4. März 2026 um 17:00, Bezirksamt AC-Brand
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Demographiekonzept der Stadt Aachen, Ratsantrag 071/18 der SPD-Fraktion „Dem demografischen Wandel begegnen – Erstellung eines ressortübergreifenden, strategischen Demografiekonzepts"

FB 56/0037/WP19 · Entscheidungsvorlage

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Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Herr Auler von der CDU-BF steht dem Konzept positiv gegenüber. Er macht deutlich, dass der demografische Wandel auch in den Entscheidungen und Beschlüssen der Bezirksvertretung berücksichtigt werden müsse. Für Brand sehe er einen steigenden Altersdurchschnitt in den nächsten Jahren. Daher müsse die Politik auch Angebote für ältere Menschen schaffen. Viele ältere Menschen wohnen jetzt schon allein in Einfamilienhäusern. Gleichzeitig suchen junge Familien ein Haus. Hier sehe er Chancen für beide Seiten. Die Politik müsse zum einen die Grundlagen für den Bau von seniorengerechten Wohnungen schaffen und zum anderen junge Familien bei der Sanierung der oft in die Jahre gekommenen Häuser unterstützen. Erst dann könne ein Tausch der Wohnungen vollzogen werden. Ein gutes Beispiel sei hier das Neubaugebiet an der Karl-Kuck-Straße. Hier würden Wohnalternativen für Jung und Alt angeboten. Es seien zukünftig auch mehr Pflegeheime erforderlich. Hier gebe es allerdings ein Platzproblem. Aus diesem Grund könne ein Baustein die „Pflege im Quartier“ sein. Hier könnten kleine Pflegeeinheiten in Gewerbeobjekten entstehen. Auch Begegnungsstätten müssen verstärkt etabliert werden, um drohender Einsamkeit entgegenzuwirken.

Positiv hebt er die bereits bestehenden Institutionen Mobilé (Mehrgenerationenhaus Brand) und die Generationenbrücke im Marienheim Brand hervor.

Herr Hußmann von der Grünen-BF sieht in dem vorliegenden Konzept eine ausführliche Analyse des bevorstehenden demografischen Wandels. Gerade unter den Vorgaben der schwierigen Haushaltslage sei er gespannt, welche Mittel die Stadt zur Verfügung stellt bzw. stellen kann, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken. Er sehe großes Potenzial in den Einfamilienhäusern, welche allein in Brand von ca. 600 Alleinstehenden derzeit bewohnt werden. Bei der Planung von Neubauten müsse berücksichtigt werden, dass man den Alleinstehenden Alternativen biete, damit deren Häuser gegebenenfalls für die jüngeren Familien zur Verfügung stehen. Ebenso müsse bei Neubauten multifunktional gedacht werden. Gerade bei den Gebäuden, die die Stadt Aachen entwickle, müsse man flexibel bleiben. Bei Bedarf müsse man aus einer Kita auch Altenwohnungen und umgekehrt machen können. Ebenso müsse das Ehrenamt noch stärker unterstützt werden, da dieses im Alltag viel Unterstützungsarbeit leistet (Beispiel KAB-Haus).

Frau Hamacher von der AfD teilt mit, dass das Angebot in der Rombachstraße gut angenommen werde. Wichtig sei, dass auch Ärzte in solchen Einrichtungen vorhanden seien. Sie möchte wissen, ob

ein solches Konzept auch für die Schagenstraße vorgesehen sei.

Herr Auler weist darauf hin, dass nicht nur in Eigenheimen das Problem für altersgerechte Umbauten bestehe. Hier gebe es aber entsprechende Förderungen vom Staat. Bei älteren Menschen, die zur Miete wohnen, seien die Hürden größer. In Mietwohnungen bekäme man häufig keine Erlaubnis zum altersgerechten Umbau. Hervorzuheben seien noch die kirchlichen Institutionen, die sehr viele Angebote im sozialen Bereich unterbreiten.

Frau Müller von der SPD-BF beschreibt die Nutzung von Einfamilienhäusern nach dem Auszug von Kindern als problematisch. Diese Häuser seien oft nicht für die Untervermietung konzipiert worden. Ältere Menschen hätten dann das Problem, zu viel Raum in Schuss halten zu müssen. Hier müsse

ein Umdenken bei zukünftigen Planungen stattfinden.

Herr Jacoby von der SPD-BF hält es ebenso für sehr wichtig, attraktive Angebote zu schaffen, um Alterseinsamkeit entgegenzuwirken. Das Ehrenamt müsse attraktiv gehalten werde, damit auch hier Nachwuchs geschaffen werden kann.

Herr Hußmann hat wahrgenommen, dass es heutzutage viele Hürden für neue Initiativen gebe. Dies wäre ein Grund, warum sich neue Ehrenamtler mit Angeboten sehr schwertun würden. Hier müsse auch Politik versuchen, Bürokratie abzubauen.

Beschluss

Die Bezirksvertretung Aachen-Brand nimmt den Sachverhalt zur Kenntnis.

Beschlussvorschlag

Der Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie empfiehlt dem Rat der Stadt Aachen, das Demographiekonzept zu beschließen und die Verwaltung mit der Umsetzung darin enthaltener Handlungsmaßnahmen sowie mit der Erstellung eines darauf aufbauenden Senior*innenförderplans zu beauftragen.

Der Rat der Stadt Aachen beschließt das Demographiekonzept und beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung darin enthaltener Handlungsmaßnahmen sowie mit der Erstellung einesdarauf aufbauendenSenior*innenförderplans.

Erläuterungen

Ausgangslage und Hintergrund

Mit Datum vom 18.02.2021 wurde die Verwaltung mit dem Ratsantrag 071/18 der SPD-Fraktion „Dem demografischen Wandel begegnen – Erstellung eines ressortübergreifenden, strategischen Demografiekonzepts" damit beauftragt, ein Demographiekonzept für die Stadt Aachen zu erstellen. Unter anderem aufgrund der Flüchtlingskrise und Energiekrise im Kontext des Ukraine-Krieges musste die Arbeit an dem Konzept unterbrochen werden, da durch die Entwicklungen die Sozialplanung in anderen dringlichen Prozessen gebunden war.

Das Konzept wurden mit dem Fokus auf den demographischen Alterungsprozesses und dem damit einhergehenden stark steigenden Anteil älterer Bevölkerung erarbeitet. Es vereint sowohl die gesamtstädtische Betrachtungsebene als auch den Blick auf einzelne Quartiere. Im Mittelpunkt des strategischen Konzeptes steht die Heterogenität der älteren Bevölkerung mit ihren unterschiedlichen Lebenslagen, Bedürfnissen und Anforderungen. Diese bildet die Grundlage für konkrete Handlungsempfehlungen in verschiedenen Handlungsfeldern.

Vorgehen in der Konzepterstellung

Um die Vielfalt der Perspektiven auf den demographischen Wandel in unterschiedlichen Handlungsfeldern abzubilden und dem Anspruch eines ressortübergreifenden und integrierten Vorgehens gerecht zu werden, wurden im Erstellungsprozess zahlreiche Akteur*innen einbezogen:
Neben der Fachexpertise verschiedener Verwaltungsbereiche der Stadt und StädteRegion Aachen wirkten insbesondere Vertreter*innen der Politik und der Freien Wohlfahrtspflege, der Senior*innenrat sowie Ehrenamtliche, Besucher*innen und Leitungen von Begegnungszentren mit. Darüber hinaus wurde wissenschaftliche Expertise durch Vertreter*innen der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen und der RWTH Aachen eingebunden.

Aufbau und Gliederungsstruktur des Konzeptes

Das einführende Kapitel beschreibt sowohl den Entstehungshintergrund des Konzeptes als auch die demographische Ausgangslage in Aachen und die städtische Bevölkerungsprognose. Dabei wird insbesondere die Vielfalt der älteren Bevölkerung und deren spezifische Lebenssituationen hervorgehoben.

Im Hauptteil des Werkes werden die Anforderungen des demographischen Alterungsprozesses in acht Handlungsfeldern untersucht. Diese orientieren sich – im Sinne einer integrierten Vorgehensweise – an der Gliederung anderer städtischer Planwerke (z. B. des entstehenden Inklusionsplans) und wurden wie folgt festgelegt:

Handlungsfelder:

  • Gesundheit und Pflege
  • Wohnen und Quartier
  • Innovation und Digitalisierung
  • Arbeit und Einkommen
  • Soziales und Begegnung
  • Freizeit, Sport und Kultur
  • Bildung und Teilhabe
  • Mobilität und Infrastruktur

Innerhalb dieser Handlungsfelder werden spezifische Aspekte und Bedarfe im Zusammenhang mit dem demographischen Alterungsprozess herausgearbeitet. Thematische Exkurse vertiefen diese und ermöglichen zusätzliche Perspektivwechsel. Jedes Handlungsfeld mündet in drei konkrete Handlungsempfehlungen.

Ein zusätzliches Kapitel zum räumlichen Fokus stellt einzelne Aspekte und Handlungsbedarfe auf räumlicher Ebene in den Fokus, um neben der gesamtstädtischen Betrachtung auch einen kleinräumigeren Ansatz zu integrieren. Insgesamt ist das Demographiekonzept anwendungs- und umsetzungsorientiertes aufgebaut und bietet konkrete Handlungsimpulse.

Zusammenfassung

Das Demographiekonzept der Stadt Aachen zeigt deutlich: Der demographische Wandel ist längst Teil des Alltagslebens und stellt die Stadt schon heute vor neue Aufgaben.

  • Sowohl die Anzahl als auch der Anteil an älteren und älter werdenden sowie hochbetagten Menschen in Aachen wird aktuell und in den nächsten Jahren deutlich ansteigen
  • Diese Entwicklung stellt bereits jetzt und in den nächsten Jahren in einem noch nie dagewesenen Ausmaß Anforderungen an Infrastrukturen und notwendige Angebote (z. B. in der Pflege, dem Wohnen etc.).
  • Aufgrund der Heterogenität der älteren Menschen (u.a. in Bezug auf sozioökonomische, kulturelle, gesundheitliche Hintergründe) sind die Bedarfslagen sehr verschieden, wodurch auch die benötigten Angebote differenziert und spezifisch ausgestaltet sowie interdisziplinär abgestimmt sein müssen.
  • Auch die räumliche Verteilung der älteren Menschen und vorhandener Angebote sind im Stadtgebiet sehr unterschiedlich ausgeprägt. Daher muss die Ausgestaltung lokaler Antworten auf den demographischen Alterungsprozess auch kleinräumig differenziert und nach Bedarfslagen in den Quartieren erfolgen.
  • Eine Umsetzung von Handlungsempfehlungen muss stets in interdisziplinärer Zusammenarbeit und mit einem integrierten und abgestimmten Vorgehen erfolgen.

Zugleich eröffnet der Wandel neue Chancen. Aachen verfügt über eine starke Wissenschaftslandschaft, engagierte zivilgesellschaftliche Strukturen und ein hohes Maß an Innovationskraft. Dieses Potenzial gilt es zu bündeln – für neue Formen des Wohnens, vernetzte Pflegeangebote, digitale Unterstützungssysteme und funktionierende Quartierskonzepte. So kann der demographische Wandel zu einem Motor für soziale Innovation und zukunftsfähige Stadtentwicklung werden.

Das Demographiekonzept bietet hierfür den strategischen Rahmen. Es definiert zentrale Prinzipien: gezielte kommunale Steuerung, starke Quartiere als Lebensräume, digitale Unterstützung, vernetzte Akteur*innen und die konsequente Verankerung des demographischen Blicks in allen Planungsprozessen. Der demographische Wandel ist somit auch als eine Gestaltungsaufgabe mit großem Potenzial für Aachen zu verstehen. Entscheidend wird sein, notwendige Maßnahmen entschlossen und zügig umzusetzen.

Aufbauend auf dem Demographiekonzept soll ein Senior*innenförderplan erarbeitet werden, der konkretisiert, welche Handlungsmaßnahmen seitens der Kommune auf den Weg gebracht werden. Dabei ist zu präzisieren, welche Infrastrukturbedarfe (z.B. Begegnungs-/Pflegeorte) sich verändern oder erforderlich sind und welche Ressourcenbedarfe und Zeitplanungen mit einzelnen Maßnahmen verbunden sind.

Die Mitglieder des Ausschusses erhalten das Konzept vorab als Anlage zur Vorlage (PDF-Datei). Der Druck des Werkes wird im Anschluss/nach Entscheidung durch den Rat der Stadt Aachen erfolgen.

Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen:

JA

NEIN

X

Investive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Gesamt­bedarf (alt)

Gesamt­bedarf (neu)

Einzahlungen

0

0

0

0

0

0

Auszahlungen

0

0

0

0

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Ergebnis

0

0

0

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0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Folge-kosten (alt)

Folge-kosten (neu)

Ertrag

0

0

0

0

0

0

Personal-/

Sachaufwand

0

0

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0

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0

Abschreibungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

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0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):

Keine


Klimarelevanz:

Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die

Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)

Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

x

Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:

gering

mittel

groß

nicht ermittelbar

x

Zur Relevanz der Maßnahme für die Klimafolgenanpassung

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

x

Größenordnung der Effekte

Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.

Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels)

Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels)

Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:

vollständig

überwiegend (50% - 99%)

teilweise (1% - 49 %)

nicht

nicht bekannt

Weitere Dokumente (1)

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Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2026-01-23 FB 56_0037_WP19 Demographiekonzept d SAO.pdf

12.3.2026

59.0 MB

Metadaten

TOP
Ö 5
Sitzung
Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Brand
Gremium
Bezirksvertretung Aachen-Brand
Datum
Mi., 04.03.2026
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Entscheidungsvorlage
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Entscheidungsvorlage
Federführend
FB 56 - Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration
Geändert
20.3.2026
Inhalt abgerufen
27. März 2026 um 10:38