OGS-Sprachbildungsprogramm: Evaluation des ersten Pilotjahres
FB 45 n/0003/WP19 · Kenntnisnahme
OGS-Sprachbildungsprogramm: Evaluation des ersten Pilotjahres
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Herr Rohé erinnert, dass die Beseitigung von Bildungshindernissen stets ein großes Thema in den Beratungen des Ausschusses sei. Daher könne das vorgestellte Konzept als ein weiteres Leuchtturmprojekt für die Stadt Aachen angesehen werden. Der Bildungserfolg sei nach wie vor stark von der sozialen Herkunft und der Sprachkompetenz der Kinder abhängig. Die Vorlage zeige, dass das Projekt enorm erfolgreich sei und eine echte Verbesserung für die Kinder bedeute. Es sei bedauerlich, dass es nicht in der Form weitergeführt werden könne. Die Evaluation habe gezeigt, dass sich die Maßnahmen im Schulalltag erprobt hätten. Er bittet darum, dass der Beschluss entsprechend erweitert werde, damit das Projekt fortgesetzt und sogar auf andere Schulen ausgeweitet werden könne. Der Ausschuss müsse an dieser Stelle ein klares Signal setzen.
Herr Becker stimmt dem zu. Alle Beteiligten könnten sehr stolz darauf sein, was an den Schulen habe bewegt werden können und es sei auch der klaren politischen Entscheidung dieses Ausschusses zu verdanken, frühzeitig in Bildung zu investieren, wo es dringend erforderlich sei. Die Orientierung am Schulsozialindex bei der Auswahl der Pilotschulen sei die richtige Entscheidung gewesen. Die Evaluation zeige sehr deutlich, dass bereits nach kurzer Zeit messbare Erfolge bei den Kindern zu verzeichnen gewesen seien. Neben den sprachlichen Kompetenzen hätte sich auch das soziale Miteinander und die Lernatmosphäre verbessert. Davon würden alle Kinder der Schule profitieren. Auch sei seiner Auffassung nach die Verknüpfung des Angebotes mit dem OGS-Bereich enorm wichtig, denn hier werde eine Lücke im Alphabetisierungsbereich geschlossen. Die Fortbildung der OGS-Kräfte sei dabei essenziell. Das Fazit der Verwaltung sei in seinen Augen völlig zutreffend und das Programm dürfe kein zeitlich begrenztes Experiment sein, denn hier erfolge eine Investition in langfristige Bildung von Kindern. Im Rahmen der Haushaltsberatungen werde sicher ein entsprechender Antrag eingebracht um eine Verstetigung und einen Ausbau zu ermöglichen.
Frau Eck-Kämper bestätigt aus Sicht einer Pädagogin, dass Sprachkompetenz die Grundlage für Teilhabe und Bildung sei. Das Pilotprojekt habe aus ihrer Sicht sogar mehr erreicht, als vor Beginn beabsichtigt gewesen sei. Der Selbstwert der Kinder habe sich verändert, denn das Programm schaffe einen Schutzraum zum kindgerechten Erlernen der deutschen Sprache. Dabei spiele auch die individuelle Förderung und der Bezug zu dem Personal vor Ort eine entscheidende Rolle.
Frau Rohs bestätigt auch aus Elternsicht, dass Sprache essentiell wichtig sei für gesellschaftliche Teilhabe. Daher plädiere sie ebenfalls für eine nahtlose Fortführung des Programms auch um die gewonnenen Fachkräfte halten zu können.
Herr Auler bewertet das Projekt ebenfalls als sehr positiv. Als Pilot sei es konzipiert worden, um zu überprüfen, ob eine Idee in der Umsetzung auch funktioniere und dies habe sich hier bewiesen. Jedoch könne der Ausschuss eine Fortführung heute nicht beschließen da eine entsprechende Deckung im Haushalt fehle. Die Auseinandersetzung mit der weiteren Finanzierung im Rahmen der Haushaltsberatungen sei daher der richtige Weg. Dann könne auch gerne ein einstimmiger Beschluss gefasst werden. Aus seiner Sicht wäre es ebenfalls fatal, wenn die Fortführung nicht nahtlos geschehen könne, jedoch sei heute nicht der richtige Zeitpunkt für eine solche Entscheidung. Er weist darauf hin, dass formal gemäß der Zuständigkeitsordnung ohnehin der Kinder- und Jugendausschuss die Entscheidungsbefugnis über die inhaltliche Fortführung habe, die Haushaltsmittel könne der ASW bewilligen. Es sollte daher auf eine gemeinsame Entscheidung hingearbeitet werden.
Frau Geilen stimmt zu, dass das Projekt keine weitere Werbung mehr benötige und dass eine Ausweitung auf andere Schulstandorte mehr als sinnvoll sei.
Herr Wiedau schließt sich dem ebenfalls an. Jedoch empfinde er den Finanzierungsvorbehalt als falsch. Der Ausschuss sollte heute bereits mittels Beschluss ein entsprechendes Signal setzen, die benötigten finanziellen Mittel könnten dann im Rahmen der Haushaltsberatungen geklärt werden.
Herr Becker ist froh, dass sich der Ausschuss auf eine Verstetigung einigen könne. Es stimmt zu, dass eine heutige Beschlussfassung zur Fortführung nicht formal korrekt sei und er wolle für das Projekt die richtige Vorgehensweise wählen. Eine Absichtserklärung könne seiner Meinung heute ausgesprochen werden. Die benötigten Mittel würden dann sicher im Rahmen der Haushaltsberatungen gefunden werden.
Herr Menzel weist darauf hin, dass sich für die Pilotphase damals mehrere Schulen beworben hätten, daher sollte die Verwaltung noch einmal in Ruhe das weitere Vorgehen durchdenken, bevor das Projekt fortgeführt und ausgebaut werde.
Frau Griepentrog fasst zusammen, dass der Ausschuss sich heute einig über die Fortführung des Projektes sei. Eine Absichtserklärung zur Verstetigung könne daher in den Beschluss aufgenommen werden. Die Verwaltung könne im Anschluss prüfen, an welchen Schulen ein Ausbau möglich sein könnte. In den Haushaltsberatungen könne dann nach Möglichkeit eine Fortsetzung ohne Unterbrechung erwirkt werden.
Beschluss
Erläuterungen
I) Ausgangslage
Mit Ratsantrag vom 06.09.2023 (Nr. 375/18) beauftragten die Fraktionen von Grünen und SPD die Verwaltung, ein Sprachförderprogramm für Grundschulkinder zu entwickeln. Im Dezember 2023 wurde dem ASW und dem KJA ein Programmentwurf zur Sprachförderung im OGS-Kontext vorgelegt (vgl. Vorlage Nr. FB 45/0453/WP18). Die Politik befürwortete die Maßnahmen und beschloss die Bereitstellung von Haushaltsmitteln für eine zweijährige Pilotphase an zwei Grundschulen (Schuljahr 2024-2025 und Schuljahr 2025-2026). Über den Stand der Einleitung des Pilotprojekts und der Auswahl der Pilotschulen berichtete die Verwaltung zuletzt im Juni 2024 (vgl. Vorlage Nr. FB 45/0522/WP18).
II) Das OGS-Sprachbildungsprogramm
Das OGS-Sprachbildungsprogramm verfolgt das Ziel, Defiziten in der deutschen Bildungssprache frühzeitig entgegenzuwirken und Kinder bestmöglich sprachlich auf den Übergang in die weiterführende Schule vorzubereiten. Durch die Verortung im OGS-Bereich wird die Schnittstelle zwischen formaler Bildung (Lernzeit) und nicht formaler Bildung (spielerische Kursangebote) genutzt.
Das OGS-Sprachbildungsprogramm umfasst vier Bausteine:
- Baustein 1) Zusätzliche Personalressourcen zur gezielten Unterstützung in der Lernzeit
- Baustein 2) Zusätzliche Personalressourcen für Alphabetisierungsförderung bei zugewanderten Kindern in Klasse 3 und 4
- Baustein 3) Fortbildungsreihe für OGS-Kräfte zur sprachsensiblen Alltagsgestaltung
- Baustein 4) Ehrenamtliches Engagement zur Ergänzung der Sprachförderung (bspw. Vorlesezeit)
III) Die Pilotschulen
Bei der Auswahl der Pilotschulen wurden folgende Kriterien zugrunde gelegt:
- Ein hoher Schulsozialindexstufe
- Eine relevante Anzahl an Schüler*innen in Erstförderung
- Schüler*innen mit Alphabetisierungsbedarf (in den Klassen 3 / 4)
Da die Bereitschaft und Motivation der Schulen sowie der OGS eine wichtige Voraussetzung ist, wurde ein Interessensbekundungsverfahren durchgeführt.
Im Ergebnis beteiligten sich sieben Schulen/OGS am Interessensbekundungsverfahren.
Nach Auswertung der Ergebnisse wurden die folgenden beiden Schulen/OGS ausgewählt:
- Gemeinschaftsgrundschule Gerlachschule (2-zügig)
OGS-Träger: AWO (7,5 OGS-Gruppen)
- Gemeinschaftsgrundschule Driescher Hof (2-zügig)
OGS-Träger: D-Hof (9 OGS Gruppen)
IV) Umsetzung der Programmbausteine
Baustein 1 (Lernzeitförderung)
Für Baustein 1 erhielt die Gerlachschule Mittel für 39 zusätzliche Wochenpersonalstunden. Der OGS-Träger AWO konnte die Stelle zum 15. Oktober 2024 erfolgreich besetzen. Eingestellt wurde eine staatlich anerkannte Erzieherin mit langjähriger Erfahrung in der Sprachförderung. Neben der Lernzeit (sechs Einheiten à 45 Minuten pro Woche) führt sie täglich von 8 bis 11:30 Uhr Deutschförderung für Kleingruppen oder einzelne Kinder durch. Nachmittags bietet sie zusätzliche Kursangebote, darunter etwa eine Mädchengruppe zur Förderung der Kommunikation, an. Darüber hinaus begleitet sie die Kinder im OGS-Alltag sprachsensibel und sorgt für eine kontinuierliche Unterstützung im täglichen Miteinander.
Die GGS Driescher Hof erhielt für Baustein 1 insgesamt 58,5 zusätzliche Wochenstunden. Davon wurden zu Schuljahresbeginn 31,2 Stunden auf zwei vorhandene Mitarbeitende verteilt. Die verbleibenden 27,3 Stunden konnten zum 1. Dezember 2024 mit einer Fachkraft besetzt werden. Diese bringt als Lehrerin, Schulpsychologin und Montessori-Pädagogin vielfältige Kompetenzen mit.
Gemeinsam begleiten diese drei Mitarbeiter*innen nun wöchentlich 21 Lernzeiten à 45 Minuten zur gezielten Sprachförderung.
Die restlichen Stunden fließen in ein abwechslungsreiches, sprachförderndes Nachmittagsangebot:
- Sprachspiele im Ruheraum,
- Forschen und Experimentieren mit dem Kindermagazin „echt jetzt“,
- Kinderreporter*innen erstellen einen Schulnewsletter,
- Besuch des Bücherbusses Fabian,
- Vorlesen und Stöbern in der Schulbücherei,
- Comics zeichnen und beschriften,
- Sprache mit Bewegung verbinden.
Baustein 2 (Alphabetisierung)
Für die Förderung von Kindern mit Alphabetisierungsbedarf erhielten beide Pilotschulen jeweils 10 zusätzliche Wochenstunden.
An der Gerlachschule konnte die AWO ab 01.12.2024 einen Lehramtsstudenten mit OGS-Erfahrung gewinnen. In Zusammenarbeit mit der OGS-Koordination entwickelte er ein Nachmittagsangebot, welches spielerisch die Schriftsprache fördert. Ergänzend dazu begleitet er wöchentlich 4 Lernzeiten à 45 Minuten.
Der OGS-Träger D-Hof für Kinder und Jugendliche setzte die zusätzlichen Stunden zunächst mit zwei Mitarbeitenden aus dem Bestandspersonal um. Nach der Einstellung der neuen Fachkraft für Baustein 1 wurde deren Aufgabefeld um zusätzliche 5 Stunden aus Baustein 2 erweitert. Seit dem zweiten Halbjahr übernehmen somit eine Person aus dem Bestand und die neue Fachkraft die Umsetzung arbeitsteilig. Sie teilen die Klassen 3 und 4 in den Förderstunden für „Alpha-Kids“ auf und leisten somit eine gezielte Unterstützung.
Baustein 3 (Fortbildungsreihe)
Beide Pilotschulen haben von jeweils zwei dreistündigen Fortbildungsmodulen profitiert. Inhalte waren dabei der frühkindliche Spracherwerb, die Sprachbereiche nach BaSiK[1] sowie eine sprachförderliche Haltung und sprachförderliches Verhalten.
An der Gerlachschule nahmen am 1. und am 8. April 2025 alle fünf hauptamtlichen OGS-Mitarbeiter*innen sowie die beiden Zusatzkräfte aus dem OGS-Sprachbildungsprogramm teil.
An der GGS Driescher Hof beteiligten sich am 1. und 8. Oktober 2024 insgesamt zwölf pädagogische Fachkräfte, zwei Auszubildende und eine Lehrerin.
Baustein 4 (Ehrenamt)
In Kooperation mit der Caritas konnte für die Gerlachschule eine Ehrenamtlerin gewonnen werden, welche seit Ostern 2025 ca. einmal wöchentlich ein Vorleseangebot für Kinder durchführt.
V) Evaluation
Zur Bewertung der vier Bausteine wurden im Juni und Juli 2025 unterschiedliche Befragungen durchgeführt:
- Schüler*innen bewerteten die Lernzeit und die Alpha-Förderung mit Hilfe eines bildhaften Fragebogens
- OGS-Kräfte gaben ihr Feedback zu den einzelnen Bausteinen schriftlich (Multiple Choice und offene Fragen)
- Lehrkräfte hielten die Lernerfolge der Kinder mit besonders hohem Sprachförderbedarf schriftlich fest.
- Mit der jeweiligen Leitungsebene (OGS-Koordination, OGS-Träger und Schulleitung) wurde ein Gruppeninterview geführt, um Erfahrungen, Nutzen und mögliche Potenziale zu erfassen.
Baustein 1 (Lernzeitförderung)
Die Rückmeldungen der Kinder zeigen, dass sie sich in der Lernzeit grundsätzlich gut unterstützt fühlen, die Aufgaben verstehen und nach eigenem Empfinden Fortschritte machen. Auffällig ist, dass viele Kinder an beiden Schulen Konzentrationsschwierigkeiten haben und ein unruhiges Klassenklima mehrfach in den Kommentaren ansprachen (Details siehe Anlagen 1 bis 3).
Die OGS-Kräfte stellten im Vergleich zum Vorjahr deutliche Verbesserungen fest. Dank zusätzlicher Personalressourcen können sie individueller auf die Kinder eingehen. Besonders an der GGS Driescher Hof wirkt sich die Kleingruppenförderung in Nebenräumen positiv auf die gesamte Lernatmosphäre aus. Zudem profitieren auch die stärkeren Kinder, da durch die gezielte Unterstützung der Schwächeren mehr Zeit für ihre Fragen bleibt.
Nach Einschätzung der Fachkräfte sind die Kinder insgesamt kommunikationsfreudiger und selbstbewusster geworden, stellen häufiger Fragen und bitten aktiv um Hilfe.
Auch die Lehrkräfte bestätigten die sprachlichen Fortschritte. Zwar lässt sich nicht eindeutig abgrenzen, ob diese auf Baustein 1 oder 2 zurückzuführen sind, jedoch zeigt sich, dass Kleingruppenförderung und Eins-zu-Eins-Begleitung durch konstantes Personal besonders wirksam sind.
Bei allen geförderten Kindern wurden Verbesserungen dokumentiert, teils in bis zu sieben sprachlichen Bereichen. Besonders auffällig sind die Fortschritte im Wortschatz, beim Vorlesen unbekannter Texte, bei der Wiedergabe von gelesenen Inhalten sowie bei der Abschrift von Texten (Details siehe Anlagen 4 und 5).
Auf Leitungsebene wurden folgende Punkte hervorgehoben: In der Gerlachschule, wo regulär nur eine OGS-Kraft pro Lernzeit vorgesehen ist, konnte durch das OGS-Sprachbildungsprogramm häufiger eine Doppelbesetzung sichergestellt und krankheitsbedingte Ausfälle der Lernzeit konnten reduziert werden. An der GGS Driescher Hof, wo standardmäßig eine Doppelbesetzung (OGS-Kraft und Lehrkraft) vorgesehen ist, konnte durch das Programm auch bei Ausfällen die Doppelbesetzung gewährleistet werden und darüber hinaus zusätzliche Angebote für OGS-Kinder mit Sprachförderbedarfen realisiert werden. Somit tragen die zusätzlichen Personalressourcen maßgeblich zu einer Verbesserung der Rahmenbedingungen für alle SuS in den Lernzeiten bei.
Baustein 2 (Alphabetisierung)
Der Fragebogen zur Alphaförderung richtete sich ausschließlich an die Kinder, die im Rahmen dieses Bausteins gefördert wurden. Beantwortet wurde er von jeweils sieben Kindern pro Schule. Die Ergebnisse waren eindeutig: Die Kinder bewerteten das Angebot überwiegend mit dem „glücklichen Smiley“. Auch beim Thema Konzentration wählten mehr als die Hälfte diesen positiven Smiley. Dies deckt sich mit den Beobachtungen der Fachkräfte, wonach die Kinder von der Unterstützung in Kleingruppen besonders profitieren (Details siehe Anlagen 6 bis 8).
Die beteiligten OGS-Kräfte berichteten von schnellen Lernfortschritten und hoher Motivation der Kinder. Auch die Lehrkräfte äußerten sich durchweg positiv (vgl. Ergebnisse bei Baustein 1).
Die Leitungsebene hob hervor, dass ein derartiges Förderangebot im OGS-Bereich bislang nicht existierte und eine wertvolle Ergänzung zum schulischen Bildungsangebot darstellt. Besonders die Lehrkräfte begrüßen die Unterstützung. Zugleich wird deutlich, dass die Abgrenzung zwischen Baustein 1 und 2 in der Praxis nicht immer trennscharf ist: An der Gerlachschule übernahm die Kraft aus Baustein 1 auch Aufgaben von Baustein 2, während die Zusatzkraft von Baustein 2 teilweise in Baustein 1 eingebunden war.
Baustein 3 (Fortbildungsreihe)
Sowohl die OGS-Mitarbeiter*innen als auch die Leitungsebene bewerteten die Fortbildungsreihe sehr positiv. Insbesondere die Sensibilisierung des Teams wird hervorgehoben. Die Fachkräfte achten seit Einführung der Module stärker auf ihren eigenen Sprachgebrauch und gestalten ihre Angebote gezielter sprachförderlich.
Baustein 4 (Ehrenamt)
Das Ehrenamtsprojekt „JutE – Jugend trifft Erfahrung“ der Caritas ist in vielen Grundschulen in Aachen bereits etabliert, jedoch bisher kaum im Nachmittagsbereich. Im Rahmen des OGS-Sprachbildungsprogramms wird dies erprobt. Seit den Osterferien 2025 unterstützt eine Ehrenamtlerin die Gerlachschule mit einem wöchentlichen Vorleseangebot für eine kleine Gruppe von Kindern (größtenteils erste Klasse).
In einem Gespräch mit der Ehrenamtlerin, einer Caritas-Mitarbeiterin sowie einer weiteren Ehrenamtlerin, tätig im OGS-Bereich an einer anderen Schule, wurde das Format erörtert. Als Ergebnis wurde festgehalten, dass die Beziehungsarbeit insbesondere durch die mehrjährige Eins-zu-Eins-Betreuung oder in sehr kleinen Gruppen einen besonderen Mehrwert von JutE bietet. Da dieser Baustein erst im Laufe diesen Jahres umgesetzt werden konnte, wird das zweite Jahr der Pilotphase genutzt, um sich ein Bild zu machen und die Maßnahme im Hinblick auf Wirksamkeit und Realisierbarkeit besser einschätzen zu können.
VI) Fazit
Die Pilotmaßnahmen stoßen sowohl bei Kindern als auch bei Fachkräften auf großen Zuspruch. Die Kinder nehmen die Zusatzangebote mit Begeisterung an, setzen Gelerntes direkt um und zeigen mehr Freude am Sprechen und am Lesen. Zudem beobachten die Fachkräfte nicht nur sprachliche Fortschritte, sondern auch Verbesserungen im sozialen Miteinander. Besonders wirksam ist die Unterstützungsleistung in Kleingruppen mit konstanten Bezugspersonen, da sich die Kinder in diesem sicheren Rahmen besser konzentrieren können. Außerdem war die Fortbildung für die Sensibilisierung der Fachkräfte entscheidend.
Die Ergebnisse des ersten Pilotjahres zeigen, dass schon in kurzer Zeit Erfolge sichtbar sind, wenn gezielt beim Thema Sprache angesetzt wird, denn Sprache ist der Dreh- und Angelpunkt in der Schulbildung. Daher scheint die Fortführung und Ausweitung des OGS-Sprachbildungsprogramms überaus sinnvoll.
Des Weiteren nutzen die Pilotschulen die Gestaltungsspielräume aktiv aus, indem sie verschiedene Kursformate ausprobieren, und haben somit bereits wertvolle Erfahrungen und daraus resultierende Potenziale zur Weiterentwicklung des Programms gesammelt.
VII) Ausblick
Die Pilotphase läuft zum Ende des Schuljahres 2025/2026 aus.
Die Verwaltung wird dieses zweite Schuljahr – gemeinsam mit den Schulen, den OGS und den Beteiligten – nutzen, die einzelnen Bausteine weiter zu schärfen, zu beobachten und zu evaluieren.
Nach Abschluss der Pilotphase werden die gewonnenen Erkenntnisse in die Erarbeitung eines Konzepts einfließen mit dem Ziel, eine Übertragbarkeit auf die OGS-Landschaft in der Stadt Aachen zu prüfen. Hierbei werden die einzelnen Bausteine im Hinblick auf ihre Wirksamkeit, Übertragbarkeit und unter gleichzeitiger Beachtung und Abwägung des Rahmens wirtschaftlicher und finanziell darstellbare Lösungen betrachtet.
Mit dem Ende der Pilotphase Ende Juli 2026 stehen aktuell darüber hinaus im städtischen Haushalt keine Mittel zur Verfügung. Diese könnten – bei entsprechender politischer Beschlussfassung – auf Grundlage des im nächsten Jahr vorzulegenden Konzepts (inkl. Finanzierungsvorschlag) – in die Haushaltsberatungen 2027ff eingebracht werden. In der Konsequenz könnte eine Fortsetzung des Programms und Umsetzung der Bausteine an einzelnen Schulen/OGS dann ab dem Schuljahr 2027/2028 erfolgen.
[1] BaSiK („Begleitende alltagsintegrierte Sprachentwicklungsbeobachtung in Kindertageseinrichtungen“) ist ein Verfahren zur Beobachtung und Beschreibung der kindlichen Sprachentwicklung. Es erfasst u. a. Wortschatz, Lautbildung, Grammatik, Sprachgebrauch, Schriftsprachvorläufer und Sprachmelodie.
Abstimmungsergebnis
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Technische Details
ID: 1018808
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Hauptdokument
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2025-11-17 FB 45 n_0003_WP19 OGS-Sprachbildungspr SAO.pdf
17.11.2025
1.9 MB
Metadaten
- TOP
- Ö 9
- Sitzung
- Sitzung des Ausschusses für Schule und Weiterbildung
- Gremium
- Ausschuss für Schule und Weiterbildung
- Datum
- Di., 09.12.2025
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 45 - Fachbereich Jugend und Schule
- Geändert
- 10.8.2026
- Inhalt abgerufen
- 24. August 2026 um 01:21
Beschlussdokument
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