29. Januar 2026 um 17:00, Verwaltungsgeb. Mozartstraße Zi.207
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Veranstaltungskonzept für die Musikmuschel im Kurpark

E 49/0004/WP19 · Kenntnisnahme

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Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Frau Tirtey verweist auf die verteilte Tischvorlage der Kommission Barrierefreies Bauen von Frau Strack. Die dort gestellten Fragen bzgl. der Musikmuschel im Kurpark werden seitens der Verwaltung noch beantwortet.

Frau Derichs zeigt sich erfreut über die Vorlage sowie die Tatsache, dass sich nun etwas bewegt. Die insgesamt 2 Jahre, die bisher vergangen sind, bezeichnet sie hinsichtlich der Vertragsgestaltung als sehr schwierig und kaum nachvollziehbar. Sie bittet daher die Verwaltung, den Fraktionen den Vertrag zur Verfügung zu stellen. Frau Scheidt spricht von einer Ermöglichkeitsstruktur.

Frau Tirtey verweist auf aktuelle Gespräche, die durch Herrn Beck mit der Vertragsabteilung durchgeführt wurden.

Herr Beck berichtet, dass ein Termin mit FB 23 vereinbart wurde.

Frau Tirtey spricht die Hoffnung aus, dass das Thema Vertrag zeitnah gelöst wird.

Ratsherr Pilgram verweist auf die Vorlage und den dies bzgl. Aufwand anhand des Beispiels Lärmgutachten. Er hinterfragt die Themen Infrastruktur bzw. Technik.

Frau Derichs verweist auf den seinerzeitigen Antrag ihrer Fraktion, in dem genau diese Punkte aufgeführt waren.

Die Vorsitzende, Ratsfrau Dr. Schmeer, verweist auf den Ausschuss des Eurogresses. Auch dort war die Musikmuschel im Kurpark ein Thema. Sie hält zusammenfassend fest, dass diverse Abstimmungen mit unterschiedlichen Parteien erforderlich sind.

Der Beigeordnete, Herr Brötz, führt aus, dass man seit wenigen Tagen wisse, wer der Carterer ist. Seitens der Verwaltung wird man sich mit ihm abstimmen. Er betont, dass die Überprüfung von Stühlen keine aufschiebende Wirkung für die Umsetzung der Maßnahme als solche zur Folge hat. Natürlich muss die Logistik geklärt werden. Dies hindert jedoch nicht am Beginn.

Weiterhin führt der Beigeordnete, Herr Brötz, aus, dass von Anfang an eine mietfreie Überlassung vorgesehen war und auch weiterhin ist. Drittkosten, wie z.B. für die Reinigung, müssten natürlich an den jeweiligen Mieter*innen weitergegeben werden.

Erläuterungen

Der Aachener Stadtpark ist eine rund 200.000 Quadratmeter große grüne Oase mitten in der Innenstadt. Die Anfänge dieser Parkanlage lassen sich auf das Jahr 1853 zurückführen.

Als mit dem Bau neuer Kuranlagen zwischen 1914 und 1916 die Bedeutung der Stadt Aachen als Kur- und Badeort neu belebt werden sollte, wurde die Anlage in wesentlichen Partien den Bedürfnissen der Kurgäste angepasst und grundlegend umgestaltet.

Inmitten des Parks liegt die Konzertmuschel, die seinerzeit regelmäßig zum Beispiel für Kurkonzerte genutzt wurde.

Seit geraumer Zeit wird die sanierungsbedürftige Konzertmuschel nur noch sporadisch für kulturelle Darbietungen genutzt.

Bis Ende 2025 wird die Muschel grundlegend saniert (Neuinstallation der Elektrik, Reinigung des Daches, Instandsetzung des Bühnenbodens, der WC-Anlagen und der Markise, Außenanstrich inkl. Verputzen).

Das vorliegende Konzept soll zu einer weiteren Attraktivierung und hieraus resultierenden erhöhten Frequentierung des Parks führen, indem die Musikmuschel wieder in ihrem ursprünglichen Bestimmungszweck genutzt wird. Darüber hinaus soll insbesondere Kulturschaffenden, aber auch anderen Nutzer*innen, eine attraktive Spielstätte geboten werden.


1. Zielsetzung
Das Ziel ist es, die Musikmuschel als kulturellen Treffpunkt im Kurpark wiederzubeleben und ein regelmäßiges Veranstaltungsprogramm zu etablieren, das ein vielschichtiges und breites Publikum ansprechen soll.

2. Zielgruppen/ Akteure
- Aachener Bürger*innen aller Altersklassen

- Tourist*innen und Besucher*innen des Kurparks

- Akteure der freien Kulturszene


3. Mögliche Veranstaltungsformate


a) Musik:

- „Kur“konzerte/Promenadenkonzerte: Regelmäßige Konzerte mit lokalen Musikern und Musikerinnen oder Ensembles, die klassische Musik, Jazz, Folk oder andere akustische Genres spielen

- Themenabende: Veranstaltungen zu speziellen Themen, wie z.B. „Musik der 20er Jahre“ oder „Klassik trifft Moderne“, bei denen verschiedene Musikstile präsentiert werden

- Chorkonzerte

b) Theater/Literatur

- Theateraufführungen

- Lesungen

- Poetry Slams

c) Tanz, Performance

- Tanzdarbietungen/Ballett

- „Ground Conferences“ - Battles der urbanen Tanzszene

- Tango- Abende

d) Kleinkunst

-Comedy

-Zauberei

e) familienfreundliches Programm

- Veranstaltungen mit kinderfreundlicher Musik

- Puppentheater

- Mitmachtheater

- Vorleseveranstaltungen

f) Filmvorführungen, Infoveranstaltungen

- Open-Air-Kino

-Speaker`s Corner

g) Nutzung des Konzertplatzes für Veranstaltungen, Festivals, Märkte etc. unter Einbeziehung der Musikmuschel

- Kinderflohmärkte

- Sport-Events (z. B. „Pilates mit Musik“)

- After-Work Märkte/Partys

In anderen Städten hat sich dieses Modell bereits etabliert.

Beispiele anderer Städte:

  1. Koblenz

Music Live e.V. veranstaltet in Kooperation mit freien Initiativen und mit Unterstützung von Koblenz-Touristik/ Koblenz Kongress/ Kulturamt Koblenz die Koblenzer Promenadenkonzerte.

Die Promenadenkonzerte finden sonntags von 15 bis 17 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.

Neu ist die Einrichtung einer abendlichen Konzertreihe: Die ML – Afterwork Lounge präsentiert hochwertige groovige, loungige Songs bei moderater Lautstärke und entspanntem Ambiente. Diese Termine finden jeweils donnerstags von 19-21 Uhr bei freiem Eintritt statt.

  1. Kassel

Jedes Jahr von Juni bis August

Eingebettet in die Umgebung des Bergparks Wilhelmshöhe, sind die „Bergpark‐Konzerte“ am Sonntag und die Reihe „Samstags im Park“ ein Garant für vielfältige und niveauvolle Unterhaltung. In den Sommermonaten heißt es für eine Stunde Bühne frei für bekannte Gruppen der Kasseler Musikszene. Die Konzerte sind ein Podium für die freie Musikszene der Stadt Kassel: Blues‐, Jazz‐ und Rockbands, aber auch Chöre und Instrumentalensembles finden hier eine interessierte und zahlreiche Zuhörerschaft. Die Auftritte finden in der Konzertmuschel im Bergpark statt.

  1. Konstanz

Die Konzertmuschel wird von April bis September für Konzerte, musikalische Aufführungen oder Tanzveranstaltungen im Freien genutzt, die von Einwohner*innen und Besuchenden rege besucht werden.

Die durch das Kulturamt Konstanz verwaltete denkmalgeschützte Konzertmuschel im Stadtgarten steht für jeden Konstanzer und Kreuzlinger Verein, sowie alle anderen kulturellen Initiativen kostenloszur Verfügung.

4. Veranstaltungszeitraum

Als Veranstaltungszeitraum sollte aufgrund der erforderlichen Witterungsbedingungen bei Open-Air-Veranstaltungen die Spanne Mai bis September angestrebt werden.

Hierbei ist die Veranstaltung Kurpark Classix (regelmäßig Ende August/Anfang September) mit entsprechenden Rüstzeiten zum Auf-/Abbau zu berücksichtigen.

Alle Veranstaltungen sollten im Hinblick auf die einschlägigen immissionsschutzrechtlichen Bestimmungen um spätestens 22.00 Uhr enden.

5. Infrastruktur:

Eine licht- / tontechnische Ausstattung kann derzeit seitens des Kulturbetriebs nicht gestellt werden

Eine Lärmprognose Kurgarten liegt vor, welche beigefügt ist.

Die evtl. Bereitstellung von Bühnenausstattung (Podeste, Orchesterstühle etc.) sowie Stühlen für das Publikum (gegen eine Nutzungsgebühr) ist zu prüfen.

Garderoben bzw. ein Backstage-Bereich sind nicht vorhanden, hier könnte allenfalls auf den Lagerraum im Keller zurückgegriffen werden.

6. Synergien vs. gegenseitige Beeinträchtigungen

Die Bespielung des Neuen Kurhauses gewinnt für Mieter*innen nicht zuletzt durch die mögliche Nutzung der Außenterrasse des Neuen Kurhauses an Attraktivität

Hieraus kann - abhängig vom Veranstaltungscharakter - sowohl eine Bereicherung der jeweiligen Veranstaltung sowie des Gastronomiebetriebs als auch eine Beeinträchtigung entstehen.

Um entsprechende Störungen zu vermeiden bzw. Synergien zu nutzen, bedarf es einer Einzelfallabstimmung mit dem Betreiber Eurogress Aachen. Hierbei ist von Bedeutung, dass der Veranstaltungskalender des Eurogress sehr dynamisch ist und kurzfristige Buchungen möglich sind.

7. Koordination/ Kuratierungdes Veranstaltungsprogramms

Die Disposition erfolgt über den Kulturbetrieb (Kulturservice). Hierzu gehört die Vermarktung u.a. über www.locations-aachen.de sowie die Vertragsgestaltung.

Nicht zuletzt im Hinblick auf Punkt 6. ist eine Terminkoordination und Bearbeitung von Anfragen zwingend notwendig.

Die Konzertmuschel wird mit nicht unerheblichem finanziellem Aufwand saniert. Um diesen Zustand aufrecht zu erhalten, muss vor und nach den Veranstaltungen eine Übergabe erfolgen, um evtl. Schäden/Verunreinigungen zu dokumentieren.

Die Muschel selbst sowie der Sanitärbereich muss nach jeder Nutzung gereinigt werden. Der Einsatz des Reinigungspersonals ist zu koordinieren und zu beauftragen.

Die Kuratierung des Programms erfolgt über das Veranstaltungsmanagement des Kulturbetriebs. Hier erfolgt auch die gezielte Ansprache von Akteuren.

Die Etablierung eine Kulturachse zwischen Neuem Kurhaus, Musikmuschel, NAK und Ludwig Forum für Internationale Kunst ist voranzutreiben.

8. Ressourcen

Personal:

Das Veranstaltungsmanagement übernimmt die notwendigen Absprachen. Weiterhin ist die Betreuung der jeweiligen Veranstaltungen vor Ort sicherzustellen.

Reinigungsarbeiten sowie die Zurverfügungstellung von Technik und sonstigem Equipment können über Dienstleiter erfolgen.

Sonstige Kosten:

Hierbei sind laufende Betriebskosten zu berücksichtigen. Nebenkosten wie z.B. Strom werden dem Kulturbetrieb durch das Eurogress nach Verbrauch in Rechnung gestellt. Aufgrund des je nach technischem Bedarf bei den unterschiedlichen Veranstaltungen variierenden Verbrauchs und fehlender Erfahrungswerte kann hier kein Pauschalwert angesetzt werden.

9. Betreibermodell:

Das Eurogress überlässt dem Kulturbetrieb dauerhaft und kostenfrei die Konzertmuschel. Der Kulturbetrieb vermietet die Muschel mietkostenfrei an die jeweiligen Veranstalter.

Seitens Eurogress wird dem Kulturbetrieb bei Stromnutzung eine Betriebskostenpauschale in Rechnung gestellt.

Um wie unter Punkt 6 dargestellt Beeinträchtigungen von zeitgleich im Neuen Kurhaus oder auf der Terrasse stattfindenden Veranstaltungen zu vermeiden, sind Termine mit dem Eurogress abzustimmen.

Es ist klar zu kommunizieren, dass das Eurogress nicht als Ansprechpartner für Interessenten fungiert.

10. Vertragskonstellation

Zunächst ist der Nutzungsvertrag zwischen Eurogress und der Kur- und Badegesellschaft aufzulösen.

Weiterhin ist die dauerhafte Nutzung der Kiesfläche vor der Konzertmuschel abzustimmen und vertraglich zu fixieren. Hierzu laufen derzeit Abstimmungsgespräche zwischen E 88 und FB 23, anschließend sind FB 68 und der Boule-Verein hinzuzuziehen.

Sollte vor Abschluss der Gespräche ein konkreter Termin in Betracht gezogen werden, so wird E 88 für diesen Einzelfall entsprechende Absprachen mit dem Boule-Verein führen.

Abschließend ist ein Überlassungsvertrag zwischen Eurogress und Kulturbetrieb zu schließen. Die Übergabe an den Kulturbetrieb ist zum 01.01.2026 geplant.

Weitere Dokumente (1)

Die Dokumente werden direkt vom Ratsinformationssystem der Stadt Aachen abgerufen und nicht von uns gespeichert oder gehostet.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2026-01-06 E 49_0004_WP19 Veranstaltungskonzep SAO.pdf

12.1.2026

1.8 MB

Betroffene Straßen

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Metadaten

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Ö 16
Sitzung
Sitzung des Betriebsausschusses Kultur, Theater und VHS
Gremium
Betriebsausschuss Kultur, Theater und VHS
Datum
Do., 29.01.2026
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
E 49 - Kulturbetrieb
Geändert
27.2.2026
Inhalt abgerufen
8. Juli 2026 um 17:42