Mehr Grünflächen und Spielflächen Antrag des Schülerparlaments der GGS Richterich für das Kinderforum
FB 36/0598/WP18 · Kenntnisnahme
Beratung
Die Schüler*innen der KGS Richterich stellen ihren Antrag vor. Sie erklären, dass sie vor allem Spielflächen vermissen, die Schattenbereiche bieten, beispielsweise durch Bäume oder Überdachungen, um auch bei warmem Wetter im Freien bleiben zu können. Gewünscht werden außerdem moderne Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten wie Trampoline, ein Ninja-Parcours oder verschiedene Sportgeräte. Die Kinder sprechen sich für eine gute Erreichbarkeit und Sicherheit dieser Flächen aus. Aus diesem Grund schlagen sie vor, dass die Spielbereiche durch Hecken oder Zäune abgegrenzt werden, damit Gefahren wie der Straßenverkehr vermieden werden und der Aufenthalt für Kinder attraktiver wird.
Insgesamt verbinden sie mit ihrem Antrag den Wunsch nach mehr Aufenthaltsqualität für Kinder im öffentlichen Raum und einer kindgerechten Gestaltung der Stadt Aachen.
Frau Elfi Buchkremer, stellv. Fachbereichsleiterin FB 36 bedankt sich für den Antrag und bestätigt die große Bedeutung des Themas. Sie erläutert anhand einer Präsentation, welche in Allris zur Verfügung gestellt wird, dass die Stadt Aachen bereits über ein umfassendes Freiraumkonzept mit dem Titel „Grüne Krone“ verfügt, das politisch beschlossen wurde. Ziel ist es, bestehende Grünflächen zu erhalten, neue hinzuzugewinnen und dabei auch gezielt Spielflächen für Kinder zu schaffen. In enger Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendamt sowie dem Stadtbetrieb wird laufend daran gearbeitet, das Angebot an Spiel- und Bewegungsflächen weiterzuentwickeln. Ein besonderes Anliegen ist dabei, dass alle Kinder in fußläufiger Entfernung einen attraktiven Spielplatz mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten erreichen können. Unter Berücksichtigung aller Stadtteile und mit besonderem Augenmerk auf die Innenstadt, wo geeignete Flächen knapp sind, gibt es derzeit eine stadtweite Prioritätenliste, die festlegt, in welcher Reihenfolge Spielplätze umgestaltet oder neu gebaut werden sollen. Neue Spielpunkte, wie zum Beispiel in der Adalbertstraße, entstehen teils als temporäre Lösungen.
Die Verwaltung betont die Bedeutung der Beteiligung von Kindern und Eltern in der Planungsphase: Wünsche und Anregungen werden vor Beginn eines Projekts aufgenommen und fließen in die Entwürfe ein. Erst nach Abstimmung mit der Politik und der genauen Kostenplanung kann die Umsetzung starten. Aufgrund dieser Abläufe kann es von der Beteiligung bis zur Fertigstellung eines neuen Spielplatzes zwei bis drei Jahre dauern.
Der Antrag der Schüler*innen wird von der Verwaltung als wesentliche Bestätigung der angestrebten Ziele angesehen.
Herr Dopatka begrüßt das Anliegen der Schüler*innen und spricht sich dafür aus, Spielmöglichkeiten im gesamten Stadtgebiet gleichmäßiger zu verteilen, um die Aufenthaltsqualität für Kinder und Familien in allen Stadtteilen zu verbessern. Gleichzeitig betont er, wie wichtig eine bessere Kommunikation und Bewerbung bestehender Angebote sei. Als Beispiel nennt er den Abenteuerspielplatz am Kirschbaum, der aus seiner Sicht noch viel zu wenig bekannt ist und stärker beworben werden müsste. Darüber hinaus fordert Herr Dopatka die Kinder auf, ihre Wünsche mit möglichst konkreten Vorschlägen und Ortsnamen zu begründen. Auf diese Weise kann die Verwaltung zielgerichteter reagieren und die Ideen besser in die Planungen integrieren.
Die Schüler*innen melden sich mit verschiedenen konkreten Vorschlägen zu Wort. Sie wünschen sich mehr Beschilderungen, die auf Spielplätze hinweisen. Auf allen Spielplätzen sollen Blumen und Bäume gepflanzt werden. Für den Elisenbrunnen schlagen sie vor, dort eine Schaukel aufzustellen. Ein Schüler berichtet, dass der Spielplatz neben der KGS Hanbruch zur Hälfte nur aus braunem Staub besteht. Mehrere Kinder fordern, dass Spielplätze besser gereinigt, erneuert und insgesamt sauberer werden. Zusätzlich möchten sie, dass mehr Pflanzen an Hauswänden wachsen, um die Temperatur zu senken und den Lärm zu reduzieren. Auch der Wunsch nach Baumhäusern wird geäußert. Abschließend schlagen sie vor, eine App oder Website zu erstellen, die Spielplätze im Stadtgebiet anzeigt, und wünschen sich insgesamt mehr kreative Spielplätze, zum Beispiel in Form eines Kletterwaldes.
Erläuterungen
Grünflächen und Spielmöglichkeiten
Bei der Stadt Aachen arbeiten viele Menschen dafür, dass die städtischen Spielplätze, Grünflächen, Bäume und Blühwiesen in einem guten und nutzbaren Zustand sind.
Der Fachbereich Klima und Umwelt plant und baut neue Spielplätze oder Grünflächen oder gestaltet vorhandene Plätze neu. Der Fachbereich Jugend und Schule unterstützt zum Beispiel bei Veranstaltungen mit Kinder- und Jugendbeteiligungen. Und der Stadtbetrieb ist für die Pflege der Grün- und Spielflächen zuständig. Alle diese Abteilungen haben das Ziel, mehr und bessere Grünflächen und Spielplätze für die Kinder und die Bürger*innen von Aachen zu schaffen.
Für die ungefähr 240 öffentlichen Spielplätze in Aachen gibt es ein Gesamtkonzept. Dafür wurde die Qualität der öffentlichen Spielplätze „benotet“. Auch wurde geprüft, welche Bedeutung sie für die Kinder und Jugendlichen haben, wie wichtig die Spielplätze für sie sind. Danach wurde beschrieben, in welcher Reihenfolge die Spielplätze verbessert werden sollen. Es wurde auch festgestellt, dass in der Innenstadt mehr und bessere Spielmöglichkeiten geschaffen werden sollen. Gleichzeitig muss darauf geachtet werden, dass auch außerhalb der Innenstadt in den verschiedenen Wohnvierteln genügend Spielplätze und Grünflächen zur Verfügung stehen.
Die Verwirklichung dieser Ziele ist wegen der großen Zahl von Spiel- und Grünflächen nicht immer so schnell möglich, wie es wünschenswert wäre. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Der Neubau eines Spielplatzes kostet beispielsweise so viel Geld wie ein Einfamilienhaus, manchmal auch noch mehr. Dieses Geld muss mindestens ein Jahr im Voraus eingeplant werden, also sozusagen für den Spielplatz reserviert werden.
Gleichzeitig müssen weitere Schritte gemacht werden, bis der Bau beginnen kann. Vor der Planung werden viele Personen und Gruppen nach Ihren Wünschen befragt, beispielsweise bei einer Kinder- und Jugendbeteiligung. Aus allen Vorgaben und Wünschen wird dann ein Plan erstellt und in den politischen Ausschüssen wird der Bau der Anlage beschlossen. Dann wird für die Arbeiten eine Firma gesucht, die den Spielplatz oder die Grünfläche für einen möglichst günstigen Preis bauen kann. Diese Schritte dauern insgesamt oft ein paar Jahre.
Besonders schwierig ist es, ganz neue Grün- und Spielflächen zu schaffen. Oft gibt es andere Interessen, die vorhandenen Flächen zu nutzen, beispielsweise für neue Wohnungen oder Arbeitsgebäude. Besonders in der Aachener Innenstadt gibt es wenig Flächen, die nicht bebaut sind und die auch der Stadt gehören. Bei Fußball- und Basketballplätzen muss außerdem darauf geachtet werden, dass genügend Abstand zu Wohnhäusern eingehalten wird. Die Menschen, die dort leben, sollen durch Lärm nicht zu sehr belastet werden. Für Geräusche, die von einem Kinderspielplatz ausgehen, gibt es zum Glück weniger Beschränkungen.
Umso wichtiger ist es, vorhandene Grünflächen und Spielplätze besonders attraktiv und gut nutzbar zu machen.
In den letzten Jahren sind dennoch einige neue Spiel und Grünflächen entstanden, wie beispielsweise
- Werk-Kunst-Hof (Südstraße)
- Spielplatz und Grünanlage Suermondt-Park (Richardstraße)
- Jugendplatz und Spielplatz mit neuer Grünfläche an der Straße zum Kirschbäumchen,
- Pocketpark in Brand am Vennbahnweg
- Spielplatz Alter Tivoli in einem Neubaugebiet
Im nächsten Jahr wird mitten in der Stadt am Büchel eine neue Grünfläche mit vielen neuen Bäumen und einigen Spielmöglichkeiten entstehen. Hier stand zuvor ein Parkhaus.
Viele Spielplätze sind komplett umgebaut und neu gestaltet worden wie zum Beispiel
- Spielplatz Lindenplatz und Augustinergasse
- Spielplatz Beverstraße
- Spielplatz Sigmundstraße
- Spielplatz Meersener Straße
- Spielplatz Stettiner Straße
- Park am alten Friedhof in Haaren
- Spielplatz und Quartierspark im Preuswald
Gleichzeitig wurden in allen Aachener Bezirken Calisthenics- (Fitness-)Anlagen aufgebaut und zwei mobile Pumptracks angeschafft, die abwechselnd in jedem Bezirk stehen werden. Außerdem wurden auf vielen Spielplätzen Bäume gepflanzt und Geräte erneuert oder neu aufgebaut, z. B. auf den Spielplätzen Abteitor, Hollandwiese, Vennbahnbogen, Laurensberger Straße, Marienburger Straße oder Walkweg.
Viele weitere Anlagen werden bald verbessert und umgebaut, wie zum Beispiel der Spielplatz Schagenstraße in Brand oder der Spielplatz Forster Weg. Der Spielplatz Jägerstraße in Burtscheid bekommt noch in diesem Jahr neue Spielgeräte.
In vielen Parks und Grünanlagen oder entlang von Straßen werden auch Blumen- und Langgraswiesen angelegt, damit Insekten und andere Tiere ein besseres Nahrungsangebot und bessere Lebensbedingungen finden.
Pflanzen auf Dächern und an Fassaden
Für die Stadt Aachen gibt es einen Plan, wie die Straßen, Plätze und Grünflächen, aber auch die Gebäude an stärkere Regenfälle und an längere Hitzephasen angepasst werden können. Deshalb werden zum Beispiel immer mehr Bäume in Straßen, aber auch auf Spielplätzen und in Parks gepflanzt. Es werden auch Dächer und Außenwände von Gebäuden begrünt. Mehrere Schulen und Kitas haben bereits ein Gründach.
Aber auch auf Privathäusern und auf Büro- und Geschäftsgebäuden sollen, wenn es möglich ist, Dachbegrünungen und Fassadenbegrünungen angelegt werden. Bei Neubauten ist das ab einer bestimmten Größe der Gebäude vorgeschrieben. Beim Bau von Parkplätzen müssen Bäume gepflanzt werden, unter anderem, damit die Asphaltflächen beschattet werden.
Es gibt auch eine finanzielle Unterstützung, wenn vorhandene Häuser und Dächer begrünt werden.
Zusammenfassung und Ausblick
Die Menschen in der Stadtverwaltung setzen sich dafür ein, Grünflächen, Spielplätze, Straßen und Gebäude so zu planen und zu bauen, dass sich möglichst alle dort wohlfühlen und sie gut genutzt werden können. Dazu gehört auch, mehr Platz für Bäume und andere Pflanzen, aber auch für Spiel- und Sportmöglichkeiten zu schaffen. Dabei gibt es auch Schwierigkeiten und Diskussionen, aber das Ziel wird trotzdem weiterverfolgt und an vielen Stellen in unserer Stadt auch erreicht.
Technische Details
ID: 1014795
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1014795
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2025-06-16 FB 36_0598_WP18 Mehr Gruenflaechen und SAO.pdf
23.6.2025
87.7 KB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 4.3
- Sitzung
- Sitzung des Bürgerforums als Kinderforum
- Gremium
- Bürgerforum
- Datum
- Mi., 09.07.2025
- Uhrzeit
- 11:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Status
- öffentlich
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 36 - Fachbereich Klima und Umwelt
- Geändert
- 13.8.2025
- Inhalt abgerufen
- 8. Februar 2026 um 12:12
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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