AACHEN Kompass I Erprobungsphase Areal an der Jülicher Straße / Wurm (3. Fläche - Sachstandsbericht)
FB 61/1161/WP18 · Kenntnisnahme
Beratung
Herr Dambietz trägt anhand einer Präsentation, die in ALLRIS einsehbar ist, zum Sachstand des
Aachen Kompass betreffend den Fokusbereich Jülicher Straße / Wurm vor. Er erläutert u.a. den Prozessverlauf, die Szenarien und geht auf die Rückmeldungen aus den Workshops ein. Die Vorstellung des Themas in der heutigen Sitzung erfolge zum einen, weil man den neuen Mitgliedern in der Bezirksvertretung die Möglichkeit geben möchte, das Instrument des Aachen Kompass kennenzulernen und zum anderen, um über erste
Kompass-Szenarien zu berichten. Es handele sich hierbei um einen Zwischenstand, der noch überarbeitet
werde; die Richtungsentscheidung werde im nächsten Jahr zum Beschluss vorgelegt.
Herr Klingebiel begrüßt, dass die Verwaltung auch die Punkte, zu denen es Widerstand gebe, aufgegriffen
habe. Er stellt eine Frage zu dem grünen Band, das in der Präsentation gezeigt wurde. Außerdem möchte er wissen, wie viel Kapazität das Instrument Aachen Kompass binde und was von den Vorplanungen in spätere Folgeplanungen übernommen werden könne.
Bei dem grünen Band, so teilt Herr Dambietz mit, handele es sich um eine Leitidee, ein Szenario zum Thema
Klimaanpassung und Klimaresilienz. Dies sei noch keine konkrete Planung. Die betreffenden Flächen seien
private Eigentumsflächen und von einigen Eigentümern habe man die Rückmeldung erhalten, man müsse schauen, wie sich das finanziell darstellen lassen könne. Des Weiteren informiert er, es werde einen
Abschlussbericht geben, in dem aufgeführt sei, wie viel Kapazität das Thema Aachen Kompass erfordere.
Herr Nimmerrichter fragt an, wie die Eigentümer*innen auf das Verfahren reagiert hätten.
Herr Dambietz berichtet, die Rückmeldungen der Eigentümer*innen seien positiv. Sie fühlten sich gut in den Prozess eingebunden. Keine der in Rede stehenden Grundstücksparzellen gehöre der Stadt Aachen. Wenn
man Innenentwicklung haben möchte, sei der Austausch mit den Eigentümer*innen wichtig. Es gebe Eigentümer, die Interesse zeigten und die Überlegungen gut fänden und es gebe auch welche, die keine Planung möchten, sondern es so lassen möchten, wie es ist.
Herr Yenen stellt die Frage, ob die Bewohner und Bewohnerinnen des Gebietes in den Prozess mit einbezogen würden. Auch merkt er an, es sei sich gegen Sozialwohnungen ausgesprochen worden, da diese nicht lukrativ seien.
Zum Thema Sozialwohnungen verweist Herr Dambietz auf die Zuständigkeit des Fachbereiches Wohnen,
Soziales und Integration, der ggfs. noch mal mit den Eigentümern spreche, welche Möglichkeiten es hier gebe. Die Bewohner*innen des Gebietes seien nicht befragt worden. Zum einen habe das Begleitbüro angeregt, die Bewohner*innen dann zu beteiligen, wenn man sich für ein Szenario entschieden habe und zum anderen
befinde man sich noch in einer Erprobungsphase. Man wolle erst mal schauen, ob das Instrument funktioniere und verstetigt werden solle. Die Frage zur Beteiligung der Bewohner*innen nehme er mit.
Herr Stepken begrüßt die Ausführungen zum Aachen Kompass insbesondere für die neuen Mitglieder der
Bezirksvertretung. Auch er spricht sich für eine Beteiligung der Bewohner*innen aus.
Frau Weineck gibt zu überlegen, die dargestellte Grünfläche zum Wohnen für Familien mit Kindern vorzusehen.
Herr Dambietz teilt mit, die Anregung, diesen Bereich für urbanes Wohnen für Familien mit Kindern vorzusehen, sei auch von der Verwaltung aufgegriffen worden.
Beschluss
Erläuterungen
Der Rat der Stadt Aachen hat mit dem Feststellungsbeschluss des aktuellen Flächennutzungsplans AACHEN*2030 entschieden, unbebaute Flächen nur noch in sehr begrenztem Maß für die Gewerbe- und Siedlungsflächenentwicklung bereitzustellen. Maßgebliche Gründe hierfür sind der Klima- und Landschaftsschutz sowie die gesamtstädtische Förderung der Klimaresilienz. Dieser Beschluss macht eine besonders effiziente Nutzung der verbliebenen Frei- und Konversionsflächen erforderlich. Sofern eine funktionale Kombination oder Durchmischung nicht umsetzbar ist, sind nutzungsspezifische Festlegungen in der Gesamtbilanz zugunsten anderer, prioritär zu bewertender Nutzungen zurückzustellen (z.B. Wohnbauflächen gegenüber gewerblich genutzten Flächen oder umgekehrt).
Vor dem Hintergrund der begrenzten Flächenverfügbarkeit möchte die Fachverwaltung den politischen Gremien eine transparente Grundlage für Entscheidungen bieten. Ziel ist es, die Auswirkungen möglicher strategischer Weichenstellungen auf Entwicklungsflächen, deren Umgebung und das städtische Nutzungsprofil aufzuzeigen und den Masterplan AACHEN*2030 flexibel fortzuschreiben. Hierfür wurde der planerische Werkzeugkasten in einer laufenden Erprobungsphase durch das Instrument AACHEN Kompass auf der Grundlage politischer Beschlüsse (vgl. Vorlage FB61/0266) im Frühjahr 2023 ergänzt. Auf Basis umfangreicher Untersuchungen werden Potenziale und Restriktionen ausgewählter Betrachtungsräume analysiert, die vor einer Entwicklung stehen oder ein besonderes Entwicklungsinteresse aufweisen. Ziel ist es, eine verbindliche Richtungsentscheidung über die zukünftige Nutzung der jeweiligen Fläche zu erreichen. In diesem Sachstandsbericht wird der aktuelle Zwischenstand der Nutzungsszenarien für den Fokusraum „Jülicher Straße / Wurm“ präsentiert. Dadurch erhalten die politischen Akteur*innen die Möglichkeit, Anregungen und Hinweise für die weitere Ausarbeitung zu äußern, bevor diese im nächsten Jahr final vorgelegt werden. Eine ausführliche Beschreibung der Inhalte und Ziele des Instrumentes AACHEN Kompass sowie den bereits abgeschlossenen Untersuchungsräumen ist Anlage 1 zu entnehmen.
Aktueller Stand
Nach Abschluss des Kompass-Prozesses für die ersten beiden Fokusräume befindet sich derzeit der dritte Fokusraum „Jülicher Straße / Wurm“ im Bezirk Aachen-Mitte in Bearbeitung. Ein Sachstandsbericht wurde im Planungsausschuss am 03. Juli (vgl. Vorlage FB 61/1094/WP18) und in der Bezirksvertretung Aachen-Mitte am 03. September (vgl. Vorlage FB 61/1135/WP18) vorgestellt. Seitdem haben am 25. und 30. September Szenarien-Workshops mit der Fachverwaltung und den Flächeneigentümer*innen stattgefunden, in denen die aktuellen Entwürfe der Nutzungsszenarien präsentiert und diskutiert wurden. Die Teilnehmer*innen haben Anregungen und Überarbeitungsvorschläge eingebracht und erste Positionierungen zur zukünftigen Nutzung des Fokusraums geäußert. Im Rahmen der Analyse des Fokusraums sind drei Nutzungsszenarien entstanden, die sich in ihren inhaltlichen Schwerpunkten und ihrer räumlichen Strukturierung unterscheiden, ergänzt durch ein Bestandsszenario, das den aktuellen Zustand widerspiegelt:
- Bestandsszenario – Fokusraum, Resonanzraum und Gesamtstadt,
- Szenario 1 – Neue Produktion und Logistik: Innovationsband Aachen Nord,
- Szenario 2 – Aachen Nord: Leben und Arbeiten am Wasser – Wohnen im Grünen,
- Szenario 3 – Neue und alte Mischung: Produktiv und vielfältig in Aachen Nord.
Die Szenarien sind als detaillierte Steckbriefe mit Textbeschreibungen, Collagen und Referenzbeispielen aufbereitet. Basierend auf den Rückmeldungen werden sie in den kommenden Wochen weiterentwickelt und spiegeln daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt einen Arbeitsstand wieder. Alle drei Nutzungsszenarien sowie das Bestandsszenario können der Anlage 2 entnommen werden. Die Rückmeldungen aus den Szenarien-Workshops mit der Fachverwaltung sowie den Flächeneigentümer*innen sind den Protokollen in Anlage 3 und Anlage 4 zu entnehmen. Die darauf basierenden Überarbeitungen der Szenarien sind in Anlage 5 aufgeführt.
Ausblick
Die Szenarien werden wie oben beschrieben überarbeitet und anschließend im Rahmen von Feedbackinterviews erneut der Fachverwaltung sowie den Grundstückseigentümer*innen vorgestellt. Die finale Präsentation in der Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Mitte und dem Planungsausschuss ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen. Ziel ist die Festlegung einer verbindlichen Richtungsentscheidung zur künftigen Entwicklung des Fokusraums. Die Ergebnisse werden an die zuständigen Fachkolleg*innen weitergeleitet, um in Abstimmung mit den Eigentümer*innen ein vertiefendes städtebauliches Konzept zu entwickeln.
Nach Abschluss der Erprobungsphase des AACHEN Kompass wird gemeinsam mit dem Begleitbüro STUDIO I STADT I REGION (SSR) ein Evaluierungsbericht erstellt und dem Fachausschuss präsentiert. Dieser Bericht reflektiert das Instrument kritisch, stellt vollzogene Entwicklungen sowie gesammelte Erkenntnisse dar und hebt Chancen und Mehrwerte hervor. Ziel ist ein politischer Beschluss, der den AACHEN Kompass als dauerhaftes Planungsinstrument für die Aachener Stadtentwicklung etabliert und somit die Auswirkungen möglicher strategischer Weichenstellungen auf Entwicklungsflächen, deren Umgebung und das städtische Nutzungsprofil aufzeigt. Das Instrument zielt darauf ab, in Form einer sogenannten „Phase 0“ eine Grundlage für die Abwägung anstehender Richtungsentscheidungen zu zukünftigen Flächennutzungen zu schaffen und neben den relevanten Fachbereichen der Stadtverwaltung auch Vertreter*innen der Politik sowie externe Akteur*innen eng in den Prozess einzubinden.
In Vorbereitung der Erprobungsphase hat die Stadtverwaltung insgesamt sieben Flächen identifiziert, die sich für eine wirksame Anwendung des AACHEN Kompass eignen. Hierzu gehörte zunächst der „Stadteingang Nord-West (Süsterfeld)“ in den Stadtbezirken Aachen-Laurensberg und Aachen-Mitte, der von den politischen Vertreter*innen als einer der drei Untersuchungsräume ausgewählt wurde (vgl. Vorlage FB 61/0374/WP18). Im Zuge eines Ratsantrags erfolgte jedoch die Rückstellung des Fokusraumes „Stadteingang Nord-West (Süsterfeld)“ zugunsten der Aufnahme des Fokusraums „Schloss-Schönau-Straße / Roermonder Straße“ (vgl. Vorlage FB 61/0721/WP18). Es bietet sich an, den „Stadteingang Nord-West (Süsterfeld)“ zukünftig als nächsten Untersuchungsraum dem Instrument AACHEN Kompass zuzuführen. Die weiteren potenziellen Standorte für Untersuchungen im Rahmen des AACHEN Kompass sind nachfolgend aufgelistet:
- Deltourserb, Aachen-Eilendorf,
- Republikplatz im Zusammenhang mit Campus West, Aachen-Mitte,
- Ehemalige Tuchfabrik Kalkbergstraße in Nirm, Aachen-Eilendorf.
Eine Kartierung der geeigneten Betrachtungsräume ist Anlage 6 zu entnehmen.
Weitere Dokumente (6)
Die Dokumente werden direkt vom Ratsinformationssystem der Stadt Aachen abgerufen und nicht von uns gespeichert oder gehostet.
Technische Details
ID: 1018552
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1018552
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2025-10-28 FB 61_1161_WP18 AACHEN Kompass I Erp SAO.pdf
17.11.2025
6.3 MB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 5
- Sitzung
- Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Mitte
- Gremium
- Bezirksvertretung Aachen-Mitte
- Datum
- Mi., 03.12.2025
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
- Geändert
- 12.3.2026
- Inhalt abgerufen
- 27. März 2026 um 10:55
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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