Umgestaltung des Kreisverkehrs Auf der Hüls - Charlottenburger Allee; Bürgerantrag gemäß § 24 Gemeindeordnung NRW
FB 68/0051/WP19 · Kenntnisnahme
Beratung
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Zu Beginn des Tagesordnungspunktes wird der Bürgerantrag des Vereins „Fahrradfreundliches Haaren e. V.“ zur Umgestaltung des Kreisverkehrs Auf der Hüls / Charlottenburger Allee vorgestellt. Der vollständige Antrag mit den beigefügten Stellungnahmen ist im Ratsinformationssystem (Allris) einsehbar.
Im Antrag wird auf einen tödlichen Unfall einer Radfahrerin im Jahr 2019 hingewiesen. Nach Auffassung der Antragstellenden sei die bauliche Gestaltung des Kreisverkehrs weiterhin mit erheblichen Sicherheitsrisiken, insbesondere für Radfahrende, verbunden. Die bisher implementierten Maßnahmen, wie beispielsweise die Markierung von Furten durch rote Farbe und die Anbringung zusätzlicher Beschilderungen, vermögen es nach Ansicht des Vereins nicht, die grundlegenden Problembereiche hinreichend zu beseitigen. Der Verein führt aus, dass der Kreisverkehr in mehreren Punkten nicht den Vorgaben der „Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt 06)“ entsprechen. Kritisiert werden insbesondere die Dimensionierung des Kreisrings, die fehlende bauliche Trennung des Radverkehrs sowie unklare Führungen zwischen Fahrbahn- und Furtnutzung. Dadurch entstehen Unsicherheiten sowohl für Radfahrende als auch für den motorisierten Verkehr. Zudem wird dargelegt, dass es trotz zuletzt ausbleibender weiterer Unfälle weiterhin als erforderlich angesehen wird, die Verkehrssituation grundlegend zu überprüfen und eine sichere, eindeutig geführte Radverkehrsführung vorzusehen. Der Verein spricht sich für eine bauliche Überarbeitung des Kreisverkehrs im Zusammenhang mit einer Verbesserung der Radinfrastruktur im gesamten Umfeld aus.
Im Anschluss an die Vorstellung des Bürgerantrags erhält Herr Marc Hamblock, Leiter der Straßenverkehrsbehörde sowie Mitglied der Unfallkommission der Stadt Aachen, das Wort zur Erläuterung der Verwaltungsvorlage. Die vollständige Vorlage ist im Ratsinformationssystem (Allris) einsehbar.
Herr Hamblock führt aus, dass der Kreisverkehr Charlottenburger Allee / Auf der Hüls vorrangig der leistungsfähigen Abwicklung der Fahrzeugverkehre an diesem Knotenpunkt dient. In den Zufahrten seien durch bauliche Verkehrsinseln Querungsmöglichkeiten für den Fußverkehr geschaffen worden. Er erläutert, dass der Knotenpunkt trotz der baulichen Ausgestaltung wiederkehrend als Unfallhäufungsstelle im Rahmen der Unfallkommissionsarbeit betrachtet werde. In der Vergangenheit seien bereits Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit umgesetzt worden, darunter zusätzliche Beschilderungen gemäß Straßenverkehrsordnung (VZ 205 „Vorfahrt gewähren“ und VZ 215 „Kreisverkehr“), bauliche Bremsschwellen sowie rot markierte Fußgängerfurten. Zugleich weist er darauf hin, dass der Kreisverkehr nicht vollständig den Vorgaben der „Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt 06)“ entspreche. Aufgrund der baulichen Gestaltung würden Fahrzeuge beim Einfahren sehr nah am äußeren Fahrbahnrand geführt, wodurch der Kreisverkehr teilweise mit erhöhter Geschwindigkeit befahren werde. Nach Auswertung der polizeilichen Unfalldaten zeige sich ein wiederkehrendes Unfallmuster, insbesondere im Bereich des einfahrenden Rechtsabbiegerverkehrs von der Straße „Auf der Hüls“ aus Fahrtrichtung Haaren, bei dem der bevorrechtigte Verkehr aus der Kreisfahrbahn übersehen werde. Seit Anfang April 2024 sei jedoch kein weiterer Unfall an dieser Örtlichkeit verzeichnet worden.
Abschließend führt Herr Hamblock aus, dass die Ergebnisse der Beratung im Bürgerforum in die weitere Bewertung und Maßnahmenprüfung der Unfallkommission einfließen würden.
Herr Tobollik beschreibt die Verkehrssituation am Kreisverkehr als insbesondere für Kinder problematisch. Er betont, dass die Sicherheit Vorrang habe und der Radverkehr nicht in den fließenden Autoverkehr münden sollte.
Frau Rademacher erklärt, der Kreisverkehr sei unübersichtlich und müsse eindeutiger gestaltet werden. Sie spricht sich für eine bauliche Trennung zwischen Auto- und Radverkehr aus.
Frau Nüttgens schließt sich den Ausführungen von Frau Rademacher an.
Herr Hamblock ordnet die Situation aus Sicht der Verwaltung ein. Er erläutert, dass die Unfalllage seit 2024 nicht mehr als klassische Unfallhäufungsstelle geführt werde, jedoch kürzlich ein neuer Unfall verzeichnet worden sei. Er weist darauf hin, dass das angrenzende Gewerbegebiet zu einem erhöhten Anteil größerer Fahrzeuge, unter anderem Lkw und Fahrzeugen des ÖPNV, führe. Die Trennung zwischen Fahrbahn und Radverkehr sei derzeit nicht eindeutig. Radfahrende könnten sowohl die Kreisfahrbahn als auch die markierten Furten nutzen. Die bauliche Situation sei historisch gewachsen und entspreche nicht vollständig den heutigen Richtlinien. Bauliche Anpassungen würden im Rahmen der Planung geprüft; dabei sei auch zu berücksichtigen, dass getrennte Wege Auswirkungen auf vorhandene Flächen und Nutzungen hätten. Die Thematik werde weiterhin bearbeitet.
Aus dem Publikum wird gefragt, ob Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt worden seien und ob insbesondere Lastkraftwagen beim Abbiegen Schrittgeschwindigkeit einhielten.
Herr Hamblock erläutert, dass Geschwindigkeitskontrollen Aufgabe der Polizei seien und nicht durch die Verwaltung durchgeführt würden. Herr Hamblock erklärt hierzu, dass die Polizei Teil der Unfallkommission sei und entsprechende Hinweise weitergegeben würden.
Herr Finsterer Antragssteller und Vorstandsmitglied von Fahrradfreundliches Haaren e. V., nimmt abschließend Stellung.
Beschluss
Erläuterungen
Anlass
Gemäß § 24 Gemeindeordnung NRW wurde ein Bürgerantrag gestellt, der sich mit der Gestaltung und der Verkehrssituation des Kreisverkehres Charlottenburger Allee / Auf der Hüls befasst (s. Anlage 1). Gegenstand des Antrags sind insbesondere Maßnahmen zur Umgestaltung des Kreisverkehres.
Der Kreisverkehr Charlottenburger Allee / Auf der Hüls übernimmt vorrangig die Vorfahrtsregelung an diesem Knotenpunkt zur leistungsfähigen Abwicklung der Fahrzeugverkehrsströme. Im Weiteren wird in den zuführenden Einmündungen durch Einbauten von Verkehrsinseln das Queren der Fahrbahnen für den Fußverkehr vereinfacht.
Erläuterung der Verwaltung
Trotz der baulichen Einrichtung des Kreisverkehres ist der Knotenpunkt als Unfallhäufungsstelle (UHS) wiederkehrend Bestandteil von Unfallkommissionssitzungen. Aktuell wird die Stelle erneut im Rahmen der Unfallkommissionsarbeit betrachtet und mit potenziell geeigneten Maßnahmen zur Unfallvermeidung erörtert.
In der Vergangenheit wurde bereits mit verschiedenen Maßnahmen zur Beseitigung der UHS reagiert. So sind alle vier Zufahrten des Kreisverkehrs mit Verkehrszeichen (VZ) linksseitig nach VZ 205 (Vorfahrt gewähren) mit VZ 215 (Kreisverkehr) der Straßenverkehrsordnung (StVO) ergänzt sowie mit baulich angelegten Bremsschwellen und rot gekennzeichneten Fußgängerfurten ausgestattet worden.
Allgemein ist festzuhalten, dass der Kreisverkehr nicht den Vorgaben der Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen (RASt 06) entspricht, wodurch Fahrzeuge beim Einfahren in den Kreisverkehr durch die Querungsinsel sehr nah am äußeren Rand entlanggeführt werden. Der Kreisverkehr wird dabei häufig mit zu hoher Geschwindigkeit befahren, obwohl der kurvige Verlauf eine langsamere Fahrweise erfordert.
Nach Auswertung der von der Polizei übersandten Unfalldaten lässt sich ein einheitliches Unfallgeschehen erkennen, wonach sich wesentliche Konflikte im Bereich des einfahrenden Rechtsabbiegerverkehrs abzeichnen, welcher von der Straße „Auf der Hüls“ aus der Fahrtrichtung Haaren in die Kreisfahrbahn einbiegend den bevorrechtigten, von links kommenden, Verkehr übersieht. Es ist anzumerken, dass seit Anfang April 2024 kein Unfall an dieser Örtlichkeit vermerkt wurde.
Weiteres Vorgehen
Im Rahmen der Sitzung des Bürgerforums erfolgt eine inhaltliche Diskussion der im Bürgerantrag vorgetragenen Anliegen. Die Ergebnisse des Bürgerforums lässt die Verwaltung in die Beurteilung künftiger Maßnahmen der Unfallkommission einfließen.
Abstimmungsergebnis
Weitere Dokumente (1)
Die Dokumente werden direkt vom Ratsinformationssystem der Stadt Aachen abgerufen und nicht von uns gespeichert oder gehostet.
Technische Details
ID: 1021234
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1021234
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2026-01-26 FB 68_0051_WP19 Umgestaltung des Kre SAO.pdf
28.1.2026
1.1 MB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 4.3
- Sitzung
- Sitzung des Bürgerforums
- Gremium
- Bürgerforum
- Datum
- Di., 10.02.2026
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Status
- öffentlich
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 68 - Mobilität und Verkehr
- Zusätze
- Unterlagen werden nachgereicht
- Geändert
- 17.3.2026
- Inhalt abgerufen
- 24. April 2026 um 11:13