Parken auf dem Bendplatz
E 88/0002/WP19 · Entscheidungsvorlage
Beratung
Frau Hennefeld bezieht sich in ihren Ausführungen auf die im Vorfeld der Sitzung zur Verfügung gestellten Unterlagen. Der Eigenbetrieb Eurogress Aachen betreibt seit 2008 den Bendplatz als Open-Air-Veranstaltungsfläche. Um eine höhere Auslastung zu realisieren, wurde auf dem Bendplatz seit dem Jahr 2011 an veranstaltungsfreien Tagen kostenpflichtiges Parken (mit Schrankenanlage und Kassenautomat) durch den Eigenbetrieb angeboten. Im Laufe der Jahre haben sich bei gleichbleibenden Kosten, die u.a. durch die Bewirtschaftung durch die APAG und Instandhaltungskosten entstehen, die Umsätze deutlich verschlechtert.
Seit Anfang 2022 ist die Schrankenanlage in einem irreparablen Zustand, es sind Investitionen in Höhe von voraussichtlich 50.000 EUR vorzunehmen, um weiterhin kostenpflichtiges Parken anbieten zu können. Die Nachfrage nach öffentlichem Parken auf dem Bendplatz kann erfahrungsgemäß aufgrund geänderten Mobilitätsverhaltens seit Anfang 2022 als kaum existent bewertet werden. Beim Bendplatz handelt es sich um einen Veranstaltungsplatz. Priorität in der Parkraum-Bewirtschaftung auf dem Bendplatz liegt für den Eigenbetrieb in einer flexiblen Nutzung, bei der jederzeit über die zur Verfügung stehende Fläche frei entschieden werden kann, um - auch kurzfristige - Veranstaltungen auf dem Platz uneingeschränkt durchführen zu können.
Im Juli 2025 wurden Gespräche zwischen der APAG, dem Eigenbetrieb und Dezernat VI zum Thema Parken auf dem Bendplatz Aachen geführt. Zu prüfende und zu Grunde liegende Rahmenbedingungen waren der laufende Verlust und die Kosten für Investitionen, da eine solche Parkfläche nicht refinanzierbar ist.
Es sind insgesamt 4 Varianten umsetzbar:
- Bewirtschaftung APAG
- Bewirtschaftung Eurogress
- Privates Parkraumbewirtschaftungsunternehmen
- Nur veranstaltungsbezogenes Parken – kein öffentliches Parken
Sie bemerkt, dass eine Parkraumbewirtschaftung interessant sein könnte, sofern die Flexibilität, Veranstaltungen auch kurzfristig durchzuführen, gegeben ist, da dies die Kernaufgabe des Eurogress ist.
Aufgrund der Pressemitteilung in der Aachener Zeitung hat es eine Rückmeldung von Herrn Marcel Philipp gegeben, der auf das Pilotprojekt e.mobility.hub hinweist, dass im Augenblick angestoßen wird. Das Projekt soll für das betriebliches Mobilitätsmanagement von projekt-angeschlossenen Arbeitgeber*innen eine Plattform bieten. Im Rahmen dieses Projekts sollen für angemeldete City-Pendler freie Parkkapazitäten mit einer Vorlaufzeit von 14 Tagen buchbar gemacht werden. Sie weist daraufhin, dass dies die Flexibilität des Eurogress einschränken würde.
Außerdem stehen noch Gespräche mit der Firma Lindt an, deren Ergebnisse sie gerne in einer der nächsten Sitzungen vorstellt.
Herr Jacoby merkt an, dass die Bewirtschaftung von öffentlichem Parkraum nicht das Kerngeschäft des Eurogress ist. Er sieht Entscheidungen über dieses Thema vielmehr im Verantwortungsbereich der politischen Gremien, die sich mit Mobilitätskonzepten der Zukunft beschäftigen (Mobilitätsausschuss, Bezirksvertretung Aachen-Mitte). In diesen Gremien sieht er die Fachleute, die beurteilen können, wie wichtig der Bendplatz für die zukünftige Mobilität ist. Die CDU beantragt deshalb, den Tagesordnungspunkt an den Mobilitätsausschuss und die Bezirksvertretung Aachen-Mitte zu verweisen.
Frau Penalosa ist einverstanden, den Tagesordnungspunkt an den Mobilitätsausschuss und die Bezirksvertretung Aachen-Mitte zu verweisen.
Herr Stoddon fragt nach, ob bei der Variante 4 weiterhin die Möglichkeit besteht, den Platz während des Weihnachtsmarktes als Busparkplatz zu nutzen.
Frau Hennefeld bejaht dies.
Herr Hissel weist daraufhin, was der Platz ist: ein teuer hergerichteter Platz für Veranstaltungen. Er betont noch einmal, dass auf jeden Fall die Flexibilität gewährleistet sein muss. Die muss bei allen Entscheidungen immer mitgedacht werden.
Frau Dr. Schmeer ist der Meinung, dass der Bendplatz einen Beitrag zu einem Park-and-Ride-Konzept leisten könnte. Sie möchte wissen, ob es wirklich so kurzfristige, spontane Veranstaltungsanfragen für den Bendplatz gibt.
Frau Hennefeld bejaht dies und nennt als Beispiel eine Veranstaltung der Gewerkschaft NGG.
Herr Jacoby stellt klar, dass keine Freibriefe an andere Ausschüsse gegeben werden sollen. Sie sollen vielmehr eine Stellungnahme dazu abgeben, welche Rolle der Platz in einem zukünftigen Mobilitätskonzept spielen könnte. Danach soll eine Gegenüberstellung der Vorschläge erfolgen. Die CDU empfiehlt, so zu verfahren und stellt den Antrag, darüber abzustimmen.
Herr Halim lässt darüber abstimmen, ob der Tagesordnungspunkt an den Mobilitätsausschuss und die Bezirksvertretung Aachen-Mitte verwiesen werden soll und danach wieder im Betriebsausschuss Eurogress behandelt wird.
Beschluss
Beschlussvorschlag
- Der Betriebsausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.
- Der Betriebsausschuss entscheidet, welche der vorgestellten Varianten umgesetzt werden soll.
Erläuterungen
Der Eigenbetrieb Eurogress Aachen betreibt seit 2008 den Bendplatz als Open-Air-Veranstaltungsfläche. Um eine höhere Auslastung zu realisieren, wurde der Bendplatz seit dem Jahr 2011 an veranstaltungsfreien Tagen, versehen mit einer Schrankenanlage und einem Kassenautomat, als kostenpflichtiger Parkplatz durch den Eigenbetrieb angeboten.
Im Laufe der Jahre haben sich bei gleichbleibenden Kosten, u.a. Bewirtschaftung durch die APAG und Instandhaltungskosten, die Umsätze deutlich verschlechtert. Seit Anfang 2022 ist die Schrankenanlage in einem irreparablen Zustand, es sind Investitionen in Höhe von vsstl. 50.000 EUR vorzunehmen, um den Platz adäquat als öffentlichen Parkplatz weiter betreiben zu können. Die Nachfrage nach öffentlichem Parken auf dem Bendplatz kann erfahrungsgemäß aufgrund geänderten Mobilitätsverhaltens seit Anfang 2022 als kaum existent bewertet werden.
Beim Bendplatz handelt es sich vorrangig um einen Veranstaltungsplatz. Priorität in der Parkraum-Bewirtschaftung auf dem Bendplatz liegt für den Eigenbetrieb in einer flexiblen Nutzung, bei der jederzeit über die zur Verfügung stehende Parkfläche frei entschieden werden kann, um - auch kurzfristige - Veranstaltungen auf dem Platz störungsfrei durchführen zu können.
Im Juli 2025 wurden Gespräche zwischen der APAG, dem Eigenbetrieb und Dezernat VI zum Thema Parken auf dem Bendplatz Aachen geführt. Zu prüfende und zu Grunde liegende Rahmenbedingungen waren der laufende Verlust und die Kosten für Investitionen, da eine solche Parkfläche nicht refinanzierbar ist. Zwischen den Beteiligten wurden für das Parken auf dem Bendplatz insgesamt 4 Varianten entworfen.
- Aufgabe der APAG als städtische Tochtergesellschaft ist die Schaffung und Vorhaltung von allgemein zugänglichen Parkflächen durch den Bau und die Bewirtschaftung von Parkhäusern, Parkplätzen sowie Anlagen, die diesem Betrieb dienen, und alle damit verbundenen Dienstleistungen. Daneben ist die APAG zu allen Maßnahmen und Geschäften berechtigt, durch die der vorgenannte Gesellschaftszweck gefördert werden kann. In der Variante 1 übernimmt APAG die erforderlichen Investitionen in Höhe von etwa 50.000 EUR und nimmt ein aus der Investition und den Folgekosten entstehendes langfristiges Defizit in Kauf. Damit käme die APAG ihrer originären Aufgabe nach. Gleichzeitig muss die APAG wirtschaftlich handeln, was im deutlichen Widerspruch zur Akzeptanz des langfristigen Defizits durch die Anlage auf dem Bendplatz steht.
- Die Aufgabe des Eigenbetriebs besteht gemäß Satzung in der Bereitstellung von Räumen sowie technischen Hilfsmitteln und Dienstleistungen zur Vorbereitung und Durchführung von Tagungen, Kongressen, Konzerten, Ausstellungen und sonstigen gesellschaftlichen und kulturellen Veranstaltungen, dagegen besteht die Aufgabe nicht in der Parkraum-Bewirtschaftung. In der Variante 2 investiert der Eigebetrieb in die erforderlichen Maßnahmen in Höhe von etwa 50.000 EUR und nimmt ein aus der Investition und den Folgekosten entstehendes langfristiges Defizit in Kauf. Gleichzeitig ist der Eigenbetrieb ein städtischer Zuschussbetrieb, so dass ein langfristiges Defizit aus der Parkraum-Bewirtschaftung den jährlichen Zuschuss aus dem städtischen Haushalt für den Eigenbetrieb weiter belasten würde.
- Der Eigenbetrieb schreibt die Parkraum-Bewirtschaftung in einem öffentlichen Ausschreibungsverfahren aus. Als Bewerbende kommen frei in der Wirtschaft tätige Parkraum-Bewirtschaftungsunternehmen in Frage, deren Ruf unter Umständen nicht mit dem Image einer Stadt Aachen Stand halten, so dass das Risiko einer gewissen Rufschädigung für eine öffentliche, städtische Parkfläche in Kauf genommen werden müsste. Gleichzeitig wäre diese Variante wirtschaftlich, da über eine geeignete Ausschreibung die (ggf. anteiligen) Investitionskosten durch Vertragspartner*innen übernommen werden könnten. Dagegen muss bei diesem Modell die geringe Nachfrage nach öffentlichem Parkraum am Bendplatz berücksichtigt werden.
- Der Bendplatz wird nicht mehr als Parkplatz angeboten und bleibt an veranstaltungsfreien Tagen geschlossen. An Veranstaltungstagen wird der Platz individuell für Parken angeboten und manuell bewirtschaftet. Dieses Modell entspricht der derzeitigen interimsweisen und dauerhaften Sperrung des Platzes, nur veranstaltungsbezogen wird der Platz zum Parken angeboten. Hiermit wäre neben den geringen Kosten das notwendige Maß an hoher Flexibilität gewährleistet und bei Bedarf, bspw. bei Anfragen von Lindt oder der RWTH, wäre anlassbezogenes Parken dennoch immer möglich. Gleichzeitig kann mit einer Schließung des Platzes einer drohenden Vermüllung und Vandalismus vorgebeugt werden.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen:
JA | NEIN | ||
x |
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Folge-kosten (alt) | Folge-kosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):
Keine
Klimarelevanz:
Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die
Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)
Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:
gering | mittel | groß | nicht ermittelbar |
x |
Zur Relevanz der Maßnahme für die Klimafolgenanpassung
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Größenordnung der Effekte
Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.
Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels) |
Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels) |
Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:
vollständig | |||
überwiegend (50% - 99%) | |||
teilweise (1% - 49 %) | |||
nicht | |||
nicht bekannt |
Technische Details
ID: 1019213
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1019213
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2025-11-05 E 88_0002_WP19 Parken auf dem Bendp SAO.pdf
10.12.2025
134.3 KB
Metadaten
- TOP
- Ö 11
- Sitzung
- Sitzung des Betriebsausschusses für das Eurogress
- Gremium
- Betriebsausschuss Aachen Event (ehem. Eurogress)
- Datum
- Di., 20.01.2026
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Entscheidungsvorlage
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Entscheidungsvorlage
- Federführend
- E 88 - Aachen Event (ehem. Eurogress)
- Geändert
- 29.1.2026
- Inhalt abgerufen
- 8. Juli 2026 um 17:48