Beratung
Herr Bezirksbürgermeister Tillmanns weist darauf hin, dass der Tagesordnungspunkt Wasserstoffleitungsnetz sowohl im öffentlichen als auch im nichtöffentlichen Teil behandelt wird und bittet darum, dies bei der Diskussion zu beachten.
Frau Lancé vom Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa stellt dem Gremium die bisherige Planung in Form einer Powerpointpräsentation vor. Hierin werden die drei möglichen Varianten zur Leitungsführung vorgestellt. Von der Bezirksregierung Köln wurde die Variante im Aachener Süden favorisiert. Dies sei auch der bevorzugte Trassenverlauf der OGE (A01 – A02 – A03 – A08). Die Stadt Aachen habe sich gegen diese Variante ausgesprochen, da sie durch das Indetal und somit durch Landschaftsschutz- und Naturschutzgebiete führt.
Frau Lancé weist darauf hin, dass im Rahmen der Raumverträglichkeitsprüfung lediglich ein Benehmen hergestellt werden müsse. Der Stadt Aachen müsse die Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben werden, die aber für die Bezirksregierung Köln nicht bindend sei. Im Februar 2026 beginne das Planfeststellungsverfahren, bei dem der Leitungsverlauf der Trasse noch einmal intensiver geprüft wird.
Herr Bezirksbürgermeister Tillmanns bedankt sich für den Vortrag.
Herr Auler von der CDU-BF begrüßt die Tatsache, dass das Gutachten veröffentlicht wurde und sich somit jetzt die Gelegenheit aufgetan habe, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Grundsätzlich sei es richtig und wichtig, dass die Stadt Aachen an das Wasserstoffnetz angeschlossen werde, damit die Industrie eine sichere Stromversorgung in ausreichender Menge erhalte. Dies beinhalte den Bau einer entsprechenden Pipeline.
Nach hiesiger Auffassung führe die Vorzugsvariante entlang der Autobahn, da dort schon Versorgungsleitungen liegen und diese Route Platz für die Wasserstoffpipeline biete.
Er sei froh, dass die Variante, welche das Naturschutzgebiet von oben nach unten zerschneiden würde, nicht verwirklicht werde. Mit der Vorzugsvariante der Bezirksregierung sei man trotzdem nicht einverstanden, da diese auf einer Länge von ca. 400 Metern das Naturschutzgebiet unterirdisch durchschneide. Ein Problem hierbei sei, dass das Grundwasser oberhalb der Erde liege und nicht wie gewöhnlich darunter. Die Realisierung sei seiner Ansicht nach daher technisch schwierig.
Darüber hinaus seien hier besondere gesetzliche Vorgaben und hohe umweltrechtliche Hürden zu beachten. Solche Auflagen könnten das Bauprojekt erheblich verteuern.
Bei der Einhaltung der umweltrechtlichen Auflagen setze er daher auf die Unterstützung der örtlichen Umweltverbände wie NaBu und BUND. Die OGE sei für Schäden in der vollen Haftung.
Zudem müsse darauf geachtet werden, dass die Straße nach Krauthausen geschützt werde. Eine unterirdische Baumaßnahme könne diese in Mitleidenschaft ziehen und Auswirkungen auf den Schwerlastverkehr, insbesondere den Bus- und landwirtschaftlichen Verkehr haben. Dabei müsse auch die Bauphase betrachtet werden. Wasserstoff sei zwar für die Energiewende erforderlich, aber nicht um jeden Preis.
Herr Hußmann von der Grünen-BF bedankt sich ebenfalls für den Vortrag. Auch er sehe die Notwendigkeit von grünem Wasserstoff als Zukunftsenergie. Er macht darauf aufmerksam, dass bereits seit 2017 eine Gastrasse der Firma Zeelink durch Brand geführt werde, um die Umstellung von L-Gas auf H-Gas zu gewährleisten. Diese noch existierende L-Gas-Pipeline sei demnach nicht mehr erforderlich und könne gegebenenfalls auch für den Transport von Wasserstoff genutzt werden. Diese Option müsse zunächst untersucht werden.
Frau Lancé teilt mit, dass diese Möglichkeit bisher nicht zur Diskussion stand.
Herr Hußmann macht deutlich, dass auch die Trasse entlang der Autobahn eine Umweltbelastung darstelle, da dort mehrere Bäche gekreuzt werden müssten. Eine weitere Pipeline solle daher möglichst vermieden werden. Insgesamt sei die Grünen-BF zum Entschluss gekommen, dass die geplante Variante 3 machbar sei, wenn alle erforderlichen Auflagen eingehalten werden. Die in den Plänen gelb dargestellte Trassenvariante 2 hingegen treffe auf erheblichen Widerstand in Brand.
Herr Bezirksbürgermeister Tillmanns hält fest, dass zum Tagesordnungspunkt kein Beschluss gefasst wird.
Für diesen Tagesordnungspunkt liegen noch keine Beratungsergebnisse vor.
Technische Details
ID: 1019018
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1019018
Grunddaten
- TOP
- Ö 3
- Sitzung
- Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Brand
- Gremium
- Bezirksvertretung Aachen-Brand
- Datum
- Mi., 03.12.2025
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Status
- gemischt
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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