Ausstellung- u. Marketingplanung 2026 ff für das Ludwig Forum für Internationale Kunst, das Suermondt-Ludwig-Museum, das Centre Charlemagne
E 49/0213/WP18 · Kenntnisnahme
Beratung
Es folgen PP-Präsentationen durch Frau Kroll für die Route Charlemagne, durch Herrn Dr. Lentini für das Ludwig Forum für Internationale Kunst sowie von Herrn Borchert für das Suermondt-Ludwig-Museum.
Ratsfrau Bergs spricht ihren Dank aus und erklärt, dass viele Punkte, die seitens des Betriebsausschusses angeregt wurden, so z.B. gemeinsame Ausstellungen zur Reit-WM, aufgenommen wurden. Sie zeigt sich begeistert über das facettenreiche Begleitprogramm zu den Ausstellungen und hofft auf steigende Besucherzahlen der Häuser.
Ratsherr Pilgram regt an, im Bereich der Jülicher Straße „kleine Appetithäppchen“ zu präsentieren, um so die Anwohner*innen bzw. die Angestellte und Arbeiter*innen der umliegenden Industrie auf das Ludwig Forum für Internationale Kunst aufmerksam zu machen.
Unter Bezugnahme auf die von Ratsherrn Pilgram angesprochenen „Appetithäppchen“ erklärt Frau Kroll, dass seitens des Ludwig Forums für Internationale Kunst diverse Stadtspaziergänge geplant sind.
Herr Tillmann dankt ebenfalls für die gezeigten Präsentationen. Er schließt sich dem Wortbeitrag von Ratsfrau Bergs an. Die Präsentationen erzeugen Lust auf die Besuche der Häuser.
Es sei wichtig, die Menschen im Bereich der Jülicher Straße miteinzubeziehen, so Ratsfrau Schmitt-Promny.
Frau Frankenberger würde sich jeweils einen Museumsshop wünschen, wo Produkte unterschiedlicher Preiskategorien angeboten werden könnten.
Bezugnehmend auf Frau Krolls Vorstellung der noch laufenden Ausstellung »Bravo! Bravissimo!
200 Jahre Theater Aachen« freut sich Ratsherr Pilgram über die gelungene Ausstellung und sehr gute Kooperation zwischen dem Centre Charlemagne und dem Theater. Er fragt nach den Plänen für den Verbleib der Ausstellungsobjekte nach Abschluss der Ausstellung im April 2026. Im Sinne der Nachhaltigkeit regt er an, Teile der Ausstellung weiter im Theater zu zeigen. Frau Kroll erklärt, die Mehrheit der Ausstellungsobjekte stellten Leihgaben des Theaters Aachen dar, würden also ohnehin beim Theater verbleiben. Für das 3D-Modell des Theaterportals wäre sogar eine Verwendung für kommende Produktionen angedacht. Wieder andere Objekte gingen in die städtischen Sammlungen ein. Sie weist zudem darauf hin, dass viele Elemente der Ausstellung digital seien (Videos, Audiotracks, Infografiken). Hierfür sei die Aufnahme auf eine städtische digitale Kultur-Plattform im Gespräch, auf der das Stadttheater ebenfalls repräsentiert sein solle. Frau Sasserath erwidert das Lob der Kuratorin Kroll, auch das Theater habe die Zusammenarbeit mit dem Team des Centre Charlemagne an der Ausstellung als hervorragend erlebt und sich darüber gefreut.
Erläuterungen
Ausstellungen im Suermondt-Ludwig-Museum 2026–2027
Das Glück der Erde. Pferde in der Kunst (Arbeitstitel)
Mai 2026 bis August 2026, WAH
Inmitten der spannenden Zeit vom Aachener CHIO bis zur Ausrichtung der FEI World Championships präsentiert das Suermondt-Ludwig-Museum eine einzigartige Ausstellung rund um das Thema „Das Pferd in der Kunst“. Das Konzept legt aus Gründen der Nachhaltigkeit den Schwerpunkt auf Werke aus der eigenen Sammlung. Diese werden gezielt durch Leihgaben aus deutschen und belgischen Privatsammlungen sowie benachbarten Museen ergänzt. Die Ausstellung spannt einen zeitlichen Bogen von der Antike über das Mittelalter und den Barock bis in die Moderne. Die Kunstwerke sind in verschiedene inhaltliche Abschnitte gegliedert und zeigen die kulturelle Bedeutung von Pferden – sowohl als Nutztiere als auch als Statussymbole.
Den Auftakt bildet ein historischer Überblick: Pferdedarstellungen auf römischen Vasen, mittelalterlichen Skulpturen und Bronzen der Renaissance veranschaulichen die Vielfalt der Sammlung. Thematische Schwerpunkte mit Bezug zu Aachen sind geplant, darunter „Von Karl dem Großen bis Kaiser Wilhelm: Das Pferd als Bestandteil von Herrscherdenkmälern“, „Ackergäule und Hofstallungen“, „Das Pferd und die Freizeitkultur in Biedermeier und Gründerzeit“ (mit besonderem Blick auf die Familie Suermondt und die Aachener Reitvereine), sowie „Von Schaukelpferden bis Hobbyhorsing – Das Pferd als Spielgut“.
Zielpublikum:
Die Ausstellung will neue Besuchergruppen ansprechen, vor allem Tier- und insbesondere Pferdeliebhaber aus der Region. Ziel ist es, einen bisher nicht thematisierten Aspekt der Aachener Museumssammlung unter kultur- und kunsthistorischen Gesichtspunkten nachhaltig zu erschließen.
Vermittlungskonzept:
Das Vermittlungsangebot richtet sich an Besucherinnen und Besucher aus der Region und aus Zeitgründen nicht primär an Gäste der Weltreiterspiele. Neben Workshops für Schulen sind in Zusammenarbeit mit dem Museumsdienst interaktive Workshops für Pferdeliebhaber geplant, bei denen unter anderem Physiotherapeuten und Veterinärmediziner von ihren Erfahrungen mit Pferden berichten.
Kooperationen:
Geplant sind Kooperationen mit den Aachener Pferdesportverbänden, dem Aachener Tourist Service, CHIO sowie den Organisatoren der World Equestrian Games. In diesem Zusammenhang ist unter anderem an das Anbieten V exklusiver Nocturnes zu denken.
Marketing:
Das Marketing orientiert sich am Konzept für die Reiterspiele und wird eng mit den anderen Museen der Stadt Aachen sowie deren Ausstellungen abgestimmt.
Kurator*innen:
Sarvenaz Ayooghi, Wibke Birth, Till-Holger Borchert
Mehr Licht / Hinters Licht geführt / Durchleuchten (Arbeitstitel)
Herbst 2026 bis Frühjahr 2027 (WAH, Kaminraum & ständige Sammlung)
Die Ausstellung widmet sich dem Thema „Licht“ und präsentiert im Suermondt-Ludwig-Museum rund 20 bis 25 Positionen zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler aus Aachen, der Euregio und Europa. Vertreten sind Maler, Grafiker, Bildhauer, Designer, Fotografen und Videokünstler, deren Arbeiten das Licht als zentrales Motiv nutzen. Die individuellen Positionen werden in verschiedenen Räumen der ständigen Sammlung gezeigt, während Videoarbeiten die WAH bespielen. Im Kaminraum werden bedeutende Werke kürzlich verstorbener Künstler wie Herbert Falken und Otto Prien als Einleitung präsentiert. Im ersten Obergeschoss soll im Ausstellungsraum der grafischen Sammlung eine in Zusammenarbeit mit der RWTH konzipierte Einführung in die physikalischen Aspekte des Lichts zu sehen sein. Die Möglichkeit einer Lichtskulptur an der Außenfassade des Museums muss noch geprüft werden.
Mit der Ausstellung werden die Kategorien „lokal“, „regional“ und „international“ zugunsten eines klaren Themas für das Publikum nivelliert. Auch einzelne Künstler der Werkstätten der Aachener Lebenshilfe werden einbezogen. Ziel ist es, den Besuchern über die Ausstellungsthematik einen neuen, spezifischen Blick auf die Exponate der ständigen Sammlung zu ermöglichen und diese zu aktualisieren. So können die Betrachter etwa die goldgefassten Skulpturen des Mittelalters, den Höllensturz der Verdammten von Jan Boekhorst oder Gemälde der Düsseldorfer Malerschule mit neuen Augen sehen.
In Kooperation mit dem Ludwig Forum und den Museen der Route Charlemagne wird erwogen, das Thema „Licht“ auch in diesen Häusern parallel mit eigenen Sammlungsbeständen aufzugreifen. Die Ausstellung könnte den Auftakt einer Reihe bilden, in der die eigene Sammlung regelmäßig mit zeitgenössischer Kunst unter wechselnden Gesichtspunkten wie Wasser, Landschaft und Leiden neu befragt wird.
Zielgruppe:
Kunstliebhaber aus Aachen, der Städteregion, den Nachbarstädten in Deutschland, Belgien und den Niederlanden sowie regionale Netzwerke der beteiligten Künstlerinnen und Künstler.
Kooperationen:
RWTH Aachen (Licht aus physikalischer Perspektive), FH Aachen, Kunstakademie Düsseldorf, PXLMAD Hasselt, Jan van Eyck Academie Maastricht, STAWAG (auch als Sponsor).
Marketing:
Die Abstimmung mit der STAWAG ist bei diesem Projekt besonders sinnvoll, beispielsweise für einen künstlerisch konzipierten Martinszug. Das Marketingkonzept sollte in Zusammenarbeit mit einer professionellen Agentur entwickelt werden.
Vermittlungskonzept:
Die Thematik eignet sich hervorragend für Schulworkshops, die mit dem Museumsdienst konzipiert und organisiert werden. Wünschenswert ist die konzeptionelle Beteiligung der RWTH und FH Aachen, um gegebenenfalls auch Workshops mit physikalischem Fokus anzubieten.
Kurator:
Till-Holger Borchert
Carla van de Puttelaar
März 2027 bis Juni 2027 (WAH / Foyer)
Das Suermondt-Ludwig-Museum zeigt erstmals in der Wechselausstellungshalle und dem Foyer eine umfassende Ausstellung mit Arbeiten der international renommierten niederländischen Fotografin Carla van de Puttelaar (geb. 1967 in Zaandam, NL). Die Künstlerin präsentiert neue, eigens für Aachen entstandene Werke, die u.a. in einen spannungsvollen Dialog mit Werken der Sammlung treten.
Bekannt für ihre fein komponierten Porträts und Stillleben, die durch ihre Lichtführung und altmeisterliche Bildsprache faszinieren, greift van de Puttelaar in ihren jüngsten Arbeiten Themen wie Körperlichkeit, Vergänglichkeit und die Darstellung von Weiblichkeit auf. Ihre Faszination für Licht, Schatten und Texturen wurde durch holländische Maler wie Jan Davidszoon de Heem und Rachel Ruysch genährt. Größere Bekanntheit erlangte Carla van de Puttelaar unter anderem durch ihre seit 2019 in New York, London, Genf und Amsterdam gezeigte Porträtreihe „Artfully dressed: women in the art world.“
Für die Ausstellung im Suermondt-Ludwig-Museum hat van de Puttelaar ihre fotografische Praxis erweitert: Großformatigen Arbeiten auf nun textilen Untergründen verleihen den Bildern eine besondere sinnliche Tiefe und Materialität. Das Gewebe wird zum Resonanzraum für Licht, Haut und Stofflichkeit – und verstärkt zugleich den Bezug zu historischen Gemälden, Leinwänden und Draperien aus der Sammlung des Hauses. Ihre zeitgenössischen Inszenierungen verbinden die Sprache der Malerei mit der Präzision der Fotografie und eröffnen neue Perspektiven auf klassische Bildtraditionen.
Mit dieser Ausstellung will das Suermondt-Ludwig-Museum die Rolle von Fotografinnen in der zeitgenössischen Kunst unterstreichen. Die weiblichen künstlerischen Positionen sollen damit betont und so historische Rollenbilder neu befragt werden.
Ein Katalog begleitet die Ausstellung und beleuchtet sowohl van de Puttelaars künstlerisches Werk als auch die dialogisch ausgewählten Gemälde der Sammlung. Ein Rahmenprogramm mit Künstlerinnengespräch, Führungen und Vorträgen lädt zur vertieften Auseinandersetzung mit den Themen Ästhetik, Blick und Weiblichkeit ein.
Zielgruppe:
Mit der Verbindung zwischen altmeisterlicher Kunst und zeitgenössischer Fotografie sollen nicht nur das kulturinteressierte Museumspublikum angesprochen werden, sondern auch die für das SLM wichtige Gruppe der von Fotografie begeisterten Besucher*innen. Daneben wollen wir feministisch interessierte Zielgruppen ansprechen sowie Hochschulen und Schulen, die das Museum über diese Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart neu entdecken und in einen Dialog treten können.
Vermittlungsangebote:
Ein umfangreiches Rahmenprogramm wird die Ausstellung begleiten. Geplant sind ein Künstlerinnengespräch mit der Fotografin, eine Paneldiskussion zum Thema „Der weibliche Blick – Frauen in der Kunst damals und heute“, Führungen und Workshops sowie ein Familienprogramm. Ziel ist es die Sichtbarkeit und Vielfalt weiblicher künstlerischer Positionen zu fördern, den Austausch zwischen Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern und damit auch neue Besuchergruppen zu gewinnen.
Kooperationen:
Mögliche Kooperationen könnten beispielsweise mit der FH Aachen-Fachbereich Design, der Designmetropole Aachen, dem Frauenkulturbüro NRW (Paneltalk-Reihe), Women in Arts and Media e.V. und Hochschulen in der Grenzregion (Van Eyck Academy of Fine Arts, Maastricht) eingegangen werden.
Eine Schirmherrschaft des Generalkonsulats des Königreichs der Niederlande ist angestrebt.
Marketing:
Die Marketingkampagne folgt den üblichen Standards für Wechselausstellungen im SLM mit speziellem Fokus auf Fotografie und Frauen in der Kunstwelt.
Kuratorin:
Sarvenaz Ayooghi
René Salme
April 2027 bis Mai 2027 (Kupferstichkabinett oder Kaminraum)
René Salme, geboren 1918 in Brüssel, absolvierte in den 1930er Jahren eine Ausbildung als Gebrauchsgrafiker und studierte an der Akademie von Saint-Gilles. Als Sozialist wurde Salme nach dem deutschen Überfall auf Belgien verhaftet und verbrachte mehrere Wochen im Gefängnis von Saint-Gilles. Nach seiner Freilassung geriet er ins Visier der deutschen Besatzer, wurde erneut inhaftiert und als politischer Gefangener in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Dort erlebte er 1945 die Befreiung durch die Amerikaner.
Während seiner Haft fertigte Salme zahlreiche Zeichnungen an, die das Leben und den Alltag der Häftlinge sowie Porträts zeigen. Darüber hinaus entstanden Werke, in denen er sich in Fantasiewelten flüchtete, um dem Schrecken der Realität zu entkommen. Nach dem Krieg arbeitete René Salme als Kunstlehrer in Brüssel und verstarb 1992. Sein Nachlass befindet sich heute in der Königlichen Bibliothek von Brüssel.
Das Suermondt-Ludwig-Museum präsentiert in Kooperation mit der Abteilung für Druckgrafik der Königlichen Bibliothek die erste monographische Ausstellung der Zeichnungen von René Salme, ergänzt durch Werke belgischer Mithäftlinge, die in Lüttich aufbewahrt werden. Ziel der Ausstellung ist es, den Besucherinnen und Besuchern – insbesondere Schülern aus Aachen und der Städteregion – ein eindrückliches Bild von den Schrecken der Konzentrationslager zu vermitteln, das durch die Person und das Werk von René Salme greifbar und erfahrbar wird.
Zielgruppen:
Schülerinnen und Schüler aus Aachen und der Städteregion.
Vermittlungsangebote:
Vorträge und Filmvorführungen zur Thematik.
Kooperationen:
Königliche Bibliothek von Belgien, Buchenwald Gedenkstätte
Schirmherrschaft des belgischen Botschafters ist angestrebt.
Kurator*Innen:
Wibke Birth, Till-Holger Borchert, Daan Van Heesch
Aktivitäten 2027 im Zusammenhang mit dem Jubiläum des Museumsvereins
Im Jahr 2027 kann der Museumsverein auf das 150-jährige Jubiläum seiner Gründung zurückblicken. Er hat in dieser langen Zeit die Aachener Museen gleich welchen fachlich-organisatorischen Zuschnitts als Kultur- und Förderverein begleitet. Derzeit betreut der Museumsverein alle städtischen Museen mit Ausnahme des Ludwig Forums und des Rathauses, die jeweils über eigene Fördervereine verfügen. Das Suermondt-Ludwig-Museum und die Museen der Route Charlemagne, die schon allein über ihre gemeinsame Sammlung intensiv kooperieren, werden den Museumsverein bei der Feier des stolzen Jubiläums natürlich in jeder Weise unterstützen. Es geht dabei darum, die Sichtbarkeit des Vereins zu verstärken, die Verbundenheit der Mitglieder des Museumsvereins mit den städtischen Museen zu vergrößern sowie vor allem auch darum, dem Verein Möglichkeiten zu geben, neue Mitglieder zu werben und sich neue Einnahmen zu erschließen. Sowieso ist geplant, in den vom Museumsverein herausgegebenen Aachener Kunstblättern Beiträge zur Geschichte des Museumsvereins zu veröffentlichen, um die sich Dr. Dagmar Preising, die ehem. Kuratorin des Hauses und Mitglied des erweiterten Vereinsvorstandes, und Dr. Frank Pohle redaktionell kümmern.
Suermondt-Ludwig-Museum
Wie zum 100-jährigen Geburtstag von Peter Ludwig und dem Jubiläum der Ludwig-Stiftung plant das Suermondt-Ludwig-Museum auch aus Anlass der 150. Wiederkehr der Gründung des Museumsvereins 2027 verschiedene Aktivitäten. So ist geplant, im SLM eine Ausstellung mit den wichtigsten Neuerwerbungen des Museums in den letzten 150 Jahren zu zeigen, die mit Unterstützung des Vereins erworben werden konnten. Hier geht es im Wesentlichen darum, die Bedeutung der Werke im Kontext der Sammlung zu deuten sowie auch die Umstände – sofern die sich noch klären lassen – kurz zu thematisieren. Da das Programm des SLM für 2027 bereits mehrere attraktive und innovative Projekte umfasst – wir erinnern hier an die Ausstellungen von Carla van den Puttelaer, zum Thema Licht sowie an die Präsentation von Zeichnungen aus Buchenwald – ist das genaue Datum und der genaue Ausstellungsort noch nicht festgelegt. Vieles spricht dafür, neben dem Kaminraum im Parcours der ständigen Sammlung die relevanten Werke herauszustellen, sodass die Besucher tatsächlich auch die gesamte Sammlung besuchen.
Wir planen in Zusammenarbeit mit dem Museumsverein auch ein Rahmenprogramm mit einer Vortragsreihe, in denen etwa andere Museumsvereine aus Deutschland ihre Arbeite vorstellen können, in denen aber auch den Kulturvereinen der Stadt die Gelegenheit gegeben wird, sich zu präsentieren.
Zielgruppe sind die Mitglieder des Museumsvereins, von denen wir uns einen Multiplikatoreneffekt in Aachen und der Städteregion erhoffen. Im weiteren Sinne wollen wir in Zusammenarbeit mit dem Verein auch Mitglieder anderer Kulturvereine in der Stadt ansprechen und so das klassische bürgerliche Stammpublikum noch stärker (re)aktivieren. Klassische Workshops, wie sie aus Anlass anderer Ausstellungen stattfinden, sind in diesem Zusammenhang weniger relevant. Allerdings erhoffen wir uns, das einzelne Vereinsmitglieder uns einen privilegierten Zugang zu Vereinen und Organisationen ermöglichen, die für Veranstaltungen des Museums und des Museumsvereins – etwa gemeinsam morgens ins Museum – gewonnen werden können.
Route Charlemagne
Auch für die Route Charlemagne ist das 150-Jährige des Museumsvereins ein Thema, da er seit 2016 auch den Förderverein der dort zusammengeschlossenen Museen darstellt. Der vom Museumsverein eingesetzte Festausschuss hat zur Jahreswende 2025/26 seine Arbeit aufgenommen; die Route hat ihren Willen zur Zusammenarbeit und zu gemeinsamen Veranstaltungen für das Jubiläumsjahr 2027 bereits grundsätzlich bekundet; die Konkretisierung dieser Zusammenarbeit wird in den kommenden Monaten erfolgen. Neben den bereits dargelegten Zielen und Zielgruppen erhoffen wir uns von dieser Zusammenarbeit eine weitere Stärkung der Verbundenheit zwischen dem Museumsverein und den Museen der Route Charlemagne.
Ausstellungen im Ludwig Forum für Internationale Kunst 2026–2027
Kentaur.
Eine Filminstallation zum Thema Mensch-Pferd (AT)
Mai – August 2026
Während im nächsten Sommer in Aachen mit CHIO und der Reit-WM der Pferdesport gefeiert wird, präsentiert das Ludwig Forum eine thematisch korrespondierende Filminstallation in der zentralen Ausstellungshalle des Museums. Unter dem Titel Kentaur, was ein aus der griechischen Mythologie stammendes Mischwesen aus Pferd und Mensch bezeichnet, werden zwei Kurzfilme auf einer großen Projektion gezeigt, die auf sehr unterschiedliche Art und Weise um das Thema Mensch-Pferd kreisen.
Titelgebend ist der gleichnamige Film Kentaur (2020) der deutsch-iranischen Künstlerin und Filmemacherin Yalda Afsah (*1983), die sich eindringlich mit den komplexen Strukturen von Mensch-Tier-Beziehungen beschäftigt. Zwischen Fürsorge und Kontrolle, Identifikation und Manipulation gibt der Film intensive, dokumentarische Einblicke in den Mikrokosmos der Pferdedressur. In intimen Beobachtungen zwischen Mensch und Tier nimmt die Künstlerin die Formen der Domestizierung in den Blick und wirft kontroverse Fragen auf: Wer hat die Kontrolle über wen? Wer lenkt, wer folgt?
Der zweite Film, Pferde über Wiese (2013) von Marianne Halter (*1970) und Mario Marchisella (*1972), zeigt einen halsbrecherischen Ritt auf einem Drahtesel: Ein Mann fährt mit dem Fahrrad einen Hügel hinunter, begleitet von Geräuschen von Hufgetrampel und Pferdewiehern, die aus einem ans Rad gebundenen Lautsprecher ertönen. Die Künstlerin Marianne Halter und der Musiker Mario Marchisella realisieren ihre gemeinsamen Arbeiten aus der Beschäftigung mit Raum und Aktion, Klang und Bild. Ausgehend von alltäglichen Handlungen und Orten spielen sie mit Inkongruenzen und Brüchen von sinnlichen Signalen – wie hier zwischen Bild und Ton –, um neue Assoziationen zu eröffnen.
Zielpublikum:
Neben den allgemein Kunstinteressierten, sollen die tier- und pferdebegeisterten Besucher*innen angesprochen werden, nicht zuletzt auch die internationalen Gäste des CHIO und der FEI World Championships Aachen 2026.
Vermittlungskonzept:
Für diese Sonderpräsentation arbeiten wir gemeinsam mit dem Museumsdienst des Kulturbetriebs, sowie mit den anderen beteiligten Institutionen, um ein spannendes und umfangreiches Vermittlungsprogramm während der gesamten Laufzeit des CHIOs und der Reiter-WM zu gestalten.
Kooperationen:
Aachener Tourist Service, CHIO, FEI World Championships Aachen 2026.
Marketing:
Wir entwickeln in enger Absprache mit dem Kulturbetrieb eine umfassende Marketingkampagne, die ein lokales sowie ein internationales Publikum anspricht, mit einem besonderen Fokus mehr Tourist*innen und Zuschauer*innen, die die Stadt im Rahmen von den Ereignissen auf dem Tivoli besuchen.
Kuratorin:
Esther Boehle
Christina Kubisch: The Emergence of Sound
Einzel- und Sammlungsausstellung
7.5.26 – 20.9.26
Mit The emergence of sound (AT) widmet sich das Ludwig Forum Aachen der Klang- und Medienkunstpionierin Christina Kubisch (*1948, Bremen). Seit über fünf Jahrzehnten nutzt Kubisch die Schwellenbereiche von Komposition, Installation, Plastik, Video, Performance und Grafik. Ihr Werk erforscht die vielfältigen Dimensionen von Klang als kulturelle und naturwissenschaftliche Triebkraft. In den 1970er Jahren realisierte sie zwei Videoperformances in der Neuen Galerie, dem Vorgänger des heutigen Ludwig Forums: Emergency Solos (1975) und Water Face (1979). Diese befinden sich seitdem in den Sammlungen des Ludwig Forums und werden hier nun erstmals seit ihrer Entstehung wieder gezeigt. Ausgehend von diesen frühen intermedialen Arbeiten umfasst die Ausstellung Installationen der frühen 1980er Jahre wie auch eine Klanglandschaft der späten 2010er Jahre und thematisiert darin Natur-Technik Antagonismen, Infrastruktur, Alltagspraktiken und Raumerfahrung. Im Rahmen der Ausstellung entsteht darüber hinaus eine ortsspezifisch für die Stadt Aachen konzipierte Fassung ihrer partizipativen und international realisierten Electrical Walks. Dabei handelt es sich umkollektive Spaziergänge, in welchen für das bloße Ohr unhörbare elektromagnetische Felder mit von ihr eigens entwickelten Kopfhörern erfahrbar gemacht und durch die Bewegung der Teilnehmer*innen aktiviert werden. Ein begleitendes Kapitel der Ausstellung setzt Kubischs frühe Arbeiten zusätzlich in einen reflektierenden Dialog mit Werken ihrer Zeitgenoss*innen, darunter Nam June Paik, Bruce Nauman, Nobuhiro Kawanaka, Wolf Vostell, Hanne Darboven und Ulrike Rosenbrach und verdeutlicht die zu dieser Zeit international stattfindende radikale Entgrenzung der Künste – einer Forderung, die über die Fluxus-Bewegung hinausging.
Gefördert durch: Karin und Uwe Hollweg Stiftung (bestätigt) und Peter und Irene Ludwig Stiftung (beantragt)
Zielpublikum:
Die Ausstellung richtet sich an ein breitgefächertes Publikum unterschiedlicher Generationen und Herkünfte sowie Fachzielgruppen aus Kunst und Musik wie auch Technik. Durch den partizipativen Charakter der Arbeiten bietet die Ausstellung Anknüpfungspunkte für alle Generationen. Durch den direkten Bezug zu Aachen und der Ortsspezifik werden regionale Besucher*innen angesprochen; darüber hinaus lockt das Programm durch Kubischs Vorreiterrolle auf dem Gebiet der Sound Art ein internationales Publikum.
Vermittlungskonzept:
Der den Arbeiten Kubischs innewohnende partizipative und sensibilisierende Charakter bietet eine große Bandbreite an kunstpädagogischen Anknüpfungspunkten, der Anstoß für individuell angepasste Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ist. Diese reichen über Themen wie Stadtsoziologie, Technikphilosophie und Komposition bis hin zu künstlerischer Forschung und der Praxis aktiven Zuhörens. Als Teil des Rahmenprogramms sind Vortrag- und Workshopformate mit dem Klangtheoretiker und Künstler Brandon La Belle sowie mit dem transdisziplinären künstlerischen Kollektiv Bureau for Listening geplant. Öffentliche Kurator*innen- und Themenführungen sind Teil der laufenden Kunstvermittlung.
Kooperationen:
Geplant sind Kooperationen mit dem Aachener Standort der Kölner Musikhochschule.
Marketing:
Die Marketingkampagne folgt den etablierten Strategien des Ludwig Forums und ist darauf ausgelegt, ein überregionales wie internationales Publikum anzusprechen und legt besonderen Fokus auf das Ansprechen breitgefächerter Zielgruppen.
Kuratorin:
Miriam Schmidt
Sammlungspräsentation zum 35. Jubiläum des Ludwig Forums
Parallel: Kinderkunstpreis
Ab 27. Juni 2026
Ab 27. Juni 2026 – genau 35 Jahre nach der feierlichen Eröffnung des Ludwig Forums für Internationale Kunst – zelebriert das Ludwig Forum in einer großen Präsentation die Highlights seiner Sammlung, die die progressive und internationale Geschichte des Museums und seiner Sammlungen verdeutlicht. Hauptwerke der Pop-Art, des Hyperrealismus, der Nachkriegskunst aus BRD und DDR wie auch Arbeiten, die durch die Sammlungsaktivitäten von Peter und Irene Ludwig in der UdSSR, in China und in Kuba nach Aachen kamen, werden in der Ausstellung in Mikrokosmen präsentiert. Darin wird die Vielseitigkeit der künstlerischen Strömungen des 20. Jahrhunderts erkennbar, die sich im Ludwig Forum entgegen gespaltener Weltordnungen auf einer Augenhöhe begegneten.
Zusätzlich wird in einem anlässlich dieses Jubiläums eröffnenden großen Schaulager der Auftakt für ein teilöffentlich zugängliches Depot gebildet, worin Besucher*innen Arbeiten aus Malerei, Grafik und Kleinskulptur in begleiteten Formaten entdecken können.
Der Kinderkunstpreis 2026 nimmt es sich zum Anlass, die Sammlung des Ludwig Forums aus der Perspektive von Kindern zu erkunden und über eigene Kunstwerke Zugänge zu seinen vielfältigen Themen zu schaffen. Parallel zum Jubiläum des Museums zelebriert die Verleihung des Preises am gleichen Tag das Museum als Ort für alle Generationen.
Zielpublikum:
Ziel ist es, die gefragten und über internationale Grenzen hinaus strahlenden Highlights der Sammlung nachhaltig und zugänglich einem breitgefächerten Publikum unterschiedlichster Herkünfte und Generationen zugänglich zu machen. Die Ausstellung anlässlich des Kinderkunstpreises spricht darüber hinaus dezidiert Kinder an und lädt sie spielerisch zur Kunstbetrachtung ein.
Vermittlungskonzept:
Neben Workshops für Schüler*innen und Studierende gehören öffentliche kuratorische Führungen zum Vermittlungsprogramm. Die geführten Besichtigungen des Schaulagers bieten darüber hinaus konzentrierte und tiefe Einblicke in Grafik-, Malerei- und Kleinskulpturkonvolute mit kunsthistorischen und konservatorischen Zugängen.
Kooperationen:
Ein Teil der neuen Präsentation befasst sich mit dem Thema „Licht“, das ein rote Faden zum fast gleichzeitigen Projekt des SLMs. Darüber hinaus widmet die Präsentation einige Räume der Geschichte des Gebäudes/der Sammlung und stellt daher eine Verbindung zur Ausstellung „2½ Kilometer Industriegeschichte. Die Jülicher Straße von 1850 bis heute*“ her, die im Centre Charlemagne stattfindet.
Marketing:
Die Marketingkampagne basiert auf den etablierten Kommunikationsstrategien des Ludwig Forums und verfolgt das Ziel, die Sichtbarkeit der Institution überregional und international zu stärken. Dabei wird besonderer Wert auf eine inklusive Ansprache gelegt, die unterschiedliche Zielgruppen und kulturelle Hintergründe berücksichtigt.
Kurator*innen:
Esther Boehle, Damian Lentini, Holger Otten, Miriam Schmidt, Wiebke Wiesner
Hamid Zénati (TBA)
Einzelausstellung
16.10.26 – März 27
Ab Oktober 2026 präsentiert das Ludwig Forum Aachen die bislang umfangreichste Einzelausstellung, die dem Werk des nomadischen Künstlers Hamid Zénati gewidmet ist. Zénati, der sein Leben zwischen Deutschland und Algerien verbrachte, widmete sich in seiner künstlerischen Praxis der Malerei, der Raumgestaltung, dem Textil- und Modedesign sowie der Fotografie, stets getrieben von einem anarchischen Gestaltungsdrang.
Der Künstler wurde 1944 in Constantine, Algerien, geboren. Nach einer kurzen Tätigkeit als Lehrer siedelte er in den 60er Jahren nach München über, wo er erst deutsche und französische Übersetzung am Institut für Sprachen und Dolmetscher und anschließend Fotografie an der damaligen Bayerischen Staatslehranstalt für Fotografie studierte. In den 1970er Jahren begann Zénati seine Karriere als autodidaktischer Künstler. Aufgrund der schwierigen soziopolitischen Bedingungen, mit denen er sowohl in Deutschland, als auch in Algerien konfrontiert war, lebte er über viele Jahre zwischen beiden Ländern. Daher zeichnet sich seine künstlerische Praxis durch einen anarchischen Schaffensdrang aus und umfasst Malerei, Keramik, Textil-, Mode- und Interiordesign, bis hin zur Fotografie. Während seiner sechs Jahrzehnte währenden Karriere schuf er über tausend Werke.
Hamid Zénati ließ sich von den unterschiedlichsten Themen, Kulturen, Kunstrichtungen, Techniken und Medien inspirieren. Sein Alltag in München beeinflusste ihn dabei ebenso wie seine Reisen durch die Wüste Algeriens, durch Indien, Indonesien und Kuba. Seine Arbeiten trug er stets in Koffern mit sich, um überall arbeiten zu können. Sie sind Allegorie seiner Identität wie auch seiner künstlerischen Praxis, mit welcher er lebenslang nach Freiheit strebte.
In ähnlicher Weise besteht die Ausstellung im Ludwig Forum nicht nur aus der einzigartigen nomadischen Formensprache des Künstlers, die er in seinen Textilien entwickelte; sie zeigt darüber hinaus Objekte, die als Schlüssel zum „visuellen Kosmos“ von Zénati fungieren und eine Auswahl seines Fotoarchivs, das die Experimentierfreude des Künstlers verdeutlicht. In diesem Hinblick entstehen enge Verbindungen zwischen Zenatis einzigartiger Praxis und der industriellen und kosmopolitischen Geschichte der Stadt Aachen (als einstige „Nadelstadt“) und der weiteren Euregio Maas–Rhein.
Zielpublikum:
Die Ausstellung richtet sich an ein breitgefächertes Publikum unterschiedlicher Generationen und Herkünfte sowie Fachzielgruppen aus Mode, Gestaltung und Technik. Durch den direkten Bezug zu Aachen und der Ortsspezifik werden überregionale Besucher*innen angesprochen. Darüber hinaus locken die mehrere Anknüpfungspunkte zur modernen und zeitgenössischen Mode und Kunstgeschichte ein richtig internationales Publikum.
Vermittlungskonzept:
Wir arbeiten eng mit dem Museumsdienst, um eine Reihe von spannenden Workshops für Schüler*innen, Studierende und Erwachsene zu entwickeln. Dazu bieten wir auch ein umfassendes Begleitprogramm an (mit Veranstaltungen, Film Screenings und Listening Sessions), sowie zahlreiche kuratorische Führungen.
Kooperationen:
Geplant sind Kooperationen mit einigen anderen Museen in Aachen, der FH (Fachbereich Gestaltung) Aachen, sowie den vorherigen Textil-Fabriken der Stadt/Region
Marketing:
Die Marketingkampagne verfolgt das Ziel, die Sichtbarkeit der Institution überregional und international zu stärken, mit einem bestimmten Focus Wert auf inklusive Ansprache, die Zielgruppen mit diversen nationalen und kulturellen Hintergründen berücksichtigt (genau wie der Künstler selbst).
Kurator:
Damian Lentini
Museumsdienst
Anders als … Graves, Gronemeyer, Jardon, Jesdinsky, Koons, Richter (AT)
17. Kinder-Förderpreis KUNST
28.06. – 30.08.2026
Anlässlich des 17. Kinder-Förderpreis KUNST werden mit der Ausstellung Anders als ….Graves, Gronemeyer, Jardon, Jesdinsky, Koons, Richter (AT) bedeutende Kunstwerke der Sammlung Ludwig neu beleuchtet.
Ausgehend von sechs ausgewählten Positionen erarbeiten die Kinder der Aachener-Modell-Kurse eigene Kontexte. Die Kinder sind somit in diesem Jahr nicht nur Künstler*innen, sondern auch Kurator*innen, indem sie sich intensiv mit den über das zweite Schulhalbjahr ausgestellten Sammlungsexponaten beschäftigen und sich überlegen, in welche Umgebung aus eigenen Kunstwerken sie diese setzen möchten.
Die Ausstellung Anders als ….Graves, Gronemeyer, Jardon, Jesdinsky, Koons, Richter (AT) greift das Konzept der Sammlungspräsentation zum 35. Jubiläum des Ludwig Forums auf, die am gleichen Tag eröffnet und die Sammlungsaktivitäten von Peter und Irene Ludwig in Form von Mikrokosmen präsentiert.
Zielpublikum: Die Ausstellung ist durch die zentrale Verortung in der Halle und die Einbindung von Sammlungsexponaten einem breiten Publikum zugänglich und besonders für Familien interessant.
Vermittlungskonzept: Die Ausstellung wird mit einem Begleitheft dokumentiert, welches am Tag der Preisverleihung von den teilnehmenden Kindern und ihren Familien selbst gebunden werden kann. Eine Station zum Selbstheften des Begleithefts ist während der Ausstellungs-dauer für Einzelbesuchende denkbar. Darüber hinaus erhalten die teilnehmenden Kinder und ihre Familien freien Zugang zur Ausstellung. Für Einzelbesuchende jeglichen Alters und für alle teilnehmenden Kinder und Jugendliche der Sommerferien-Angebote schafft die Ausstellung einen besonderen Zugang zu den Sammlungs-Exponaten und dem eigenen künstlerischen Arbeiten.
Marketing: Die Marketingstrategie erfolgt auf den etablierten Kommunikationsstrategien innerhalb des Kulturbetriebs (des Ludwig Forums sowie des Museumsdienst Aachens) und der Bürgerstiftung der Sparkasse Aachen. Marketingziel ist die Ansprache von Familien in der Stadt Aachen und StädteRegion Aachen.
Konzeption und Organisation: Museumsdienst Aachen
Gefördert durch die Bürgerstiftung der Sparkasse Aachen
Ausstellungsprogramm Route Charlemagne 2026/27
Centre Charlemagne
Bravo! Bravissimo! – 200 Jahre Theater Aachen
Laufzeit: 06.09.2025 – 12.04.2026
Das Aachener Stadttheater ist der älteste kommunale Theaterbau des Rheinlands. In der Ausstellung steht die 200-jährige Entwicklung des Theaters als kulturelle Institution der Stadt im Mittelpunkt der Betrachtung. Dazu werden in zeitlichem Durchlauf mit starken thematischen Schwerpunktsetzungen sowohl institutionelle als auch die Kunstform Theater betreffende Momente und Entwicklungslinien schlaglichtartig beleuchtet. Die Themen „Vorgeschichte“, „Bau und Eröffnung“ sowie die ersten Jahre des Bestehens vermitteln eine Idee vom Leben Theaterschaffender, weit vor der Institutionalisierung von Theatern, über das eigentliche Bauvorhaben bis zu der historischen Entwicklung des für Aachen so bedeutenden klassizistischen Prachtbaus. Weiter werden die großen historischen/politischen Momente betrachtet und ihre Auswirkungen auf das Theater dargestellt. Neben dem Ersten Weltkrieg werden die stark indoktrinativen Momente des Nationalsozialismus und dessen Kulturpolitik in den konkreten Bezug zum Aachener Haus gebracht. Auch der Wiederaufbau ist ein zentrales historisches Moment, denn das Theater wurde 1943 nahezu vollständig zerstört. Durch die Zeit nach dem Wiederaufbau bis in die heutige Zeit hinein leiten verschiedene Aspekte zum Geschehen auf und hinter der Bühne, die die künstlerische Bedeutung des Aachener Theaters – auch in seinem Charakter als Ort transitorischer Kunst – verdeutlichen.
Zusätzlich wird ein umfangreicher Begleitband herausgegeben, der über die Ausstellung hinaus einzelne Themenbereiche vertiefend präsentiert, komplexe historische Zusammenhänge darstellt und viele Menschen, die am Theater arbeiten, zu Wort kommen lässt. Die gewählten Themen streben eine überregionale Einordnung der Ereignisse am Theater an. Für die Erarbeitung der Inhalte werden ausgewiesene Expertinnen und Experten angefragt. Insbesondere finden sich hier Inhalte mit regionalem Bezug, die die Bedeutung des Aachener Theaters im städtischen Kontext fokussieren.
Zielgruppen:
die Aachener*innen, insbesondere Theaterinteressierte und -begeisterte sowie die stadtgeschichtlich breiter interessierte Bevölkerung (in letzter Zeit dann wohl auch in starkem Maße an die Freunde und Verteidiger Herbert von Karajans).
Vermittlungsangebote:
Das ausstellungsbegleitende Rahmenprogramm schließt insbesondere Sonderveranstaltungen zu den üblichen eintrittsfreien Tagen (Tag des offenen Denkmals, Kunstroute, Aktionstag, Finissage) ein. Geplant, zum Teil bereits durchgeführt sind Führungen unterschiedlichen Zuschnitts, Vorträge, Workshops sowie Veranstaltungen in enger Zusammenarbeit mit dem Theater Aachen.
Kooperationen:
Theater Aachen, Couven Museum
Marketing:
Die Marketingkampagne folgt den üblichen Standards für Wechselausstellungen im Centre Charlemagne nach Vorschlag von FB 13 und in Übereinstimmung mit dem Budget, in diesem Fall aber in besonderer Vernetzung mit dem Marketing für die Kostüme-Ausstellung im Couven Museum.
Kuratorinnen:
Viktoria Walmrath, Myriam Kroll
Stadtansichten – Urban Sketching für alle*
Laufzeit: 09.05.2026 – 02.08.2026
Im Sommer 2026 zeigt das Centre Charlemagne von Anfang Mai bis Anfang August eine partizipative Ausstellung zum Thema „Zeige uns Deine Stadt“. Wir laden Urban Sketching Gruppen aus Aachen, der Städteregion, Eupen, Lüttich und Maastricht ein, aktiv in unserer Stadt zu zeichnen. Die Ausstellung wächst über einem initialen Grundstock im Wechselausstellungsraum des Centre Charlemagne kontinuierlich an, und am Ende der Laufzeit wird eine Präsentation zu sehen sein, an der viele Künstlerinnen und Künstler mitgewirkt haben.
Zielgruppen: sind die Aachener*innen sowie Tourist*innen jeden Alters, die gerne kreativ sen/werden wollen, insbesondere diejenigen, die gerne Zeichnen oder Zeichnungen anschauen, Es soll eine direkte Ansprache an die RWTH und FH Aachen, an ausgewählte Schulen und verschiedene weitere Organisationen erfolgen.
Vermittlungsangebote: Neben den bestehenden Urban Sketcher Chapters der Region werden in enger Zusammenarbeit mit dem Museumsdienst weitere Gruppen und Institutionen eingeladen, sich an der Ausstellung zu beteiligen. Aber selbstverständlich können auch Einzelpersonen jeden Alters, Aachenerinnen und Aachener, Touristinnen und Touristen an öffentlichen Workshops teilnehmen. Es soll kurze Einführungskurse geben, dazu gesellen sich Einzeltagesangebote, aber auch mehrtägige Intensivworkshops. Die zeichnerischen Ergebnisse fließen alle in die Ausstellung ein, entweder in analoger und/oder digitaler Form durch die Bereitstellung einer geeigneten Plattform.
Kooperationen:
Museumsdienst, ferner beabsichtigt: Urban Sketching Chapters, Freihandzeichner der RWTH und FH Aachen, BBK, VHS, Schulen, ats
Marketing:
Die Marketingkampagne folgt den üblichen Standards für Wechselausstellungen im Centre Charlemagne nach Vorschlag von FB 13 und in Übereinstimmung mit dem Budget.
Kuratorin:
Myriam Kroll
100 Jahre CHIO – Tradition, Innovation, Emotion
Laufzeit: 16.05.2026 – 23.08.2026
Begleitend zur Reiter-Weltmeisterschaft zeigen wir im Foyer des Centre Charlemagne und bewusst „vor der Bezahlschranke“ eine Auswahl historischer Fotografien rund um den Pferdesport in Aachen. Die Laufzeit ist durch den Beginn des CHIO und das Ende der Weltreiterspiele definiert.
Die Ausstellung wird etwa 60 Aufnahmen umfassen und auch Raum geben, den neuen „Preis von Aachen“ der Öffentlichkeit vorzustellen. Sie wird über hervorragende Aufnahmen aus der Welt des Pferdesports Einblicke in die lange Geschichte des CHIO Aachen geben, wobei der Untertitel der Ausstellung bereits ein wesentliches Element der thematischen Gliederung wiedergibt.
Einmalige Bilddokumente zeigen die Entwicklung des Turniers, die enge Verquickung von Politik und Sport und Kontinuität und Wandel der Tätigkeiten eben jener Menschen, die zum Gelingen des CHIO jedes Jahr aufs Neue beitragen. Die Turniergeschichte umfasst die Folgen beider Weltkriege, aber auch die große Chance, in den Nachkriegsjahrzehnten mit internationalen Turnieren die „Politik des Grünen Rasens“ zur erneuten Völkerverständigung zu nutzen. Hervorragende Aufnahmen vom 1. Reit-, Spring- und Fahrturnier 1925 bis zum hochmodernen Event der Gegenwart mit fünf Disziplinen zeigen internationalen Sport, wie er bei der größten Pferdesportveranstaltung der Welt zu erleben ist – hochklassig, emotional, Ästhetik pur im Zusammenwirken von Mensch und Tier, wobei Erfolgslegenden schon immer dazugehörten.
Zielgruppen: Die Ausstellung richtet sich insbesondere an Pferdesport- und Fotografiebegeisterte und insbesondere auch an das internationale Publikum der beiden Sportereignisse in der Soers. Ein Weiterreichen der ausgestellten Fotos an unsere Partnerstädte wird gegenwärtig erwogen; eine Interessensabfrage steht noch aus.
Vermittlungsangebote:
Als kostenfrei zugängliche Ausstellung bleibt das Vermittlungsangebot klein. Vorgesehen sind öffentliche Gästeführungen und eine Einbettung in die Sonderformate zur Reit-WM.
Kooperationen:
Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Aachen-Laurensberger Rennverein über das CHIO-Museum. Sie wird flankiert durch die Ausstellungen im Suermondt-Ludwig-Museum, im Ludwig Forum und durch eine weitere, allein vom ALRV getragene Fotoausstellung, die sich während der Weltreiterspiele in der Elisengalerie den vergangenen in Aachen ausgetragenen Weltmeisterschaften widmet.
Marketing:
Die Marketingkampagne orientiert sich wesentlich am Erscheinungsbild des Begleitprogramms zum CHI und zur Reit-WM. Ein selbstständiges Erscheinungsbild ist aus budgetären Gründen nicht vorgesehen.
Kurator:
Frank Pohle
2½ Kilometer Industriegeschichte
Die Jülicher Straße von 1850 bis heute*
Laufzeit: 12.09.2026 – 04.04.2027
Die Jülicher Straße führt auf etwa 2,5 Kilometern vom Hansemannplatz in nordöstlicher Richtung von der Aachener Innenstadt Richtung Haaren; die geografischen Grenzen sind der Hansemannplatz einerseits und der Bahnübergang vor dem Ortseingang Haaren andererseits. Hier siedelten sich ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine ganze Reihe Unternehmen an, die Aachens Ruf als Industriestadt maßgeblich prägen sollten. Einige der Unternehmen, wie Garbe-Lahmeyer oder die Schirmfabrik Brauer, mussten schließen, andere, wie Talbot, konnten nur durch große Anpassungen überleben, während wieder andere, wie Fecken-Kirfel, bis heute Weltmarktführer in ihrem Bereich sind.
Die Ausstellung widmet sich primär den Industriebetrieben. Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung ist der Blick auf die sozialen Auswirkungen auf den Stadtteil, Anhand der Siedlungshäuser entlang der Joseph-von-Görres-Straße soll beispielsweise thematisiert werden, wie die Industriearbeiter nicht nur arbeiteten, sondern auch wohnten.
Heute spielt die Industrie entlang der Jülicher Straße keine so große Rolle mehr, wie anhand der Brachflächen und verlassenen Gebäude zu erkennen ist. Dementsprechend wird auch der Strukturwandel seit den 1980er Jahren eine Rolle spielen. Es wird aber nicht nur der Niedergang einzelner Unternehmen thematisiert, sondern auch Neuanfänge und die Chancen durch neue Nutzungen, wie sie z.B. auf dem Gelände des Alten Schlachthofs entstanden sind. Thematisiert werden sollen u. a. die Dampfkesselfabrik Piedboeuf, die Schirmfabrik Brauer mit dem späteren Umbau zum Ludwig Forum, Pöttgens Elektromaschinen (Gelände vorher SPELAG), Krantz und Garbe-Lahmeyer, Zentis, Talbot, das „Opelhaus“, Tresorbau Stacke und die Glas- und Spiegelmanufaktur Kinon.
Die Ausstellung verfolgt im Wesentlichen drei Ziele: Als Beitrag zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Aachens soll sie zum einen den Blick auf die Entwicklung des Industriestandortes Aachen richten, dabei Branchen berücksichtigen, die neben der Tuch- und Nadelproduktion oft etwas aus dem Blick geraten, und die sozialen Umstände der Industriearbeit – Wohnsituation, Arbeitssicherheit, Freizeitgestaltung – thematisieren. Zum anderen soll die Ausstellung aufzeigen, wie sich der heutige Stadtteil Aachen-Nord seit der Ansiedlung der ersten Industriebetriebe entwickelt hat, welche städtebaulichen Planungen es gab und wie die Zukunft aussehen soll.
Zielgruppen: sind die Aachener*innen, insbesondere Menschen aus Aachen-Nord, sowie diejenigen, die mit den thematisierten Unternehmen verbunden sind oder waren, sei es als Unternehmer*innen, Arbeiter*innen und Angestellte oder auch Gewerkschafter*innen. Darüber hinaus richtet sich die Ausstellung insbesondere an technik- und sozialgeschichtlich Interessierte sowie an Schulklassen mit dem Fokus auf Aachen Nord.
Vermittlung:
Es sind auch Projekte außerhalb des Museums geplant, um die Schulen und die Nachbarschaften stärker einzubinden.
Kooperationen:
Ludwig Forum für internationale Kunst, Stadtteilbüro Aachen-Nord, Depot Talstraße, einzelne Formate auch mit den anliegenden Betrieben
Marketing:
Die Marketingkampagne folgt den üblichen Standards für Wechselausstellungen im Centre Charlemagne nach Vorschlag von FB 13 und in Übereinstimmung mit dem Budget.
Kuratoren:
Lars Neugebauer, Andreas Düspohl
Vorschau auf Vorhaben der kommenden Jahre
Nach den Verwerfungen der Corona-Zeit sind wir inzwischen wieder in der Lage, trotz aller Wandelbarkeit der Zeiten einem mittelfristigen Plan zu folgen und einen „5-Jahres-Plan“ aufzulegen. In diesen Zeitraum wird auch das Jubiläum „50 Jahre Welterbe Aachener Dom“ fallen, für das wir uns gerade etwas Besonderes ausdenken.
Couven Museum
Auf die Spitze getrieben –
Kostüme aus dem Theater Aachen
20.09.2025 – 12.04.2026
Theaterkostüme sind schön, aufwändig, historisch, phantastisch, heutig, manchmal scheinbar einfallslos. Sie verzaubern das Publikum, sie navigieren durch historische Epochen, zeigen gesellschaftliche Zugehörigkeiten und psychische Zustände und unterstützen die Darsteller*innen beim Ein-
tauchen in eine andere Figur, in eine andere Welt. „Auf die Spitze getrieben“ zeigt Theaterkostüme und deren Herstellung in allen Facetten und macht deutlich, dass sie viel mehr sind als Bühnenbekleidung.
Diese Ausstellung gewährt Einblicke, die dem Publikum verborgen bleiben. Sie lädt dazu ein, den Werdegang eines Kostüms vom ersten Entwurf bis zur fertigen Bühnengestalt zu begleiten – eine Reise in die Werkstätten und Ideenwelten hinter den Kulissen, die in eine Auswahl prachtvoller Kostüme mündet, die Lust auf mehr macht. Der Entstehungsprozess wird vom Entwurf bis zur Premiere nachgezeichnet: ein kreativer Marathon, beginnend mit ersten Gesprächen im Regieteam über Entwürfe, gefolgt von Budgetfragen, Stoffauswahl, Anproben und vielen kleinen Katastrophen bis zur festlichen Premiere.
Es wird gezeigt, was sich unter dem sichtbaren Kostüm befindet: Krinolinen, Corsagen, Wattons, Auspolsterungen, aber auch zum Beispiel moderne Thermowäsche. Das Wechselspiel zwischen fein gefertigten historischen Kostümteilen und den Hilfsmitteln darunter wird anhand von vielen Beispielen sichtbar. Künstlerische Täuschung trifft dabei auch auf handwerkliches Geschick, und so wird Filz zu Metall, Goldborten sind nur aufgemalt oder Kostüme werden aufwändig verschmutzt. Die Tätigkeit der Theaterschneider*innen, Modist*innen und Maskenbildner*innen wird vorgestellt, Preziosen aus Modisterei und Maske präsentiert, ausgestellt wie kostbarste Kunstwerke. Bärte, aufgespießt wie seltene Schmetterlinge, verschrumpelte Glatzen und andere merkwürdige Gebilde. Unter dem Motto „Aus dem Nähkästchen geplaudert“ wird schließlich die Zusammenarbeit hinter der Bühne beschrieben, wo Kostümassistent*innen, Garderober*innen, Maske, Requisite, Technik und Beleuchtung engstens zusammenarbeiten müssen, damit die Darsteller*innen zur richtigen Zeit im richtigen Kostüm in der richtigen Maske mitsamt allem Zubehör auf der Bühne stehen.
Zielgruppen: sind die Aachener*innen, insbesondere Theaterinteressierte und -begeisterte, alle, die sich auch selbst gerne verkleiden oder mehr wissen wollen über das Geschehen hinter der Bühne sowie die stadtgeschichtlich breiter interessierte Bevölkerung.
Vermittlungsangebote:
Das ausstellungsbegleitende Rahmenprogramm schließt insbesondere Sonderveranstaltungen zu den üblichen eintrittsfreien Tagen (Tag des offenen Denkmals, Kunstroute, Aktionstag, Finissage) ein. Geplant, zum Teil bereits durchgeführt sind Führungen unterschiedlichen Zuschnitts, Workshops sowie Veranstaltungen in enger Zusammenarbeit mit dem Theater Aachen.
Kooperationen:
Theater Aachen, Centre Charlemagne
Marketing:
Die Marketingkampagne folgt den üblichen Standards für Wechselausstellungen im Couven Museum nach Vorschlag von FB 13 und in Übereinstimmung mit dem Budget, in diesem Fall aber in besonderer Vernetzung mit dem Marketing für die Theater-Ausstellung im Centre Charlemagne.
Kuratorinnen:
Carmen Roebers / Renate Schwietert / Kerstin Hägele
Tusche trifft Tinte – Die Kunst des Schreibens*
26.09.2026 – 18.04.2027
Handschriftliches Schreiben ist eine uralte Praxis und hat als Schön-Schreiben im 21. Jh. wieder Konjunktur. Die dafür notwendigen Schreibzeuge sind heute zumeist Massenware und eher funktional statt kunstvoll gestaltet. Das war nicht immer so: In früheren Zeiten waren Schreibzeuge, insbesondere das Tintenfass, sorgsam gestaltete, dekorative Schauobjekte, die vor allem den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ästhetischen Anspruch der Besitzer veranschaulichen sollten – und daher einen festen Platz im repräsentativen bürgerlichen Wohnen hatten. Das Tintenfass hatte sich spätestens im 18. Jh. endgültig vom nützlichen „Haushaltsgerät“ zum Repräsentationsobjekt gewandelt.
Die Ausstellung greift in ihrem Kern auf eine Auswahl von Jugendstil-Tintenfässern aus der Sammlung Dr. Julius Rohm zurück, die Einblicke in die Hochphase des Tintenfasses an der Wende vom 19. bis zum 20. Jh. gewährt. Es eröffnen sich ferner Seitenblicke auf die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des handschriftlichen Schreibens – von Feder und Tintenhorn über das Tintenfass und Tintenkiller bis hin zum digitalen Stift für das Tablet – sowie den eigentlichen Schreibstoff – Tinte und Tusche – und die Schreibpraxis des 18./19. Jh. – Sets von Schreibzeugen werden in der konkreten Schreibsituation (auf Schreibmöbeln des Couven Museums) erfahrbar gemacht, Schriften und Textformen thematisiert. Ein partizipatives Element ermöglicht den Besucher*innen das Schreiben mit Feder und Tinte sowie verschiedener Schriftarten.
Parallel dazu werden Tuschezeichnungen mythologischer Tiere des Aachener Künstlers Stephan Wunsch zu sehen sein, die in ihrer Materialität wie auch Motivik das Ausstellungsthema ergänzen und erweitern. Sie bieten darüber hinaus Anschlussmöglichkeiten an die Ausstattung des Couven Museums.
Ziel der Ausstellung ist, das Thema Handschrift in seinen historischen Dimensionen ins Bewusstsein zu rücken. Dies geschieht durch die Vermittlung der Kunstform und künstlerischen Vielfalt des Objektes „Tintenfass“, einen Einblick in frühere und aktuelle Formen des Schreibens mit der Hand, in die Geschichte der dafür verwendeten Schreibzeuge sowie in damit verbundene (soziokulturell bedingte) Funktionen und Umgebungen des Schreibens. Die Ausstellung soll auch zum Schreiben mit der Hand, zum Schön-Schreiben wie zur Nutzung von Tinte und Tusche in der kreativen Arbeit inspirieren.
Zielgruppen:
Die Ausstellung richtet sich insbesondere an Kinder und Jugendliche, die in ihrem Alltag nur noch in geringem Maße mit handschriftlichem Schreiben zu tun haben, an junge Erwachsene und Erwachsene mittleren Alters, die sowohl mit handschriftlichem Schreiben als auch mit Formen digitaler Schriftlichkeit aufgewachsen sind, an alle, die kreativ sein/werden wollen, sowie die an kunstgewerblichen Erzeugnissen Interessierten und mithin auch an die klassische Besucherschaft des Couven Museums.
Vermittlungsangebote:
Die Zielgruppen werden durch klassische Formen der Wissensvermittlung in Ausstellungen, über partizipative Elemente wie ein Tinten- bzw. Handschriftenlabor und verschiedene, auch generationenübergreifende Workshopformate angesprochen.
Kooperationen:
Kreismuseum Zons, weitere noch in Entwicklung.
Marketing:
Die Marketingkampagne folgt den üblichen Standards für Wechselausstellungen im Couven Museum nach Vorschlag von FB 13 und in Übereinstimmung mit dem Budget.
Kuratorin:
Carmen Roebers
Vorschau auf Vorhaben der kommenden Jahre
2027 bis 2029 sind Jubiläumsjahre für das Couven Museum. 1927 fiel der Beschluss zur Gründung, 1929 wurde das erste Couven Museum am Seilgraben eröffnet, 1958 das neue Couven Museum am Hühnermarkt. Die 100 Jahre (respektive 70 Jahre) Couven Museum wollen wir mit einer Forschungsinitiative vorbereiten, die Leben und Werk des Aachener Malers Johann Baptist Bastiné (1783-1844) in den Blick nimmt, der in der „Franzosenzeit“ und bis in den Vormärz hinein Aachens Bürgertum in bis dahin nicht gekannter Qualität porträtiert, die Aachener Zeichenschule begründete und – selbst Schüler Davids – sein Handwerk an andere weitergab.
Derzeit wir ein detailliertes Werkverzeichnis Bastinés als wichtigem Beitrag nicht zuletzt zur Erforschung der eigenen Sammlung erstellt, das, flankiert durch eine wissenschaftliche Tagung, schließlich in einer gemeinsamen Ausstellung des Centre Charlemagne und des Couven Museums münden wird. Das Couven Museum will sich in dem Kontext mit weiblicher Künstlerschaft im 19. Jahrhundert allgemein und mit dem zeichnerischen Werk von Marie Bastiné (Tochter Johann Baptist Bastinés) im Besonderen auseinandersetzen, das mit rund 70 Blättern in der Städtischen Sammlung vertreten, aber noch nie ausgestellt worden ist. Im Mittelpunkt des Jubiläumsjahrs selbst werden dann Aktionen und partizipative Veranstaltungen stehen.
Internationales Zeitungsmuseum
Kunst im Trauraum: Judith Paul – Weitergehendes. Arbeiten auf Papier.
Laufzeit: derzeit und bis auf Weiteres
Freie Formen in Blau auf Weiß zeigt die Designerin Judith Paul derzeit im Trauraum des IZM. Das Standesamt legt großen Wert darauf, dass das Trauzimmer seiner Funktion entsprechend eingerichtet und inspirierend gestaltet ist, wozu die gerahmte Kunst an der Längswand gehört. Judith Pauls Ausstellung „Weitergehendes“ ist bereits die dritte an dieser Stelle. Außerhalb der Nutzungszeiten des Raumes können Besucherinnen und Besucher des Museums in den Trauraum hineinblicken, ihn zumeist auch betreten und die Arbeiten betrachten.
Bibliotheksausstellung zu Walter Hasenclever
Laufzeit: 09.09.2025 – März 2026
Anlässlich der diesjährigen Verleihung des Walter Hasenclever Preises zeigt das IZM in einer Kabinettausstellung in der Bibliothek die Ausstellung „Eine Erinnerung an einen großen Aachener Dramatiker Walter Hasenclever“. Anhand von Texten, Bildern und Zeitungsausschnitten werden in Kooperation mit der Walter-Hasenclever-Gesellschaft Aachen Stationen aus Leben und Werk des Dramatikers bis zu seinem tragischen Selbstmord im Internierungslager in Südfrankreich präsentiert. Sie flankierte bereits die diesjährige Verleihung des Walter-Hasenclever-Preises und bildete den Auftakt zu deren Rahmenprogramm.
Bibliotheksausstellung zum Karlspreis 2026
Laufzeit: April 2026 – Winter 2026/27
Es ist bereits seit langen Jahren Tradition, dass das IZM auf die Bekanntgabe des jeweiligen Karlspreisträgers kurzfristig mit einer Ausstellung aus den eigenen Beständen reagiert und damit das Karlspreis-Rahmenprogramm bereichert. In den letzten Jahren wurde so die ukrainische Zeitungsgeschichte, oder die Vielfalt der jüdischen Presse in Europa beleuchtet. Die letztjährige Ausstellung befasste sich mit der Geschichte der Europäischen Einigung. Konzeptionierung und Umsetzung erfolgen immer nach der Bekanntgabe der Karlspreis-Verleihung. Diese Kabinettausstellungen in den Vitrinen der IZM-Bibliothek sollen auch 2026 und in den kommenden Jahren fortgeführt werden.
Kunstroute 2026
Das IZM beteiligt sich als unmittelbarer Nachbar der Aula Carolina und der dortigen Zentralausstellung seit langen Jahren an der Kunstroute, indem es der Gegenwartskunst mit inhaltlichem Bezug zum Themenspektrum des Hauses Flächen zur Präsentation zur Verfügung stellt. Diese bestehen derzeit in der Bilderwand im Trauraum und in der Wand hinter dem Garderoben-Kubus im Foyerbereich. 2025 waren hier Porträts von Eva Maria Reuß zu sehen. Die Vergabe der Flächen erfolgt in der Regel gegen Ende des Frühjahrs.
Verstärkte Ausleihtätigkeit I:
„Uwe Appolt“ in der Bischöflichen Akademie Aachen, 13.04.-29.05.2026
Vor wenigen Jahren wurde die Die „Schenkung Appolt“ von der Stadt Aachen angenommen mit dem Ziel, sie zur Grundlage einer Ausstellung im IZM zu machen. Da dort kein Raum mehr zur Verfügung steht, kommen wir der Bitte der Bischöflichen Akademie gerne nach, etliche Stücke dorthin auszuleihen.
Verstärkte Ausleihtätigkeit II:
„Die deutschsprachige Auslandspresse – 100 Jahre Grenzecho“ in Eupen, Juni 2026
Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Eupener „Grenzecho“ will der BRF in Eupen eine Ausstellung zu deutschsprachigen Zeitungen aus dem Ausland präsentieren. Die Sammlung des IZM bietet hier so reiches Material, das sie der größte externe Leihgeber sein wird. Die noch nicht näher terminierte Ausstellung soll einen großen Vorlauf für begleitende Veranstaltungen haben.
Mit einem Sternchen (*) sind all jene Ausstellungstitel markiert, die noch interne Arbeitstitel sind.
Weitere Dokumente (1)
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Technische Details
ID: 1020268
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1020268
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2025-10-29 E 49_0213_WP18 Ausstellung- u. mark sao
19.1.2026
33.1 MB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 6
- Sitzung
- Sitzung des Betriebsausschusses Kultur, Theater und VHS
- Gremium
- Betriebsausschuss Kultur, Theater und VHS
- Datum
- Do., 29.01.2026
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- E 49 - Kulturbetrieb
- Geändert
- 27.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 8. Juli 2026 um 17:42