13. Januar 2026 um 17:00, Verwaltungsgebäude Marschiertor
TOP 10Öffentlich

Sachstandsbericht zum Ausbau der Photovoltaik (PV) auf kommunalen Dächern 2025

E 26/0005/WP19 · Kenntnisnahme

im Ratsinformationssystem anzeigen
Beratungsergebnis:geändert beschlossen

Beratung

Es liegen Wortmeldungen zur eingebrachten Vorlage vor.

Frau Schlierkamp fragt nach dem Fortschritt des Ausbaus der PV-Anlagen und ob in diesem Zusammenhang auch Synergien mit den Mietern und Mieterinnen bestehen bzw. diese ermöglicht werden können. Sie fragt konkretisierend nach, ob diese in die Vorteile des bestehenden Direktvermarktungsmodells mit einbezogen werden können, da nach derzeitigem Stand partiell nur Eigentümer*innen berücksichtigt werden.

Frau Schlierkamp führt weiter aus, dass eine Einbeziehung von Mieter*innen ein Anreiz für die Installation von PV-Anlagen sein könnte und so der Ausbau von PV-Anlagen weiter vorangebracht werden könnte.

Daraus resultierend bringt sie einen geänderten Beschlussvorschlag mit dem nachfolgenden Wortlaut ein:

Der Betriebsausschuss nimmt den Sachstandsbericht zustimmend zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung im Rahmen der Kooperation mit dem Immobilienmanagement zu prüfen, wie Mieter*innen unmittelbar von Photovoltaik-Anlagen profitieren können, etwa über Mieterstrommodelle, eine Reduzierung des Allgemeinstroms in den Nebenkosten und eine Verrechnung mit den Verwaltungskosten.“

Ratsherr Hangarter erkundigt sich in Bezug auf die eingebrachte Vorlage um Erläuterung der Zuwachs-Entwicklung bei den PV-Anlagen.

Herr Dipl. Ing. Martin Lambertz, Abteilungsleitung Technisches Gebäudemanagement – Projekte und Energie – erläutert, dass die dargelegte Entwicklung des Ausbaus von PV-Anlagen aufzeige, dass in den Jahren 2023/2024 vorrangig Anlagen in Planung waren und die Umsetzung dann in 2025 erfolgt ist.

Er erläutert weiter, dass in den Planungsschritten zunächst der Anlagenbedarf, dann weiter die Dachprüfung mit einer dann je nach Prüfergebnis sich anschließenden Dachsanierungsmaßnahme und letztlich die Umsetzung der PV-Anlagen-Planung erfolgt.

Ratsherr Dr. Breuer teilt mit, dass man sich als Fraktion dem Prüfauftrag, den der Beschlussvorschlag der SPD beinhalte, anschließen kann. Er gibt zu bedenken, dass mit der vorgeschlagenen Formulierung auch der Wirtschaftsausschuss beteiligt werden müsse insbesondere aufgrund der Beteiligung des Fachbereiches Immobilienmanagement; hierzu wäre auch der Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss (WLA) zu beteiligen.

Herr Dipl. Ing. Lambertz gibt zu bedenken, dass die Prüfung und Klärung der rechtlichen Fragen von Mieter-Strom-Modellen nicht einfach sei und verweist ebenso auf die erforderliche Beteilung des WLA.

Ratsherr Jacobi schlägt einen geänderten Beschlussvorschlag vor, um eine Prüfung für die Verwaltung vereinfachend zu ermöglichen. Er schlägt vor, den Beschlussvorschlag wie folgt abzuändern:

Der Betriebsausschuss nimmt den Sachstandsbericht zustimmend zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung im Rahmen der Kooperation mit dem Immobilienmanagement zu prüfen, wie Mieter*innen unmittelbar von Photovoltaik-Anlagen profitieren können und welche Maßnahmen hierfür erforderlich sind.“

Herr Thomas, Dezernat Klima, Stadtbetrieb und Gebäude, merkt an, dass er den geänderten Beschlussvorschlag begrüßt, da mit der Beteilung von Mieter*innen der Ausbau von PV-Anlagen auf eine breitere Basis gestellt und der Ausbau vorangetrieben werden könne.

Er betont, dass mit dem Ausbau von PV-Anlagen auf städtischen Gebäuden sowie Gebäuden der gewoge Aachen bereits eine große Zahl von Gebäuden für den Ausbau von PV in den Blick genommen sind. Jedoch begrüßt er die aktuelle Diskussion, um in eine andere Gesamtkonzeption zu kommen, das dann über ein Mieter-Strom-Modell zu einem guten Ergebnis kommen kann.

Er gibt zu bedenken, dass aktuell noch unklar ist, ob dies über den bestehenden Bilanzkreis möglich ist. Er hält fest, dass aktuell die Privatinvestitionen bzgl. PV-Anlagen zurückgegangen ist.

Er betont, dass er den Prüfauftrag für die Verwaltung sieht, es jedoch wichtig ist, ein gutes Modell auszugestalten, dass technisch und juristisch gut und sicher ist.

Ratsherr Jacobi bringt nochmals seinen geänderten Beschlussvorschlag ein, der als weitergehender Beschluss zu werten ist.

Frau Schlierkamp schließt sich dem Vorschlag der geänderten Beschlussfassung von Ratsherrn Jacobi an.

Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor.

Aufgrund der vorhergehenden Diskussion des Gremiums stellt der Ausschussvorsitzende Schaadt in Abänderung der eingebrachten Kenntnisnahme den weitergehenden Beschlussvorschlag zur Abstimmung:

Der Betriebsausschuss nimmt den Sachstandsbericht zustimmend zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, im Rahmen der Kooperation mit dem Immobilienmanagement zu prüfen, wie Mieter*innen unmittelbar von Photovoltaik-Anlagen profitieren können und welche Maßnahmen hierfür erforderlich sind.“

Beschluss

Der Betriebsausschuss nimmt den Sachstandsbericht zustimmend zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, im Rahmen der Kooperation mit dem Immobilienmanagement zu prüfen, wie Mieter*innen unmittelbar von den Photovoltaik-Anlagen profitieren können und welche Maßnahmen hierfür erforderlich sind.

Erläuterungen

Der Ausbau von Photovoltaik (PV) - Anlagen auf kommunalen Gebäuden hat im Jahr 2025 erstmalig seit Beginn des Projektes an Kontinuität zugenommen, was auf die Besetzung der beiden Stellen mit Jahresbeginn, als auch auf die Entspannung auf dem Handelsmarkt zurück zu führen ist. Aktuell sind 2,5 Mitarbeitende im PV - Bereich tätig.

Im Jahr 2025 konnten die teilweise schon im Jahr 2024 errichteten Anlagen fertig gestellt und zum Jahresende in den Bilanzkreis angemeldet werden.Derzeit sind 9 Anlagen mit einer Leistung von 466 kWp aktiv eingebunden.

Die übersichtgebende Tabelle wird in Anlage 1 abgebildet.

Für das kommenden Jahr sind 26 Anlagen geplant mit einer Gesamtleistung von 2.580 kWp. In fast jedem zweiten Objekt muss jedoch die bestehende Niederspannungs-Hauptverteilung (NSHV) ausgetauscht werden, was die Fertigstellung verzögern kann.

Derzeit werden die Ausschreibungsunterlagen zur Sanierung der NSHV, als auch die Installation der PV-Anlagen geplant und vorbereitet. Für die Gebäude Malmedyerstraße 61-63 (Haus am See) und die Turnhalle Einhard-Gymnasium werden die Dachflächen im Frühjahr 2026 vollständig saniert

Die mit Anlage 2 beigefügte Tabelle stellt die geplanten Anlagen 2026 dar.

Dort, wo die statischen Untersuchungen genügend Lastreserven aufweisen, werden wir neben der Dachsanierung, die PV-Anlage in der Kombination mit einem Gründach ausführen.

Ausgeführt wird dies bei den Dächern

- Reichsweg,

- Zeppelinstraße und

- auf einem Dachteil der Gesamtschule Brand.

Für 8 PV-Anlagen haben wir Fördermittel durch das Rheinische Revier beantragt und bewilligt bekommen. Bei diesen Anlagen handelt es sich um Teil-PV-Anlagen mit Stromspeicher, da hier die Förderbedingung des 80%igen Eigenverbrauchs einzuhalten sind. Bei diesen Anlagen müssen die Inbetriebnahmen zum 31.08.2026 sichergestellt werden.

Für neu zu errichtende Gebäude oder Anbauten, ist es unsere Vorgabe, PV-Anlagen verpflichtet umzusetzen. Die Umsetzung erfolgt, sofern die Dachausführung es zulässt, in der Kombination mit einem Gründach.

Im nachfolgenden Bild – siehe Anlage 3 - ist die G8/G9 Erweiterung am Inda- Gymnasium beispielhaft dargestellt.

Für den Neubaubereich sind derzeit 10 Anlagen mit einer Leistung von 483 kWp in der Realisierung.

Die Übersicht wird in Anlage 4 dargestellt.

Mit dem Fachbereich Immobilienmanagement (FB 23) sind wir derzeit im Austausch, PV-Anlagen auf den städtischen Wohngebäuden zu errichten und den erzeugten Strom in den Bilanzkreis der Stadt Aachen einzubinden. Für 2026 werden wir den Bereich Panneschopp als erstes Pilotprojekt mit dem Immobilienmanagement und der gewoge AG durchführen.

Wir sind zuversichtlich, im Jahr 2026 den Anteil an erneuerbarer Energie wesentlich zu erhöhen.

Ob wir die produzierte Leistung auf über 3.000 kWp erhöhen können, hängt letztendlich von vielen einzelnen Faktoren ab, die wir heute nicht vorhersehen können.

Abstimmungsergebnis

Einstimmig, 0 Gegenstimmen, 0 Enthaltungen

Weitere Dokumente (4)

Die Dokumente werden direkt vom Ratsinformationssystem der Stadt Aachen abgerufen und nicht von uns gespeichert oder gehostet.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2025-11-05 E 26_0005_WP19 Sachstandsbericht zu SAO.pdf

2.12.2025

1.3 MB

Betroffene Straßen

Karte wird geladen…

Metadaten

TOP
Ö 10
Sitzung
Sitzung des Betriebsausschusses für das Gebäudemanagement
Gremium
Betriebsausschuss Gebäudemanagement
Datum
Di., 13.01.2026
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
E 26 - Gebäudemanagement
Geändert
5.2.2026
Inhalt abgerufen
3. September 2026 um 01:37