Umfrage des Jugendamtselternbeirates zur Betreuungssituation in Aachen - Vorstellung der Ergebnisse
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Frau Schwartz und Herrn Lehnen stellen die Ergebnisse der vom Jugendamtselternbeirat durchgeführten Elternbefragung zur Betreuungssituation in der Stadt Aachen anhand einer PowerPoint-Präsentation (s. Anhang zur Niederschrift im Ratsinformationssystem) vor.
Frau Wallraff bedankt sich für die Ausführungen. Auch wenn sich die Ergebnisse nicht wissenschaftlich belegen lassen würden, handele es sich bei der Umfrage um einen guten Start, um gegebenenfalls in tiefergehende, wissenschaftlich begleitete Untersuchungen einzusteigen. Da derartige Untersuchungen jedoch auch mit hohen Kosten verbunden seien, regt sie an, eine Zusammenarbeit mit einer Hochschule anzustreben. In jedem Fall werfe die Befragung erneut den hohen Handlungsdruck im KiTa-Bereich auf.
Herr Küppers bedankt sich ebenfalls für den interessanten Vortrag, der seiner Ansicht nach zum Nachdenken anrege, wie man den möglichen Ursachen begegnen könne. Ein wesentlicher Grund seien insbesondere die personellen Lücken. In Ergänzung zur Wortmeldung von Frau Wallraff benennt er die Katholische Hochschule in Aachen als möglichen Kooperationspartner und weist auf den derzeit verhandelten Hochschulvertrag hin.
Frau Schmitt-Promny dankt den beiden Vortagenden und lobt das Engagement des Jugendamtselternbeirates. Sie erwarte den Hochschulvertrag mit Spannung. Mit Blick auf weitere Untersuchungen merkt sie an, dass die gegenwärtigen Schwierigkeiten, die Betreuungsausfälle und die damit einhergehenden Belastungen für das System und die Eltern bekannt seien. Zudem gelte es zu differenzieren, was unter Betreuungsausfall zu verstehen sei, ob es sich um einen tatsächlichen Ausfall über eine längere Zeit hinweg handele oder ob Eltern gefragt würden, ob sie ihre Kinder früher aus der Betreuung abholen könnten. Der Fachkräftemangel lasse sich nicht kurzfristig beheben, daher sei es notwendig, über alternative Entlastungsmöglichkeiten nachzudenken, beispielsweise die Unterstützung einer besseren Vernetzung und die Organisation einer Notfall-Betreuung innerhalb der Elternschaft. Die im aktuellen Entwurf des neuen Kinderbildungsgesetzes angekündigte Einführung einer Kern- und Randzeitenbetreuung löse aus ihrer Sicht noch nicht das Problem des Fachkräftemangels.
Herr Lehnen erläutert, dass der Jugendamtselternbeirat die Betreuungsausfälle in der Befragung in verschiedene Kategorien abgestuft habe. Dennoch habe sich die Situation dahingehend entwickelt, dass mittlerweile einige Einrichtungen von vollständigen Schließungen oder der Betreuung im Wechselmodell betroffen seien. Die Eltern stünden der Herausforderung gegenüber, wie viel Ausfall – teilweise auch innerhalb der Elternschaft – kompensiert werden könne, schlimmstenfalls sei dies aber nur mit einer Stundenreduktion der eigenen Arbeitszeit möglich.
Herr Kaldenbach führt zu mehreren Aspekten aus. Zunächst unterstreicht er die Wichtigkeit des Anliegens des Jugendamtselternbeirates. Die besondere Situation sei sowohl der Verwaltung als auch der Politik bekannt. Es handele sich keineswegs noch um Einzelfälle, die von Betreuungseinschränkungen betroffen seien, das System stehe unter enormem Druck. Alle Beteiligten würden mit den vorhandenen Möglichkeiten nach Lösungen und Entlastungen suchen. Zur Datenlage weist er darauf hin, dass es die Daten des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) zu den Meldungen nach § 47 KiBiz gebe. Diese Meldungen würden aber nur die klassischen Schließungen beinhalten. Die Erhebung der Daten, die der Jugendamtselternbeirat angefragt habe, sei mit einem hohen Veraltungsaufwand verbunden, auch für die KiTas selbst. Dies würde zu Lasten der Betreuung gehen. Darüber hinaus merkt er an, dass die Ergebnisse der Umfrage lediglich nur 10 % der Eltern widerspiegeln würden, die ein Kind in einer Betreuung hätten und somit nicht repräsentativ. Abschließend wirft er in den Raum, dass die Frage nach der Betreuungsqualität nicht eindeutig definiert sei und daher nur sehr subjektiv beantwortet werden könne. Genau dies gestalte eine Analyse in einer solchen Umfrage schwierig.
Frau Schwartz stimmt Herrn Kaldenbach zu, dass die Bewertung der Betreuungsqualität subjektiv sei. Dies könne aus ihrer Sicht dadurch vereinfacht werden, wenn verbindliche und objektive Qualitätsstandards entwickelt würden, beispielsweise was KiTa-Kinder können sollten, wenn sie in die Grundschule eintreten. In diesem Zusammenhang weist sie auf die Idee des Landesministeriums zur Einführung von sogenannten ABC-Klassen hin.
Frau Schmitt-Promny äußert sich besorgt über die Entwicklung von objektiv messbaren Anforderungen, die ein Kind mit Eintritt in die Grundschule erfüllen solle. Dies entspreche weder den Bildungsvereinbarungen des Landes NRW noch der Individualität eines jeden Kindes. Sie wirft die Frage auf, wie Kinder dann mit unterschiedlichen Stärken eingestuft würden, insbesondere im Hinblick auf Sozialkompetenzen.
Herr Kaldenbach ergänzt, dass das Modell der ABC-Klassen noch ganz am Anfang stünde. Hier befänden sich die Akteure noch in einer fachlichen Diskussion und es gelte die weitere Entwicklung abzuwarten. Er betont jedoch, dass es sich bei der KiTa nicht um eine Vorschule handele. Auch wenn die KiTa Kinder in ihrer Entwicklung begleiten und sie – beispielsweise auch im sprachlichen Bereich – fördern solle, habe KiTa nicht alleine den Auftrag, Kinder auf die Grundschule vorzubereiten, sondern auf das Leben. Es dürfe auch nicht dazu kommen, dass Kindern am Ende ihrer KiTa-Zeit eine Art Zeugnis ausgestellt werde.
Herr Lehnen bekräftigt, dass es für den Jugendamtselternbeirat insbesondere wichtig sei, herauszustellen, wie herausfordernd es für Eltern sei, wenn die Betreuungszeit komplett ausfalle.
Herr Weinen regt an, im Übergang von Elementar- zu Primarbereich – kurz ElPri – nach Möglichkeiten zu suchen, die KiTas zu entlasten. Die Grundschulen könnten die Schuleingangsphase sinnvoller nutzen. Er habe den Eindruck, dass manche Schulen dazu neigen würden, klassisch zu denken und Defizite nachzuholen anstatt bereits früh in die Förderung und Unterstützung einzusteigen. Es könne gemeinsam überlegt werden, wie Kindern der Einstieg ins schulische Lernen erleichtert werden könne. Schulen seien grundsätzlich in der Lage, zu erkennen, ob Kinder vor Schuleintritt regelmäßig eine KiTa besucht hätten. Die vorgetragenen Ergebnisse würden das unterstützen.
Herr Tillmanns fasst zusammen, dass bei allen Beteiligten Einigkeit dahingehend bestehe, dass der Ausfall von Betreuungszeiten untragbar sei. Dieses Thema begleite den Ausschuss bereits seit Jahren und werde dies auch noch lange Zeit tun. Die Bewertung von Qualität sei subjektiv, ebenso sei jedes Kind individuell. Bestimmte Gegebenheiten könnten auch nicht kurzfristig geändert werden. Nichtsdestotrotz sei es von großer Wichtigkeit, sich gemeinsam – auch mit dem Jugendamtselternbeirat – dafür einzusetzen, dass das System entlastet und unterstützt werde.
Weitere Dokumente (1)
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Technische Details
ID: 1020796
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1020796
Grunddaten
- TOP
- Ö 3
- Sitzung
- Sitzung des Kinder- und Jugendausschusses
- Gremium
- Kinder- und Jugendausschuss
- Datum
- Di., 03.02.2026
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Status
- gemischt