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Sachstand Klimaschutz im Rahmen des Monitoring gemäß European-Energy-Award

FB 36/0003/WP18 · Kenntnisnahme

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Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Die Ausschussvorsitzende Ratsfrau Lürken hebt hervor, dass die Stadt Aachen bei diesem Audit rund 84% erreicht habe und meint, sie fände es bedauerlich, dass so wenig davon auch wirklich öffentlich ankomme und gesehen werde. Sie bedankt sich bei der Verwaltung für die hervorragende Arbeit in diesem Thema.

Ratsfrau Brinner weist darauf hin, dass das gesteckte Ziel noch deutlich verfehlt werde, man müsse noch viel Energie in das Thema stecken, daher freue sie sich, dass Herr Beigeordneter Dr. Kremer hier so engagiert im Thema dabei sei. Sie bekräftigt, dass diese vorgestellten Ergebnisse sich auch im Haushalt widerspiegeln müssten und fühlt sich im Bereich der Resultate der Verkehrsimmissionen in ihrem Handeln in Sachen Radentscheid bestärkt.

Herr Dr. Nositschka sieht in den Ergebnissen ebenfalls eine Steilvorlage für die kommenden Haushaltsberatungen. Er hebt positiv die erfreulichen Zahlen für den Strom-Sektor hervor, die jedoch nur zu 13% aus erneuerbaren Energien generiert werden.

Bezüglich des Klimaziels von 1,75 Grad bittet er um Aufklärung, da aus seiner Sicht das Pariser Klimaschutzabkommen 1,5 Grad vereinbart habe. Herr Meiners erörtert, dass man als Verwaltung diese Messgröße schlicht als Mittelwert zwischen den unterschiedlichen veröffentlichten wissenschaftlichen Zielen aus 2 Grad und 1,5 Grad genommen habe.

Ratsfrau Dr. Wolf schließt sich dem Dank an die Verwaltung, insbesondere an Frau Dr. Vankann an und mahnt dazu, bei der Problematik der CO2--Bilanz des Verkehrs die Anstrengungen zu erhöhen. Sie stellt an die Verwaltung die Frage, wie viele Fördermittel derzeit in diesem Bereich zur Verfügung stünden. Herr Meiners sagt zu, diese Informationen im Rahmen der Niederschrift nachzureichen. Laut Rückmeldung der verantwortlichen Sachbearbeiterin Frau Dr. Vankann lässt sich aktuell betreffend der Bewerbung um „Modellprojekte zur Klimaanpassung und Modernisierung urbaner Räume“ ergänzen, dass

der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages am 18.11.2020 eine Auswahl von Förderprojekten beschlossen hat, die in das Bundesprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ aufgenommen werden sollen. Dazu gehört auch das Projekt „Grüne Lunge Aachen“ der Stadt Aachen mit einer Bundesförderung von bis zu1.260.000 €.

Herr Beigeordneter Dr. Kremer hebt hervor, dass es sich bei dem kürzlich verabschiedeten IKSK der Stadt Aachen um eines der ambitioniertesten in ganz Deutschland handele, welches über 80 Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von jährlich rund 67 Mio € enthalte. Welche davon wie schnell umgesetzt werden, sei in erster Linie von den haushalterischen Möglichkeiten abhängig.

Aus diesem Grund seien die Maßnahmen hier auch noch nicht präsentiert worden. Jedoch werde man in der nächsten AUK Sitzung Ende Januar die Maßnahmen vorstellen, so dass diese dann noch bis zum Haushaltsbeschluss über mehrere Wochen hinweg in den Fraktionen beraten werden könnten.

Hier sei es dann notwendig, Prioriäten zu setzen unter dem Gesichtspunkt der Leistungsfähigkeit der Kommune.

Ratsherr Kiemes fasst zusammen, man sei noch lange nicht am Ziel angekommen, jedoch ließen die in der Vorlage genannten und bereits angestoßenen Projekte durchaus den Schluss zu, dass man wichtige Zwischenziele erreicht habe, für die er der Verwaltung ebenfalls seinen Dank aussprechen wolle.

Beschluss

Der Ausschuss nimmt den Sachstandsbericht zu Tätigkeiten rund um den Klimaschutz und die Klimafolgenanpassung sowie die CO2-Bilanz für die Stadt Aachen zur Kenntnis.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Ausschuss nimmt den Sachstandsbericht zu Tätigkeiten rund um den Klimaschutz und die Klimafolgenanpassung sowie die CO2-Bilanz für die Stadt Aachen zur Kenntnis.

Erläuterungen

Erläuterungen:

Am 19. Juni 2019 wurde vom Rat der Stadt Aachen der Klimanotstand beschlossen und gleichzeitig der Auftrag an die Verwaltung erteilt, regelmäßig Bericht über die Entwicklung im Klimaschutz zu erstatten. Der letzte Bericht wurde den Ausschüssen im November 2019 zur Kenntnis gegeben (AUK 10.12., MOA 12.12., PLA 19.12.).

Das Berichtswesen ist seit vielen Jahren (2009) Teil des Management- und Controllingprozesses im Rahmen des European Energy Award® (eea). Im eea-Verfahren durchläuft die Verwaltung im jährlichen Turnus die Erfassung des Sachstandes der klimarelevanten Tätigkeiten. Dazu gehört auch die Aktualisierung des Maßnahmenplanes und klimarelevanter Kennzahlen sowie die Kontrolle und Anpassung des Arbeitsprogrammes, also Umsetzungsstandes der geplanten Maßnahmen.

Da erst im August das Integrierte Klimaschutzkonzept (IKSK) verabschiedet wurde (am 26.8.2020 im Rat), wird im hier vorgelegten Bericht die Darstellung der geplanten Vorhaben ausgeklammert.

Der Klimaschutz- und eea-Bericht ist entsprechend der Systematik strukturiert, wie auch die Erfassung aller Maßnahmen im eea-System erfolgt. Wesentlich ist die Einordung in die Handlungsfelder Entwicklungsplanung, kommunale Gebäude, (Energie-)Versorgung, Mobilität, interne Organisation und Kommunikation.Die Beschreibung einzelner Maßnahmen erfolgt im Bericht.

Mit dem eea-Managementsystem ist auch eine externe Zertifizierung verbunden, die alle vier Jahre stattfindet. Aus diesem Grunde enthalten die Darstellungen in den Handlungsfeldern auch eine Bewertung, wie hoch der Anteil an maximal Leistbarem ist. Zur Orientierung: Die Stadt Aachen erhielt im letzten Audit 2019 84% der möglichen Punktzahl. Sie liegt damit im Benchmark unter den Städten über 100.000 Einwohner bundesweit auf Platz drei, hinter Bottrop mit 87% und Münster mit 86% (Quelle: www.european-energy-award.de). Die Analyse von Stärken und Schwächen/Potenzialen im klimarelevanten Handeln ist Handlungsfeld-spezifisch in einer „Spinnengrafik“ im Bericht (Kapitel 3) dargestellt. Potenziale liegen demnach in den Handlungsfeldern „Kommunale Gebäude, Anlagen“ und „Mobilität“.

CO2-Bilanz

Auch die aktuelle CO2-Bilanz für die Stadt Aachen mit Kennzahlen zum Jahr 2019 ist im Bericht aufgeführt und wird erläutert. Die Bilanz umfasst eine Endenergiebilanz, Primärenergiebilanz (Life Cycle Assessment-Methode, LCA) sowie eine CO2-Emissionsbilanz (LCA) zur Bewertung der Entwicklung im Sinne der Zielerreichung.Die Berechnungen wurden mit dem Bilanzierungstool ECORegion der Fa. Ecospeed AG (Schweiz) durchgeführt.

ImJahr 2019 setzten sich die progressive demografische Entwicklung (2019: 258.000 Einwohner) sowie die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt (138.000 Arbeitsplätze) fort. Der Endenergiebedarf (nicht witterungsbereinigt) liegt 2019 mit 6.865 Gigawattstunden [GWh] nur ca. 4,7% unter dem des Basisjahrs 1990 (7.200 GWh). Die Primärenergiebilanz (mit Witterungskorrektur) verbesserte sich dagegen um 14,8 % auf 9.185 GWh gegenüber 1990.

Basierend auf dieser Primärenergiebilanz lagen die CO2Emissionen der Stadt mit 2.058 Mio.t. ca. 25% unter denen des Vergleichsjahres 1990; die Verringerung gegenüber dem Vorjahr beträgt 3,8%. Insgesamt liegen die jährlichen Emissionen pro Einwohner bei 8,1 t CO2/E. Dies entspricht einer Verringerung der Pro-Kopf-Emissionen um 25,9 % seit 1990.

Für die Entwicklung der Emissionen in 2019 sind maßgeblich ein stagnierender Wärmeenergieverbrauch, eine geringere Netzeinspeisung konventionellen Stromssowie eine deutliche Verringerung der Emissionen für Strom aus dem Bundesmix (2019: 427 g/kWh im Bilanzansatz) verantwortlich. Der bundesweit auf über 41% gestiegene Anteil regenerativer Stromerzeugung und der gleichzeitig sinkende Einsatz von Braun- und Steinkohle in der Stromproduktion wirken sich bereits seit einigen Jahren emissionsmindernd aus.

Die Verteilung der CO2-Emissionen (Primärenergie) auf die einzelnen Verbrauchssektoren, also die Verursacher, zeigt die nachfolgende Grafik. 1,4 % der gesamtstädtischen CO2-Emissionen entfallen auf die Verwaltung, d.h. die kommunalen Gebäude und die kommunale Fahrzeugflotte. Die restlichen 98,6% der gesamtstädtischen Emissionen in Höhe von 2.058 Mio.t entfallen auf die Sektoren Verkehr (34,3%), Industrie (16,4 %), Gewerbe (22,5 %) und Haushalte (25,3 %).

Abbildung 1: CO2-Emissionen der Stadt Aachen nach Verbrauchssektoren (Primärenergie)

Bei Betrachtung der Bereiche Wärme, Strom und Verkehr wurden im Vergleich zum Vorjahr (2018) die Emissionen im Stromsektor um 13 % gesenkt, im Verkehrsbereich um 1,5 %. Der Reduktionsanteil des Strombereichs seit 1990 ist mit 46 % am größten und verdeutlich die sehr dynamischen Entwicklungen der Strombranche.

Der Wärmebereich hat 2019 einen Anteil von 42,9 % an den CO2-Emissionen, also nach wie vor die größten Auswirkungen auf den Klimawandel, der Stromsektor 24,3 % und der Verkehr 32,8 %.

Abbildung 2: Verteilung der CO2-Emissionen (Primärenergie, witterungskorrigiert) auf die Bereiche Wärme, Strom und Verkehr (Hinweis: die Stromverbräuche der DB sind in dieser Graphik nicht dem Verkehrsbereich zugeordnet.)

Nachfolgend werden die wichtigsten Zahlen und Fakten nochmals zusammengefasst.

Tabelle 1: Übersicht der wichtigsten Datenzur CO2-Bilanzierung in der Stadt Aachen

Energieverbrauch und CO2-Emissionen

1990

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2019

Veränderung

Veränderung

2018/2019

1990/2019

Endenergie [GWh] ohne Verkehr

5470

4939

4384

4544

4758

4819

4741

4783

+0,9%

-12,6%

Endenergie (Gesamt) [GWh]

7200

6912

6394

6568

6678

6883

6857

6865

+0,1%

-4,7%

Primärenergie [GWh]

10.562

9099

8473

8601

8638

8960

9025

9001

-0,3%

-14,8%

CO2-Emissionen [1000t]

2.693

2206

2067

2049

2051

2108

2082

2020

-3,0%

-25,0%

Witterungskorrigierte Werte

1990

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2019

Veränderung

2018/2019

1990/2019

Endenergie [GWh]

7.385

6694

6650

6650

6734

6997

7026

7026

+0,0%

-4,9%

Primärenergie [GWh]

10.776

8862

8751

8642

8698

9084

9302

9185

-1,3%

-14,8%

CO2-Emissionen [1000t]

2741

2154

2128

2059

2064

2136

2139

2058

-3,8%

-24,9%

CO2-Emissionen [t/Einw.]

10,8

8,63

8,46

8,10

8,10

8,35

8,32

8,01

-3,8%

-25,9%



Erzeugung regenerativer Energie auf dem Stadtgebiet

Im Jahr 2019 wurde ein Menge von 156,6 GWh erneuerbaren Stroms in das Netz der Stadt Aachen eingespeist; damit betrug der Anteil desregenerativen Stroms(EEG-vergütet) 13,8 % der gesamten Stromeinspeisung von 1.133 GWh. Für 2020 ist aufgrund der Neuanlagen im Münsterwald mit einer weiteren Steigerung der Windstromerzeugung im Stadtgebiet zu rechnen.

Tabelle 2: Erzeugung regenerativer Energie auf dem Stadtgebiet

Energieerzeugungsart

GWh/Jahr

Photovoltaik

17,9

Windkraft

109,2

Wasserkraft

1,17

Kraft-Wärme-Kopplung, BHKW

28,3

SUMME

156,57


Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

JA

NEIN

x

Finanzielle Auswirkungen lassen sich nicht im Einzelnen darstellen, weil es sich um einen Sachstandsbericht zu Maßnahmen der Gesamtverwaltung handelt.

Investive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Gesamt­bedarf (alt)

Gesamt­bedarf (neu)

Einzahlungen

0

0

0

0

0

0

Auszahlungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Folgekosten (alt)

Folgekosten (neu)

Ertrag

0

0

0

0

0

0

Personal-/

Sachaufwand

0

0

0

0

0

0

Abschreibungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz

/ die Klimafolgenanpassung

Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

x

negativ

nicht eindeutig

Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:

gering

mittel

groß

x

nicht ermittelbar

Zur Relevanz der Maßnahme für die Klimafolgenanpassung

Die Maßnahme hat folgende Relevanz

keine

positiv

x

negativ

nicht eindeutig

Größenordnung der Effekte

Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.

Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):

( ) gering – unter 80 t / Jahr (0,1% des jährlich Einsparziels)

( ) mittel – 80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

(x ) groß – mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels)

Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):

( ) gering – unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

( ) mittel – 80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

( ) groß – mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels)

Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:

vollständig

überwiegend

(50-99%)

teilweise

(1-49%)

nicht

nicht bekannt

x

Abstimmungsergebnis

Einstimmig

Weitere Dokumente (1)

Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2020-11-09 FB 36_0003_WP18 Sachstand Klimaschut SAO.pdf

23.10.2024

5.9 MB

Metadaten

TOP
Ö 6
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz
Gremium
Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz
Datum
Di., 08.12.2020
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 36 - Fachbereich Klima und Umwelt
Geändert
18.2.2026
Inhalt abgerufen
18. Februar 2026 um 00:00