Bewohnerparkzone „U“ (Körnerstraße), Ergebnisse der Nacherhebung
FB 68/0280/WP18 · Entscheidungsvorlage
Beratung
Herr Stepken begrüßt das Ergebnis der Nacherhebung und die Einrichtung der Kurzzeitparkplätze vor dem
Seniorenstift.
Herr Lindemann stimmt dem Beschlussvorschlag der Verwaltung zu. Die Maßnahme gehe in die richtige
Richtung. Jedoch, wie bei allen Bewohnerparkzonen, gebe es auch hier das Problem des
Verdrängungseffektes. Über die Bewohnerparkzonen in der Stadt sollte grundsätzlich einmal nachgedacht
werden. Das Bewohnerparken am Rand und im Zentrum der Stadt sollte unterschiedlich gehandhabt werden.
Es sollte eine preisliche Staffelung der Gebühren geben.
Herr Pabst schließt sich den Ausführungen von Herrn Lindemann an. Er bittet die Verwaltung, zu prüfen, ob
auch die Hohenstaufenallee beidseitig aus der Bewohnerparkzone herausgenommen werden könne. Dies sollte
im Mobilitätsausschuss noch einmal besprochen werden.
Herr Deloie begrüßt die Möglichkeit, die für die Besucher*innen des Seniorenstiftes geschaffen werde. Er fragt an, ob nicht alle Parkplätze in dem Bereich als Kurzzeitparkplätze mit Parkscheibe für 4 Stunden eingerichtet werden können.
Herr Weiser erläutert, der Sinn der Regelung sei die räumliche Bevorrechtigung von Kurzzeitparkern in der Nähe des Seniorenstiftes.
Herr Klingebiel spricht sich dafür aus, die 10 Kurzzeitparkplätze für die Besucher*innen zur Verfügung zu stellen
und u.a. im Hinblick auf die Beschäftigten des Seniorenheimes hier keine weiteren einzurichten.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte nimmt den Untersuchungsbericht über die positive Wirkung der Einführung der Bewohnerparkzone U zur Kenntnis und empfiehlt dem Mobilitätsausschuss die Verstetigung der Bewohnerparkzone unter Anpassung der Zonengrenze entlang der Mittelachse der Hohenstaufenallee zwischen Limburger Straße und Amsterdamer Ring.
Darüber hinaus beschließt die Bezirksvertretung Aachen-Mitte die Einrichtung von 10 Kurzzeitparkplätzen mit Parkscheibe für 4Stunden Montag bis Sonntag zwischen 9 und 18 Uhr im Hasselholzer Weg außerhalb der Bewohnerparkzone U, gegenüber dem Eingang des Seniorenstift.
Der Mobilitätsausschuss nimmt den Untersuchungsbericht über die positive Wirkung der Einführung der Bewohnerparkzone U zur Kenntnis und beschließt die Verstetigung der Bewohnerparkzone unter Anpassung der Zonengrenze entlang der Mittelachse der Hohenstaufenallee zwischen Limburger Straße und Amsterdamer Ring.
Erläuterungen
1 Anlass
Am 15.07.2024 wurde die Bewohnerparkzone U (Körnerstraße) südwestlich des Aachener Stadtzentrums gemäß den politischen Beschlüssen (http://ratsinfo.aachen.de/public/vo020?VOLFDNR=25869) eingerichtet. Wie im Gesamtkonzept zum Bewohnerparken vorgesehen, erfolgt ein Jahr nach der Einrichtung eine Evaluation, um die Wirksamkeit der Maßnahme zu überprüfen und gegebenenfalls Anpassungsbedarf zu identifizieren.
Angrenzend an die Bewohnerparkzone U gibt es insbesondere während der Freibadsaison am benachbarten Hangeweiher eine hohe Parkraumnachfrage, die in die Zone U strahlt. Besucher*innen des Freibads und Pendler*innen sorgten dort in den Sommermonaten regelmäßig für erheblichen Parkdruck. Als Reaktion darauf wurde bereits vor der nun anstehenden Evaluation ein Teilbereich der Bewohnerparkzone wieder freigegeben, um kurzfristig auf die hohe Nachfrage zu reagieren (http://ratsinfo.aachen.de/public/to020?TOLFDNR=1014379).
Zur Bewertung der aktuellen Situation wurde im Juli, vor Beginn der Sommerferien, eine Nacherhebung in der Zone U durchgeführt. Ziel war es, differenzierte Erkenntnisse zum Auslastungsgrad der öffentlichen Parkflächen sowie zur Anzahl von Dauerparkenden und dem Verhältnis zwischen Bewohner*innen-Kfz und sonstigen Kfz zu erhalten. Dazu zählt insbesondere die Betrachtung der Auslastung der Lütticher Straße, die in die anstehende Entwurfsplanung einfließen soll. Darüber hinaus wurde zur Überprüfung der Verlagerungseffekte die Auslastung der öffentlichen Parkstände in den an die Bewohnerparkzone U angrenzenden Straßen und auf dem Parkplatz Hermann-Löns-Allee erhoben.
Auf Grundlage der erhobenen Daten wurde anschließend geprüft, ob die anbaufreie Seite der Hohenstaufenallee zwischen Limburger Straße und Amsterdamer Ring ohne Bewohnerparkzone verstetigt werden kann und, ob es im Bereich Hasselholzer Weg außerhalb der Bewohnerparkzone einer zusätzlichen Parkraumregulierung für die Besuchenden des Seniorenheims unter Berücksichtigung der Sportplatznutzenden bedarf. Die Ergebnisse dieser Prüfungen sind Bestandteil der vorliegenden Vorlage.
Die Evaluationsergebnisse im Bereich des Parkplatzes Hermann-Löns-Allee fließen in die weitere Planung zur Aufwertung und Bewirtschaftung des Parkplatzes ein. Das Konzept wird in einer separaten Vorlage in die politische Beratung eingebracht.
2 Ergebnisse des Gutachtens
2.1 Das Untersuchungsgebiet
Das Untersuchungsgebiet befindet sich im Südwesten der Stadt Aachen (vgl. Anlage1). Die Bewohnerparkzone U ist Bestandteil des Untersuchungsgebietes und wird westlich durch den Amsterdamer Ring begrenzt. Im Norden grenzt die Zone an den statistischen Bezirk Hanbruch, während nördlich die Parkzone J1 und östlich die Parkzonen W und M anschließen. Im Süden begrenzt die Hohenstaufenallee die Zone U. Zum Zeitpunkt der Erhebung war die gesamte Hohenstaufenallee der Zone U zugewiesen.
Zur Zone U gehören somit folgende Straßen:
- Eichendorffweg
- Emmi-Welter-Straße
- Franziskusweg
- Haselsteig
- Hasselholzer Weg (zwischen Lütticher Straße und Amsterdamer Ring)
- Hohenstaufenallee (zwischen Körnerstraße und Amsterdamer Ring)
- Klemensstraße (zwischen Lütticher Straße und Hohenstaufenallee)
- Körnerstraße
- Limburger Straße (zwischen Lütticher Straße und Hohenstaufenallee)
- Lütticher Straße (zwischen Körnerstraße und Amsterdamer Ring)
- Moreller Weg
- Morillenhang zwischen Im Johannistal und Hasselholzer Weg)
- Santoriumstraße
In den genannten Straßen wurden mit der Einrichtung der Zone U alle Parkstände im öffentlichen Raum mit einer Parkscheinbenutzungspflicht belegt, mit Ausnahmen von Behindertenparkplätzen und Liefer- und Ladezonen. Die Zone U liegt in der Tarifzone II. Die Bedienzeiten der Parkscheinautomaten sind Montag bis Freitag in der Zeit von 9.00 Uhr bis 19.00 Uhr und Samstag von 9 bis 14 Uhr festgesetzt. Bewohner*innen mit Bewohnerparkausweis parken ohne zusätzliche Gebühren. Es gibt ein vergünstigtes Tagesticket in Höhe von 8 Euro und das Parken ist nicht zeitlich beschränkt.
Der Straßenabschnitt Hasselholzer Weg zwischen Amsterdamer Ring und Sportplatz ist ebenfalls Bestandteil des Untersuchungsgebietes. Er liegt außerhalb der Bewohnerparkzone U und wird deshalb gesondert betrachtet. Die öffentlichen Parkstände werden nicht bewirtschaftet und sind zeitlich uneingeschränkt nutzbar.
Zur Betrachtung von Verlagerungseffekten wurde zudem das Umfeld der Herman-Löns-Allee ebenfalls erhoben (siehe Anlage 1). Wie eingangs erwähnt, werden die dazugehörigen Ergebnisse in einer später folgenden Vorlage behandelt.
2.2. Parkraumerhebung zur Evaluierung nach Einführung der Zone
Der detaillierte Bericht der Parkraumerhebung ist als Anlage 2 beigefügt. Die wesentlichen Ergebnisse daraus werden in den folgenden Absätzen zusammengefasst.
Die Erhebung wurde am 08.07.2025 außerhalb der Schul- und Semesterferien durchgeführt. Zu vier Zeitschnitten (6 Uhr, 11Uhr, 17 Uhr und 22 Uhr) wurden alle Kfz mit Kennzeichen erfasst, die auf den öffentlichen Parkstände in der Bewohnerparkzone U und dem Abschnitt des Hasselholzer Weges zwischen Amsterdamer Ring und dem Sportplatz geparkt haben.
Das öffentliche Parkstandsangebot innerhalb des Bewohnerparkbereichs U umfasst maximal 750 Parkstände, einschließlich zwei Behindertenstellplätzen und drei Elternhaltestellen (Mo-Fr von 7.30 bis 8.00 Uhr). Die Parkstände im Straßenabschnitt Körnerstraße zwischen Weberstraße und Wendehammer wurden in der Erhebung wegen einer baustellenbedingten, ganzzeitlichen Sperrung der Straße nicht berücksichtigt. Am Erhebungstag waren im Moreller Weg vier Parkstände temporär mit einem absoluten Haltverbot belegt. Insgesamt standen am Erhebungstag maximal 674 Parkstände zur Verfügung.
Im Straßenabschnitt Hasselholzer Weg zwischen Amsterdamer Ring und Sportplatz steht eine geschotterte Fläche für 36 Senkrechtparker zur Verfügung.
Kraftfahrzeuge von gemeldeten Bewohnenden im Untersuchungsgebiet werden im Folgenden als „Bewohner*innen-Kfz“ bezeichnet und Kfz von Personen, die keinen Wohnsitz im Untersuchungsgebiet gemeldet haben, werden als „Sonstige Kfz“ bezeichnet.
2.3. Datenauswertung
2.3.1 Anzahl Bewohnerparkausweise und Anzahl Kfz
Zum Stichtag 07.07.2025 waren in der Bewohnerparkzone U insgesamt 952 Fahrzeuge zugelassen. Die Anzahl der für die Zone U ausgegebenen Bewohnerparkausweise für ein Jahr (Stand Juli 2025) betrug 457 Stück. Demnach wurde für 495 Fahrzeuge kein Bewohnerparkausweis ausgestellt.
2.3.2 Mittlere Auslastung je Zeitbereich
Bewohnerparkzone U
Insgesamt wurden im Bereich U im Mittel über alle vier Zeitbereiche 390 Kfz auf den öffentlichen Parkständen erhoben (siehe Anlage 2, Seite 16 ff.). Die Variationen im Tagesverlauf waren nur gering ausgeprägt. Die meisten Kfz wurden dabei in den Morgen- und Abendstunden (429 Kfz bzw. 428 Kfz) angetroffen. Auch die Anzahl der Falschparkenden bleibt im Zeitverlauf auf einem ähnlichen Niveau. Am Morgen (6 Uhr) lag die Anzahl bei 36 Fahrzeugen. Im Lauf des Tages sank die Anzahl der Falschparkenden auf 31 Kfz (11 Uhr) und stieg dann leicht auf 34 Kfz (17 Uhr) an. Am Abend (22 Uhr) ist die Anzahl mit 46 Kfz (10,7 %) am höchsten.
Die Anzahl der Dauerparkenden (über alle vier Zeitbereiche aufgenommene Kfz) lag bei 162 Kfz. In Relation zur durchschnittlichen Auslastung von 390 Kfz, ergibt sich somit ein Dauerparkenden-Anteil von 41,5 %. Dabei konnten rund zwei Drittel der dauerparkenden Kfz den Bewohner*innen zugewiesen werden.
Innerhalb der Bewohnerparkzone U liegt damit in den Morgen- und Abendstunden nach der Definition der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen eine geringe Parkraumauslastung vor (63,6 % bzw. 63,5%). In den beiden mittleren Zeiträumen ist die Parkraumauslastung als sehr gering einzustufen. Um 11 Uhr beträgt die Auslastung 52,5 %. Im späten Nachmittag (17 Uhr) sinkt die Auslastung weiter auf 51,8 %. Insgesamt ergibt sich daraus für die Zone U ein mittlerer Auslastungsgrad von rund 58 %, was als gering einzustufen ist. Die Auslastungsverteilung im Tagesmittel ist dabei in dem Gebiet sehr heterogen. Es gibt sehr stark ausgelastete Abschnitte und sehr wenig ausgelastete Abschnitte.
Hasselholzer Weg (außerhalb der Zone U)
Bei Betrachtung des westlichen Teils des Hasselholzer Wegs zwischen Amsterdamer Ring und Sportplatz zeigt sich, dass insbesondere um 11 Uhr mehr Kfz angetroffen werden als zu den übrigen Erhebungszeiträumen. Falschparkende wurden zu keinem Zeitpunkt registriert, jedoch konnten vier auswärtige Dauerparkende registriert werden.
Während morgens mit 47,2 % eine sehr geringe Parkraumauslastung vorliegt, kann um 11 Uhr mit 88,9 % eine hohe Parkraumauslastung festgestellt werden. Zum Nachmittag (17 Uhr) sinkt die Auslastung auf 55,6 % und um 22 Uhr weiter auf 41,7 %, sodass zu diesem Zeitpunkt nur eine sehr geringe Parkraumauslastung vorliegt.
2.3.3 Belegung der Parkstände durch Kfz mit Bewohnerparkausweis
Bei den angetroffenen 429 Kfz um 6 Uhr konnte bei 381 Kfz ein Bewohnerparkausweis der Zone U festgestellt werden (88,8%). Um 11 Uhr sank die Anzahl der Kfz mit Bewohnerparkausweis auf 276 Kfz, was einem Anteil von 78,0 % (354 erhobene Kfz) entspricht. Um 17 Uhr stieg die Anzahl der angetroffenen Kfz auf 349 an, davon wurde bei 300 Kfz (86,0 %) ein Bewohnerparkausweis festgestellt. In den Abendstunden (22 Uhr) wurden insgesamt 373 Kfz mit Bewohnerparkausweis bei 428 Kfz festgestellt (87,1 %).
Die Auswertung über alle Zeitbereiche zeigt, dass im Mittel 85,3 % aller im öffentlichen Parkraum angetroffenen Kfz einen Bewohnerparkausweis besitzen. Um 6 Uhr ist der Anteil der Kfz mit Bewohnerparkausweisen mit 88,8 % am höchsten, um 11 Uhr mit 78 % am niedrigsten.
2.3.4 Belegung der Parkstände durch Sonstige-Kfz
Bewohnerparkzone U
In der Bewohnerparkzone U wurden am Morgen 154 Sonstige-Kfz angetroffen. Das entspricht einem Anteil von 35,9 % der insgesamt erhobenen Fahrzeuge. Um 11 Uhr ist die Anzahl mit 172 Sonstige-Kfz am höchsten, was einem Anteil von 48,6 % entspricht. Im Nachmittag sinkt die Anzahl der Sonstigen-Kfz auf 121 Fahrzeuge (34,7 %), um dann am Abend wieder auf 149 Fahrzeuge (34,8 %) anzusteigen.
Die Anzahl von dauerparkenden Sonstigen-Kfz lag bei 59 Fahrzeugen.
Hasselholzer Weg (außerhalb der Zone U)
Im Hasselholzer Weg außerhalb der Bewohnerparkzone wurden hauptsächlich Sonstige-Kfz aufgenommen, die mittels Kfz-Kennzeichen nicht der Bewohnerparkzone zugeordnet werden konnten. In den Zeitbereichen 11 Uhr, 17 Uhr und 22 Uhr konnte jeweils nur ein Bewohner-Kfz der Zone U zugeordnet werden.
Der Anteil der Kurzzeitparkenden (nur in einem Zeitbereich aufgenommen) ist um 22 Uhr mit 8 Kfz (53 %) am höchsten und um 6 Uhr (18 %) am niedrigsten. In der Auslastungsspitze um 11 Uhr beträgt der Anteil der Kurzparkenden 41 %, der Anteil der Mittel bis Langzeitparkenden (2-3 Zeitbereiche) 47 % und die Dauerparkenden, die über alle Zeitbereiche aufgenommen wurden 12 %. Als Dauerparkende wurden 4 sonstige Kfz identifiziert.
2.4 Entwicklung zwischen 2021 und 2025
Mit der Einführung der Bewohnerparkzone U in 2024 hat sich in einzelnen Straßen, wie beispielsweise dem Eichendorffweg, dem Haselsteig, der Limburger Straße oder dem Hasselholzer Weg, die Parkanordnung geändert. Die Neuordnung des ruhenden Verkehrs dient dem Unterbinden von Gehwegparken, dem Freihalten von Sichtfeldern und Grünflächen oder auch der Schaffung von Ausweichflächen.
Die Ergebnisse zeigen für den Bereich der Bewohnerparkzone U deutliche Veränderungen seit der Vorerhebung im Jahr 2021 (siehe Anlage 2, Bericht Seite 33 ff.). Für die Vergleichbarkeit der beiden Erhebungen wurden die folgenden Annahmen getroffen: Die anbaufreie Straßenseite der Hohenstaufenallee zwischen Amsterdamer Ring und Limburger Straße war 2021 kein Bestandteil der Erhebung, sodass für den Betrachtungszeitraum keine Auslastungsdaten vorliegen. Deshalb wurde der anbaufreie Abschnitt mit 61 Parkständen im Jahresvergleich nicht berücksichtigt. Darüber hinaus war im Jahr 2025 eine großflächige Baumaßnahme in der Körnerstraße und das Parken in weiten Teilen stark eingeschränkt, so dass die Körnerstraße im Vergleich ebenfalls nicht berücksichtigt wurde. Daraus ergibt sich ein Parkstandsangebot von 733 öffentlichen Parkständen im Jahr 2021 und 604 öffentlichen Parkständen im Jahr 2025. Insgesamt kann festgehalten werden, dass trotz der Parkstandsreduktion in allen Straßen die Parkraumauslastung reduziert werden konnte und in fast allen Straßen am Erhebungstag zu jedem Zeitraum freie Parkstände zur Verfügung standen. Insbesondere in den reinen Wohnstraßen, wie beispielsweise dem Hasselholzer Weg, konnte die Auslastung deutlich reduziert werden. Eine weiterhin hohe bzw. sehr hohe Parkraumauslastung liegt im Haselsteig, der Limburger Straße und dem Moreller Weg vor. Einen sehr deutlichen Effekt hatte die Einführung der Parkraumbewirtschaftung auf große Teile der Hohenstaufenallee, wo mittlerweile nur noch 50% der Parkstände im Tagesdurchschnitt auf den vergleichbaren Strecken zu 2021 belegt sind (vgl. Anlage 2, Seite 33).
Die Anzahl der Dauerparker in der Zone U hat sich ebenfalls deutlich reduziert. Waren es 2021 noch 263 Dauerparker*innen (140 Bewohner*innen-Kfz und 123 Sonstige-Kfz) hat sich die Anzahl in 2024 auf 160 Fahrzeuge reduziert, davon wurden 103 Fahrzeuge den Bewohner*innen-Kfz und 57 den Sonstigen-Kfz zugeordnet.
Insbesondere in der Lütticher Straße zwischen Amsterdamer Ring und Körnerstraße wurden 2025 mehr freie Parkplätze aufgenommen als in der ersten Erhebung im Jahr 2021. Die Anzahl der erhobenen Kfz lag dabei im Mittel bei 199 Kfz. Im Jahr 2025 reduzierte sich die Anzahl im Mittel auf 137 Kfz. Der mittlere Auslastungsgrad lag 2021 bei 104 % und sank 2025 auf 73 %. Diese deutliche Reduzierung der Parkstandsauslastung von mehr als 30 %, ist u.a. auf den deutlichen Rückgang der dauerparkenden Sonstigen-Kfz zurückzuführen.
3 Zusammenfassung der Erhebungsergebnisse
Bewohnerparkzone U
Die Ergebnisse der Parkraumuntersuchung (siehe Anlage 2, Bericht Seite 38 ff.) zeigen im Vergleich zur Vorerhebung aus dem Jahr 2021 deutliche Unterschiede in der Parkraumauslastung. Im Tagesdurchschnitt sinkt die Parkraumauslastung in der Bewohnerparkzone U um 20%. Insbesondere in den Randbereichen wird die geringere Parkraumnachfrage deutlich.
Die geringsten Auslastungen des öffentlichen Parkraums liegen im Mittel im Morillenhang (33 %) und der Hohenstaufenallee (34 %) vor. In beiden Straßen stehen Parkstände zur Verfügung, welche derzeit kaum genutzt werden. Im Morillenhang ist der Parkraum um 11 Uhr mit 35 % am stärksten ausgelastet. In der Hohenstaufenallee erreicht der Parkraum um 22 Uhr seine maximale Auslastung mit 39 %. Darüber hinaus liegen sowohl in der Limburger Straße mit 106 % und abschnittsweise auf der Lütticher Straße (88 %) als auch im Haselsteig und im Moreller Weg (beide 83 %) hohe mittlere Parkraumauslastungen vor, die jedoch durch freie Parkstände in den benachbarten Straßen ausgeglichen werden können.
Hasselholzer Weg (außerhalb der Zone U)
Der westliche Teil des Hasselholzer Wegs zwischen Amsterdamer Ring und Sportplatz ist im Tagesdurchschnitt zu 58,3 % ausgelastet. Zu den Hauptbesuchszeiten des Pflegeheims (Mittagstisch) steigt die Auslastung des Parkraums auf 89%, was eine hohe Parkraumauslastung darstellt. Die Ergebnisse zeigen einen geringen Anteil an Dauerparkenden von 4 Kfz (19%), denen kein Bewohner-Kfz aus der Zone U zugeordnet werden konnte.
Der Anteil der Kurzzeitparkenden steigt über alle Zeitbereichen an und im Gegenzug sinkt der Anteil der Mittel- bis Langzeitparkenden. Das Verhältnis zur Spitzenzeit (11 Uhr) liegt bei 41 % Kurzzeitparkenden zu 47 % Mittel-bis Langzeitparkenden.
4 Zonengrenze Hohenstaufenallee
Mit Beschluss des Mobilitätsausschusses vom 10.07.2025 (http://ratsinfo.aachen.de/public/to020?TOLFDNR=1014379) wurde die anbaufreie Straßenseite der Hohenstaufenallee zwischen Limburger Straße und Amsterdamer Ring temporär aus der Bewohnerparkzone U herausgenommen (https://ratsinfo.aachen.de/public/wicket/resource/org.apache.wicket.Application/doc1410524.pdf). Mit dem Ferienende am 26.08.2025 wurde die Beschilderung vor Ort angepasst.
In diesem Straßenabschnitt sind beidseitig 121 Parkstände in Parkbuchten angeordnet, 60 an der angebauten Straßenseite und 61 auf der anbaufreien Seite. Die Ergebnisse der Nacherhebung zeigen im Mittel für beide Straßenseiten eine sehr geringe Parkraumauslastung (15,9 %) auf. Zu jedem Zeitbereich stehen eine Vielzahl von freien Parkständen zur Verfügung. Die höchste Auslastung (18,2 %) wurde vormittags um 11 Uhr und abends um 22 Uhr aufgenommen.
Dabei war der angebaute Abschnitt zwischen Klemensstraße und Amsterdamer Ring über alle Zeitbereiche am stärksten nachgefragt (31,5 %) und der anbaufreie Abschnitt zwischen Klemensstraße und Limburger Straße am niedrigsten (3,0 %).
In der Erhebung wurden an der anbaufreien Straßenseite zu keinem Zeitfenster Bewohner*innen-Kfz gezählt. Die erfassten Bewohner-Kfz an der angebauten Seite konnten überwiegend den Bewohner*innen der Hohenstaufenallee als Parkraum zugewiesen werden. Kfz aus den angrenzenden Straßen oder Straßenabschnitten sind hier kaum anzutreffen. Die Erhebungsergebnisse zeigen jedoch auch, dass in den umliegenden Straßen, Limburger Straße und dem angrenzenden Abschnitt der Hohenstaufenallee, eine sehr hohe Parkraumauslastung vorliegt Die bereits umgesetzte Herausnahme der beschriebenen Abschnitte der Hohenstaufenallee aus der Parkraumbewirtschaftung wirken hierfür bereits entlastend. Die Ergebnisse der Nacherhebung bestätigen damit die Entscheidung der Anpassung der Bewohnerparkzone, die demnach dauerhaft gelten kann.
5 Fazit und Empfehlung der Verwaltung
Insgesamt ist festzustellen, dass mit der Einführung des Bewohnerparkens im Bereich U die Verfügbarkeit freier Parkplätze deutlich gestiegen ist. Es werden deutlich weniger Bewohner*innenfahrzeuge dauerhaft abgestellt, auch die Menge der Sonstigen-Kfz, wie auch die Bewohner-Kfz, die im öffentlichen Raum abgestellt werden, hat sich reduziert. Dadurch haben sich die Parkchancen der Bewohner*innen und Besucher*innen in der Nähe zum Zielpunkt einen Parkplatz zu finden erhöht. Die Bewohnerparkzone erfüllt somit ihren Zweck, den Bewohner*innen beim Parken den Vorrang einzuräumen.
Die Erhebungsergebnisse zeigen zudem, dass die Parkraumauslastung in dem Gebiet abschnittsweise sehr heterogen ist. Am Rand der Bewohnerparkzonengrenze im Bereich Hohenstaufenallee und Morillenhang ist die Auslastung zu allen Zeitbereichen deutlich niedriger als im Zoneninneren. Entsprechend empfiehlt die Verwaltung die Bewohnerparkzone U mit der im Juli beschlossene Herausnahme der Parkstände an der anbaufreien Straßenseite Hohenstaufenallee zwischen Limburger Straße und Amsterdamer Ring zu verstetigen.
Darüber hinaus fließen die aktuellen Erhebungsergebnisse, insbesondere die Daten zur Parkraumauslastung der Lütticher Straße, gemäß dem Beschluss vom 17.02.2022 des Mobilitätsausschusses in die weitere Planung zum Umbau der Lütticher Straße, 2.Bauabschnitt ein. Es hat sich gezeigt, dass sich die Einführung des Bewohnerparkens positiv auf die Parkraumauslastung in der Lütticher Straße ausgewirkt hat. Zu allen betrachteten Zeitbereichen konnten freie Parkstände in dem Straßenabschnitt aufgenommen werden. Die dauerhaft im Straßenraum abgestellten Fahrzeuge wurden reduziert und es steht ausreichend Parkraum für Bewohner*innen und Besucher*innen zur Verfügung. Die Planung der Lütticher Straße wird den Gremien in einer gesonderten Vorlage zur Beratung vorgelegt.
Im Bereich des Hasselholzer Wegs außerhalb der Bewohnerparkzone war die höchste Auslastung um 11 Uhr (89 %), was als hoher Parkdruck einzuordnen ist. Von den abgestellten Fahrzeugen war maximal ein Kfz den Bewohner-Kfz der Zone U zuzuweisen. Vier Dauerparkende Kfz, die über alle vier Zeiteinheiten aufgenommen wurden, konnten der Gruppe der Sonstigen-Kfz zugewiesen werden. In allen Zeiteinheiten ist rechnerisch Parkraum verfügbar. Die Verteilung der Kurzzeitparkenden und der Parkenden, die über zwei oder drei Zeiteinheiten aufgenommen wurden, ist in der Spitzenstunde annähernd gleich. Eine Bevorrechtigung der Anzahl der Kurzzeitparkenden wird deshalb nicht gesehen. Um jedoch den älteren und in ihrer Mobilität eingeschränkten Besuchenden (Kurzzeitparkende) kurze Wege vom Parkraum zum Eingang des Seniorenstift zu ermöglichen, empfiehlt die Verwaltung, eine räumliche Bevorrechtigung für Kurzzeitparkende gegenüber der Zufahrt zum Seniorenstift einzurichten. Es wird vorgeschlagen, 5 bis 10 Kurzzeitparkplätze mit Parkscheibenpflicht für 4 Stunden Montag bis Sonntag zwischen 9 und 18 Uhr zu beschildern.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen:
JA | NEIN | ||
X |
PSP-Element 5-120202-900-00100-300-1 Einrichtung Bewohnerparken | |||||||
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
PSP-Element 4-120202-921-9 Einrichtung Bewohnerparken | |||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Folge-kosten (alt) | Folge-kosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):
Keine
Klimarelevanz:
Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die
Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)
Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
X |
Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:
gering | mittel | groß | nicht ermittelbar |
X |
Zur Relevanz der Maßnahme für die Klimafolgenanpassung
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
X |
Größenordnung der Effekte
Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.
Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels) |
Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels) |
Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:
vollständig | |||
überwiegend (50% - 99%) | |||
teilweise (1% - 49 %) | |||
X | nicht | ||
nicht bekannt |
Aus vergleichbaren Bewohnerparkzonenprojekten und deren Evaluation in den vergangenen Jahren konnte nachgewiesen werden, dass die Einrichtung einer Bewohnerparkzone zur Entlastung der Parkplatzsituation beiträgt und der hohen Auslastung der Parkplätze im öffentlichen Raum entgegenwirkt.
Es entstehen weniger Park-Such-Verkehre innerhalb der Zone, was wiederum zu einer Reduzierung der Schadstoffemissionen beiträgt. Außerhalb der Bewohnerparkzone kann es durch mögliche Verlagerungseffekte jedoch zu einer Erhöhung der Park-Such-Verkehre kommen, sodass im Hinblick auf die Gesamtstadt die Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz nicht eindeutig ist.
Abstimmungsergebnis
Weitere Dokumente (3)
Die Dokumente werden direkt vom Ratsinformationssystem der Stadt Aachen abgerufen und nicht von uns gespeichert oder gehostet.
Technische Details
ID: 1018561
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1018561
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2025-10-27 FB 68_0280_WP18 Bewohnerparkzone _U_ SAO.pdf
19.11.2025
7.5 MB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 7
- Sitzung
- Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Mitte
- Gremium
- Bezirksvertretung Aachen-Mitte
- Datum
- Mi., 03.12.2025
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Entscheidungsvorlage
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Entscheidungsvorlage
- Federführend
- FB 68 - Mobilität und Verkehr
- Geändert
- 12.3.2026
- Inhalt abgerufen
- 27. März 2026 um 10:55
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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