Sachstandsbericht zu Maßnahmen zur Rassismus- und Gewaltprävention 2025
FB 45 n/0008/WP19 · Kenntnisnahme
Beratung
Es gibt keine Wortmeldungen.
Beschluss
Erläuterungen
- Ausgangslage
Angebote und Projekte zur Prävention von Gewalt und Rassismus gem. § 11 und § 14 SGB VIII werden in dem Team Jugendpflege und Streetwork der Abteilung Jugendförderung und Jugendsozialarbeit im FB 45 gefördert.
Die letzte Berichterstattung erfolgte im Kinder- und Jugendausschuss am 08.10.2024 (vgl. Vorlage FB 45/0626/WP18).
Im Haushaltsjahr 2025 stehen folgende Ansätze zur Verfügung:
Fonds zu Gewalt- und Rassismusprävention:150.000,00 Euro
Übergreifende Maßnahmen:31.600,00 Euro
Landeskinderschutzmittel:42.217,17 Euro
- Sachstand
In diesem Jahr wurden bis zum jetzigen Zeitpunkt102 Projekte in 51 Einrichtungen von 30 unterschiedlichen Anbietern im Bereich der Gewalt- und Rassismusprävention, und Projekte zum Schutz vor sexueller Gewalt durchgeführt (vgl. Anlage 2).
Unter den Antragstellern sind insbesondere Schulen, des Weiteren Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, Jugendverbände und weitere anerkannte Träger der freien Jugendhilfe.Die Projekte bestehen aus Präventionsangeboten, Sozial- und Antigewalttrainings sowie aus individuellen und zielgruppenbezogenen Maßnahmen.
Die hierfür benötigten Gelder werden aus Fördermitteln des Fonds zur Gewalt- und Rassismusprävention, aus den Mitteln der übergreifenden Maßnahmen zur Gewaltprävention und aus dem Belastungsausgleich gem. § 12 des Landeskinderschutzgesetzes NRW (LKSG) bereitgestellt. Die Antragssteller, die Anbieter und die Verwaltung arbeiten gemeinschaftlich an dem Ziel die Angebote, im Bereich der Gewalt- und Rassismusprävention sowie Prävention gegen sexualisierte Gewalt, flächendeckend in der Stadt Aachen zu installieren.
Bis zum 01.11.2025 wurden für das laufende Haushaltsjahr Anträge mit einem Gesamtvolumen von 223.817,10 Euro für Maßnahmen zur Gewalt- und Rassismusprävention genehmigt. Dies gliedert sich wie folgt auf:
- 145.903,84 Euro aus dem „Fonds gegen Gewalt und Rassismus“
- 31.420,40 Euro aus „Übergreifenden Maßnahmen“
- 42.217,17 Euro aus „Landeskinderschutzmittel“
Mit den Angeboten konnten bisher ca. 4.800 Teilnehmer*innen erreicht werden. Die Ausgaben pro Teilnehmer*in liegen derzeit durchschnittlich bei 46,00 Euro.
Es zeigt sich anhand von Sachberichten, Verwendungsnachweisen und Gesprächen mit den Antragstellern, dass die Kinder und Jugendlichen von den Angeboten begeistert sind. Sie zeigen großes Interesse und arbeiten während der Durchführung der Projekte motiviert mit. Dies wirkt sich in positiver Weise auf ihr Sozialverhalten und das Gruppen- und/oder Klassenklima aus. Durch diese Maßnahmen findet zielgruppenspezifisch Wertedialog, Demokratiebildung, Gewalt- und Rassismusprävention und Prävention gegen sexualisierte Gewalt statt.
Folgende Projekte sollen einen Überblick über die Arbeit der Anbietenden zeigen:
- Die GGS Laurensberg beantragte in diesem Jahr für insgesamt 6 Klassen einen Workshop zu den Themen „Selbstbewusstsein und Kommunikation“ bei dem Anbieter „Powermum with Kids“. Bei diesem Angebot lernen die Kinder sich selbst wahrzunehmen, sich klar und respektvoll zu kommunizieren und auszudrücken, Grenzen zu setzen, Konflikte fair zu lösen und Empathie zu entwickeln.
- In der Projektwoche zum Thema „Zivilcourage“ des Amos Comenius in Kooperation mit dem Anbieter KingzCorner arbeiten 15 Schüler*innen musikalisch an der Thematik Zivilcourage. Es wird ebenfalls ein politischer sowie historischer Hintergrund der Thematik mit den Schüler*innen erarbeitet. Nach intensiver Auseinandersetzung mit den Problemen sowie den möglichen Ansätzen, versuchen sich die Schüler*innen an ersten Textbauseinen für Songs. Die Texte werden mit Musik unterlegt, wobei die Schüler*innen sich das Musikgenre aussuchen mit denen sie den Song selber einstudieren und aufnehmen.
- Den „Sexualpädagogischen Workshop“ der ProFamilia beantragte die Hauptschule Aretzstraße für 27 Schüler*innen. Während des Workshops beschäftigen sich die Schüler*innen mit den sogenannten heiklen Fragen der Sexualpädagogik: Liebe & Freundschaft, Dating & Beziehung, sexuelle & geschlechtliche Vielfalt, Verhütung & sexuell übertragbare Krankheiten, Kommunikation & Konsens, sexualisierte Gewalt und sexuelle Rechte. Ziel des Workshops ist es Jugendliche in der Weiterentwicklung ihrer Identität zu begleiten und einem selbstbestimmten, lustvollen und verantwortungsbewussten Umgang mit Sexualität zu fördern. Die Workshops finden in geschlechtsgetrennten Gruppen oder in einer Themenorientierten Aufteilung statt. Die Veranstaltung wird grundsätzlich ohne Lehrer*innen durchgeführt. Hierdurch trauten sich die Jugendlichen offener zu fragen und zu diskutieren.
- In Kooperation mit der VHS findet jährlich die Veranstaltung „Bildung gegen das Vergessen“ mit dem Themenschwerpunkt Rechtsradikalismus und Antisemitismus statt. Schüler*innen lernen im Rahmen von Stadtrundgängen Orte der Naziherrschaft kennen. Darüber erfolgt eine Förderung zum kritischen Denken und zu einer reflektierten Haltung gegenüber aktuellen Erscheinungsformen von Antisemitismus und Rassismus.
- Ausblick
Im Haushaltsjahr 2025 sind die bereitgestellten Mittel des Fonds zur Gewalt und Rassismusprävention, der Übergreifenden Gewaltprävention sowie zum Schutz vor sexueller Gewalt weitgehend aufgebraucht (vgl. Anlage 1).
Die Anträge aus den Schulen und der offenen Kinder- und Jugendarbeit sind auf einem gleichbleibenden Niveau wie im vergangenen Jahr geblieben. Alle Schulformen, unabhängig in welchem Sozialraum und Lebensbereich sie verankert sind, haben in diesem Jahr Anträge gestellt.
Zu Beginn der Einführung der Fonds zur Gewalt und Rassismusprävention im Jahr 2009 gab es insgesamt 12 Projekte, die zu diesem Zeitpunkt gefördert wurden. In den letzten 16 Jahren stieg der Fonds nicht nur in seinem finanziellen Volumen, sondern auch in der Anzahl der Antragssteller an. Bis zum 01.11.2025 wurden in diesem Haushaltsjahr alleine bei den Fonds zur Gewalt- und Rassismusprävention 65 Projekte gefördert. Wir haben hier eine Steigerung von 306,25 % in den letzten 16 Jahren.
Technische Details
ID: 1019496
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1019496
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2025-11-20 FB 45 n_0008_WP19 Sachstandsbericht zu SAO.pdf
26.11.2025
257.9 KB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 16
- Sitzung
- Sitzung des Kinder- und Jugendausschusses
- Gremium
- Kinder- und Jugendausschuss
- Datum
- Di., 16.12.2025
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 45 - Fachbereich Jugend und Schule
- Geändert
- 17.12.2025
- Inhalt abgerufen
- 10. Februar 2026 um 22:27
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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