Sachstandsbericht Ferienspiele der Stadt Aachen 2025
FB 45/0017/WP19 · Kenntnisnahme
Beratung
Herr Grundmann führt aus, dass er jedes Jahr darüber erfreut sei, wie viele Kinder durch das Angebot der Ferienspiele erreicht werden könnten. Für die Ferienspiele 2026 werde erstmalig keine Ferienspielzeitung mehr gedruckt, das Programm werde ausschließlich digital abgebildet. Gleichwohl werde das Angebot nach wie vor über Plakate, Handzettel und QR-Codes beworben. Das Anmeldeverfahren werde möglichst niederschwellig konzipiert, beispielsweise auch über Anmeldezettel oder telefonisch direkt bei der Verwaltung.
Herr Küppers dankt der Verwaltung für die tolle Vorlage. Das Ferienspielangebot erreiche mittlerweile rund 13.000 Kinder. Er spricht an alle Beteiligte aus Verwaltung und der Trägerlandschaft in Aachen seinen ausdrücklichen Dank aus.
Frau Wallraff lobt insbesondere das Angebot des Mädchenfußballs. Sie weist auf den letzten Satz in der Vorlage hin, wonach der ab dem 01.08.2026 geltende Rechtsanspruch aller Erstklässler auf einen OGS Platz voraussichtlich dazu führen werde, dass die Ferienbetreuung zur Sicherstellung dieses Anspruchs zeitlich ausgeweitet werden müsse. Sie erkundigt sich danach, ob dies mit den freien Trägern abgestimmt worden sei und ob die finanzielle Unterstützung zur Ausweitung des Angebots erhöht werde.
Herr Grundmann erläutert, dass diese Fragen noch nicht final geklärt worden seien. Fest stehe, dass nicht mehr finanzielle Mittel im System verfügbar seien. Die Verwaltung befinde sich aber derzeit in Prüfungen und im Austausch mit der AG § 78. Es sei geplant, ein Konzept zu erstellen und dem Ausschuss in den nächsten Wochen vorzulegen, wie die Versorgung ab Sommer gestaltet werde. Auch wenn eine Ausweitung des Betreuungsangebotes im Rahmen des OGS-Anspruchs notwendig werde, müsse demgegenüber geprüft werden, welche tatsächlichen Bedarfe ab Sommer entstehen würden.
Herr Török bedankt sich ebenfalls für die Vorlage. Das Angebot habe sich insbesondere seit Corona stetig verbessert und erreiche immer mehr Kinder. Dies sei ausgesprochen lobenswert. Er dankt der Verwaltung, den Trägern und den Vereinen für die guten Angebote.
Herr Brehm berichtet, dass den Trägern auffalle, dass sich das Anmeldeverfahren stark geändert habe. Manche Kinder würden nur unregelmäßig teilnehmen oder aber es würden kurzfristige Zu- oder Absagen erfolgen. Er hebt positiv hervor, dass die Träger mehr ehrenamtlich tätige Personen hätten gewinnen können. Ohne diese Ehrenamtler*innen sei die Durchführung der Angebote nicht möglich. Ebenso dankt er der Verwaltung für die unkomplizierte und schnelle Unterstützung.
Herr Simons schließt sich den bisherigen Ausführungen an. Es erfreue ihn zu sehen, wie viele Akteure in der Stadt sich an dem Ferienspielangebot beteiligen würden. Er weist allerdings darauf hin, dass diese Angebote den OGS-Rechtsanspruch nicht ersetzen könnten. Es gelte nun abzuwarten, wie diese beiden Bereiche – Ferienspiele und OGS-Anspruch – gut ineinandergreifen könnten. Weiterhin merkt er an, dass der Bedarf nach Ferienfreizeiten stark gestiegen sei. Laut Stadtjugendplan sei der Tagessatz für Maßnahmen mit Übernachtung auf derzeit 4,10 Euro festgelegt. Hier gelte es, den Tagessatz anzuheben, da das Angebot rückläufig, die Nachfrage aber steigend wäre.
Herr Weinen berichtet, dass das Ferienspielangebot für Grundschulkinder mit Förderbedarf einen hohen Stellenwert besitze. Allerdings würden die Träger baldmöglichst ein Signal benötigen, welcher Mehrbedarf infolge der Einführung des OGS-Rechtsanspruchs auf sie zukomme und wie dieser finanziert werde. Er könne nachvollziehen, dass die Verwaltung zunächst abwarte, ob und in welcher Höhe sich das Land an der Finanzierung beteilige. Dennoch müsse überlegt werden, wie sich das lösen lasse, wenn das Land sich nicht beteilige.
Herr Schweden regt eine Ausweitung der Angebote für Kinder mit Behinderung an. Aktuell gebe es zwar bereits inklusive Angebote, allerdings nur vereinzelt. Er berichtet von einem vom Land unterstützten Modellprojekt an der Viktor-Frankl-Schule in Aachen und regt an, ähnliche und vor allem auskömmliche Modelle auch an anderen Standorten auszuprobieren.
Bezugnehmend auf die Ausführungen von Herrn Simons berichtet Herr Bengner, dass die finanzielle Unterstützung von Jugendfahrten zuletzt in 2012 erhöht worden sei. Die Erhöhung habe seinerzeit kostenneutral in den kommunalen Haushalt eingebracht werden können. Er wünsche sich, dass dies erneut in der Form gelingen könne.
Herr Tillmanns unterstützt die Wichtigkeit, den anstehenden OGS-Anspruch in den Blick zu nehmen. Es könne nicht erwartet werden, dass die ehrenamtlich tätigen Personen die zu erwartende Ausweitung der Angebote dauerhaft auffangen würden. Oftmals handele es sich hier ebenfalls um Schülerinnen und Schüler oder junge Erwachsene, die die Begleitung in ihrer eigenen Ferienzeit vornehmen würden. Ebenso werde es ein Unterschied sein, ob das Ferienspielangebot von einem Träger der Jugendhilfe oder von einem OGS-Träger durchgeführt werde. Die Verwaltung erarbeite derzeit die künftige Ausrichtung, dies gelte es abzuwarten. Er richtet seinen Dank an alle Beteiligten.
Frau Kotulla bittet abschließend darum, bei künftigen Diskussionen zu unterscheiden, ob das Ferienspielangebot von einem Jugendhilfeträger handele oder um ein Betreuungsangebot einer OGS. Um bedarfsorientiert zu handeln, sei eine Trennung dieser beiden Formen unbedingt notwendig.
Beschluss
Erläuterungen
- Allgemeine Informationen
Die Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit, verschiedene Sportvereine und Institutionen sowie die offenen Ganztagsschulen (OGS) haben in 2025 allen Familien während der Oster-, Sommer- und Herbstferien ein vielfältiges Programm angeboten.
Nach Auswertung der Verwendungsnachweise nahmen etwa 12.800 Kinder und Jugendliche an vielfältigen Maßnahmen in den Ferien teil. Aufgrund offener Formate, etwa dem Archimedischen Sandkasten oder Angeboten in den Schwimmhallen, lässt sich die exakte Zahl nicht bestimmen und dürfte höher liegen. Somit lagen die Teilnehmendenzahlen erneut über dem Niveau von 2024, als rund 11.500 Kinder und Jugendliche die Ferienspiele besuchten. Die Nachfrage der Familien nach Ferienangeboten ist weiter gestiegen. Neue Anbieter sowie Erweiterungen bestehender Programme entsprachen den Wünschen und Bedarfen der Familien.
Die Veröffentlichung der Angebote erfolgte in der Hauptsache über das Online-Programm, das laufend auf den neuesten Stand gebracht wurde. Der Ferienspielkalender mit den Daten und Beschreibungen der Angebote wurde sehr gut angenommen. Weiterhin wurde die Ferienspielzeitung für die Sommerferien zur Verfügung gestellt.
- Aktuelle Situation
Es ist zunächst zu betonen, dass alle Anbieter ein abwechslungsreiches und spannendes Programm zusammengestellt haben. Nur durch das große Engagement der Mitarbeitenden, Honorarkräfte und Ehrenamtler*innen konnten zahlreiche Kinder und Jugendliche einen Ort zu finden, an dem sie ihre Ferien verbringen und spannende Erfahrungen sammeln konnten (vgl. Anlage 1).
Die Angebote der Einrichtungen wurden von Familien breit genutzt und waren überwiegend ausgebucht; Wartelisten waren erforderlich. Bei kurzfristigem Betreuungsbedarf konnten Kinder und Jugendliche untergebracht werden, da offene Formate ohne Anmeldung zur Verfügung standen und Vermittlungen dorthin möglich waren.
Neben den etablierten Akteuren wurden die im Jahr 2024 hinzugewonnenen Partner auch für 2025 eingebunden. Dazu zählen die SV Sportfreunde Hörn mit dem Angebot „Mädchenfußball“ sowie NinJa Fit in der Ottostraße mit dem Programm „Warrior-Kids“ (vgl. Anlage 1).
Das Projekt „Kinderstadt Aachen“, das im letzten Jahr durch die Pfarre Franziska von Aachen erfolgreich durchgeführt wurde, fand eine Neuauflage durch den Verein Zusammenstadt gemeinnützige Unternehmergesellschaft (gUG). Unter dem Motto „Gründet Eure eigene Stadt!“ gründeten 68 Kinder und 29 Jugendliche eine Woche lang eine eigene Stadt und lernten, wie eine Stadt funktioniert. Die Kinderstadt bot ein vielfältiges Angebot und war wie eine echte Stadt organisiert: Es gab eine Bäckerei, eine Bank, ein Finanzamt, die Müllabfuhr und weitere Einrichtungen. Ein Stadtrat mit Bürgermeister*in regelte das Stadtgeschehen, während Kinder Berufe ausübten und hierfür Karlstaler verdienten, die sie frei nutzen konnten. Zudem konnten sie sich in den Stadtrat wählen lassen und aktiv die Regeln der Kinderstadt mitgestalten. Erwachsenedurften die Kinderstadt ausschließlich als Besucher*innen im Rahmen einer gebuchten Führung betreten. Hier bestimmten allein die Kinder!
Der Archimedische Sandkasten feierte im Jahr 2025 seinen 10. Geburtstag. Mit Projektmitteln der Dachmarke „Future Lab Aachen“ – einem Zusammenschluss von RWTH Aachen, FH Aachen, der Hochschule für Musik und Tanz, der Katholischen Hochschule (KatHO) NRW und der Stadt Aachen – sowie mit weiterer Unterstützung zahlreicher Sponsoren wurde der „Archimedische Sandkasten“ in diesem Jahr für nahezu acht Wochen, vor und während der Sommerferien, auf dem Katschhof eingerichtet. Zwei Wochen vor den Sommerferien erfolgte ein Volleyballturnier, das großen Anklang bei der Bevölkerung fand und viele Vereine zur Teilnahme bewegte. Eine Wiederauflage ist für 2026 geplant.
Ein eingespieltes Team des Aachener Stadtbetriebs sorgte für einen reibungslosen Auf- und Abbau des vergrößerten Sandkastens vor den Stufen des Rathauses. Von 10 bis 18 Uhr betreuten pädagogische Kräfte die Kinder, während abends ein Sicherheitsdienst für Bewachung sorgte. Negative Vorfälle blieben auch in diesem Jahr aus, und das Material wurde nach dem Abbau erneut bei E 18 eingelagert. Der Katschhof entwickelte sich so zum beliebten Treffpunkt für Familien und Studierende bis in die Abendstunden.
Parallel dazu fand die „Archimedische Werkstatt“ unter dem Motto „Wir bauen Stadtmöbel mit Beton - oder besser!“ statt. Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 16 Jahren entwickelten Entwürfe und realisierten diese mit Hilfe von Künstler*innen sowie der Expertise des Instituts für Massivbau der RWTH Aachen und des Fachbereichs Produktdesign der FH Aachen. Im Mittelpunkt stand die kritische Auseinandersetzung mit dem Werkstoff Beton. Den Abschluss bildete ein großes Fest mit Strandatmosphäre, bei dem Kinder, Familien und Partner die Ergebnisse feierten. Einige der Stadtmöbel wurden im Stadtraum integriert, wie etwa auf dem Vorplatz des Ludwig Forums. Weitere Arbeiten fanden als Zwischennutzung Platz in einem leerstehenden Kaufhaus, das Studierenden als Lernraum diente.
Mehrere Anbieter wandten sich an den Fachbereich, um über das Ferienspielportal ihre Angebote zu veröffentlichen und Familien zu erreichen. Dazu gehörten:
- Sportverein PTSV Aachen mit einer Fülle von Sportangeboten während der gesamten Ferienzeit
- Kunsthaus NRW in Kornelimünster mit der Werkstatt „Licht und Schatten“ sowie weiteren Angeboten in allen Ferien
- Reitverein Gut Hanbruch
- Helene Weber Haus
- Zentrale Studienberatung der RWTH Aachen und das Schülerlabor Roboscope
- Tabalingo Sport und Kultur integrativ e.V.
Inklusive Ferienspiele
Die Lebenshilfe bot in allen Ferien Camps an, die Einblicke in unterschiedliche Themenwelten ermöglichten:
- Osterferien: „Eintritt frei! Willkommen in der Welt des Theaters“
- Sommerferien: „Kleine Forscher*innen, große Fragen“
- „Sommerferienalarm im Floriansdorf – Mit dem Blaulicht unterwegs“
- Fußballcamp „Dein Sommer, Dein Spiel“
- Herbstferien: „Von Kühen, Hühnern und Traktoren- Entdecke das Landleben“
Der Verein Tabalingo Sport und Kultur integrative e.V. bot während der gesamten Sommerferien inklusive Camps an, in denen bis zu 300 Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung aufgenommen werden konnten. Der Träger hat seinen Sitz in Stolberg, bezieht jedoch auch Kinder aus Aachen ein. Da das Angebot an inklusiven Ferienspielen im Stadtgebiet Aachen noch ausbaufähig ist, nutzen betroffene Familien dieses Angebot dankbar. Etwa 50 Kinder und Jugendliche mit Behinderung aus Aachen konnten teilnehmen. Da die Maßnahmen größtenteils über Stiftungsmittel bzw. durch die Pflegekassen im Rahmen der Verhinderungspflege finanziert werden, wurden keine kommunalen Fördermittel für die Aachener Teilnehmenden abgerufen.
Wie bereits im Vorjahr deutlich wurde, bleibt der Bedarf an inklusiven und offen zugänglichen Ferienspielplätzen in Jugendeinrichtungen hoch.
Die freien Träger wurden daher am 12.06.2025 zu einem Austausch durch die Jugendpflege eingeladen. Der Zuspruch war groß. In den meisten Einrichtungen nehmen bereits Kinder mit besonderem Betreuungsbedarf in kleiner Zahl teil, jedoch können nicht alle Formen von Beeinträchtigung abgedeckt werden. Es fehlt an zusätzlich geschultem Personal, geeigneter Ausstattung und finanziellem Spielraum. Durch die Mitwirkung einer Mitarbeiterin der Lebenshilfe und Informationen der Verfahrenslotsen des Fachbereichs 45 konnten hilfreiche Hinweise zu Fördermöglichkeiten für Familien gegeben werden. Als Fazit wurde eine engere Netzwerkarbeit vereinbart, um vorhandene Ressourcen besser zu dokumentieren und dadurch die Versorgung betroffener Familien zu verbessern.
Für die Sommerferien 2026 plant der Arbeitsbereich Erzieherischer Kinder- und Jugendmedienschutz ein inklusives Gaming-Angebot.
Angebote des familienunterstützenden Dienstes des Vereins für Körper- und Mehrfachbehinderte (VKM) sowie des Liberalen Jugendwerks Aachen (LJW) wurden vor einigen Jahren aufgrund von Personalmangel eingestellt. Im März 2026 ist ein weiteres Treffen mit den Trägern geplant, zu dem der VKM und das LJW eingeladen werden.
- Finanzierung
Mit Beschluss vom 14.03.2023 wurde die Fördermittelpauschale für Angebote der Freien Träger der Jugendhilfe auf 5 Euro bzw. 7 Euro für Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf erhöht. Der Haushaltsansatz wurde damit auf 300.000 Euro angehoben.
Ausweislich der Verwendungsnachweise reichte der Ansatz im Jahr 2025 erstmals nicht aus, um alle Anträge zu decken. Insgesamt wurde ein Betrag in Höhe von 312.867,76 Euro verausgabt. Die Mehrausgaben konnten intern gedeckt werden. Ein großer Kostenfaktor war der Archimedische Sandkasten und die damit verbundene Archimedische Werkstatt mit einer Fördersumme in Höhe von 28.103,16 Euro.
Bei der OGS zeigte die Auswertung der Verwendungsnachweise, dass die Förderbeträge mit 3,50 Euro bzw. 5 Euro in den meisten Fällen auskömmlich waren. Die Rückforderungen nahmen aufgrund steigender Teilnehmendenzahlen ab. In einigen Fällen wurden Fehlbedarfe nachgewiesen, die ausgeglichen werden konnten. Der ab dem 01.08.2026 geltende Rechtsanspruch aller Erstklässler auf einen OGS‑Platz wird voraussichtlich dazu führen, dass die Ferienbetreuung zur Sicherstellung dieses Anspruchs zeitlich ausgeweitet werden muss.
Weitere Dokumente (1)
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Technische Details
ID: 1021954
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1021954
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2026-02-19 FB 45_0017_WP19 Sachstandsbericht Fe SAO.pdf
19.2.2026
220.6 KB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 6
- Sitzung
- Sitzung des Kinder- und Jugendausschusses
- Gremium
- Kinder- und Jugendausschuss
- Datum
- Di., 10.03.2026
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 45 - Fachbereich Jugend und Schule
- Geändert
- 11.3.2026
- Inhalt abgerufen
- 8. Juli 2026 um 17:32