Aufstellung der Skulptur "Öcher Schängche";hier: Antrag zur Tagesordnung der Fraktionen CDU und SPD in der Bezirksvertretung Aachen-Mitte vom 21.09.2020
FB 61/1566/WP17 · Kenntnisnahme
Aufstellung der Skulptur "Öcher Schängche";hier: Antrag zur Tagesordnung der Fraktionen CDU und SPD in der Bezirksvertretung Aachen-Mitte vom 21.09.2020
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Frau Penalosa bedankt sich für die sehr gut gemachte Vorlage. Diese spiegelt wider, was im Mai im Kulturausschuss besprochen wurde. Sie befürwortet, das Denkmal nahe an der Barockfabrik aufzustellen oder in der Annastraße. Für Führungen ist es da gut zu erreichen. Zudem hat das Schängche mit dem Puppenbrunnen schon ein wunderbares Denkmal an zentraler Stelle.
Herr Dr. Otten bedankt sich ebenfalls für die ausführliche Vorlage. Dies erklärt, warum sie bei der letzten Sitzung nicht fertig sein konnte. Seit Mai hat man sich drei Mal mit dem Thema beschäftigt. Nun hat sich die Vermutung der letzten Sitzung bestätigt, dass alle Standorte, die vorgeschlagen wurden, sich tatsächlich als nicht umsetzbar erwiesen haben aus Sicht der Verwaltung. Mit der Hartmannstraße hat die Verwaltung einen vernünftigen Alternativvorschlag gemacht. Der Verein hat ein erhebliches bürgerschaftliches Engagement gezeigt. Er hat es verdient, dass die Verwaltung sich mit ihm in Verbindung setzt und fragt, ob er sich diesen Standort vorstellen kann. Der Verein wünscht sich die Hartmannstraße; die Verwaltung sagt, wir können ihn prüfen, es ist nicht ausgeschlossen. Daher macht Herr Dr. Otten den Vorschlag, den Standort Hartmannstraße zu priorisieren und, wenn dieser nicht möglich ist, einen Standort vor der Barockfabrik zu prüfen, damit das Denkmal überhaupt noch vor dem Geburtstag aufgestellt werden kann.
Auch Herr Deloie dankt der Verwaltung für die gute Vorlage obwohl ihm das Ergebnis nicht gefällt. Er selbst hat letztes Mal einen Alternativstandort in der Nähe eines historischen Spielortes an der Hotmannspief ins Gespräch gebracht. Er stellt fest, dass dieser Ort natürlich nicht das Kriterium der touristischen Erreichbarkeit erfüllt. Dies gilt für ihn allerdings auch für die Annastraße, in der er noch nie eine Touristengruppe bei einer Führung angetroffen hat. Wenn man aber am Ende keinem Wunsch des Vereins nachkommen kann, weil Denkmalschutz oder andere Auflagen dem widersprechen, dann soll man zumindest versuchen, einen Standort zu finden, der die Wünsche des Vereins maximal abbildet. Er befürwortet die Hartmannstraße. Sollte diese aber nicht umsetzbar sein, so ist für ihn das Wichtigste, dass das Denkmal zum 100sten Geburtstag aufgestellt ist. Unter dieser Prämisse kann er sich eine Platzierung vor der Barockfabrik vorstellen, da der Spielort eine klare Identifikation für das Schängche darstellt. Er weiß, dass der Verein hiermit nicht so zufrieden ist. Deshalb würde er immer noch gerne haben, dass das Engagement des Vereins auch so gewürdigt wird, wie er es verdient hat, nämlich dass man einen Ort findet, der dem Verein besser passt.
Herr Moselage erinnert an die finanzielle Förderung des Denkmals durch die Bezirksvertretung und möchte es jetzt nicht kontraproduktiv irgendwo hinstellen, wo es keiner mehr sieht. Mit dem Standort vor der Barockfabrik kann er sich durchaus anfreunden. Dann kann das Öcher Schängche als Denkmal seine Gäste bereits vor der Spielstätte begrüßen. Dies hält er für einen guten thematischen Zusammenhang. Und sollte die Spielstätte wechseln, dann wird diese Verbindung aufrechterhalten und das Schängche zieht mit um. Dies entspricht auch dem Vorschlag der Grünen-Fraktion. Er mahnt an, es jetzt anzupacken. Die Vorlage ist recht ausführlich, hilft aber nicht so richtig bei der Entscheidung, wo das Denkmal hingesetzt werden kann.
Herr Ferrari spricht das Denkmal des Oecher Penn Soldaten an, welches seinen Platz ja auch vor dem Hauptquartier der Oecher Penn am Marschiertor gefunden hat.
Dies veranlasst Herrn Dr. Otten darauf hinzuweisen, dass die Oecher Penn auch genau diesen Standort haben wollte. Und den Gefallen hat man ihr auch getan. Das ist der Unterschied.
Herr Müller hat bei der letzten Sitzung auf die überragende kulturelle Bedeutung des Schängche hingewiesen. Deshalb wünscht er sich auch einen besonderen Standort. Das Problem ist, dass die Zeit davon läuft. Sollte die Prüfung der Hartmannstraße, die dem Wunsch des Vereins entspricht, ergeben, dass es hier nicht geht, wird das Denkmal bis Mai nicht aufgestellt sein, dann ist es vorbei. Aus diesem Grund möchte sich Herr Dr. Otten dem Wunsch von Herrn Moselage anschließen, dann Barockfabrik, allerdings nur so, dass die Besucher es auch sehen, also nicht auf der Rückseite.
An Frau Penalosa gerichtet, weist er darauf hin, dass der Puppenbrunnen und das Öcher Schängche nichts miteinander zu tun haben.
Herr Klopstein nimmt zu den Ausführungen in der Vorlage zum Standort 2 Elisengarten Stellung.
Herr Ferrari begrüßt Frau Strehle und erteilt ihr das Wort.
Frau Strehle informiert die Bezirksvertreter dahingehend, dass die Verwaltung eine Präsentation vorbereitet hat. Hieraus stellt sie die Folie vor, die den Zeitplan aufzeigt mit den noch erforderlichen Schritten bis Mai 2021und erläutert die einzelnen Punkte.
Sodann teilt sie mit, dass sowohl die Bezirksvertretung als auch der Rat noch eine Beschlussvorlage erhalten werden.
Im Hinblick auf den Zeitplan erwähnt Herr Deloie, dass in der Vorlage nur „Kenntnisnahme“ steht. Wenn das Schängche rechtzeitig aufgestellt sein soll, muss aber jetzt ein Beschluss gefasst werden. Bezüglich des Standortes vor der Barockfabrik erinnert er an eine Szene, bei dem das Öcher Schängche resigniert feststellt: „Hauptsache in Oche“.
Frau Luczak resümiert, dass die bisherigen Wortbeiträge dazu tendieren, dass Denkmal im Blickfeld vor der Barockfabrik aufzustellen. Auch für sie ist es eine schöne Vorstellung, dass das Schängche dort seine Besucher empfängt. Deshalb schlägt sie vor, dass sich die Bezirksvertretung für diesen Standort entscheidet.
Herr Ferrari stellt fest, dass es zum Standort mit Barockfabrik und Hartmannstraße zwei Vorschläge gibt. Herr Dr. Otten priorisiere die Hartmannstraße und alternativ die Barockfabrik, und zwar so, dass man es auch sieht.
Sodann nimmt Herr Dr. Otten Bezug auf den letzten Satz der Vorlage und fragt nach, ob die Verwaltung mit dem Verein bezüglich des Standortes Kontakt aufgenommen hat.
Frau Strehle erklärt, man habe dahingehend Kontakt aufgenommen, dass man den Verein informiert habe, nach der heutigen Sitzung mit ihm ein Gespräch führen zu wollen.
Zum Standort Hartmannstraße informiert Frau Strehle, dass die Prüfung bereits initiiert ist und schon viele positive Rückmeldungen vorliegen, so unter anderem von der Denkmalpflege und der Feuerwehr. Bisher sei aber noch kein Ort abschließend geprüft.
Herr Dr. Otten resümiert, in Anbetracht der Vorlage habe er erwartet, dass das Ergebnis der Prüfung der Verwaltung und das Ergebnis der Kontaktaufnahme mit dem Verein heute vorliegen würden.
Frau Conradt merkt an, dass die Diskussion im Vorfeld ergeben hat, dass die Barockfabrik kein gewünschter Standort des Vereins ist. Sie findet es nicht angemessen, so mit den Anliegen der Bürger umzugehen, die das Denkmal zum großen Teil finanziert haben.
Herr Ferrari bestätigt nochmals, dass es kein Standort im hinteren Bereich der Barockfabrik sein soll. Wenn aber jetzt kein Beschluss zum Ort gefasst wird, kann die Aufstellung bis zum Geburtstag nicht realisiert werden.
Frau Luczak erinnert, dass laut Folie heute nur ein Beschluss zum weiteren Vorgehen, die Festlegung des Aufstellortes aber erst im Dezember nach der Rücksprache mit dem Verein erfolgen muss.
Herr Jacoby fragt nach, ob der Ablaufplan hinsichtlich der Zeiten noch Einsparpotential bietet, damit der Vorschlag von Herrn Dr. Otten eingebunden werden kann.
Herr Dr. Otten möchte wissen, was genau die Bezirksvertretung am 03.02.2021 beschließen muss bzw. kann: den Aufstellort in Form von Hartmannstraße oder Barockfabrik oder ob dann nur noch festzulegen ist, auf welchem Quadratmeter vor der Barockfabrik das Denkmal platziert wird?
Frau Strehle benennt den 03.02.2021 als das Datum, an dem die finale Entscheidung zum Aufstellort fallen muss. Bis Mitte Dezember 2020 muss die Abstimmung mit den Fachämtern und mit dem Verein erfolgt sein. Deshalb sollten heute der Verwaltung die Prioritäten für den Standort mitgegeben werden, so dass mit dem Verein gemeinsam die Präferenz festgelegt, die Vorplanungen abgeschlossen und die Kosten ermittelt werden können. Das Erstellen einer fundierten Vorlage hinsichtlich des Standortes Hartmannstraße kann zum 13.01.2021 nicht erreicht werden; realistisch ist der 03.02.2021. Die dann verbleibende Zeit bis Ende April reicht für die baulichen Arbeiten.
Zur Anmerkung von Herrn Deloie hinsichtlich der „Kenntnisnahme“ erklärt Frau Strehle, dass die Verwaltung heute ein Votum benötigt zum Einstieg in die Detailplanung.
Herr Ferrari möchte die Standorte eingrenzen: Hartmannstraße und Barockfabrik.
Hartmannstraße und alternativer Standort Barockfabrik konkretisiert Herr Dr. Otten.
Herr Deloie bestätigt 1b. „Hartmannstraße zwischen Elisabethstraße undMünsterplatz“ und 2a. „Vorbereich Barockfabrik“. Dennoch wünscht er sich eine kurze Unterbrechung der Sitzung, damit Herr Chauvistré vom Förderverein Öcher Schängche-Denkmoel e.V. hierzu etwas sagen kann.
Frau Penalosa bittet die von der Verwaltung vorbereitete Präsentation zu dem Standort Hartmannstraße jetzt anzusehen. Das Gremium unterstützt diesen Wunsch.
Die Präsentation umfasst eine Vielzahl von Standorten und Herr Kemper, FB 61/500, nimmt Stellung zu den gezeigten Folien hinsichtlich der geprüften Kriterien. Abschließend informiert Frau Strehle zu den möglichen Aufstellorten im gesamten Bereich der Barockfabrik.
Herr Ferrari will gerne über folgenden Beschlussvorschlag abstimmen lassen: Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte beauftragt die Verwaltung, die beiden Standorte Hartmannstraße und Barockfabrik zu untersuchen und unter Beteiligung des Fördervereins Öcher Schängche-Denkmoel e.V. eine Vorlage für die nächste Sitzung vorzulegen.
Frau Penalosa schließt sich dem Wunsch von Herrn Deloie an, Herrn Chauvistré anzuhören.
Hierzu besteht bei den Bezirksvertretern Einvernehmen. Herr Ferrari unterbricht die Sitzung für 5 Minuten.
Herr Chauvistré stellt kurz und knapp klar, dass der Förderverein einen Standort an der Barockfabrik nicht unterstützen möchte. Er bittet nachdrücklich um die Auswahl der Hartmannsstraße.
Herr Ferrari führt die Sitzung fort. Der vorstehend erwähnte Beschlussvorschlag steht weiter im Raum. Es gibt keine anderen Vorschläge. Frau Dr. Lassay bittet um Abstimmung.
Die Bezirksvertretung fasst folgenden
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Stadtpuppenbühne Öcher Schängche am 04. Mai 2021, strebt der zu diesem Zweck gegründete Förderverein Öcher Schängche-Denkmoel e.V. die Aufstellung einer Skulptur aus Bronze in der Aachener Innenstadt an, die eine typische Markt-Szene des Stockpuppentheaters zeigen soll.
Entsprechend des Antrags vom 21.09.2020 der Fraktionen CDU und SPD der Bezirksvertretung Aachen-Mitte sowie des Beschlusses der Bezirksvertretung Aachen-Mitte vom 07.10.2020 werden in dieser Vorlage in Teil A das Prüfergebnis der vorgeschlagenen Standorte (Ritter-Chorus-Straße und Elisengarten) vorgestellt und in Teil B weitere Standorte zur Abstimmung vorgeschlagen.
Teil A - fachübergreifende Prüfung der vorgeschlagenen Standorte
Die Standorte in Ritter-Chorus-Straße und Elisengarten wurden unter den folgenden fachlichen Gesichtspunkten geprüft:
-Unterhaltung von Straßen
-Unterhaltung von Grünflächen
-Veranstaltungen / Sondernutzungen und deren Sicherheitskonzepte
-Brandschutz
-Natur- und Baumschutz
-Grünplanung
-Verkehrsplanung
-Straßenverkehr und Sondernutzungen
-Stadtgestaltung
-Denkmalpflege
-Straßenbau
Die Ergebnisse dieser Prüfung werden – soweit relevant – im Weiteren aufgeführt.
Standort 1 – Ritter-Chorus-Straße am Verwaltungsgebäude und vor Bischofssitz
Die Standorte in der Ritter-Chorus-Straßeliegen im Bereich von Bewegungs- und Aufstellflächen für Lösch- und Rettungsfahrzeuge sowie Fahrzeugen der Sicherheitskräfte wie Polizei und Ordnungsdienst, die zur sicheren Durchführung der jährlich stattfindenden Großveranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt, der Karlspreisverleihung, dem September-Special und auch der Heiligtumsfahrt im kommenden Jahr benötigt werden. Die Anforderungen an die Sicherheitskonzepte von Veranstaltungen sind in den vergangenen Jahren immer größer geworden, so dass die Verwaltung die freien Bereiche in Ritter-Chorus-Straße, Johannes-Paul-II.-Straße und Klosterplatz als unerlässlich ansieht, um Veranstaltungen von teilweise internationaler Bedeutung auch weiterhin im Herzen Aachens ausrichten zu können. (Die in den letzten Jahren durchgeführte umfassende Standortprüfung für Fahrradbügel konnte in diesem Bereich auch keine weiteren Standorte eruieren.)
Gleichzeitig befinden sich die Standorte in den Feuerwehrbewegungsflächen für die Domsingschule und das Verwaltungsgebäude Katschhof. Eine Skulpturin diesen Bereichen ist nicht möglich.
Weiterhin liegen die Flächen in unmittelbarer Nähe zum UNESCO Welterbe Aachener Dom und der davon ausgehenden Schutzwirkung auf die umgebenden Flächen im Rahmen der Pufferzone des Welterbes und des Denkmalbereiches Innenstadt. Die für die Aufstellung erforderliche denkmalrechtliche Erlaubnis kann nicht in Aussicht gestellt werden. Das ruhige und konzentrierte Erscheinungsbild des öffentlichen Raumes im direkten Kontext des Welterbes ist maßgebend, wird durch die Gestaltung der vorhandenen Flächen gestützt und soll nicht verlassen werden.
Bei den jüngsten Bodeneingriffen im Bereich Ritter Chorus-Straße konnte festgestellt werden, dass nur wenige Zentimeter unterhalb des Unterbaus des heutigen Belags archäologisch relevante Schichten vorhanden sind. Dabei handelt es sich vornehmlich um römerzeitliche Schichten. Ferner konnten hier (die ansonsten sehr seltenen) Hinweise auf eine möglicherweise eisenzeitliche Besiedlung gefunden werden. Ein Eingriffzur Fundamentierung bedarf eines absolut notwendigen öffentlichen Interesses, welches von Seiten der Bodendenkmalpflege nicht gesehen wird.
Die räumliche Situation am Ritter-Chorus-Straße hilft mit ihrer schlichten zurückhaltenden Gestaltung, die Betonung des historischen Gebäudeensembles rund um Dom und Rathaus zu stärken. Diese Betonung und Ablesbarkeit war und ist maßgebliches Gestaltungskriterium des Wettbewerbsbeitrags vom Atelier Fritschi Stahl Baum aus dem Jahr 2009. Das Gesamtkonzept und die entscheidenden Leitgedanken daraus sind aus stadtgestalterischer Sicht bindend. Die Aufstellung der Skulptur im Bereich des Ritter-Chorus-Platzes wird vor diesem Hintergrund kritisch gesehen.
Die Neuordnung und Neugestaltung des Ritter-Chorus-Platzes wurde maßgebend durch Fördermittel des Bundes aus dem Programm Nationale Welterbestätten finanziert. Die Ausschüttung der Förderung ist mit einer Bindefrist von 25 Jahren verknüpft. Gestalterische Eingriffe bedürfen in dieser Zeit der Zustimmung des Fördergebers, die angesichts der denkmalfachlichen Bedenken als unwahrscheinlich gilt.
Standort 2 Elisengarten
Die Neugestaltung des Elisengartens im Jahr 2006 nach Entwürfen der Landschaftsarchitekten Lützow 7 entwickelt den Bereich hinter dem Elisenbrunnen als ein „offenes Tableau“ mit „freien Flächen“ auf der „loses Mobiliar“ platziert werden kann. Zusammen mit dem großzügigen Wasserbassin entsteht ein moderner, zeitloser Grünraum, dessen Qualität sich in der hohen Frequentierung und Nutzung durch Besucher*innen und Bürger*innen zeigt. Die Aufstellung einer Skulptur würde zu einer Schwächung dieser Qualität führen, da es keinen thematischen Bezug zu dem Ort knüpfen kann und in seiner Gestalt einen Bruch zu der frischen und schlichten Kulisse des Elisengartens und des Elisenbrunnens darstellt. Aus stadtgestalterischer und grünplanerischer Sicht kann die Aufstellung einer Skulptur an dieser Stelle daher nicht empfohlen werden.
Zur beschriebenen Neugestaltung des Elisengartens besteht ein Urheberrecht der Landschaftsarchitekten, die in alle Umgestaltungen der Grünanlage einbezogen werden müssen. Hierzu gehört auch dieAufstellung einer Skulptur. Bereits bei kleineren Überarbeitungen der Parkanlage gestaltete sich die Zusammenarbeit in der Vergangenheit äußerst schwierig und mündete vielfach in rechtlichen Auseinandersetzungen. Von Seiten der Landschaftsarchitekten ist auf Grund dieser Erfahrungen nicht mit einer Zustimmung zur Aufstellung der Skulptur zu rechnen, zumal bereits im Zuge der Umgestaltung des Elisengartens die Wiederaufstellung des Flötenspielers nicht umgesetzt werden konnte und diese Bronzeskulptur in der Folge an anderer Stelle aufgestellt wurde.
Bei der Aufstellung der Skulptur ist grundsätzlich darauf zu achten, dass der Standort nicht im Kronentraufbereich eines Baumes liegt, da die Fundamentierung (ca. Breite | Länge | Tiefe = 40 cm | 160 cm | 80 cm) dem Wachstum und der Gesundheit des Baumes schadet. Die Standort-Vorschläge am Elisenbrunnen sind hinsichtlich des Baumschutzesäußerst kritisch zu sehen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass diese sehr kleine Grünanlage den Auswirkungen des Klimawandels in besonderem Maße ausgesetzt sein wird bzw. bereits ist. Eine Schwächung der vorhandenen Grünstruktur durch Eingriffe im Kronentraufbereich ist daherabzulehnen, auch um den Ort als eine der wenigen grünen Oasen in der Innenstadt zu bewahren.
Auch die Aufstellung von weiteren Fahrradbügeln im Bereich der Grünanlage wurde zuletzt aus oben genannten Gründen verworfen.
Aus Sicht des Umgebungsschutzes des Baudenkmals Elisenbrunnen ist die Aufstellung einer Skulptur nicht zu empfehlen. Die ruhigen, freien Flächen im rückwärtigen Bereich des klassizistischen Gebäudes wirken auf das Gebäude fokussierend. Weitere Objekte stören diese Wirkung.
Die umfangreiche archäologische Begleitung der Umgestaltung des Elisengartens hat erwiesen, dass auch hier die archäologischen Befunde dicht unter der heutigen Oberfläche beginnen. Besonders ist hier die komplexe Stratigraphie, welche aus Planierungs- und Aufschüttungsmaßnahmen unterschiedlichster Epochen resultiert. Die Nutzung des Areals ist von der Steinzeit bis in die Moderne nachgewiesen, wobei besonders die Befunde der Römerzeit und des Mittelalters von herausragender Bedeutung sind. Dementsprechend wird aktuell die Eintragung des Areals als Bodendenkmal vorbereitet. Ein Eingriff zur Fundamentierung bedürfte einer engen Abstimmung mit der Stadtarchäologie im Benehmen mit dem Landschaftsverband Rheinland.
Ergebnis der Prüfung
In einer tabellarischen Übersicht (siehe Anlage 3) sind die Prüfergebnisse dargestellt. An den vier Standorten ist aus unterschiedlichen Gründen die Platzierung einer Skulptur nicht möglich. Nur die aus der Sicht der Verwaltung tatsächlich zwingenden Gründe sind dabei rot markiert. Weitere, weniger zwingende Gründe sind gelb markiert. In der Gesamtschau kommt keiner der vorgeschlagenen Standorte für die Aufstellung einer Skulptur in Frage.
Teil B: weitere Standortvorschläge
Die Verwaltung schlägt daher gemäß des Beschlusses vom 07.10.2020 im Folgenden weitere Prüfstandorte bzw. Prüfräume mit Blick auf die folgenden Kriterien vor:
-Nähe zum Stadtkern
-Ort steht in thematischem Bezug zum Schängche
-Ort steht in räumlichen Bezug zum aktuellen Spielort
-Sichtbarkeit für Besucher der Stadt
-Sichtbarkeit für Bewohner der Stadt (Stiftung von Identität)
-Frequentierung (Lage an öffentlichen Zielpunkten und Hauptrouten)
-vorhandene Denkmäler/Skulpturen im Stadtraum(siehe auch Anlage 4)
Die vielfältigen Aspekte, die bei der Standortsuche zu berücksichtigen sind, führen dazu, dass zum Zeitpunkt der Vorlagenerstellung, kein „abgeprüfter“ Standortvorliegt. Im Weiteren werden daher die Prüfräume bzw. denkbaren Varianten vorgestellt.
- Umfeld Dom / Rathaus
Im Herzen der Altstadt ist bereits eine Fülle von Skulpturen und Denkmälern vorhanden (siehe Anlage 4) und der Anspruch an das Stadtbild und die räumliche Gesamtwirkung im Welterbebereich ist besonders hoch. Gleichzeitig ist die Konkurrenz um den Raum extrem stark. Neben dauerhaften Einbauten, wie Fahrradbügeln, touristischen Leitelementen und Wegweisern, Werbeanlagen und Schildern spielen temporäre Veranstaltungen und die Außengastronomie eine entscheidende Rolle bei der Standortsuche.
Nach Sichtung möglicher Standorte im Umfeldvon Dom und Rathaus kommen als näher zu prüfen folgende Standorte in Frage:
- Jakobstraßezwischen Markt und Judengasse
- Hartmannstraße zwischen Elisabethstraße und Münsterplatz
Die Option „ Austausch einer vorhandenen Skulptur“ ist eher theoretischer Natur und müsste von der Politik gewünscht werden. Eine Prüfung dieser Option wird daher nicht vorgeschlagen, zumal ein Ergebnisunter dem Zeitziel, Errichtung im Mai 2021, schwer vorstellbar ist.
- Umfeld Barockfabrik
Im Umfeld der jetzigen Spielstätte der Stadtpuppenbühne gibt es aus Sicht der Verwaltung vielfältige Möglichkeiten zur Platzierung der Skulptur, die man näher untersuchen sollte:
- Vorbereich Barockfabrik
- Hinterer Bereich Barockfabrik (Spielplatz, Grünfläche)
- Hans-Stercken-Platz / Annastraße
- Mörgensstraße / Ecke Alexianergraben
Eine Platzierung im Umfeld der Spielstätte hätte den Vorteil, dass das Theater mit seinen Aufführungen sichtbarer nach außen in Erscheinung tritt und das Umfeld aufgewertet werden kann– ob nun im direkten Eingangsbereich oder im weiteren Umfeld.
Die Annastraße ist eine Hauptroute für Fußgänger und bildet einen der zehn Premiumfußwege ins Grün. Diese sollen neben Komfort auch besondere „Stationen“ einbinden und perspektivisch vermarkten. Die Platzierung des Öcher Schängche an einem Premiumfußweg ist auch aus übergeordneter Sicht damit ein Mehrwert.
- Für Aachener gedacht / Quartiersbezug
Die bisherige Standortsuche hat sich auf den Altstadtkern und die Spielstätte der Stadtpuppenbühne fokussiert. Darüber hinaus sind aus Sicht der Verwaltung weitere Suchräume denkbar. Zum einen an zentralen Plätzen von innerstädtischen Wohnquartieren, die über die Skulptur eine generationenübergreifende Identifikationsfigur erhielten, und zum anderen an hoch frequentierten Orten, die von Aachenern aus dem gesamten Stadtgebiet aufgesucht werden. Folgende näher zu untersuchende Orte werden daher vorgeschlagen:
- Lindenplatz
- Hotmannspief / Grünfläche
- Stadtbibliothek
- Mobile Lösung
Eine weitere Möglichkeit ist es, die Skulptur mit einem Sockel / einer Bodenplatte so auszubilden, dass es versetzt werden kann. Dies würde die Option eröffnen, der Skulptur im Jubliäumsjahr einen besonders prominenten Standort zu ermöglichen und es danach an der jeweiligen Spielstätte aufzustellen.
Bei der Aufstellung sind natürlich die bereits angewandten Prüfkriterien ebenso erneut abzufragen. Durch die befristete Aufstellung, könnten aber gegebenenfalls Zeitfenster von Veranstaltungen so berücksichtigt werden, dass sicherheitstechnische Bedenken ausgeräumt werden können.
Die genannten Standorte bzw. Prüfräume sind in der Anlage 4 (Karte der Innenstadt) markiert.
Vorschlag zum weiteren Vorgehen
Eine Prüfung der tatsächlichen Umsetzbarkeit der unter Teil B genannten Standorte konnte in der Kürze der Zeit nicht erfolgen. Bis zum Sitzungstermin wird die Verwaltung möglichst viele der Varianten prüfen, mit dem Verein Öcher Schängche e.V. Kontakt aufnehmen und über das Ergebnis mündlich berichten.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
JA | NEIN | ||
X |
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Folgekosten (alt) | Folgekosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
Abstimmungsergebnis
Weitere Dokumente (4)
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Technische Details
ID: 101490
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=101490
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2020-11-02 FB 61_1566_WP17 Aufstellung der Skul SAO.pdf
8.11.2024
2.9 MB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 7
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Mitte
- Gremium
- Bezirksvertretung Aachen-Mitte
- Datum
- Mi., 11.11.2020
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
- Geändert
- 18.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 17. Februar 2026 um 23:47