9. Dezember 2025 um 17:05, Rathaus
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CO2-Bilanz 2024

FB 36/0005/WP19 · Kenntnisnahme

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Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Ratsfrau Brinner erklärt, jedes Jahr werde versucht aus der Bilanz Schlüsse zu ziehen. Sie habe 3 gezogen. Erstens sei die Stadt auf einem guten Weg. Zweitens sei sie aber viel zu langsam mit der CO2 Reduktion. Nach den Berechnungen sei die Stadt Aachen erst in ca. 30 Jahren klimaneutral.

Bei Strom sei die Stadt auf einem guten Weg.Bezogen auf Windenergie seien Maßnahmen geplant.

In den Themen Verkehr und Wärmewende sei die Stadt viel zu langsam. Die Wärmepumpe müsse vorankommen und die Verkehrswende müsse vorangetrieben werden.

Ratsherr Dr. Nositschka findet, die Reduktion sei sehr gering . Die Stadt habe bei Wärme eine Vorreiterrolle. Es müsse sich in Geduld geübt werden, bis Früchte geerntet werden würden.Mit dem Verkehr hänge die Stadt hinterher. Man müsse mehr in Elektrobusse, statt in Dieselbusse investieren. Für den Ausbau der Windenergie brauche die Stadt einen Faktor von 4. Er wünscht sich, dass erneuerbare Energien ausgebaut werden und die Stadt schneller vorankomme.

Ratsherr Kiemes sieht es nicht ganz so pessimistisch. Es sei eine schwierige Bilanz, um kleine Veränderung zu verfolgen. Jeder, der neu baue, werde eine Wärmepumpe einbauen. Der Effekt werde sehr schnell zu sehen sein. Die Stadt habe die richtigen Bedingungen für Handwerksbetriebe, die die Erneuerungen umsetzten müssten. Der Verkehrssektor habe einen späteren Effekt, weil viele noch nicht zu Elektroautos wechseln würden. Er sei aber zuversichtlich, dass bei Anpassung der Preise mehr auf E-Fahrzeuge umsteigen würden.

Der Ausschussvorsitzende Stettner nimmt Bezug auf eine Mail Klimaentscheid. Dort sei ein Wunsch nach detailliertem Monitoring und nach einem Sachstand zu IKSK-Maßnahmen zu erkennen. Das Thema Verkehr gehöre inhaltlich nicht hier hin aber komme am schlechtesten voran. Er schlägt vor, dass der Mobilitätsausschuss den Punkt in die Tagesordnung aufnehme. Die Mail des Klimaentscheids werde er den Fraktionen zukommen lassen.

Herr Beigeordneter Thomas freut sich über die Debatte. Ratsherr Kiemes habe einen wichtigen Punkt genannt. In der CO2 Bilanz sei nicht zwingend das dargestellt, was die Stadt erreichen wolle. Bundesweit seien Zahlen nach oben gegangen, während die Stadt Aachen eine Reduktion von fast 1% nachweisen könne. Trotzdem sei dies nicht schnell genug. Im Februar sei spätestens ein Folgebericht zu IKSK zu erwarten. Am Ende der Ratsperiode 2030 solle die Stadt klimaneutral sein. Die Stadt sei in allen Bereichen unterwegs, wobei der Wärmebereich gute Entwicklungen zeige.

Herr Meiners führt aus, dass die Stadt im Bereich Strom bei weitem keine 30 Jahre benötige. Vor 20 Jahren habe man noch nicht an Geothermie gedacht, so dass auch neue Technologien zusätzlich Verbesserungen für den Wärmesektor bringen könnten.

Er blicke mit Optimismus in die Zukunft, denn es gebe enorme Potenziale und eine Vielzahl attraktiver Technologien. In 2030 sei die Stadt zwar nicht bei nettonull, jedoch komme sie nah dran, wenn sie die Maßnahmen ausschöpfe.

Erläuterungen

Seit 1993 wird regelmäßig – seit 2010 jährlich – eine CO2-Bilanz für die Stadt Aachen erstellt. Als Basisjahr wurde das internationale Referenzjahr 1990 ausgewählt. Die Bilanz umfasst eine Endenergiebilanz, Primärenergiebilanz (Life Cycle Assessment-Methode, LCA) sowie eine CO2-Emissionsbilanz (LCA) zur Bewertung der Entwicklung im Sinne der Zielerreichung. Die Berechnungen werden mit dem Bilanzierungstool ECORegion der Fa. Ecospeed AG (Schweiz) durchgeführt.

Basis der Bilanzierung sind die jährlich erhobenen Daten zur Energieeinspeisung in die städtischen Versorgungsnetze (Regionetz/Stadtwerke Aachen (STAWAG)), Verbrauchsdaten des Gebäudemanagements und des Stadtbetriebs, Schornsteinfegerdaten und Daten aus der Stadtstatistik (Grundgerüst: Einwohner, Fahrzeugkilometer, Arbeitsstatistik und Bundesstatistik, sowie vom Land NRW bereitgestellte Daten).

Erfasst werden dabei die Endenergiebedarfe bzw. -verbräuche innerhalb des Bilanzierungsraums Stadt Aachen, im Kern also der örtliche Strom-, Gas-, Fernwärme-, Heizöl- und Kraftstoffverbrauch. Die darauf aufbauende Primärenergiebilanz (LCA) umfasst darüber hinaus die sog. Vorkettenanteile der jeweils genutzten Endenergieträger, also den Aufwand, der zur Gewinnung bzw. Herstellung und zum Transport der Energie zum Endverbraucher in Aachen erforderlich ist. Auf Basis der LCA-Bilanz wird abschließend die CO2-Bilanz erstellt.

In der aktuellen Bilanz wurde auf Basis der Studie „Mobilität in Deutschland“, die in den Jahren 2023 und 2024 in Aachen durchgeführt wurde der Treibstoffmix für Personenkraftwagen für den Sektor Verkehr angepasst. Insbesondere die Anzahl von Elektofahrzeugen und Plug-in-Hybrid Fahrzeugen ist in Aachen höher als der Bundesdurchschnitt. In der Verteilung von den Antriebsarten Benzin und Diesel gab es ebenfalls leichte Verschiebungen. Die Studie wurde das letzte mal in 2017 durchgeführt. Hier wurden ebenfalls Werte angepasst. Die Werte in den Jahren dazwischen (2018-2023) wurden entsprechend interpoliert.

1. Endenergiebezug der Stadt Aachen nach Energieträgern

Der Endenergiebedarf (nicht witterungsbereinigt) über alle Verbraucherbereiche liegt 2024 mit 5.297GWh (Gigawattstunden) etwa auf dem gleichen Wert des Vorjahres 2023 (5.300GWh) und ca. 24% unter dem des Basisjahres 1990 (6.958GWh).

Abbildung 1: Endenergiebezug der Stadt Aachen in 1990 und 2024 nach Energieträgern

In Abbildung 1 ist der Endenergiebezug der Stadt Aachen für die Jahre 1990 und 2024 nach Energieträgern dargestellt. Anteilig stark verändert haben sich insb. der Bezug von Dieselkraftstoff (mehr), Benzin (weniger) und Heizöl (weniger).

Der Endenergieverbrauch in GWh nach Energieträgern zeigt für 2024 folgende Verteilung (s. Abbildung 1):

Wärme inkl. gasbasierter lokaler Stromerzeugung (orange):

Den größten Anteil am Endenergiebezug hat heute mit ca. 59% die Wärmeversorgung. Diese wird durch die Energieträger Erdgas (2.251GWh; 43%), Fernwärme (307GWh; 6%) und Heizöl (230GWh; 4%) bereitgestellt.

Der Anteil regenerativer Wärmeerzeugung (Solarwärme, Umweltwärme), ist anteilsmäßig im Bereich „Sonstiger Wärmebezug“ zusammengefasst, liegt etwas über dem Niveau von Heizöl, und wächst kontinuierlich durch den Zubau stromgeführter Heizungen in Neubau und Gebäudebestand. Festbrennstoffe wie Holz oder Kohle haben für den Wärmebezug heute faktisch keine Bedeutung mehr.

Im Vergleich zum Jahr 1990 ist deutlich erkennbar, dass insbesondere der Heizölbedarf bis 2024 um ca. 2/3 gesunken ist. Der insgesamt deutliche Rückgang des Wärmebedarfs lässt sich u.a. mit besser gedämmten Gebäuden und effizienterer Wärmeerzeugung, aber auch mit dem Rückgang der energieintensiven Industrie (z.B. Philipps/Glas, Continental/Reifen) in Aachen begründen.

Strom (grün):

Der Aachener Strombezug ist seit 1990 deutlich gesunken und betrug in 2024 1.025 GWh. Hierin sind ca. 28 GWh enthalten die duch die Nutzung von Elektrofahrzeugen auf Aachener Stadtgebiet bezogen worden sind. Der stationäre Strombezug ligt also bei ca. 997 GWh. Anzunehmen ist jedoch, dass aktuell zusätzlich ca. 250 GWh Strom durch Eigenerzeugung in Industrie und Gewerbe bereitgestellt und dort direkt verbraucht werden. Mangels genauer Kenndaten sind die Gasbedarfe der Stromeigenerzeugung werden bilanziell dem Bereich Wärme (Erdgas) zugeordnet (s.o.). Berücksichtigt man die gasbasierte Stromeigenerzeugung in Aachen, so hält sich der Strombedarf Aachens bis dato stabil bei etwa 1.300GWh.

Von der gesamten Stromeinspeisung wurden 137 GWh durch regenerative Energiequellen im Aachener Stadtgebiet erzeugt und 888 GWh aus dem überregionalen Stromnetz nach Aachen transportiert. Der Anteil der örtlichen erneuerbaren Energien an der gesamten Stromeinspeisung in das Aachener Netz ist bis zum Jahr 2023 stetig gewachsen. Dieser Trend wurde im Jahr 2024 durch eine verringerte Einspeisemenge von Windenergieanlagen (-26,5 GWh) im Vergleich zum Vorjahr unterbrochen. Dies ist auch auf vermehrte Stillstände älterer Windenergieanlagen zurückzuführen. Heute setzt sich die regenerative Einspeisung aus 85GWh Wind (=8,3%), 26GWh Solarstrom (=2,5%), 25GWh Biomassestrom (=2,4%) und 0,6GWh Wasserkraftstrom (=0,06%) zusammen. Der Eigenverbrauch von Gebäuden mit Photovoltaikanlage wird bei der Erzeugung und im Endenergiebezug nicht erfasst.

Kraftstoffe (blau):

Der örtliche Kraftstoffverbrauch für Fahrzeuge hatte in 2024 einen Anteil von 22% am Endenergiebedarf der Stadt. Den größten Anteil davon machten Dieselfahrzeuge mit 633GWh und Benzinfahrzeuge mit 426GWh aus. Im Vergleich zu 1990 (17%) hat sich der prozentuale Anteil der Kraftstoffe signifikant am Endenergieverbrauch erhöht und auch absolut haben sich die Werte kaum verändert bzw. reduziert. Abgeleitet aus den Fahrzeugkilometern nach Straßenkategorie teilt sich der Energieverbrauch im Verkehrssektor zu 40-45 % auf die Autobahnen, zu 20-25 % auf die Straßen außerorts und zu 35-40 % auf die innerstädtischen Straßen auf.

Zu den sonstigen Kraftstoffen zählen ergänzend Biodiesel und -benzin. Flugkraftstoffe werden durch die territoriale Bilanzierung nicht in der Bilanz berücksichtigt.

2. Endenergieverbrauch der Stadt Aachen nach Sektoren

Abbildung 2 zeigt die Verteilung des Endenergieverbrauchs nach Verbrauchergruppen (Sektoren). Es dominieren 2024 die Haushalte (1.655GWh, 31%), die Industrie (1.379GWh, 26%) und der Verkehrssektor (1.199GWh, 23%), gefolgt vom Sektor Gewerbe/Handel/Dienstleistungen (GHD) (977GWh, 18%). Der Anteil der kommunalen Verwaltung am Endenergieverbrauch liegt bei 87GWh. Dies entspricht etwa 2% des Gesamtverbrauchs (Hinweis: 1990 gab es dazu noch keine genaue Erfassung). Eine separate Erfassung der Verbrauchsdaten der Hochschulen bzw. Landeseinrichtungen ist aktuell nicht möglich; schätzungsweise liegt dieser Anteil bei 5-10 %. Deutlich erkennbar ist weiterhin der sowohl relativ als auch absolut deutlich geringere Endenergiebezug der Industrie heute gegenüber 1990.

Abbildung 2: Endenergiebezug der Stadt Aachen in 1990 und 2024 nach Verbrauchssektoren

3. CO2 Emissionen der Stadt Aachen nach BISKO Verfahren (Standardverfahren)

Die durch den Primärenergieverbrauch der Stadt Aachen ausgelösten CO2 Emissionen liegen 2024 mit 1.523Tsd.tCO2 (Tausend Tonnen CO2) 41% unter denen des Basisjahres 1990 (2.579Tsd.tCO2).

Abbildung 3 und Abbildung 4 stellen die Verteilung der CO2-Emissionen auf die einzelnen Verbrauchssektoren und Energieträger dar. Diese zeigen weitestgehend ein analoges Bild zur Verteilung der Endenergiebedarfe der einzelnen Sektoren. Von den 1.523Tsd.tCO2 gesamtstädtische Emissionen (100%) entfallen auf die Sektoren Verkehr 378Tsd.tCO2, 25%, Industrie 372Tsd.tCO2, 24%, Gewerbe 278Tsd.tCO2, 18% und Haushalte 470Tsd.tCO2, 31%. Weitere 25Tsd.tCO2, also ~2% der gesamtstädtischen CO2-Emissionen, sind den kommunalen Gebäuden zuzuordnen. Zudem ist in Abbildung 3 ein deutlicher Einbruch der Emissionen im Bereich Strom erkennbar (-483Tsd.tCO2, -52%). Dies ist primär dem deutlich verbesserten CO2-Faktor (Rückgang der Kohleverstromung und Ausbau sowie Nutzung der Erneuerbaren) geschuldet.

Abbildung 3: CO2 Emissionen der Stadt Aachen in 1990 und 2024 nach Energieträgern

Abbildung 4: CO2 Emissionen der Stadt Aachen in 1990 und 2024 nach Verbrauchssektoren

Abbildung 5 stellt den Verlauf der CO2 Emissionen seit 1990 dar. Diese liegen 2024 mit 1.523Tsd.tCO2 etwa 11Tsd.tCO2 entsprechend 1 % unter dem Wert des Vorjahrs. Pro Einwohner betrugen die CO2-Emissionen in 2024 damit etwa 5,8tCO2. Dies entspricht einer Verringerung der Pro-Kopf-Emissionen um ca. 43% seit 1990 (damals 10,2tCO2).

Im Stromsektor sanken die Emissionen um 17 Tsd. t CO2 (4 %) im Vergleich zum Vorjahr. Dies ist auf den leicht verbesserten Emissionsfaktor im Strombereich zurückzuführen. Der Strombezug der Stadt Aachen hingegen ist leicht angestiegen. Im Wärmebereich sind die Emissionen auf einem nahezu gleichen Niveau. Hier ist der Erdgasbezug leicht gesunken (-11 GWh) und der Fernwärmebezug leicht angestiegen (+15 GWh). Der Kraftstoffverbrauch ist nahezu auf dem gleichen Level wie im Vorjahr geblieben. Hierbei sei darauf hingewiesen, dass für das Jahr 2024 zur Berechnung der Emissionen im Verkehrssektor noch nicht alle benötigten Daten zur Verfügung stehen. Speziell fehlen hier noch die Daten zu den zurückgelegten Fahrzeugkilometern auf Aachener Stadtgebiet je Fahrzeugtyp. Daher wurde hier in Teilen auf Daten von 2023 zurückgegriffen. Endgültige Daten für die Berechnung der Emissionen im Verkehrssektor stehen voraussichtlich erst im Herbst 2026 zur Verfügung.

Abbildung 5: Verlauf der CO2 Emissionen seit 1990

4. CO2 Emissionen der Stadt Aachen unter Berücksichtigung der lokalen Stromerzeugung und des STAWAG-Strommix (relevant für EU-Mission 100 CNSC)

In diesem Kapitel werden die Emissionen in Aachen auf lokaler Ebene betrachtet. Im Bezug an der Teilname an der EU-Mission 100 CNSC (100 climate neutral and smart cities) sind die Maßnahmen, die durch die Stadtberwaltung und deren Beteiligungen umgesetzt und möglich gemacht werden relevant. Die Wirkung dieser Maßnahmen kann insbesondere im Bereich Strom im BISKO-Verfahren nicht dargestellt werden, da hier mit einem in Deutschland einheitlichen CO2-Faktor gerechnet werden muss. Daher fließen in der folgenden Statistik die lokale und erneuerbare Stromerzeugung in Aachen sowie der Strommix der STAWAG ein. Die Emissionen der restlichen Energieträger wurden weiter nach dem BISKO Verfahren ermittelt.

Abbildung 6: CO2 Emissionen der Stadt Aachen in 1990 und 2024 nach Energieträgern (BilanzierungEUMission)

Die Stadt Aachen ist Vorreiter in der erneuerbaren Stromerzeugung. Insbesondere Windkraft- und Photovoltaikanlagen werden stetig ausgebaut. Somit konnten im Jahr 2024 ca. 13% des gesamten Aachener Strombedarfs durch erneuerbare Energien im Aachener Stadtgebiet erzeugt werden. Darüber hinaus weist die STAWAG einen eigenen, stark durch erneuerbare Energien geprägten Strommix für ihre Stromprodukte (Anteil in 2024: ca. 60% an der Aachener Netzeinspeisung) auf. Berücksichtigt man diesen Strommix und die erneuerbare lokale Stromerzeugung, reduzieren sich die Emissionen im Strombereich von 435Tsd.t aus der BISKO Betrachtung auf 215 Tsd. t (-49 %) im Jahr 2024. In dieser Betrachtung sinken in der Gesamtbilanz die städtischen Emissionen von 1.523 Tsd. t auf 1.300 Tsd.t CO2. Dies entspricht einer Reduktion von 50% gegenüber 1990. Die Pro-Kopf Emissionen sinken von 10,2 t CO2 in 1990 auf 5,0 t CO2 in 2024. Dies entspricht einer Reduktion um 50%. Somit erreichen wir das frühere Ziel des IKSK 2020 (Reduktion der THG-Emissionen im Vergleich zu 1990 um 50 %).

Abbildung 7: Verlauf der CO2 Emissionen seit 1990 unter Berücksichtigung der lokalen Erzeugung (ab 2015) und des STAWAG Strommix (ab 2011)

Der Verlauf der Emissionen seit 1990 mit Berücksichtigung der erneuerbaren lokalen Stromerzeugung und des STAWAG Strommix ist in Abbildung 7 dargestellt. Aufgrund eines höheren Absatzes von STAWAG-Strom in 2024 gegenüber 2023 sind die Emissionen im Strombereich um 33 Tsd. t gesunken. Die Gesamtemissionen reduzieren sich um 37 Tsd.t CO2 im Vergleich zum Vorjahr.

Hinweis: Bei der Erstellung der Bilanz konnte auf Daten für eine erneuerbare Einspeisung seit 2015 und auf einen STAWAG-Strommix seit 2011 zurückgegriffen werden.

Der Ausbau des klimafreundlichen Produktions- und Angebotsportfolios der STAWAG und die Maßnahmen zum Ausbau der Erneuerbaren Energien der Stadtverwaltung Aachen leisten damit auch weiterhin einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz in der Stadt Aachen. Für die Zielerreichung der EU Mission ist dies ein entscheidender Erfolgsfaktor.

5. Volkswirtschaftliche Kosten der Aachener CO2 Emissionen

Das Umweltbundesamt berechnet die aktuellen gesellschaftlichen Folgekosten für die Umweltbelastung durch den Ausstoß von CO2 für das Jahr 2024 auf 300 € pro Tonne CO2. Bei einem CO2 Ausstoß in Höhe von 1.523Tsd.tCO2 ergeben sich Folgekosten in Höhe von rund 456 Mio. €. Die Folgekosten, die z.B. durch Luftverschmutzung bei der Stromerzeugung oder im Verkehrssektor entstehen, sind dabei noch nicht einmalberücksichtigt. Tendenziell werden die spezifischen Kosten, der durch Extremwetter gefährdeten Infrastruktureinrichtungen und Gebäude weiter steigen, weil sich vor allen Dingen ihr jeweiliger Wert weiter erhöhen wird. Dies belegt, dass zügig Maßnahmen zur weiteren Reduktion der Emissionen umgesetzt werden müssen, um die jährlich durch CO2 und weitere Luftschadstoffe anfallenden gesellschaftlichen Folgekosten nachhaltig zu verringern.

6. Zusammenfassung

  1. Der Endenergieverbrauch der Stadt ist seit 1990 um 24% gesunken. Insbesondere in den Sektoren Wärme und Mobilität werden die Effizienz- und Sparpotenziale nur langsam und in nicht ausreichendem Maße gehoben.
  2. Die Aachener CO2 Emissionen sinken weiter, bleiben aber dennoch erkennbar hinter den beschlossenen Zielen zurück. Gegenüber dem Basisjahr 1990 liegt die Einsparung heute bei 41%. Bei Berücksichtigung des lokal erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien und des STAWAG-Strommix erhöht sich die Einsparung auf 50%. Die mittlere jährliche Einsparung liegt dabei in den zurückliegenden 5Jahren bei ca. 3%; dabei spielen insbesondere auch Einflüsse wie die Corona-Krise, der Ukrainekrieg und der deutlich verbesserte Emissionsfaktor im Stromsektor eine wichtige Rolle.
  3. Die absolute CO2 Einsparung gegenüber 2023 liegt in der BISKO-Betrachtung bei 21Tsd.tCO2. Das im Klimaschutzkonzept von 2020 (IKSK) verankerte CO2 -Einsparziel von durchschnittlich 77 Tsd. t CO2 pro Jahr wurde für den Zeitraum 2019 – 2024 im Mittel verfehlt. Pro Jahr wurden für diesen Zeitraum etwa 64 Tsd.t CO2/Jahr eingespart. Um eine Klimaneutralität in 2030 zu erreichen, sind die jährlichen Einsparungen deutlich zu steigern.
  4. Die mit 52% in der BISKO Methode und sogar 77% bei Berücksichtigung des Aachener Strommix höchste relative Absenkung der Emissionen seit 1990 erfolgte im Sektor Strom (Einsparung: BISKO 483Tsd.tCO2, Aachener Strommix 706Tsd.tCO2), gefolgt vom Bereich Wärme (Einsparung: 568Tsd.tCO2). Die Emissionen durch Kraftstoffe hängen im Klimaschutz nach wie vor zurück. Hier wurden im Vergleich zu 1990 ca. 5Tsd.tCO2 eingespart (siehe Abbildung 8). Hier sei jedoch darauf hingewiesen, dass im Mobilitätsbereich zum Teil keine kommunalen Daten vorliegen und daher in der Bilanz auf bundesdeutsche Daten der Emissionsfaktoren zurückgegriffen wird. Diese Faktoren werden final für das Jahr 2024 erst in den kommenden Monaten veröffentlicht. Daher können sich im Ergebnis noch Änderungen ergeben. Weiterhin wird aktuell davon ausgegangen, dass sich die Emissionsfaktoren für fossile Kraftstoffe aufgrund neuer Transportketten im Zuge des Ukraine-Russland-Kriegs zukünftig erhöhen. Erste vorläufige Faktoren zeigen eine Erhöhung von 8-10 % für Benzin und Diesel und werden den leichten Positivtrend im Mobilitätsbereich deutlich mindern.

Abbildung 8: Entwicklung der Emissionen seit 1990 nach den Sektoren Wärme, Strom und Kraftstoffe

  1. Der Anteil an erneuerbaren Energien an der lokalen Stromerzeugung beträgt im Jahr 2024 13% - für eine Großstadt ein guter, aber für die vorhandenen Möglichkeiten auf dem Aachener Stadtgebiet ein noch deutlich steigerungsfähiger Wert. Den höchsten Beitrag steuert, trotz der deutlich verringerten Einspeisung im Vergleich zum Vorjahr, mit 85GWh die Windenergie bei.

7. Schlussfolgerungen

Der Klimaschutz kommt in Aachen weiter voran, bleibt aber trotz erheblicher Anstrengungen und einer Vielzahl wichtiger und notwendiger Einzelmaßnahmen (u.a. aus dem IKSK und IKSK 2.0) nach wie vor hinter den gesetzten, ambitionierten Zielen zur Klimaneutralität bis 2030 zurück.

Die großen Zukunftsherausforderungen, aber auch Chancen für Aachen auf dem Weg in Richtung Klimaneutralität (Ziel: Aachen klimaneutral 2030) und einer attraktiven zukunftsfähigen Stadt, liegen im zügigen Ausbau der Wind- und Solarenergie, in der „Wärmewende“, der Sanierung von Bestandsgebäuden und der zu intensivierenden Transformation des Verkehrsbereiches innerhalb Aachens und auch auf überregionaler Ebene.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2025-11-04 FB 36_0005_WP19 CO2-Bilanz 2024 SAO.pdf

13.11.2025

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Betroffene Straßen

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Metadaten

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Ö 12
Sitzung
Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz
Gremium
Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz
Datum
Di., 09.12.2025
Uhrzeit
17:05
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 36 - Fachbereich Klima und Umwelt
Geändert
19.1.2026
Inhalt abgerufen
3. September 2026 um 01:39

Beschlussdokument

Sammeldokument öffentlich

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