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Bebauungsplan - Grauenhofer Weg/Stettiner Straßehier: Beschluss zur Durchführung einer Ideenwerkstatt

FB 61/0008/WP18 · Entscheidungsvorlage

Bebauungsplan - Grauenhofer Weg/Stettiner Straßehier: Beschluss zur Durchführung einer Ideenwerkstatt

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Beratungsergebnis:geändert beschlossen

Beratung

Frau Burgdorff erläutert ergänzend zur Vorlage kurz die Notwendigkeit eines qualitätssichernden Verfahrens und dankt dem Investor für die Bereitschaft, diesen Weg mitzugehen.

Für die Fraktion der Grünen kündigt Frau Brinner an, dass man dem von der Verwaltung vorgeschlagenen Verfahren grundsätzlich zustimmen werde, allerdings sei man der Auffassung, dass die ökologischen Belange in der Aufgabenstellung bislang nicht ausreichend berücksichtigt seien. Vor dem Hintergrund der Klimakrise sei es wichtig, so energieeffizient und klimaschonend zu bauen wie möglich, daher solle das entstehende Wohnquartier nach den Kriterien des klimaneutralen Bauens geplant werden. Insbesondere solle ein Energiekonzept auf Basis erneuerbarer Energien erstellt werden, wobei die benötigte Elektrizität und Wärme nach Möglichkeit im Plangebietproduziert werden solle.Darüber hinaus soll der “cradle-to-cradle”-Ansatz für die Kreislaufwirtschaft berücksichtigt werden. Bei der Auswahl der Baumaterialien soll auf möglichst ressourcenschonende und nachhaltige Materialien gesetzt werden. Auch wenn einzelne dieser Vorgaben erst zu einem späteren Zeitpunkt im Bebauungsplan oder im Städtebaulichen Vertrag verbindlich geregelt werden könnten, bitte man die Verwaltung darum, die Thematik bereits jetzt mitzudenken.

Als Vertreter des Seniorenbeirats begrüßt Herr Jennissen den Fortgang des Verfahrens. Er sei zuversichtlich, dass für den gesamten Bereich eine positive Entwicklung in Gang gesetzt werden könne. Das neue Wohnquartier könne dabei als eine Art Fortsetzung des Driescher Hofs in moderner Form einen Impuls geben, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Ausstattung mit ausreichend Grün gerichtet werden müsse.

Für die CDU-Fraktion signalisiert auch Herr Baal Zustimmung zum Beschlussvorschlag der Verwaltung. Hinweisen wolle man allerdings auf die im Rahmen der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes geführte Diskussion zu diesem Bereich, die hier verlaufende Kaltluftschneise müsse in jedem Fall Berücksichtigung finden. Grundsätzlich halte man es aber für richtig, die Fläche insgesamt zu betrachten, um eine städtebauliche Konzeption zu finden, die ein Gesicht zum Grauenhofer Weg und zum Driescher Hof entwickeln könne.

Für die Fraktion Die Zukunft weist Herr Allemand auf den bestehenden Mangel an bezahlbarem Wohnraum hin und plädiert dafür, den Bereich Grauenhofer Weg/ stettiner Straße als eine der wenigen für Wohnungsbau zur Verfügung stehenden Flächen gut zu nutzen. Hierzu müsse man auch über eine angemessene Dichte reden.

Für die Fraktion Die Linke betont auch Herr Beus, dass man hier eine wertvolle Fläche zur Verfügung habe, die angesichts der Knappheit von Bauflächen gut und qualitätvoll entwickelt werden müsse. Konkurrierende Verfahren wie von der Verwaltung vorgeschlagen halte man für das richtige Instrument, um gute Quartiere zu schaffen. In diesem Sinne sei auch die entstehende Dichte ein wichtiges Thema, mit dem man sich im Verfahren auseinandersetzen müsse.

Herr Rau fügt Wortbeiträgen noch den Hinweis auf die durch die Autobahn verursachte Lärmschutzproblematik hinzu.

Der Ausschuss fasst den folgenden

Beschluss

Der Planungsausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis. Er beauftragt die Verwaltung, für das Plangebiet - Grauenhofer Weg/Stettiner Straße - ein Ideenwerkstattverfahren „Grauenhofer Weg/Stettiner Straße” durchzuführen und beschließt die beigefügte Aufgabenstellung unter Berücksichtigung der in der Diskussion vorgebrachten Anregungen als Grundlage für dieses Verfahren.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.

Sie empfiehlt dem Planungsausschuss, die Verwaltung zu beauftragen, für das Plangebiet - Grauenhofer Weg/Stettiner Straße - ein Ideenwerkstattverfahren „Grauenhofer Weg/Stettiner Straße”durchzuführen und die beigefügte Aufgabenstellung als Grundlage für dieses Verfahren zu beschließen.

Der Planungsausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.

Er beauftragt die Verwaltung, für das Plangebiet - Grauenhofer Weg/Stettiner Straße - ein Ideenwerkstattverfahren „Grauenhofer Weg/Stettiner Straße” durchzuführen und beschließt die beigefügte Aufgabenstellung als Grundlage für dieses Verfahren.

Erläuterungen

Erläuterungen:

  1. Ausgangslage

Die Wiesenfläche südlich des Driescher Hofes, zwischen der Stettiner Straße und dem Grauenhofer Weg, soll als Fläche für Wohnungsbau entwickelt werden. Die Eigentümergesellschaft hat hierzu bei der Stadt die Einleitung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahrens beantragt. Im Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss wurde in der Sitzung am 04.02.2020 die Anwendung des Baulandbeschlusses beschlossen, so dass 1/3 der Nettobaulandfläche der Stadt zum planungsunbeeinflussten Wert übertragen wird.

Das Plangebiet befindet sich zwischen den Stadtteilen Aachen-Forst und Aachen-Brand. Es ist ca. 2,2 ha groß und wird derzeit als Weideland genutzt. Städtebaulich prägend ist die nördlich angrenzende Wohnbebauung im Driescher Hof mit einer bis zu neungeschossigen Wohnbebauung und der Landschaftsraum südlich des Grauenhofer Weges.

In ca. 250m Entfernung befindet sich die Autobahn A44 östlich des Plangebietes. Die Lärmemissionen sind im Bebauungsplanverfahren gutachterlich zu bewerten und ebenso wie die Anforderungen zum ungehinderten Kaltluftabfluss, bei der Planung zu beachten.

Die Eigentümergesellschaft hatte im Dezember 2019 verschiedene Varianten für ein städtebauliches Konzept erarbeitet und auf dessen Grundlage am 13.12.2019 einen Antrag auf Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens gestellt. Die Varianten wurden dem Planungsausschuss in seiner Sitzung vom 05.03.2020 in nicht öffentlicher Sitzung vorgestellt. Vorab fand eine Beratung im Gestaltungsbeirat am 19.02.2020. statt. Der Gestaltungsbeirat sprach die Empfehlung aus, einstädtebauliches Konzept zu erarbeiten, das die Voraussetzungen für ein urbanes Wohngebiet mit eigener Identität und lebendigen Nachbarschaften schafft und das über attraktive Grünflächen mit Durchwegungen verfügt. Außerdem wurde angeregt, zu prüfen, inwieweit sich das neue Wohngebiet in die städtebauliche Figur des Driescher Hofes einfügen bzw. diese weiterführen kann. Das neue Wohngebiet kann durch gemeinsame Nutzungen von Infrastruktureinrichtungen zur Stärkung und Aufwertung des Driescher Hofes beitragen.

  1. Weiteres Verfahren

Die Verwaltung schlägt in Abstimmung mit der Eigentümergesellschaft vor, eine Ideenwerkstatt zur Erarbeitung eines städtebaulichen Vorentwurfes durchzuführen. An der Ideenwerkstatt nehmen voraussichtlich 4 Planungsteams teil – 3 interdisziplinäre Planungsteams stellt die Fachverwaltung. 1 Team stellt die Eigentümergesellschaft. In den Planungsteams der Fachverwaltung sind Mitarbeiter*innen aus den Fachbereichen FB 61 Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen (federführend), FB 56 Wohnen, Soziales, Integration und FB 36 Umwelt vertreten.

Die Ideenwerkstatt wird von einem Empfehlungsgremium – bestehend aus Vertreter*innen der Politik, der Verwaltung, der Eigentümergesellschaft sowie 1-2 Mitgliedern des Gestaltungsbeirats – begleitet.

Das Werkstattverfahren soll in diesem Jahr beginnen und im März 2021 abgeschlossen werden. Das Ergebnis bzw. Entwurfsvarianten sollen Grundlage für die weiteren Beratungen in den politischen Gremien und das Bebauungs-planverfahren werden.

  1. Aufgabenstellung

Ziel der Ideenwerkstatt ist die Erarbeitung eines Vorentwurfs, für ein neues Wohnquartier, das sich zu einem lebendigen, attraktiven Stück Stadt für unterschiedliche Zielgruppen in der Bevölkerung entwickelt. Durch seinen urbanen Charakter und ein attraktives Angebot an Grün- und Freiflächen stärkt es die städtebauliche Identität der Bestandsquartiere, ohne sich dabei als Solitär abzuheben. Der Auseinandersetzung mit der öffentlichen Durchwegung sowie dem öffentlichen und halböffentlichen Raum als Ort der Kommunikation und Begegnung kommt dabei besondere Aufmerksamkeit zu. Die in der Umgebung vorhandenen Grünstrukturen sollen im Plangebiet weitergeführt und damit zusammenhängende Grünverbindungen geschaffen werden. Die öffentliche Grünfläche soll ein verbindendes Element zwischen den einzelnen Bebauungsstrukturen sein und ausreichend Raum für Spiel- und Freizeitmöglichkeiten bieten.

Die Ziele, Inhalte und Aufgabenstellung der Ideenwerkstatt sind in Anlage 3 beschrieben.

  1. Zeitplanung

Die Ideenwerkstatt wird unmittelbar nach dem politischen Beschluss starten und voraussichtlich im März 2021 abgeschlossen. Die Ergebnisse werden im Anschluss daran den politischen Gremien zur Beratung und Beschlussfassung vorgestellt.

Abstimmungsergebnis

einstimmig

Weitere Dokumente (3)

Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.

Übersicht
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Luftbild
293.0 KB · PDF
Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2020-11-20 FB 61_0008_WP18 Bebauungsplan - Grau SAO.pdf

19.11.2024

2.7 MB

Betroffene Straßen

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Metadaten

TOP
Ö 9
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Planungsausschusses
Gremium
Planungsausschuss
Datum
Do., 10.12.2020
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Entscheidungsvorlage
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Entscheidungsvorlage
Federführend
FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
Geändert
18.2.2026
Inhalt abgerufen
18. Februar 2026 um 00:06