18. März 2026 um 18:00, Werkstatt Lebenshilfe
TOP 8Öffentlich

Demographiekonzept der Stadt Aachen, Ratsantrag 071/18 der SPD-Fraktion „Dem demografischen Wandel begegnen – Erstellung eines ressortübergreifenden, strategischen Demografiekonzepts"

FB 56/0037/WP19 · Entscheidungsvorlage

im Ratsinformationssystem anzeigen

Beratung

Zu diesem Tagesordnungspunkt begrüßt Herr Bezirksbürgermeister Hecker Frau Blumberg (Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration – FB 56), die für Rückfragen zur Verfügung. Eine gesonderte Präsentation erfolgte nicht.

Bezirksvertreterin Dautzenberg begrüßt das vorgelegte Demographiekonzept ausdrücklich und würdigt die umfangreiche fachliche Arbeit sowie die Beteiligung zahlreicher Expertinnen und Experten. Sie hebt die hohe Bedeutung des Themas hervor und stellt es – neben dem Kita-Ausbau – als zentrales Zukunftsthema dar.

Unter Verweis auf die demografische Entwicklung, insbesondere eine alternde Bevölkerung, betont sie die Notwendigkeit, entsprechende Aspekte frühzeitig und konsequent in Planungen einzubeziehen (u. a. Wohnraumentwicklung, Mobilität und Pflege). Positiv hebt sie insbesondere Ansätze wie Quartierskonzepte, die Zusammenarbeit mit Pflegeeinrichtungen sowie die Stärkung von Ehrenamt und Nachbarschaftshilfe hervor.

Sie appelliert an die Verwaltung, notwendige Maßnahmen zügig umzusetzen und nicht durch langwierige Planungs- und Abstimmungsprozesse zu verzögern. Abschließend dankt sie für die Erarbeitung des Konzepts und bezeichnet dieses als wertvolle Grundlage für die weitere Stadtentwicklung.

Bezirksvertreterin van der Meulen bewertet das Demographiekonzept positiv und hebt die große gesellschaftliche Relevanz des Themas hervor. Sie verweist insbesondere auf die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft sowie auf die Situation von Menschen ohne tragfähige soziale Netzwerke. Sie betont die Notwendigkeit, gute Rahmenbedingungen für ein sicheres und würdiges Altern zu schaffen, insbesondere im Hinblick auf Pflege und soziale Versorgung. Mit Blick auf prognostizierte Fachkräfteengpässe im Pflege- und Sozialbereich unterstreicht sie den weiteren Handlungsbedarf und sieht das Konzept als wichtigen ersten Schritt für eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema.

Bezirksvertreterin Vogelgesang schließt sich der positiven Bewertung des Konzepts an, betont jedoch die Dringlichkeit einer zeitnahen Umsetzung konkreter Maßnahmen. Sie verweist auf bestehende Herausforderungen, insbesondere im Bereich bezahlbarer und barrierefreier Wohnraum. Zudem hebt sie hervor, dass die demografischen Entwicklungen in den einzelnen Stadtbezirken unterschiedlich ausgeprägt sind und daher eine stärkere quartiersbezogene Betrachtung und Konkretisierung der Maßnahmen erforderlich ist. Die Bezirke könnten hierbei eine unterstützende Rolle einnehmen.

Bezirksamtsleiter Geber hebt die große Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements älterer Menschen im Bezirk hervor, das derzeit maßgeblich von der älteren Generation getragen wird. Er warnt davor, dass dieses Engagement gefährdet sei, wenn es nicht gelingt, ausreichenden und geeigneten Wohnraum für ältere Menschen im Bezirk zu schaffen. Ziel müsse es sein, diesen Personenkreis vor Ort zu halten. Zudem verweist er darauf, dass die Schaffung von seniorengerechtem Wohnraum insbesondere in den Außenbezirken erfolgen müsse, da in der Innenstadt nur begrenzte Flächen zur Verfügung stehen.

Beschlussvorschlag

Der Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie empfiehlt dem Rat der Stadt Aachen, das Demographiekonzept zu beschließen und die Verwaltung mit der Umsetzung darin enthaltener Handlungsmaßnahmen sowie mit der Erstellung eines darauf aufbauenden Senior*innenförderplans zu beauftragen.

Der Rat der Stadt Aachen beschließt das Demographiekonzept und beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung darin enthaltener Handlungsmaßnahmen sowie mit der Erstellung einesdarauf aufbauendenSenior*innenförderplans.

Erläuterungen

Ausgangslage und Hintergrund

Mit Datum vom 18.02.2021 wurde die Verwaltung mit dem Ratsantrag 071/18 der SPD-Fraktion „Dem demografischen Wandel begegnen – Erstellung eines ressortübergreifenden, strategischen Demografiekonzepts" damit beauftragt, ein Demographiekonzept für die Stadt Aachen zu erstellen. Unter anderem aufgrund der Flüchtlingskrise und Energiekrise im Kontext des Ukraine-Krieges musste die Arbeit an dem Konzept unterbrochen werden, da durch die Entwicklungen die Sozialplanung in anderen dringlichen Prozessen gebunden war.

Das Konzept wurden mit dem Fokus auf den demographischen Alterungsprozesses und dem damit einhergehenden stark steigenden Anteil älterer Bevölkerung erarbeitet. Es vereint sowohl die gesamtstädtische Betrachtungsebene als auch den Blick auf einzelne Quartiere. Im Mittelpunkt des strategischen Konzeptes steht die Heterogenität der älteren Bevölkerung mit ihren unterschiedlichen Lebenslagen, Bedürfnissen und Anforderungen. Diese bildet die Grundlage für konkrete Handlungsempfehlungen in verschiedenen Handlungsfeldern.

Vorgehen in der Konzepterstellung

Um die Vielfalt der Perspektiven auf den demographischen Wandel in unterschiedlichen Handlungsfeldern abzubilden und dem Anspruch eines ressortübergreifenden und integrierten Vorgehens gerecht zu werden, wurden im Erstellungsprozess zahlreiche Akteur*innen einbezogen:
Neben der Fachexpertise verschiedener Verwaltungsbereiche der Stadt und StädteRegion Aachen wirkten insbesondere Vertreter*innen der Politik und der Freien Wohlfahrtspflege, der Senior*innenrat sowie Ehrenamtliche, Besucher*innen und Leitungen von Begegnungszentren mit. Darüber hinaus wurde wissenschaftliche Expertise durch Vertreter*innen der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen und der RWTH Aachen eingebunden.

Aufbau und Gliederungsstruktur des Konzeptes

Das einführende Kapitel beschreibt sowohl den Entstehungshintergrund des Konzeptes als auch die demographische Ausgangslage in Aachen und die städtische Bevölkerungsprognose. Dabei wird insbesondere die Vielfalt der älteren Bevölkerung und deren spezifische Lebenssituationen hervorgehoben.

Im Hauptteil des Werkes werden die Anforderungen des demographischen Alterungsprozesses in acht Handlungsfeldern untersucht. Diese orientieren sich – im Sinne einer integrierten Vorgehensweise – an der Gliederung anderer städtischer Planwerke (z. B. des entstehenden Inklusionsplans) und wurden wie folgt festgelegt:

Handlungsfelder:

  • Gesundheit und Pflege
  • Wohnen und Quartier
  • Innovation und Digitalisierung
  • Arbeit und Einkommen
  • Soziales und Begegnung
  • Freizeit, Sport und Kultur
  • Bildung und Teilhabe
  • Mobilität und Infrastruktur

Innerhalb dieser Handlungsfelder werden spezifische Aspekte und Bedarfe im Zusammenhang mit dem demographischen Alterungsprozess herausgearbeitet. Thematische Exkurse vertiefen diese und ermöglichen zusätzliche Perspektivwechsel. Jedes Handlungsfeld mündet in drei konkrete Handlungsempfehlungen.

Ein zusätzliches Kapitel zum räumlichen Fokus stellt einzelne Aspekte und Handlungsbedarfe auf räumlicher Ebene in den Fokus, um neben der gesamtstädtischen Betrachtung auch einen kleinräumigeren Ansatz zu integrieren. Insgesamt ist das Demographiekonzept anwendungs- und umsetzungsorientiertes aufgebaut und bietet konkrete Handlungsimpulse.

Zusammenfassung

Das Demographiekonzept der Stadt Aachen zeigt deutlich: Der demographische Wandel ist längst Teil des Alltagslebens und stellt die Stadt schon heute vor neue Aufgaben.

  • Sowohl die Anzahl als auch der Anteil an älteren und älter werdenden sowie hochbetagten Menschen in Aachen wird aktuell und in den nächsten Jahren deutlich ansteigen
  • Diese Entwicklung stellt bereits jetzt und in den nächsten Jahren in einem noch nie dagewesenen Ausmaß Anforderungen an Infrastrukturen und notwendige Angebote (z. B. in der Pflege, dem Wohnen etc.).
  • Aufgrund der Heterogenität der älteren Menschen (u.a. in Bezug auf sozioökonomische, kulturelle, gesundheitliche Hintergründe) sind die Bedarfslagen sehr verschieden, wodurch auch die benötigten Angebote differenziert und spezifisch ausgestaltet sowie interdisziplinär abgestimmt sein müssen.
  • Auch die räumliche Verteilung der älteren Menschen und vorhandener Angebote sind im Stadtgebiet sehr unterschiedlich ausgeprägt. Daher muss die Ausgestaltung lokaler Antworten auf den demographischen Alterungsprozess auch kleinräumig differenziert und nach Bedarfslagen in den Quartieren erfolgen.
  • Eine Umsetzung von Handlungsempfehlungen muss stets in interdisziplinärer Zusammenarbeit und mit einem integrierten und abgestimmten Vorgehen erfolgen.

Zugleich eröffnet der Wandel neue Chancen. Aachen verfügt über eine starke Wissenschaftslandschaft, engagierte zivilgesellschaftliche Strukturen und ein hohes Maß an Innovationskraft. Dieses Potenzial gilt es zu bündeln – für neue Formen des Wohnens, vernetzte Pflegeangebote, digitale Unterstützungssysteme und funktionierende Quartierskonzepte. So kann der demographische Wandel zu einem Motor für soziale Innovation und zukunftsfähige Stadtentwicklung werden.

Das Demographiekonzept bietet hierfür den strategischen Rahmen. Es definiert zentrale Prinzipien: gezielte kommunale Steuerung, starke Quartiere als Lebensräume, digitale Unterstützung, vernetzte Akteur*innen und die konsequente Verankerung des demographischen Blicks in allen Planungsprozessen. Der demographische Wandel ist somit auch als eine Gestaltungsaufgabe mit großem Potenzial für Aachen zu verstehen. Entscheidend wird sein, notwendige Maßnahmen entschlossen und zügig umzusetzen.

Aufbauend auf dem Demographiekonzept soll ein Senior*innenförderplan erarbeitet werden, der konkretisiert, welche Handlungsmaßnahmen seitens der Kommune auf den Weg gebracht werden. Dabei ist zu präzisieren, welche Infrastrukturbedarfe (z.B. Begegnungs-/Pflegeorte) sich verändern oder erforderlich sind und welche Ressourcenbedarfe und Zeitplanungen mit einzelnen Maßnahmen verbunden sind.

Die Mitglieder des Ausschusses erhalten das Konzept vorab als Anlage zur Vorlage (PDF-Datei). Der Druck des Werkes wird im Anschluss/nach Entscheidung durch den Rat der Stadt Aachen erfolgen.

Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen:

JA

NEIN

X

Investive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Gesamt­bedarf (alt)

Gesamt­bedarf (neu)

Einzahlungen

0

0

0

0

0

0

Auszahlungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Folge-kosten (alt)

Folge-kosten (neu)

Ertrag

0

0

0

0

0

0

Personal-/

Sachaufwand

0

0

0

0

0

0

Abschreibungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):

Keine


Klimarelevanz:

Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die

Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)

Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

x

Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:

gering

mittel

groß

nicht ermittelbar

x

Zur Relevanz der Maßnahme für die Klimafolgenanpassung

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

x

Größenordnung der Effekte

Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.

Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels)

Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels)

Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:

vollständig

überwiegend (50% - 99%)

teilweise (1% - 49 %)

nicht

nicht bekannt

Weitere Dokumente (1)

Die Dokumente werden direkt vom Ratsinformationssystem der Stadt Aachen abgerufen und nicht von uns gespeichert oder gehostet.

Für diesen Tagesordnungspunkt liegen noch keine Beratungsergebnisse vor.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2026-01-23 FB 56_0037_WP19 Demographiekonzept d SAO.pdf

12.3.2026

59.0 MB

Metadaten

TOP
Ö 8
Sitzung
Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Haaren
Gremium
Bezirksvertretung Aachen-Haaren
Datum
Mi., 18.03.2026
Uhrzeit
18:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Entscheidungsvorlage
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Entscheidungsvorlage
Federführend
FB 56 - Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration
Geändert
23.4.2026
Inhalt abgerufen
19. Mai 2026 um 15:50