14. April 2026 um 17:00, Aachener Stadtbetrieb
TOP 4Öffentlich

Verlagerung der Reihengrabbestattungen vom Waldfriedhof auf den Friedhof Lintert

E 18/0007/WP19 · Kenntnisnahme

im Ratsinformationssystem anzeigen
Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Herr Berg (Bereichsleiter Friedhofswesen und Krematorium) berichtet im Rahmen eines PowerPoint-Vortrags über die unterschiedlichen Grabarten auf Aachener Friedhöfen.

Herr Jacobs erkundigt sich, ob es möglich sei, in Aachen einen Friedwald einzurichten.

Herr Berg (Bereichsleiter Friedhofswesen und Krematorium) erläutert, dass reine Bestattungswälder meist in

der Hand von privaten Betreibern lägen und daher die Einnahmen von Baumbestattungen zu teilen seien.

Insgesamt gebe es auf Aachener Friedhöfen ausreichend freie Flächen, auf denen auch Baumwahlgräber angeboten würden. Darüber hinaus gebe es im Aachener Umland bereits mehrere Bestattungswälder.

Herr Jacobs fragt nach, ob es keine Bestattungswälder in rein kommunaler Trägerschaft gebe.

Herr Berg (Bereichsleiter Friedhofswesen und Krematorium) erwidert, dass sich das seiner Kenntnis entziehe.

Ratsherr Kehr betont, dass man den Bürger*innen die Art der Bestattung nicht vorschreiben könne und dass es daher sehr zu begrüßen sei, dass es unterschiedliche Wahlmöglichkeiten gebe. Es sei unbedingt anzustreben, dass diese Wahlmöglichkeiten auch weiterhin bestehen blieben und auch Reihengräber weiterhin auf dem Waldfriedhof angeboten würden.

Herr Berg (Bereichsleiter Friedhofswesen und Krematorium) teilt mit, dass alle ausgeführten Grabarten in Aachen bestehen bleiben würden, dass jedoch auch derzeit nicht jede Grabart auf jedem Friedhof verfügbar sei.

Trotz gestiegener Friedhofsgebühren würden sich Wahlgräber auch weiterhin sehr großer Beliebtheit erfreuen im Vergleich zu Reihengräbern. Daher strebe man an, den Bürger*innen auf Aachener Friedhöfen ein möglichst umfangreiches Angebot an Wahlgrabarten anbieten zu können.

Ratsfrau Eschweiler bedankt sich für den Vortrag und erkundigt sich, ob es möglich sei auf dem Waldfriedhof auch zukünftig Platz für ca. zehn Bestattungen pro Jahr freizuhalten.

Herr Berg (Bereichsleiter Friedhofswesen und Krematorium) erläutert, dass die freien Flächen auf dem Waldfriedhof äußerst begrenzt und nicht zusammenhängend seien. Diese würden insbesondere für Beisetzungen von Ehegatten/Familienmitgliedern benötigt, deren Angehörige bereits auf dem Waldfriedhof bestattet seien.

Aufgrund des extrem begrenzten freien Grabflächen auf dem Waldfriedhof sei es dort unumgänglich, eine Grabart zukünftig nicht mehr anzubieten. Wenn dies nicht die Grabart „Reihengrab“ sei, müsse man stattdessen eine andere Grabart streichen.

Herr Berg (Bereichsleiter Friedhofswesen und Krematorium) führt aus, dass der Friedhof Lintert eine gute Alternativ sei, wenn ein Reihengrab gewünscht werde, da dieser – ebenso wie der Waldfriedhof – sowohl mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut erreichbar sei als auch über einen Parkplatz verfüge.

Der Beigeordnete, Herr Thomas, merkt an, dass man – wenn es irgendwie realisierbar sei – auch weiterhin die Möglichkeit anbieten würde, dass verstorbene Ehegatten auf dem selben Friedhof beigesetzt würden.

Ratsfrau Eschweiler erkundigt sich, welche Grabarten auf dem Waldfriedhof zukünftig bestehen bleiben würden.

Herr Berg (Bereichsleiter Friedhofswesen und Krematorium) erwidert, dass auf dem Waldfriedhof auch weiterhin Sargwahlgräber, Urnenwahlgräber und Baumwahlgräber angeboten würden.

Die Betriebsleitung, Frau Balsam, bedankt sich bei Herrn Berg für den Vortrag und in besonderem Maße für seine langjährige, engagierte Tätigkeit für den Aachener Stadtbetrieb und verabschiedet ihn in den wohlverdienten Ruhestand.

Die Vorsitzende, Frau Parting, äußert ebenfalls ihren Dank für den Vortrag.

Erläuterungen

Der Waldfriedhof wurde nach zweijähriger Bauzeit 1930 in Betrieb genommen. Die erste Beisetzung fand statt, noch bevor der Friedhof fertig ausgebaut und die Trauerhalle errichtet war. Seinerzeit war der Friedhof Heißberg voll belegt und die Verstorbenen aus Burtscheid und Umgebung mussten schon auf dem Westfriedhof bestattet werden. Da auch der Waldfriedhof 25 Jahre später schon an seine Kapazitätsgrenze stieß, wurde 1956 in unmittelbarer Nähe der Friedhof Lintert in Betrieb genommen. So entspannte sich die Situation in den folgenden Jahren.

Heute gehört der Waldfriedhof aufgrund seiner Lage und entsprechender Bestattungsangebote zu den beliebtesten Bestattungsorten in Aachen. Er ist dadurch einer der wenigen Friedhöfe ohne Frei- oder Überhangflächen. Jede Fläche ist mit Gräbern belegt oder wird für eine bestimmte Grabart vorgehalten.

Dies hat nun zur Folge, dass in Kürze kein Platz mehr für die Erweiterung von verschiedenen Wahlgrabarten, beispielsweise Baumwahlgräbern, vorhanden ist.

Wahlgräber, auch Familiengräber genannt, sind Gräber für mindestens zwei oder mehr Bestattungen in einem Grab, das die Angehörigen mit dem Friedhofsverwalter aussuchen und an dem sie für einen bestimmten Zeitraum ein Nutzungsrecht erwerben, welches immer wieder verlängerbar ist.

Reihengräber sind Gräber für jeweils einen Verstorbenen, die im Sterbefall von der Friedhofsverwaltung zugewiesen werden und nur für die Dauer der Ruhefrist je nach Friedhof, 20, 25 oder 30 Jahre bestehen bleiben.

Um nun wieder mehr Platz für die Wahlgrabarten wie Baumwahlgräber zu schaffen, soll das Angebot an Reihengrabarten ab sofort sukzessive auf den Friedhof Lintert verlagert werden.

Begründung der Verlagerung

Durch die zunehmende Nachfrage nach Baumwahlgräbern besteht auf dem Waldfriedhof ein erhöhter Flächenbedarf. Da der Waldfriedhof nicht über Erweiterungsflächen verfügt, ist eine weitere Ausdehnung nicht möglich. Schon jetzt werden die Reihengrabflure, deren Ruhefristen abgelaufen sind, für die neu anzulegenden Wahlgrabarten wie Baumwahlgräber genutzt. Dadurch wird der Platz für Reihengräber stetig geringer.

Nun sollen die schon für Reihengräber ausgebauten Grabfelder noch zu Ende belegt werden, jedoch keine neuen mehr auf dem Waldfriedhof angelegt werden.

Stattdessen werden neue Reihengrabfelder auf dem Friedhof Lintert angelegt werden. Dieser verfügt im Übrigen über genügend Freiflächen für alle angebotenen Grabarten.

Der Friedhof Lintert liegt in unmittelbarer Nähe zum Waldfriedhof und verfügt über die gleiche Infrastruktur wie Parkplatz und Bushaltestelle, so dass die Verlagerung der genannten Grabarten für Angehörige als zumutbar und vertretbar eingeschätzt wird.

Geplante Umsetzung

Ab April 2026 sollen folgende Reihengrabarten auf den Friedhof Lintert verlagert beziehungsweise entsprechende Grabfelder ausgebaut werden: Sargrasenreihengräber, Urnenrasenreihengräber, Anonyme Urnenreihengräber, Anonyme Sargreihengräber

Ab Juli 2026: Sargreihengräber, Urnenreihengräber

Ab September 2026: Naturnahe anonyme Beisetzungen

Weitere Dokumente (1)

Die Dokumente werden direkt vom Ratsinformationssystem der Stadt Aachen abgerufen und nicht von uns gespeichert oder gehostet.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2025-12-02 E 18_0007_WP19 Verlagerung der Reih SAO.pdf

17.2.2026

83.6 KB

Metadaten

TOP
Ö 4
Sitzung
Sitzung des Betriebsausschusses für den Aachener Stadtbetrieb
Gremium
Betriebsausschuss Aachener Stadtbetrieb
Datum
Di., 14.04.2026
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
E 18 - Aachener Stadtbetrieb
Geändert
15.4.2026
Inhalt abgerufen
15. Juli 2026 um 01:28