Bericht über das 3. Quartal 2025 der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung Aachener Stadtbetrieb
E 18/0002/WP19 · Kenntnisnahme
Erläuterungen
- Einleitung
Nach § 16 der Betriebssatzung des Aachener Stadtbetriebes hat die Betriebsleitung den Oberbürgermeister, die Stadtkämmerin sowie den Betriebsausschuss vierteljährlich über die Entwicklung der Erträge und Aufwendungen sowie über die Abwicklung des Vermögensplans zu unterrichten. Nach § 7 Abs. 3 der Betriebssatzung sind zudem der Stadtkämmerin alle sonstigen finanzwirtschaftlichen Auskünfte zu erteilen.
Die Gegenüberstellung der Plan- und Ist-Werte der Erträge, kumulierten Aufwendungen und Investitionen zum Ende des dritten Quartals 2025 sowie ein Forecast für das Jahr 2025 erfolgt in einer tabellarischen Aufstellung. Zur näheren Erläuterung der Ist-Werte und Plan-Abweichungen wird in diesem Bericht auf die wesentlichen Positionen eingegangen.
- Erträge 3. Quartal 2025
- Umsatzerlöse (ohne Betriebskostenzuschuss)
Gemessen an der Planvorgabe wurde bis zum Ende des dritten Quartals 2025 der erwartete Umsatzerlös
um 62T€ unterschritten. Im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres ist ebenfalls eine Minderung der Umsatzerlöse von 142 T€ zu verzeichnen.
Mit 35 % machen die Erlöse aus dem Verkauf von Altpapier einen großen Anteil der Umsatzerlöse aus.
Diese betragen zum Ende des dritten Quartals 1.059 T€. Der durchschnittliche Preis pro Tonne Altpapier
ist im Vergleich zum Vorjahr geringfügig gestiegen. Einen ebenfalls entscheidenden Anteil machen die Mitbenutzungsentgelte der Dualen Systeme Deutschland aus. Diese betrugen zum Ende des dritten Quartals2025 719 T€ und liegen 157 T€ unter dem Vorjahresniveau.
Weitere relevante Posten der Umsatzerlöse sind die Erlöse aus Garten- und Landschaftsbau (373 T€), die Erlöse der Fahrzeug- und Gerätewerkstatt (309 T€) sowie die Erlöse für Straßenreinigung und Winterdienst mit 251 T€. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die Erlöse der Fahrzeug- und Gerätewerkstatt um 210 T€ gestiegen. Das ist darin begründet, dass größere Kaskoschäden mit den Versicherungen abgerechnet wurden.
Unterjährig sind die Erlöse kritisch zu beobachten, da insbesondere die Entwicklung auf dem Papiermarkt einen entscheidenden Einfluss auf die Einhaltung der Planvorgabe hat. Aus heutiger Sicht wird der Planwert des Geschäftsjahres 2025 geringfügig überschritten werden. Es wird mit einer Mehreinnahme von 221 T€ zum Ende des Jahres gerechnet.
- Sonstige betriebliche Erträge
Im dritten Quartal des Jahres wurde der Planwert der sonstigen betrieblichen Erträge nicht erreicht.
Der Planwert konnte lediglich zu 42 % ausgeschöpft werden. Die negative Abweichung zum Planwert resultiert aus noch nicht verbuchten Fördermitteln für Maßnahmen innerhalb des Bereichs Friedhofswesen sowie für Investitionen verschiedener Geschäftsbereiche. Hier ist davon auszugehen, dass die Zahlung der Fördermittel
in den folgenden Monaten erfolgt und sich die negative Abweichung reduziert.
Der Vorjahreswert der Sonstigen betrieblichen Erträge ist beträchtlich höher. Dies ist darin begründet, dass in 2024 der Inflationsausgleich seitens der Stadt Aachen gezahlt wurde.
- Fazit
Insgesamt wurden die Planvorgaben der Erträge zum dritten Quartal um 762 T€ unterschritten. Gemessen am Vorjahreszeitraum sind die Erträge um 1.205 T€ gesunken. Vor allem aufgrund der fehlenden Fördermittel liegt die Ausschöpfung des Planwerts am Ende des dritten Quartals bei 82 %.
Aus heutiger Sicht ist davon auszugehen, dass die Erträge insgesamt für das Jahr 2025 unterhalb des Planwertes liegen werden. Durch das interne Berichtswesen wird die Entwicklung der Erträge permanent verfolgt. Nach aktuellem Stand ist eine Unterschreitung des Wirtschaftsplanwerts von 881 T€ wahrscheinlich. Das liegt darin begründet, dass die Umsetzung geplanter Fördermaßnahmen in die Folgejahre verlagert wurden und damit auch der Mittelabruf in Folgejahren erfolgen kann. Zusätzlich fallen die Investitionszuschüsse geringer aus als angenommen. Es ist davon auszugehen, dass die angespannte Haushaltslage von Bund und Land zu geringeren Zuschusszusagen führt und Zuschussprogramme nicht zustande kommen.
- Aufwendungen 3. Quartal 2025
- Materialaufwand
Der Planwert zum Ende des dritten Quartals für die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurde um 296 T€ unterschritten. Im Vorjahresvergleich sind diese Kosten um lediglich 1 % gestiegen. In dieser Position schlagen vornehmlich die Kosten für Kraftstoffe mit rund 1.015 T€ für das dritte Quartal 2025 zu Buche.
Aufgrund des leicht gesunkenen Preises für Dieselkraftstoff fallen die Kosten an dieser Stelle geringer aus als im Vorjahr. Weitere größere Posten sind die Aufwendungen für Werkstattmaterialien (425 T€), Dienstkleidung (345T€), Bau- und Schüttstoffe (332 T€) sowie Pflanzenmaterial und Saatgut (237 T€). In diesen Positionen kann im Vergleich zum Vorjahreszeitraum teilweise eine geringe Steigerung der Aufwendungen verzeichnet werden.
Die Aufwendungen der bezogenen Fremdleistungen belaufen sich auf 13.549 T€ und entsprechen nahezu dem Planwert. Im dritten Quartal 2024 lagen die Aufwendungen der bezogenen Fremdleistungen bei 12.095 T€ und damit 1.454 T€ geringer als in 2025. Die Ursache hierfür ist, dass die Fremdleistungen im Friedhofsbereich und Garten- und Landschaftsbau durch höhere Baumpflanzungen gestiegen sind. Ebenfalls sind höhere Kosten für Fremdleistungen im Bereich Straßenunterhaltung angefallen.
Hauptsächlich beruhen die Fremdleistungen auf den Gebühren für die thermische Abfallverwertung, welche sich im dritten Quartal auf ca. 7.386 T€ belaufen. Im Vergleich zum Vorjahr ist hier eine Mehrausgabe von 186 T€ festzustellen. Die Differenz resultiert aus den gestiegenen Kosten für die Entsorgung von Restabfällen.
Der Preis pro Tonne ist um 18 € gestiegen im Vergleich zum Vorjahr.
Weitere relevante Positionen sind Reparaturaufträge an KFZ-Fachwerkstätten (1.411 T€) und vergebene Fremdleistungen für die Straßenunterhaltung (1.723 T€).
Bei den Fremdleistungen im Bereich Garten- und Landschaftsbau (1.366 T€) handelt es sich hauptsächlich
um Baumpflegearbeiten und Pflegearbeiten auf Bolz- und Spielplätzen.
Im Bereich Straßenunterhaltung fielen die Fremdleistungen zum 30.09.2025 geringer aus als geplant.
Da der Planansatz für bezogene Fremdleistungen im Bereich Straßenunterhaltung auf Basis der Vorjahre entsprechend höher kalkuliert wurde, liegt der Aufwand momentan etwa 680 T € unterhalb des Planwerts. Erfahrungsgemäß fällt in den ersten drei Quartalen die Verbuchung von Fremdleistungen verhältnismäßig geringer aus als im letzten Quartal, weil viele Jahresaufträge erst zum Ende des Jahres abgerechnet werden. Dies begründet die Unterschreitung des Planwerts.
Im Wirtschaftsplan 2025 wurde die Bauumsetzung der Stützwandsanierung in Hahn mit 1,2 Mio. € im Bereich Straßenunterhaltung geplant. Die Gesamtkosten teilen sich in 300 T€ Planungskosten und 900 T€ Fremdleistungen auf. Diese Maßnahme wurde durch eine Verfügung von FB 20 im September bei der Stadt als Investition im Haushalt aufgenommen. Das bedeutet, dass sich die geplanten Fremdleistungen um 900 T€ und der sonstige betriebliche Aufwand um 300 T€ verringern und gleichzeitig der Betriebskostenzuschuss um 1,2Mio. € gekürztwird.
Am Ende des dritten Quartals unterschreitet der kumulierte Materialaufwand den Planwert um lediglich 69 T€, was einer Abweichung von -0,4 % entspricht. Da die Kosten für Kraft- und Betriebsstoffe geringer ausfallen als geplant und die Bauumsetzung der Stützwandsanierung bei den Fremdleistungen entfällt, ist aus heutiger Sicht bis zum Ende des Jahres von einer Unterschreitung des Planwerts von 704 T€ auszugehen.
- Personalaufwand
Die Personalkosten des dritten Quartals 2025 kumuliert betragen insgesamt 36.858 T€ und liegen somit 1.705 T€ über dem Planwert. Im Vergleich zum dritten Quartalswert des Vorjahres ist eine Steigerung des Aufwands von 2.615 T€ gegeben. Diese Steigerung resultiert hauptsächlich aus dem Ergebnis der letzten Tarifverhandlung, wonach die Beschäftigten eine Tariferhöhung von 3,0 % erhielten. Voraussichtlich wird zum Jahresende mit einem überschrittenen Personalaufwand von 1.958 T€ zum Wirtschaftsplanwert gerechnet.
- Abschreibungen
Der Wert des kumulierten dritten Quartals von 4.696 T€ für die handelsrechtlichen Abschreibungen beruht auf einer Hochrechnung, da die Veränderungen des Anlagespiegels abschließend im Jahresabschluss gebucht werden und somit erst zu diesem Zeitpunkt die endgültigen Abschreibungsbeträge feststehen. Es ist davon auszugehen, dass der Planwert des Jahres 2025 geringfügig unterschritten wird.
- Zinsaufwand
Der Aufwand für Zinsen und Tilgung des Darlehens der Stadt Aachen an den Aachener Stadtbetrieb wird halbjährig gezahlt. Der Planwert des dritten Quartals ist somit vollständig ausgeschöpft. Die geringe Abweichung resultiert aus dem gerundeten Planwert.
- Sonstiger betrieblicher Aufwand
Der Planansatz des sonstigen betrieblichen Aufwands wurde zum Ende des dritten Quartals 2025 zu 83 % ausgeschöpft. Dies bedeutet eine Unterschreitung des Planansatzes um 898 T€. Die relevanten Positionen des sonstigen betrieblichen Aufwands sind die Miet- und Leasingkosten (854 T€), EDV-Kosten (999 T€) und Instandhaltung der Gebäude (375 T€).
Im Vergleich zum Vorjahreswert ist ein leichter Anstieg des betrieblichen Aufwands von 6 % zu verzeichnen.
Insgesamt liegen die Aufwendungen des sonstigen betrieblichen Aufwands zum Ende des dritten Quartals unter dem Planwert. Zum einen liegt es an der noch fehlenden Verbuchung der KFZ-Versicherung, zum andern fielen bislang weniger Kosten für die Instandhaltung der Gebäude an. Da viele Rechnungen erst zum Ende des Jahres verbucht werden können, ist davon auszugehen, dass die Kosten im vierten Quartal verhältnismäßig höher liegen als bisher. Ungeachtet dessen wird der Planansatz zum Ende des Jahres voraussichtlich nicht ausgeschöpft werden. Auch durch die geplante Aufgabenverschiebung der Bauumsetzung der Stützwandsanierung in Hahn fallen die Kosten (300 T€) geringer aus als ursprünglich geplant.
- Steueraufwendungen
Der maßgebliche Anteil der Steueraufwendungen bis zum Ende des dritten Quartals liegt bei der Kraftfahrzeug-steuer (70 T€), die unterjährig zu verschiedenen Zeitpunkten anfällt.
Aus heutiger Sicht ist mit einer Unterschreitung des Jahresplanwerts zu rechnen.
- Fazit
Die kumulierten Gesamtaufwendungen liegen zum Ende des dritten Quartals 2025 bei 62.993 T€.
Dies bedeutet insgesamt eine Überschreitung des Planwerts um 741 T€, was einer Ausschöpfung von 101 % entspricht. Lediglich in den Positionen Fremdleistungen, Personalaufwand sowie Abschreibungen kann eine Planwertüberschreitung verzeichnet werden. In den anderen Positionen wurden die Planwerte bisher unterschritten. Saisonal bedingte höhere Aufwendungen im 4. Quartal sind in den Planwerten bereits berücksichtigt. Aus heutiger Sicht ist davon auszugehen, dass der Wert des Wirtschaftsplans der Gesamtaufwendungen zum Jahresende um ca. 1.013 T€ unterschritten wird.
- Vermögensplan 3. Quartal 2025
Die Beschaffung von Vermögen unterliegt einer klaren Budget- und Freigabestruktur. Es werden ausschließlich Anschaffungen getätigt, die zur Aufgabenerfüllung oder als Ersatz für Anlagegüter, deren Reparatur nicht mehr wirtschaftlich ist, notwendig sind. Hierzu muss seitens der fachverantwortlichen Abteilung ein genehmigungsfähiger Investitionsantrag gestellt werden.
Die Position Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen bezeichnet hier tatsächliche Rechnungseingänge zum dritten Quartal 2025 für Anlagegüter.
Im Laufe der ersten Quartale erfolgte eine Bündelung und Priorisierung der Investitionsmaßnahmen, welche anschließend formal auf den Weg gebracht wurden. Je nach Investitionsvolumen oder Spezifikation des Wirtschaftsguts kann der Prozess von Ausschreibung, Submission, Vergabe und Lieferung der Leistung mehrere Wochen und Monate bis über ein Jahr hinaus andauern. Somit ergibt sich eine zeitliche Verschiebung zwischen der Mittelanmeldung und dem tatsächlichen Mittelabruf. Nach Ende des dritten Quartals beträgt die Investitionsquote 43 % (7.170T€) und liegt deutlich über der Quote des Vorjahreszeitraums. Die Tilgung des Darlehens bei der Stadt Aachen verlief planmäßig mit 285 T€.
Demgegenüber stehen die Abschreibungen mit 4.696 T€ sowie die Einzahlungen aus Abgängen des Anlagevermögens mit 184 T€. Somit ergibt sich im Vermögensplan am Ende des dritten Quartals vorläufig
ein negatives Ergebnis von 2.436 T€.
- Resümee und Ergebnis zum Ende des 3. Quartals 2025
Die Erträge des Aachener Stadtbetriebes fallen am Ende des dritten Quartals geringer aus als erwartet, was vornehmlich den fehlenden Fördergeldern zuzuschreiben ist. So ist prognostizierend am Ende des Jahres mit einer Abweichung von 881 T€ zu rechnen.
Bei Betrachtung der Forecast-Werte wird aufgrund der saisonalen Schwankungen im letzten Quartal des Jahres mit höheren Aufwendungen gerechnet. Dennoch ist aus heutiger Sicht mit einer Minderausgabe von 1.013 T€ zu rechnen.
Der gezahlte Betriebskostenzuschuss der Stadt Aachen beläuft sich nach dem dritten Quartal planmäßig
auf 62.369 T€. Daraus ergibt sich zum Ende des Quartals ein vorläufig positives Ergebnis von 2.942 T€.
Durch die Aufgabenverschiebung der Bauumsetzung der Stützwandsanierung in Hahn wird der Betriebskostenzuschuss um 1,2 Mio. € für das Wirtschaftsjahr 2025 reduziert. Aus heutiger Sicht würde der Stadtbetrieb zum 31.12. ein negatives Ergebnis von 2.176 T€ erzielen. Dies ist auf die höheren Personalkosten und geringere Erlöse zurückzuführen.
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Technische Details
ID: 1019091
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1019091
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2025-11-19 E 18_0002_WP19 Bericht ueber das 3. sao
25.11.2025
225.7 KB
Metadaten
- TOP
- Ö 7
- Sitzung
- Sitzung des Betriebsausschusses für den Aachener Stadtbetrieb
- Gremium
- Betriebsausschuss Aachener Stadtbetrieb
- Datum
- Do., 11.12.2025
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- E 18 - Aachener Stadtbetrieb
- Geändert
- 13.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 19. Mai 2026 um 16:03