3. März 2026 um 17:00, Sitzungssaal Haus Löwenstein
TOP 5Öffentlich

Digitales Klimaschutzmonitoring (IKSK Maßnahme 2) - Einführung des ClimateView-Dashboards

FB 36/0017/WP19 · Kenntnisnahme

im Ratsinformationssystem anzeigen
Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Der Ausschussvorsitzende Stettner begrüßt Herrn Jochen Lowis / FB 36, der eine Präsentation vorbereitet hat.

Herr Stettner dankt für den Vortrag und findet es interessant zu sehen, wie die Darstellung im Dashboard aussehen wird und das hier Transparenz geschaffen werde.

Ratsfrau Lürken dankt für die Ausarbeitung und hält fest, dass man „gut unterwegs“ sei.

Sie dankt im Namen der CDU Fraktion für die Darstellung und Transparenz. Es sei wichtig und begeisternd diese Tools zu sehen.

Herr Kern dankt für die Vorstellung des Dashboards. Wichtig sei dies auch für die Entscheider des Klimaentscheids. Bei den Darstellungen wäre ein Vergleich „Stadt zu Bund“ auch interessant.

Herr Lowis berichtet, dass es hierzu bisher keine Schnittstellen gebe.

Ratsherr Schuch freut sich über die Einführung des Dashboards.

Zu den Beschreibungen möchte er gerne wissen, ob es bei der Bilanz demnächst auch Quellen oder Berechnungen gebe, da die Beschreibungen sehr kurz gefaßt seien.

Herr Lowis erläutert, dass man versucht habe, die Darstellungen kurz zu halten. Man nehme die Anregungen gerne mit und werde versuchen, einen Mittelweg bei den Darstellungen zu finden.

Herr Beigeordneter Thomas regt an, regelmäßig Anpassungen zu machen, um die Aachener Belange besser einordnen zu können. Man wolle transparent und ehrlich sein. Man habe diese Frage auch im Energie- und Klimabeirat aufgeworfen.

Die Frage sei dabei, wie und mit welcher Software (z.B. Bisco-Standard) man die Bilanz nachvollziehbar und verständlich darstellen könne.

Es gebe in der CO2 Bilanz einen „Corona Knick“, den man nur versteht, wenn es erläutert werde.

Man könne andererseits aber auch nicht alles darstellen.

Es gebe ausserdem noch keine Instrumente, um kommunale und betriebswirtschafliche Perspektiven dazustellen.

Der Ausschussvorsitzende führt aus, dass er sich auf die Verknüpfung mir den Stadtvertragspartnern freue.

Erläuterungen

Hintergrund:

Im Rahmen der EU Mission „100 klimaneutrale und smarte Städte“ (100 CNSC) hat die Stadt Aachen im März 2024 den Klimastadtvertrag bei der EU Kommission eingereicht. Der Aachener Klimastadtvertrag bündelt die Kräfte lokaler Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Stadtverwaltung und beschreibt einen konkreten Maßnahmen- sowie Finanzierungsplan auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2030. Im Oktober 2024 wurde der Klimastadtvertrag von der EU-Kommission als tragfähiger Weg zur Klimaneutralität bewertet und mit dem Mission Label ausgezeichnet.

Die Maßnahmen des integrierten Klimaschutzkonzeptes 2.0 (IKSK 2.0) bilden dabei den möglichen Beitrag der Stadtverwaltung zum Klimastadtvertrag.Aus diesem Konzept wurden 30 als priorisiert zu verfolgende Maßnahmen im Rahmen der Erstellung eines Handlungsprogramms ausgewählt. Diese wurden als besonders wirksam für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen auf ein Netto-Null-Niveau angesehen. Die ausgewählten Maßnahmen sollen einer regelmäßigen Überprüfung und Aktualisierung unterzogen werden, um bis 2030 eine höchstmögliche Wirksamkeit entfalten zu können.

Um dies zu gewährleisten wurde unter anderem die Maßnahme „Digitales Klimamonitoring“ mit dem IKSK-Handlungsprogramm beschlossen. Die Maßnahme umfasst die Anschaffung einer Softwarelösung im FB36, um den Fortschritt der städtischen Maßnahmen fachbereichsübergreifend zu dokumentieren und ihre Wirkung zu evaluieren. Technisch ermöglicht dieses Tool die Darstellung aller Klimaschutzmaßnahmen (auch von verwaltungsexternen Akteur*innen) auf Aachener Stadtgebiet. Die Maßnahmen und klimarelevanten Daten werden nach Verfügbarkeit sukzessive für die Bürger*innen verständlich aufbereitet und öffentlich auf einer Online-Plattform dargestellt. Nach dem Beschluss des Handlungsprogramms wurde mit der Auswahl und Beschaffung einer solchen Software begonnen (siehe Abbildung 1). Im Folgenden sind die damit verbundenen abgeschlossenen und zukünftigen Arbeitsschritte beschrieben.

Abbildung 1: Zeitlicher Ablauf zur Beschaffung und Einführung von ClimateView

Im August 2024 wurde gemeinsam mit der Fachverwaltung und der regio iT eine Anforderungsanalyse durchgeführt, in deren Rahmen verschiedene am Markt verfügbare Softwarelösungen bewertet wurden. Als Ergebnis dieses Auswahlverfahrens wurde die Softwarelösung „ClimateView“ (https://www.climateview.global/de) ausgewählt. Im Februar 2025 wurde die regio iT mit der Erstellung eines Pflichtenheftes zur Beschaffung der Software beauftragt. Im Vergabeprozess mussten div. Abstimmungsschritte zwischen Verwaltung und regioIT durchlaufen werden, bis das Vergabeverfahren im November 2025 abgeschlossen und ClimateView beschafft werden konnte.

Im Oktober 2025 wurde mit der Schulung der Fachverwaltung begonnen. Danach wurde die Software auf Basis der definierten Anforderungen umfassend getestet. Im Anschluss wurden alle im IKSK2.0 -Handlungsprogramm beschlossenen Maßnahmen der Stadtverwaltung in ClimateView eingepflegt. Des Weiteren wurden die CO2-Bilanz für den Zeitraum 2015–2024 in das System integriert und das EU-Missionsziel „Klimaneutrales Aachen 2030“ als Zielszenario hinterlegt(Hinweis: Nach Vorgabe der EU müssen 80 % der CO2-Emissionen aus dem Basisjahr 2021 bis 2030 reduziert werden. Es dürfen bis zu 20 % unvermeidbare Emissionen kompensiert werden. Die bereits beschlossenen städtischen Klimaschutzmaßnahmen aus dem Handlungsprogramm IKSK 2.0 adressieren nur ein Reduktionspotenzial von ca. 13 % der Gesamtemissionen bezogen auf das Basisjahr).

Basierend auf den historischen Daten und dem Reduktionsziel wird eine Grafik für den Zeitraum 2015-2030 erstellt, die die Entwicklung der Emissionen für die Sektoren Gebäude, Transport und Industrie aufzeigt. Diese Visualisierung des Emissionspfad (siehe Abbildung 2) sowie die städtischen Klimaschutzmaßnahmen (siehe Abbildung 3) werden über ein sogenanntes Dashboard für die Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Die Veröffentlichung dieser Inhalte ist vorbereitet und kann nach Vorstellung im AUK zeitnah umgesetzt werden. Die zur Veröffentlichung vorbereiteten Inhalte können bei Bedarf in der Sitzung des AUK in einer Präsentation vorgestellt werden. Die Abstimmung mit Dezernat VII und den Fachbereich 13 über den genauen Zeitpunkt und die Bekanntgabe gegenüber der Öffentlichkeit steht noch aus.

Abbildung 2: Emissionspfad im Dashboard

Abbildung 3: Darstellung der städtischen Klimaschutzmaßnahmen aus dem Handlungsprogramm IKSK 2.0 im Dashboard

Perspektivisch soll über das Dashboard auch ein detaillierter Reduktionspfad dargestellt werden und um die Klimaschutzmaßnahmen der Klimastadtvertragspartner ergänzt werden. Die Veröffentlichung wird für Herbst 2026 angestrebt.
Voraussetzung für die Darstellung des Reduktionspfades ist ein detaillierter, verwaltungsinterner „Realitätscheck“ und Abstimmungsprozess zur Machbarkeit der bisher hinterlegten Maßnahmen und ihre gesamtstädtische Wirkung zur Reduzierung von CO2. Als Beispiel kann hier die Abschätzung der Entwicklung der Sanierungstätigkeiten im Stadtgebiet und die daraus resultierende Sanierungsquote für die kommenden Jahre benannt werden. Diese sogenannten „Umstellungselemente“ bezeichnen ausgewählte Elemente (z.B. Sanierungsquote) und den notwendigen Grad der Umstellung zur Erreichung des Klimaschutzziels.
Dazu sollen die beteiligten Fachbereiche und Dienststellen in den kommenden Monaten für alle Maßnahmen aus dem IKSK 2.0 Reduktionsziele und Umsetzungszeiträume definieren. Über die Abbildung in einem Reduktionspfad wird es so für die Stadtgesellschaft nachvollziehbar, welchen Beitrag die Maßnahmen von Stadtverwaltung und der Klimastadtvertragspartner zum beschlossenen Klimaziel leisten.

Zur quartalsweisen Erfassung von Sachstandsberichten der priorisierten Maßnahmen des IKSK 2.0 wurde in der Stadtverwaltung parallel zum zuvor erwähnten Prozess das digitale Managementtool „planforge“ eingeführt. Im Zusammenspiel mit den im Sommer 2025 eingerichteten verwaltungsinternen Multiprozessmanagementstrukturen können so Hemmnisse bei der Umsetzung einzelner Projekte frühzeitiger erkannt und möglichen Verzögerungen zielgerichtet begegnet werden. Die Erfassung der Quartalsberichte erfolgt anhand der Bewertung der folgenden fünf Kriterien:

  • Status = Bewertung des Gesamtprozesses
  • Qualität = Bewertung der inhaltlichen Arbeit, die auf Grund der anderen Faktoren geleistet werden kann
  • Termine = Bewertung der Einhaltung der zeitlichen Vorgaben
  • Ressourcen = Bewertung der Personalsituation
  • Kosten = Bewertung der Finanzlage

Das quartalsweise Monitoring wird unterstützt durch ein hinterlegtes internes Ampelsystem (Grün = Maßnahme läuft nach Plan; Gelb = Verzögerungen oder kleine Hindernisse, keine großen Abweichungen, wird intern geregelt; Rot = Es läuft grundsätzlich etwas schief und es wird Unterstützung benötigt, das IKSK-Management soll sich einschalten). Zusätzlich werden mithilfe von Freitextfeldern weitere Informationen zu den Maßnahmen abgefragt:

  • Allgemeines und Fortschritt
  • Probleme und notwendige Entscheidungen
  • Prognose und Schritte

Basierend auf der Struktur von Quartalsberichten sollen zukünftig auch regelmäßige jährliche Sachstandsberichte der IKSK-Maßnahmen aus dem Handlungsprogramm 2.0 für die Politik zur Verfügung gestellt werden. Ein erster vollständiger Sachstandbericht auf Basis der neuen Struktur wird dem AUK im März vorgelegt.
Diese Form der Berichterstattung löst damit das bisherige Monitoring auf Basis des „European Energy Award“ ab, welcher am 31.12.2024 eingestellt wurde.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2026-01-19 FB 36_0017_WP19 Digitales Klimaschut SAO.pdf

11.2.2026

258.0 KB

Betroffene Straßen

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Metadaten

TOP
Ö 5
Sitzung
Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz
Gremium
Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz
Datum
Di., 03.03.2026
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 36 - Fachbereich Klima und Umwelt
Geändert
30.5.2026
Inhalt abgerufen
3. September 2026 um 01:34