4. Februar 2026 um 18:00, Sitzungssaal Bürgerhaus (alt)
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Vorstellung der Projekte des Wasserverbandes Eifel-Rur (WVER) in Haaren

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Beratung

Herr Bezirksbürgermeister Hecker begrüßt zu diesem Tagesordnungspunkt die Herren Hoppmann und Schulze-Büssing vom Wasserverband Eifel-Rur.

Die Vertreter des Wasserverbands Eifel-Rur geben anhand einer PowerPoint Präsentation einen Überblick über aktuelle und geplante Maßnahmen im Bereich Hochwasserrisikomanagement, insbesondere im Einzugsgebiet von Wurm und Haarbach.

Rückblickend wird das Hochwasserereignis 2021 als Zäsur bezeichnet. Zwar seien die Auswirkungen in Aachen vergleichsweise gering gewesen und bestehende Hochwasserrückhaltebecken hätten funktioniert, insgesamt habe das Ereignis jedoch zu einem Umdenken in der Wasserwirtschaft geführt. Hochwasserschutz werde ganzheitlich verstanden und umfasse neben technischen Maßnahmen auch Flächenvorsorge, Bauvorsorge, Katastrophenschutz, Kommunikation sowie klimaangepasste Planung. Ein vollständiger Schutz vor Extremereignissen sei nicht möglich; Ziel sei die Schadensminimierung.

Der Wasserverband betreut aktuell über 90 Projekte im Verbandsgebiet. Die Maßnahmen werden priorisiert und teilweise durch Fördermittel finanziert. Als Träger öffentlicher Belange bringt sich der Verband zudem in Bauleitplanungen ein, insbesondere im Hinblick auf zusätzliche Versiegelungen und Niederschlagswasserbewirtschaftung.

Für Haaren und Umgebung werden insbesondere folgende Projekte vorgestellt:

  • Erweiterung des Hochwasserrückhaltebeckens Debyestraße (Haarbach-Zufluss) durch Dammerhöhung und Anpassung des Auslaufbauwerks.
  • Maßnahmen am Röttgerbach mit baulichen Anpassungen und Verlegung eines Radwegs zur Verbesserung der Betriebssicherheit.
  • Anpassungen am Hochwasserrückhaltebecken Haarbach (HRB) im Zusammenhang mit dem Autobahnbrückenbau, um die vorgesehene Stauhöhe zu gewährleisten; der temporär freigegebene Betriebsweg soll wieder geschlossen werden.
  • Schaffung von drei Retentionsräumen am Haarbach, um Niederschlagsbelastungen aus der Kanalisation zu reduzieren und die natürliche Abflusslinie wiederherzustellen.
  • Renaturierungsmaßnahmen unterhalb der Autobahnbrücke (Projekt der Autobahn GmbH) mit ökologischer Aufwertung und zusätzlicher Rückhaltefunktion.

Abschließend wird betont, dass Hochwasserschutz eine dauerhafte Gemeinschaftsaufgabe darstellt, die technische Maßnahmen, vorausschauende Planung sowie Eigenvorsorge umfasst.

Im Anschluss an die Präsentation des Wasserverbands werden Fragen zur Auslegung und Genehmigung von Hochwasserrückhaltebecken gestellt.

Der Wasserverband erläutert, dass bestehende Anlagen grundsätzlich auf ein HQ100-Ereignis (100-jährliches Hochwasser) ausgelegt sind. Nach dem Hochwasser 2021 seien die zugrunde liegenden Bemessungsniederschläge (COSTRA-Daten) sowie technische Anforderungen angepasst worden. Neue Nachweise müssten auch außergewöhnliche Ereignisse oberhalb des HQ100 berücksichtigen. Ziel sei, dass Anlagen selbst bei Extremereignissen standsicher bleiben und kontrolliert überströmt werden können, auch wenn größere Wassermengen in den Unterlauf abgegeben werden.

Die Zuständigkeit für die Genehmigung richtet sich nach Größe und Stauhöhe der Becken: Größere Anlagen unterliegen der Bezirksregierung (Talsperrenaufsicht), kleinere Becken der Unteren Wasserbehörde.

Herr Bezirksvertreter F.-J. Kogel begrüßt die geplante Erhöhung von Rückhaltebecken ausdrücklich. Zugleich appelliert er an die Bürgerschaft, notwendige Hochwasserschutzmaßnahmen mitzutragen.

Auf Nachfrage des Herrn Bezirksvertreters Küppers wird klargestellt, dass der sogenannte „Entenweiher“ am Berliner Ring nicht in die Zuständigkeit des Wasserverbands fällt, sondern Anlagen der Regionetz GmbH betrifft. Fragen zu Kläranlagen betreffen zudem einen anderen Geschäftsbereich und müssten gesondert beantwortet werden.

Zum Thema Öffentlichkeitsarbeit berichtet der Wasserverband auf Nachfrage von Frau Bezirksvertreterin van der Meulen von bestehenden Kooperationen mit Stadt und Städteregion im Rahmen des „Regionalen Hochwasserrisikomanagements“ sowie von Bildungsangeboten (u. a. Wasserschule, Führungen, Informationsmaterialien). Schulen und Kitas können entsprechende Angebote anfragen.

Herr Bezirksbürgermeister Hecker spricht in diesem Zusammenhang die anwesenden KiTa-Leitungen aus dem Bezirk an und regt an, sich die Kontaktinformationen des Wasserverbandes Eifel-Rur zu notieren.

Eine Anregung zur stärkeren Erlebbarkeit des Haarbachs, insbesondere für Kinder, wird auf Nachfrage des Herrn Bezirksvertreters T. Kogel diskutiert. Der Wasserverband weist auf wasserhygienische und sicherheitsrelevante Aspekte hin; eine offizielle Badestelle sei nicht realisierbar. Eine fachliche Prüfung könne erfolgen.

Abschließend wird von Frau Bezirksvertreterin Vogelgesang nach möglichen Retentionsflächen im Bereich des Europaplatzes gefragt. Der Wasserverband bestätigt Gespräche mit privaten Eigentümern in Kooperation mit der Stadt Aachen. Konkrete Angaben werden aufgrund laufender Verhandlungen derzeit nicht öffentlich gemacht.

Weitere Dokumente (1)

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Technische Details

Grunddaten

TOP
Ö 5
Sitzung
Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Haaren
Gremium
Bezirksvertretung Aachen-Haaren
Datum
Mi., 04.02.2026
Uhrzeit
18:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Status
gemischt