TOP 8Öffentlich

Neustrukturierung und Aktivitäten des Citymanagements

FB 02/0019/WP19 · Kenntnisnahme

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Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Gemeinsam mit Frau Jennifer Niederau aus dem Team: Einzelhandel und Kai Hennes vom Citymanagement stellt Herr Begaß die strukturellen Änderungen und die Handlungsfelder der Innenstadtentwicklung vor.

Die Wortbeiträge würdigen die bisherigen Erfolge der Innenstadtentwicklung, insbesondere durch Frau Schmitt-Promny (Grüne), die zugleich eine stärkere Sichtbarkeit der bereits erreichten Fortschritte wünscht. Die geplante Neuorganisation wird von ihr grundsätzlich begrüßt, jedoch mit dem Hinweis, eine isolierte „Säulenbildung“ zu vermeiden und die bereichsübergreifende Zusammenarbeit sicherzustellen. Herr Hissel unterstreicht in diesem Zusammenhang, dass die Neustruktur gezielt auf mehr Synergien und Zusammenarbeit ausgerichtet sei.

Inhaltlich stehen neue Nutzungskonzepte für Leerstände im Fokus: Frau Schmitt-Promny regt eine stärkere Wohnnutzung an, während Herr Herkens (FDP) die Idee temporärer Lernräume für Studierende einbringt. Frau Niederau verweist hierzu auf bereits umgesetzte Projekte und plant weitere temporäre Nutzungen. Ergänzend erläutert Herr Hennes die wirtschaftlichen Herausforderungen einer Umnutzung zu Wohnraum. Programme wie „Ladenliebe“ zeigen laut Frau Niederau bereits nachhaltige Ansiedlungserfolge.

Weitere Themen sind die Bedeutung eines kontinuierlichen Monitorings (Herr Willsch, SPD), strukturelle Herausforderungen wie Fachkräftemangel im Kontext verkaufsoffener Sonntage sowie die Rolle privater Eigentümer.

Abschließend betont Herr Halim (CDU) die Bedeutung einer lebendigen Innenstadt und Gastronomie für die Attraktivität Aachens.

Herr Hissel ergänzt die Notwendigkeit, zukünftige Maßnahmen auf Basis valider Kennzahlen sachlich und datenbasiert steuern zu wollen.

Beschluss

Zur Kenntnis genommen

Erläuterungen

Anlass und Zielsetzung

Die Verwaltung hat in den vergangenen Jahren eine Vielzahl erfolgreicher Projekte zur Stärkung und Belebung der Innenstadt umgesetzt. Zuletzt waren die Aufgaben bzw. die Stellen auf die Fachbereiche FB 01 (Verwaltungsleitung, Grundsatz und Dialog) und FB 02 (Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa) aufgeteilt. Beide Einheiten werden künftig im Fachbereich FB 02 als eigenständige Abteilung „Citymanagement“ gebündelt. Ziel dieser Neustrukturierung ist es, Zuständigkeiten und Ansprechpersonen noch klarer aufzustellen, die vorhandenen Ressourcen zu bündeln und eine Optimierung der Prozesse zu erreichen, um eine positive Innenstadtentwicklung bestmöglich zu unterstützen.

Im Rahmen der neuen Abteilung „Citymanagement“ werden insbesondere folgende vier Arbeitsfelder weiter ausgebaut und fokussiert:

1. Analyse und Konzeption: In diesem Bereich erfolgt eine umfassende Analyse von Bedarfen, Daten und aktuellen Trends, die als strategische Grundlage für die Weiterentwicklung der Innenstadt dienen. Auf Basis dieser Erkenntnisse können gezielte Maßnahmen zur Förderung einer positiven Entwicklung formuliert, aber auch Maßnahmen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit ausgewertet werden. Des weiteren werden Realisierungs- und Umsetzungskonzepte entwickelt sowie Marketingmaßnahmen zur Verbesserung des Innenstadtimages erarbeitet.

2. Netzwerk- und Kooperationsmanagement: Hier liegt der Fokus auf der Unterstützung von Gewerbetreibenden, Eigentümern, Investoren sowie der Stadtgesellschaft und der Förderung von Kooperationen und Allianzen. Ziel ist es, ein starkes Netzwerk innerhalb der Innenstadt zu schaffen, das den Austausch fördert und Synergien für alle Beteiligten ermöglicht - z. B. im Rahmen regelmäßig stattfindender Stammtische für den Einzelhandel und die Gastronomie, Standortdialoge oder durch Workshops zur Initiierung gemeinsamer Projekte und Maßnahmen.

3. Ansiedlungs- und Leerstandsmanagement: Dieses Arbeitsfeld konzentriert sich auf die Vermittlung und Akquise neuer Ansiedlungen sowie auf die Förderung von kreativen und nachhaltigen Nutzungskonzepten für leerstehende innerstädtische Immobilien. Damit wird der Leerstand verringert und das wirtschaftliche Potenzial der Innenstadt gehoben, wie zum Beispiel durch Unterstützung im Rahmen des Projektes „Ladenliebe“ oder in Form von Zwischennutzungen für temporäre neue Angebote in der Innenstadt.

4. Erlebnisstandort: In diesem Bereich werden Veranstaltungen, Märkte und Aktionen initiiert und gefördert, die darauf abzielen, die Innenstadt als attraktiven Erlebnisort für Besucher*innen zu positionieren. Dies umfasst sowohl kulturelle als auch wirtschaftliche Angebote, die die Innenstadt lebendig und vielfältig gestalten. Die Fonds „Oecher Perlen“ und „Guten Abend, Aachen“ sind hierbei ein sehr gutes Mittel, um Gewerbetreibende direkt zu unterstützen und neue Erlebnisse für die Innenstadt auf den Weg zu bringen.

Durch die Zusammenlegung der Stellen in einer Abteilung können diese wichtigen Aufgaben nun gebündelt und mit noch mehr Fokus und Ressourcen weiterentwickelt werden. Eine enge Zusammenarbeit und klare Verantwortlichkeiten ermöglichen eine effiziente Umsetzung der Maßnahmen und eine stärkere Wirkung für die Innenstadtentwicklung. Gleichzeitig wird die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre fortgesetzt, um die Innenstadt weiterhin als lebendigen und zukunftsfähigen Standort zu fördern.

Arbeits- und Projektbeispiele des Citymanagements in 2025

Die beiden Fonds „Oecher Perlen“und„Guten Abend, Aachen“ sind zentrale Instrumente zur Aufwertung der Innenstadt. Im Jahr 2025 konnten 18 Maßnahmen über den „Oecher Perlen“-Fonds gefördert werden. In der laufenden achten Phase konnten über den Fonds „Oecher Perlen“ 6 Maßnahmen bewilligt werden und somit das Fördervolumen für das Jahr 2025 voll ausgeschöpft werden. Die Bandbreite der Fonds-Projekte reicht von Straßenfesten über dekorative Aufwertungen des Straßenraumes bis hin zu einer Leerstandsbelebung. Beim Fonds „Guten Abend, Aachen“ wird der Fokus vor allem auf die kulturelle Belebung der Innenstadt durch Veranstaltungen gelegt. Hier waren es im Jahr 2025 46 Anträge über die mehr als 100 Veranstaltungen realisiert werden konnten, die zusätzliche Besuchsanlässe geschaffen haben. Beide Fonds sind bei den Innenstadtakteur*innen gut etabliert und werden engagiert genutzt, um neue Formate und Ideen in der und für die Innenstadt umzusetzen.

Im Jahr 2025 konnten durch ein gezieltes Leerstandsmanagement im Rahmen des Förderprojekts des Landes NRW „Zukunftsfähige Innenstädte und Ortszentren“ („Ladenliebe“) insgesamt 11 leerstehende Ladenlokale erfolgreich vermittelt werden. Zwei weitere Flächen sind bereits ab Januar 2026 vermietet; zusätzliche Ansiedlungen befinden sich in Vorbereitung. Das Projekt leistet einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung und Attraktivierung der Innenstadt sowie zur Erweiterung der Angebotsvielfalt. Es erleichtert die Vermietung teilweise schwer vermittelbarer Ladenlokale, eröffnet insbesondere Neu-Gründer*innen eine risikoärmere Möglichkeit zur Umsetzung ihrer Geschäftsideen und schafft zugleich Anreize für etabliertere Konzepte, ihren Standort nach Aachen zu erweitern.

Zu den gelungenen Ansiedlungen zählen unter anderem Cafés, Kunstgalerien, ein Indoor-Spielplatz sowie Keramik-, Mode- und Vintageläden. Um Leerstände gezielt mit passenden Nutzungskonzepten zu besetzen, arbeitet die Wirtschaftsförderung zunehmend datengetrieben. Die Plattform „LeAn – Leerstand und Ansiedlung“ ermöglicht dabei passgenaue Matchings zwischen verfügbaren Immobilien und Ansiedlungsgesuchen unterschiedlichster Konzepte und trägt so zu einer schnelleren und effizienteren Vermittlung zwischen Eigentümer*innen und Gewerbetreibenden bei.

Mit der Taskforce Innenstadt, einer umsetzungsorientierten Arbeitsgruppe aus mehreren Fachbereichen, konnte im Jahr 2025 insbesondere der Fokusraum Dahmen- und Holzgraben deutlich aufgewertet werden. Nach einer ersten Straßenkonferenz mit Händler*innen und Eigentümer*innen wurde das Netzwerk vor Ort aktiviert und eine neue Interessengemeinschaft gegründet. Konkrete Ergebnisse sind die Aufwertung des Holzgrabens durch neue Sitzinseln und zusätzliche Begrünung, die Belebung von 5 Leerständen, davon 4 über das Förderprogramm „Ladenliebe“, mobile Spielaktionen zur Belebung des Quartiers für Groß und Klein, Verbesserung der Sauberkeit durch Reinigungsmaßnahmen des vorhandenen Mobiliars, die Unterstützung zur Durchführung des ersten Straßenfestes, gefördert über den „Oecher Perlen“-Fonds und viele weitere Maßnahmen zur konzentrierten Steigerung der Aufenthaltsqualität und Stärkung des Quartiers.

Mit der Ausrichtung des Feierabendmarktes „Spät am Markt“ konnte ein neues Veranstaltungsformat etabliert werden, das sowohl vom innerstädtischen Handel als auch von den Besucher*innen positiv bewertet wird und zusätzliche Frequenz in der Innenstadt erzeugt. Ca. 7.500 Besucher*innen haben in 2025 das Angebot wahrgenommen, den Feierabend mit Freund*innen und Familie in der Innenstadt ausklingen zu lassen.

Auch im Bereich „Stärkung von urbaner Kultur“ konnte das Innenstadtteam in der Adalbertstraße als zentrale Einkaufsstraße gemeinsam mit der dort ansässigen Interessengemeinschaft (Initiative Starke Adalbertstraße), den Eigentümer*innen und der Streetart-Szene einen experimentellen und lebhaften Akzent setzen: Eine triste Sperrholzfassade konnte hier großflächig als Streetart-Leinwand gestaltet werden und zeigt „Oecher Geschichten und Besonderheiten“. Dahinter steht der Ansatz, die Möglichkeiten für kulturelle Akteur*innen in der Innenstadt zu erhöhen – mit ihrem Schaffen stiften sie kreative Identität und sind wertvoller Teil einer abwechslungsreichen und lebendigen Innenstadt.

In der Ausschusssitzung wird eine Präsentation zur weiteren Arbeit und zum Team Citymanagement gegeben.

Abstimmungsergebnis

Einstimmig

Weitere Dokumente (1)

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Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2026-01-27 FB 02_0019_WP19 Neustrukturierung un SAO.pdf

6.2.2026

124.6 KB

Betroffene Straßen

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Metadaten

TOP
Ö 8
Sitzung
Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Wirtschaft, Wissenschaft und Regionalentwicklung
Gremium
Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft, Wissenschaft und Regionalentwicklung
Datum
Mi., 25.02.2026
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 02 - Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa
Geändert
3.6.2026
Inhalt abgerufen
9. Juli 2026 um 12:11