo braucht es noch Zeit und kreative Ideen?

Der Stadtrundgang wurde vom Citymanagement und der Koordinationsstelle Bushof organisiert. Es fanden vier Termine im Mai statt, die allesamt ausgebucht waren. Eine Fortsetzung der Reihe ist geplant.

Interaktive Karte/ Masterportal

Die Belebung der Aachener Innenstadt erfolgt oft temporär. Dadurch waren bisher weder die Bandbreite an Mitmach-Möglichkeiten in der Innenstadt noch die Vielfalt realisierter Projekte sowie das Engagement der Menschen aus der Stadtgesellschaft dauerhaft sichtbar.

Aus diesem Grund ist die Konzeption und Umsetzung einer interaktiven Karte über das sich im Aufbau befindliche Masterportal der Stadt Aachen erfolgt. Ziel ist es, das Engagement von Stadtmacher*innen zu würdigen und weitere Menschen zum Mitmachen zu inspirieren. Beim Masterportal handelt es sich wie beim Geoportal um eine digitale Stadtkarte, die über das Internet abgerufen werden kann und worauf Informationen von Seiten der Stadt Aachen dargestellt werden können. So ist es möglich, an bestimmten Punkten der Innenstadt zu erläutern, welche Maßnahmen stattfinden oder geplant sind. Dies geschieht über anklickbare Symbole, Linien und Flächen. Auf diese Weise werden die Projekte der Innenstadt interaktiv erlebbar.

Das Mapping von Innenstadtmorgen-Maßnahmen ist gleichzeitig die Blaupause für weitere Projekte der Stadt Aachen, die schrittweise im Masterportal angelegt werden sollen. Innenstadtmorgen steht hier maßgeblich für das Handlungsfeld Innenstadt im Kontext des Projektes Stadt der Zukunft, da gerade im Innenstadtbereich sehr unterschiedliche Projekte realisiert werden und das Konzept der Projektvisualisierung konkretisiert werden kann.

Die interaktive Karte soll im Juni 2025 in enger Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen Stadt der Zukunft und Bürger*innendialog und Statistik und Wahlen (beide FB 01) sowie der Abteilung Geoinformation, Geoservice, Kartographie, Repographie, Vermessung (FB 62) finalisiert werden. Das Masterportal mit Schwerpunkt Innenstadt wird im Rahmen des Relaunches zunächst auf der Website Innenstadtmorgen platziert. Im weiteren Verlauf besteht die Möglichkeit, die Karte mit jeweils anderen Inhalten auch auf anderen Webseiten und natürlich auch unter www.aachen.de einzubinden.

Website Innenstadtmorgen (Relaunch)

Um die Tool-Box für die Innenstadt online zu kommunizieren und die interaktive Karte technisch einbetten zu können, findet ein Relaunch der Website Innenstadtmorgen statt. Bei dieser Gelegenheit kann vielen weiteren Morgenmacher*innen eine Bühne für ihr Engagement in der Innenstadt gegeben werden.

Der Relaunch ist Ende Juni geplant. Das Ergebnis wird hier zu sehen sein: www.innenstadt-morgen.de.

Taskforce Innenstadtmorgen

Als ein Beitrag zur Stärkung der Innenstadt in Zeiten des Wandels hat die Stadt Aachen die „Taskforce Innenstadtmorgen“ ins Leben gerufen. Die Taskforce ist ein fachbereichsübergreifendes Team, das direkt an das Büro der Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen angebunden ist. Das Citymanagement koordiniert die unterschiedlichen Stränge und hält die Fäden der Gruppe zusammen.

Ziel der Taskforce ist es - Hand in Hand mit den Akteur*innen vor Ort -, in konzentrierten Zeiträumen Verbesserungen für ein bestimmtes Quartier/ einen Straßenzug umzusetzen, die Aufenthaltsqualität durch Impulsmaßnahmen zu erhöhen und Belastungen abzubauen. Dabei wendet die Taskforce die o.g. Instrumente der Tool-Box an und unterstützt die Akteure vor Ort zusätzlich mit individuellen Einzelmaßnahmen. Nach den Fokusräumen Großkölnstraße (2023) und Adalbertstraße (2024) ist die Taskforce Innenstadtmorgen aktuell im Holz- und Dahmengraben aktiv (2025). Es geht darum, den Holz- und Dahmengraben Schritt für Schritt als attraktiven Anziehungspunkt in der Innenstadt zu stärken. Zum Auftakt hat bereits eine Straßenkonferenz mit den Händler*innen, Eigentümer*innen und Anwohnenden am 10. März stattgefunden. Ein Ergebnis der Konferenz ist die nun initiierte Neugründung einer Interessengemeinschaft für den Holz- und Dahmengraben. Die Taskforce unterstützt die Gemeinschaft bei diesem Prozess. Mit dem Förderinstrument „Ladenliebe“ konnten bereits Leerstände in neue Nutzungen gebracht werden, wie zum Beispiel ein Indoor-Spielplatz, ein Vintage-Möbelladen, ein E-Bike-Store und zeitnah auch eine Galerie. Dort, wo zunächst keine Neuansiedlung in Aussicht steht, werden die Schaufenster zum Beispiel durch Ausstellungen für eine Zwischenzeit in Wert gesetzt, um das Straßenbild zu verbessern. Der Holzgraben wird zeitnah zusätzlich durch neue Sitzinseln und mehr Grün profitieren. Der Aufbau des neuen Mobiliars ist für den frühen Herbst 2025 in Planung. Insbesondere mit Blick auf die bevorstehenden Herausforderungen rund um die Baustellensituation für das zukünftige „Haus der Neugier“ unterstützt die Taskforce die Händler*innen und die weiteren Betroffenen im Quartier nun bereits im Vorfeld, so dass sich diese heute schon für die zukünftigen Herausforderungen besser aufstellen können.

Ausblick

Die formelle 2. Phase des Zukunftsprozesses Innenstadtmorgen wird Ende 2025 abgeschlossen sein. Damit sind die Grundlagen für eine dauerhafte Etablierung von Innenstadtmorgen geschaffen. Der Innenstadtmorgen-Prozess geht ab 2026 in die Konsolidierung, d.h. der kollaborative Ansatz (s.o.) wird fokussiert fortgeführt und in Form neuer Instrumente für die Tool-Box, konkreter Mitmach-Aktionen sowie weiteren, individuellen Kooperationsprojekten mit der Stadtbevölkerung fortgesetzt. Damit bleibt die Basis für eine offene, gemeinschaftliche Innenstadtentwicklung dauerhaft bestehen.

Die Taskforce Innenstadtmorgen als wichtiger Baustein des Innenstadtmorgen-Prozesses (s.o.) wird ihren Fokusraum Holz-/ Dahmengraben in 2026 rund um das Haus der Neugier erweitern.

Damit bietet Innenstadtmorgen nicht nur eine belastbare Perspektive für die Zukunft unserer Innenstadt, sondern auch eine Einladung an Stadtgesellschaft, Politik und Verwaltung, den Weg des gemeinsamen Handelns – Hand in Hand – entschlossen weiterzugehen und das Mitmachen als zentralen Bestandteil einer lebendigen und zukunftsfähigen Innenstadtentwicklung dauerhaft zu verankern.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2025-05-26 FB 01_0684_WP18 Zukunftsprozess Inne SAO.pdf

13.6.2025

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Betroffene Straßen

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Metadaten

TOP
Ö 4
Sitzung
Sitzung des Bürgerforums
Gremium
Bürgerforum
Datum
Di., 24.06.2025
Uhrzeit
18:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Status
öffentlich
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 01 - Fachbereich Verwaltungsleitung, Grundsatz und Dialog
Zusätze
Unterlagen werden nachgereicht
Geändert
8.2.2026
Inhalt abgerufen
8. Februar 2026 um 12:12

Beschlussdokument

Sammeldokument öffentlich

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