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Forstwirtschaftsplan 2021, hier: Bereich Kornelimünster/Walheim

FB 36/0489/WP17 · Kenntnisnahme

Forstwirtschaftsplan 2021, hier: Bereich Kornelimünster/Walheim

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Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beschluss

Die Bezirksvertretung Aachen-Kornelimünster/Walheim nimmt den Forstwirtschaftsplan für das Forstwirtschaftsjahr 2021 für den Münsterwald zustimmend zur Kenntnis. Abstimmungsergebnis: Zustimmung: Ablehnung: Enthaltung: Einstimmig keine keine

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:


Die Bezirksvertretung Kornelimünster/Walheim nimmt den Forstwirtschaftsplan für das Forstwirtschaftsjahr 2021 für den Münsterwald zustimmend zur Kenntnis.

In Vertretung

Dr. Markus Kremer

(Beigeordneter)

Erläuterungen

Erläuterungen:


Die Kommune erstellt gemäß Landesforstgesetz NRW jährlich einen Forstwirtschaftsplan. Dabei orientiert sich der Forstbetrieb an einem mittelfristigen - auf 10 Jahre ausgelegten - Betriebsplan (Forsteinrichtungswerk). Dieses zentrale forstliche Planungs- und Führungsinstrument gibt dem Forstbetrieb Rahmenbedingungen vor, um die ökonomischen, ökologischen und sozialen Ziele mittelfristig zu erreichen.Im Einrichtungszeitraum von 2015-2025 sind nun im sechsten Jahr die forstwirtschaftlichen Maßnahmen zu planen.

Rückblick auf das Forstwirtschaftsjahr 2020

Im Forstwirtschaftsjahr 2020 hatte der Wald erneut mit Witterungsextremen zu kämpfen, beginnend mit den Stürmen Sabine und Victoria im Februar 2020, gefolgt von einem weiteren regenarmen Jahr, das in Verbindung mit den Wasserdefiziten der beiden Vorjahre zu einer langanhaltenden schweren Dürre im Wurzelraum der Bäume führte.

Dem Wald in NRW geht es laut MULNV so schlecht wie nie zuvor. Die Vitalität eines Baumes lässt sich an der Krone ablesen. Laut Waldzustandsbericht 2019 zeigen 42 Prozent der Bäume eine deutliche Kronenverlichtung, 39 Prozent eine schwache und nur 19 Prozent der Bäume sind ohne Blatt- bzw. Nadelverlust. Auffällig hohe Schäden zeigen sich im Münsterwald bei den Fichten. Über mehrere Jahre hinweg fielen sie Stürmen zum Opfer und seit drei Jahren leiden sie unter massivem Borkenkäferbefall. Befallene Bäume sollen innerhalb weniger Wochen gefällt und abtransportiert oder geschält werden.

Nachdem die Laubbäume im Stadtgebiet die Trockenheit in den Vorjahren gut überstanden haben, zeigten sie im Jahr 2020 vermehrt Blattverluste. Gelegentlich trocknen die Kronen von der Spitze her ein. Besonders betroffen sind ältere Buchen, aber auch Birken an Waldrändern. Darüber hinaus treten Schädlinge der Lärche auf, die bisher im Raum Aachen keine Rolle spielten. Der Münsterwald ist von diesen Schäden erfreulicherweise nicht betroffen.

Durch die vielen Schäden gerät die einst nachhaltige, d.h. am Zuwachs orientierte kontinuierliche Waldwirtschaft ins Wanken. Außerplanmäßige Nutzungen (Kalamitätsholz) prägen die Forstarbeiten der letzten Jahre und die einst planbaren Arbeiten treten in den Hintergrund. Die Personalressourcen des Forstamtes fließen in Kontrollgänge, in die Beseitigung von Schäden und in die Verkehrssicherung. In der Folge treten die sonstigen Forstbetriebsarbeiten wie Pflegeeingriffe (Jungbestandspflege, Durchforstung) oder die Unterhaltung von Wegen und Erholungseinrichtungen in den Hintergrund.

Gemessen an den Waldverlusten in anderen Regionen Nordrhein-Westfalens (bspw. Sauerland) sind die Schäden in den Aachener Wäldern jedoch noch überschaubar.


Forstwirtschaftsplan 2021

a) Holzeinschlagsplan

*)Alh = andere Laubbäume mit hoher Umtriebszeit (Esche, Bergahorn, Kirsche)
Aln = andere Laubbäume mit niedriger Umtriebszeit (Roteiche, Birke, Roterle, Eberesche, Robinie, Rosskastanie)

**) ca. 1.500 Festmeter Kalamitätsholz sind noch nicht erfasst und in der Aufstellung nicht berücksichtigt

Wie zuvor dargestellt sind die Fichtenwälder vielerorts aufgerissen und labil. Hinzu kommt, dass sich die Käferpopulation nach Aussagen des Landesbetriebs Wald und Holz gegenüber 2018 verzwölffacht hat. In den kommenden Jahren ist daher mit weiteren Schäden zu rechnen.

Der Laubholzeinschlag wurde defensiv mit 575 Festmeter angesetzt. Im Zuge dieser Lauhholzdurchforstungen fallen geringe Mengen an Kiefern und Fichten an. Durchforstungen im Nadelholz sind aufgrund der stark gefallenen Holzpreise und der zu erwartenden Schäden nicht geplant. Das Gemeindeforstamt wird sich - wie in den Vorjahren - auf die Beseitigung von Schäden konzentrieren.

b) Kultur-, Wege- und Erholungsplanung

Kulturbegründung

Das Gemeindeforstamt beabsichtigt im anstehenden Forstwirtschaftsjahr 8.020 Bäume zu pflanzen. Davon entfallen 3.000 Bäume auf Ausgleichsmaßnahmen und 5.020 Bäume auf forstübliche Pflanzungen, teilweise in Form des Voranbaus.

Folgende Baumarten und Mengen sind für das Forstwirtschaftsjahr 2021 vorgesehen:

*)Ausgleich und Ersatz nach BauGB:finanziert durch Ausgleichsmittel

**)Forstbudget: finanziert durch städtische Mittel, durch Fördergelder nach den Förderrichtlinien des Landes NRW sowie durch Mittel der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in Kooperation mit einem Privatunternehmen

Aufgrund der vorgenannten Schäden steht das Gemeindeforstamt vor der Aufgabe, die vielen Kahlflächen wieder zu bewalden. Freiflächenaufforstungen nach einem Kahlhieb sind meist aufwändig und teuer, sie sind mit höheren Risiken verbunden (Ausfälle) und schwer zu kalkulieren. Die erschwerenden Faktoren sind Reisig und Restholz auf der Fläche, die explosionsartige Entwicklung von Konkurrenzvegetation, der fehlende Schutz von Altbäumen und damit einhergehend die hohe abiotische Belastung durch Hitze, Trockenheit und Strahlungsfrost.

Die kostengünstigste Möglichkeit einer Wiederbewaldung besteht darin, Flächen der natürlichen Sukzession zu überlassen. Diese Möglichkeit wird in der Wiederbewaldungsstrategie der Stadt Aachen berücksichtigt. Jedoch nicht immer ist die natürliche Sukzession das Mittel der Wahl. Insbesondere im Münsterwald entwickeln sich ehemalige Fichtenwälder langfristig wieder zu unerwünschten und risikobehafteten Fichtenmonokulturen. Auf diesen Standorten ist eine flächendeckende Aufforstung mit den oben genannten Baumarten mitunter die bessere Option.

Ein Teil der Weißtannen, die im Vorjahr als Voranbau unter Fichten gepflanzt wurden, sind vertrocknet. Sie werden im anstehenden Forstwirtschaftsjahr nachgebessert.

Jungbestandspflege

Zahlreiche Sturmwurfflächen aus den Vorjahren stehen zur Jungbestandspflege an. Im jungen Alter von rund 10 Jahren sind Pflegeeingriffe noch kostengünstig durchzuführen. Hinter der Jungbestandspflege verbirgt sich der Gedanke, die für den Standort gewünschten Haupt- und Nebenbaumarten zu fördern und durch eine Standraumerweiterung ihre Vitalität und Stabilität zu verbessern (größere Kronen, größere Wurzeln). Ziel ist der Aufbau eines gesunden, artenreichen und klimastabilen Mischwaldes. Diese Aufgabe erfordert profunde Kenntnisse der örtlichen Situation und eingehendes Fachwissen; daher werden diese Arbeiten ausschließlich mit eigenem Personal durchgeführt.
Das Gemeindeforstamt plant Pflegeeingriffe auf ca. 20,5 Hektar.

Zukünftig werden Wiederaufforstungsmaßnahmen sowie Arbeiten im Bereich der Kultur- und Jungbestandspflege an Bedeutung gewinnen und die Arbeitsschwerpunkte im Gemeindeforstamt über Jahre hinweg verschieben.

Waldschutz

Durch Wildverbiss gefährdete Wirtschaftsbaumarten, in erster Linie Eiche und in einigen Bereichen auch die Buche, werden durch Ausbringung von Vergrämungsmitteln auf die Terminalknospe geschützt. Junge Weißtannen werden in aller Regel eingegattert, da die Pflanzen meist sehr klein sind und unter dem Schirm des Altholzes einige Zeit benötigen, bis sie aus dem Äserbereich des Wildes gelangen.
Geplant ist ein zweimaliger Verbissschutz auf 2,1 ha (jeweils im Sommer und im Winter).

Wegebau/Wegeunterhaltung

Zu den Unterhaltungsarbeiten im Bereich Wegebau gehören das Aufschottern und Profilieren von sand-/wassergebundenen Wegen, das Mulchen der Wegebankette, die Grabenpflege sowie der Schnitt des Lichtraumprofils. Diese Maßnahmen werden mit Ausnahme der Grabenpflege in Eigenregie durchgeführt.

Je nach Schadsituation werden die Waldwege durch Holzrückemaschinen unterschiedlich stark in Mitleidenschaft gezogen. So lange die Holzerntearbeiten andauern, werden die Wege nur provisorisch instandgesetzt. Erst nach Abschluss der Holzabfuhr erfolgt die finale Wegeausbesserung. Die gewohnte Wegequalität ist daher situationsbedingt nicht immer gewährleistet.

Erholung/Erholungseinrichtungen

Der frisch erneuerte Holzsteg am Fobisbach (Münsterwald) wurde auf einem Teilstück von zwölf Metern durch die Februarstürme 2020 beschädigt. Er wurde kürzlich wieder instandgesetzt.

Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

JA

NEIN

x

Investive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Gesamt­bedarf (alt)

Gesamt­bedarf (neu)

Einzahlungen

0

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0

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Auszahlungen

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Ergebnis

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+ Verbesserung /

- Verschlechterung

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Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Folgekosten (alt)

Folgekosten (neu)

Ertrag

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Personal-/

Sachaufwand

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Abschreibungen

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Ergebnis

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+ Verbesserung /

- Verschlechterung

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Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Abstimmungsergebnis

Zustimmung: Ablehnung: Enthaltung: Einstimmig keine keine
Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2020-10-26 FB 36_0489_WP17 Forstwirtschaftsplan SAO.pdf

21.1.2025

130.1 KB

Metadaten

TOP
Ö 8
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Kornelimünster / Walheim
Gremium
Bezirksvertretung Aachen-Kornelimünster / Walheim
Datum
Mi., 11.11.2020
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 36 - Fachbereich Klima und Umwelt
Geändert
18.2.2026
Inhalt abgerufen
17. Februar 2026 um 23:46