Fahrplanmaßnahmen 2026u.a. Ratsantrag SPD Nr. 167/18: Naherholungsgebiete erreichbar machen – Direktverbindung zum Rursee
FB 68/0066/WP19 · Entscheidungsvorlage
Fahrplanmaßnahmen 2026 sowie Ratsantrag SPD Nr. 167/18: Naherholungsgebiete erreichbar machen – Direktverbindung zum Rursee
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Herr Ritzau dankt der Verwaltung dafür, dass sie bereits einiges umgesetzt habe und man dadurch im Trend anders unterwegs sei als andere Städte.
Er stellt die Beschlussergänzung der Fraktionen CDU, Grüne, SPD, FDP und Volt vor.
Herr Hecker führt aus, dass man den Netliner einstellen wolle aus Kostengründen, die Ortsbuslinie Haaren stattdessen weiterführen mit Änderungen in der Linienführung und Taktung. Auch bestünden Überlegungen die SB 71 weiterzuführen bis zum Bahnhof Stolberg.
Herr Fischer erkundigt sich, was im Auftrag der ASEAG an die Subunternehmer stehe in Sachen durchgängige Fahrten und ob ein barrierefreier Umstieg gewährleistet sei.
Den geänderten Beschluss der BV Laurensberg halte er für nicht optimal, da man damit zurückfalle. Gleichwohl müsse man die Entscheidung akzeptieren.
Bedenken habe er in Bezug auf die Schnellbuslinie X52. Durch die geänderte Streckenführung würden am Prager Ring, Liebigtraße und Talbot die Angebote reduziert, was zu einer weiteren Überfüllung der Busse in der Hauptverkehrszeit führe. Die Busse seien zu diesen Zeiten bereits in Haaren sehr voll, so dass er die Linie als zusätzliche Entlastung ansehe.
Herr Veltrup dankt für die Vorlage und spricht sich ebenfalls für die Beibehaltung der Ortsbuslinie aus.
Herr Nositschka erkundigt sich bei der ASEAG, ob man die Fahrgastzahlen dort jährlich gezählt habe, was von Frau Driessen bejaht wird.
Weiterhin berichtet er von Problemen im Ortsteil Sief mit dem Netliner. Dieser falle aus oder man lande telefonisch bei einem Callcenter, welches nicht vor Ort stationiert sei.
Die Anregungen zum Netliner verspricht Frau Driessen mitzunehmen. Die X52 mache nur drei veränderte Fahrten über den Europaplatz. Zu der Frage der durchgängigen Fahrten berichtet sie, dass an den Wochenenden nie Buswechsel notwendig seien. Auch in der Woche halte sich dies in Grenzen, es komme nur bei großen Verspätungen vor.
Herr Schrömbges berichtet, dass die gestellten Förderanträge derzeit gut aussähen, die Federführung aber bei der Städteregion liege.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte empfiehlt dem Mobilitätsausschuss, diein der Vorlage dargestellten Maßnahmen für den Fahrplanwechsel 2026 in ihrem Gebiet zu beschließen.
Die Bezirksvertretung Aachen-Haaren empfiehlt dem Mobilitätsausschuss, diein der Vorlage dargestellten Maßnahmen für den Fahrplanwechsel 2026 in ihrem Gebiet zu beschließen.
Die Bezirksvertretung Aachen-Eilendorf empfiehlt dem Mobilitätsausschuss, diein der Vorlage dargestellten Maßnahmen für den Fahrplanwechsel 2026 in ihrem Gebiet zu beschließen.
Der Mobilitätsausschuss stimmt vorbehaltlich der Zustimmung aus allen Stadtbezirken den in der Vorlage dargestellten Maßnahmen für den Fahrplanwechsel 2026 zu. Der Antrag der SPD-Fraktion gilt damit als behandelt.
Die Bezirksvertretung Aachen-Kornelimünster-Walheim/ Aachen-Laurensberg/ Aachen-Richterich/ Aachen-Brand schließt sich dem Beschluss des Mobilitätsausschusses zu den in der Vorlage dargestellten Maßnahmen für den Fahrplanwechsel 2026 in ihrem Gebiet an.
Erläuterungen
Die ASEAG plant nach den Sommerferien (Anfang September 2026) den nächsten Fahrplanwechsel. Geplant sind hierbei fast ausschließlich kleinere Angebotsoptimierungen, die in der Vorlage detailliert beschrieben werden. Zudem soll im Zuge der politischen Beratung entschieden werden, ob die derzeit über das Projekt Haaren Clever Mobil geförderten ÖPNV-Angebote in Haaren (NetLiner, Ortsbus OL1, SB71) fortgeführt werden.
In dieser Vorlage wird darüber hinaus der in Anlage 1 beigefügte Ratsantrag der SPD-Fraktion aus 2021 „Naherholungsgebiete erreichbar machen – Direktverbindung zum Rursee“ behandelt.
Zu den noch ausstehenden vom Mobilitätsausschuss in 2022 beschlossenen ÖPNV-Maßnahmen bitten wir die separate Vorlage „Sachstand Verkehrswendemaßnahmen ÖPNV“ (Nr. FB 68/0067/WP19) zu beachten.
Ratsantrag zur Direktverbindung Rursee
Mit dem Ratsantrag aus 2021 wurde die Verwaltung beauftragt, gemeinsam mit der ASEAG ein Konzept für eine Direktverbindung zum Rursee zu erarbeiten. Dabei sollte geprüft werden, ob diese Verbindung zweimal täglich hin und zurück fahren kann. Die Direktverbindung sollte vor allem in den Sommermonaten angeboten werden.
Die in dem Ratsantrag beschriebene Idee wurde in der Entwicklung des Fahrplanangebots der letzten Jahre aufgegriffen. Mittlerweile gibt es eine direkte Verbindung vom Aachener Zentrum zum Rursee, die von Montag bis Freitag im Zeitraum von 8 Uhr bis 19 Uhr alle 60 Minuten angeboten wird. Es handelt sich um eine Kombination aus einer Fahrt der Linie SB63, die in Simmerath Bushof als Linie 63 weiter verkehrt („Linienwechsler“) und i.d.R. bis Vogelsang IP Forum durchgebunden wird. Somit muss kein Umstieg erfolgen, wenn die Haltestellen „Rurberg Seeufer“ und „Einruhr“ erreicht werden sollen. Am Wochenende besteht derzeit eine durchgehende Taktung (alle 120 Minuten) zwischen 9 Uhr und 17:30 Uhr. Die Fahrtzeit von „Aachen Bushof“ bis „Rurberg Seeufer“ beträgt fahrplanmäßig 1 Std. 28 Min, bis „Einruhr“ 1 Std. 36 Min.
Rückfahrten sind stündlich zwischen 10:30 Uhr bis ca. 19:30 Uhr möglich (am Wochenende alle 120 Minuten). Für Fahrgäste aus dem Bereich Rothe Erde und Brand besteht durch die die Anbindung mit der SB66 und die Verknüpfung in Roetgen mit der SB63 („Punktanschluss“) ebenfalls eine Verbindung mit einem getakteten Umstieg planmäßig ohne Wartezeit, so dass die Fahrtzeit vorn Bahnhof Rothe Erde bis Einruhr 1 Std. 26 Min beträgt, von Brand bis Rurberg sogar 1 Std. 9 Min. In der Sommersaison (Anfang April bis Ende Oktober) gibt es zusätzliche Verstärkerfahrten, die am Wochenende das Angebot in den Abendstunden verdichten. Es handelt sich auch bei den Verstärkerfahrten um eine Kombination aus einer Fahrt der Linie SB63, die in Simmerath Bushof als Linie 63 oder 68 weiter nach Rurberg und Einruhr verkehrt (teilweise Fahrradbusfahrten).
Aus Sicht der Verwaltung und der ASEAG sind somit ausreichende Möglichkeiten gegeben, den Rursee unmittelbar aus dem Stadtgebiet zu erreichen.
Der Antrag gilt damit als behandelt.
Maßnahmen zum Fahrplanwechsel 2026
Das bestehende ÖPNV-Angebot wird kontinuierlich daraufhin überprüft, ob eine Linie bzw. ein Streckenabschnitt zu bestimmten Zeiten dauerhaft überlastet ist bzw. ob es Zeiträume gibt, in denen eine sehr geringe Nachfrage verzeichnet wird.
Die ASEAG hat der Verwaltung auf Basis ihrer betrieblichen Erfahrungen einige Optimierungsvorschläge im Netz und Fahrplan vorgelegt, die fachlich abgestimmt wurden und nachstehend beschrieben werden. Es handelt sich dabei sowohl um Einsparungen einzelner Fahrten bzw. Fahrtenabschnitte, als auch um nachfrageorientierte Verdichtungen von einzelnen Linien. In der Summe gleichen sich Einspar- und Ausbaumaßnahmen (ohne Berücksichtigung der für das Förderprojekt Haaren Clever Mobil formulierten Anpassungen) aus.
Einsparungen
Auf der Linie 30 (Eulershof - Ronheider Weg) werden zwei Fahrtenpaare am Nachmittag (16:00 sowie 16:30 Uhr ab Adenauerallee in Richtung Eulershof, 17:05 und 17:35 Uhr ab Eulershof in Richtung Fringsgraben) auf dem Streckenabschnitt zwischen Eulershof und Adenauerallee aufgrund mangelnder Nachfrage zurückgenommen. Damit können 7.500 Nutzwagen-km jährlich eingespart werden.
Mehrleistung
Die Linie 73 (Bahnhof Rothe Erde - Uniklinik) soll zwischen 16 und 18 Uhr aufgrund der hohen Auslastung nachmittags verdichtet werden. Der 15-Minuten-Takt in diesem Zeitraum bezieht heute die Linie X73 mit ein, die nicht über die Hörn sondern über die Süsterfeldstraße geführt wird. Es ist geplant, auch nachmittags durchgängig (bis 18 Uhr) einen 15-Minuten-Takt auf der Linie 73 über die Hörn anzubieten. Die Expressfahrten X73 verbleiben parallel über die Süsterfeldstraße und ergänzen das Angebot. Durch diese Ausweitung fallen insgesamt 7.500 Nutzwagen-km pro Jahr zusätzlich an.
Auf der Linie 11 (Walheim - Alsdorf Mariadorf - Hoengen) wird samstags frühabends eine weitere Fahrt im Abschnitt zwischen Walheim Hasbach und Waldfriedhof eingerichtet, so dass bis 21 Uhr eine Verbindung im Stundentakt angeboten werden kann. (Heute beginnt diese Fahrt ab Waldfriedhof in Ri. Bushof.) Dabei werden bestehende Umläufe optimiert. Es entstehen deshalb jährlich lediglich 450 Nutzwagen-km zusätzlich.
Der Gewerbepark Brand ist durch die Ansiedlung weiterer Betriebe in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen und soll mit dem ÖPNV besser erschlossen werden. Dazu soll eine Buslinie nach Fertigstellung des Straßen-Endausbaus im Sommer 2026 durch den Gewerbepark Brand geführt wird. Hierfür wird eine neue Bushaltestelle „Haarhof“ im Bereich der Einmündung Debyestraße eingerichtet und die Tunnel-Engstelle unter der A44 in der Straße Gewerbepark Brand signalisiert, siehe Anlage 2. Die neue Lichtsignalanlage wird mit einer ÖPNV-Priorisierung ausgerüstet und wird direkt nach dem Abschluss der Straßenbaumaßnahme errichtet, siehe Vorlage FB 61/0699/WP18.
Die Linien 27 und 37 bedienen zwischen „Aachen Bushof“ und Brand u. a. das Gewerbegebiet Eilendorf Süd sowie die Brander Wohngebiete entlang der Erberichshofstraße, montags-freitags im 30-Minuten-Takt mit Verstärkerfahrten in der Hauptverkehrszeit (15-Minuten-Takt) und samstags im 60-Minuten-Takt. Zudem besteht montags-freitags ein weiteres Angebot durch die Linie 50 zwischen Brand und Eilendorf via Gewerbegebiet Eilendorf Süd (60min-Takt), welches überwiegend als Anruf-Linien-Taxi (ALT) verkehrt. Das bedeutet, dass die Fahrt nach einem festen Fahrplan nur auf Bestellung (Anruf) mit einem Taxi als ÖPNV-Fahrzeug erfolgt.
Eine Erschließung des neuen Gewerbegebiets soll unter kontinuierlicher Beobachtung der Entwicklung der Nachfrage zunächst zu den Hauptverkehrszeiten zwischen 6 und 8 Uhr sowie 16 und 18:30 Uhr durch Umlegung der "Verstärkerfahrten" der Linie 27 über den Gewerbepark erfolgen. Der 30-Minuten-Grundtakt bleibt für den bisherigen Linienweg erhalten. Für die umgelegten Fahrten entfallen die Haltestellen „Kellershaustraße“ und „Zentis“. Außerhalb der Hauptverkehrszeit soll die Erreichbarkeit des Gewerbeparks zusätzlich durch die Linie 50 (ALT-Fahrten) im 60-Minuten-Takt sichergestellt werden.
Um auch zur nachmittäglichen Spitzenzeit ein attraktives Angebot in Fahrtrichtung Aachen Innenstadt zu gewährleisten, sind zwei zusätzliche Fahrten von Brand zum Elisenbrunnen / Bushof über den Gewerbepark vorgesehen (Abfahrt Haltestelle Brand ca. 17:20 und 18:20 Uhr). Hierfür ist mit einer jährlichen Mehrleistung von ca. 4.500 km zu kalkulieren.
Leistungsneutrale Maßnahmen
Auf der Linie 16 (Lichtenbusch - Sief - Walheim - Lintert - Bushof) ist mangels Nachfrage ein Entfall der Bedienung zwischen Sief und Lichtenbusch vorgesehen. Abgesehen von stärker ausgelasteten Schülerfahrten (Verstärkerfahrten - „V-Fahrten“), die nicht verändert werden sollten, werden im Durchschnitt nur 0-1 Fahrgäste auf diesem Streckenabschnitt gezählt. Stattdessen wird eine zusätzliche Fahrt der Linie 16 zwischen Schleckheim und Bushof eingeplant, um Anpassungen beim veränderten Übergang von Normal- zu Blockverkehr vornehmen zu können.
Die Linien 16 und 46 (Bushof - Lintert - Walheim - Roetgen) enden heute am Aachen Bushof. Die ASEAG schlägt vor, die beiden Linien über Ponttor und Süsterfeldstraße bis Laurensberg Rahe unter der Bezeichnung Linie 16 zu verlängern, um die Anzahl der endenden und wendenden Linien am Aachen Bushof zu reduzieren. Der Linienast Bushof - Laurensberg Rahe wird heute durch die Linie 43 (Uniklinik - Laurensberg Rahe/Richterich Schönau) bedient.
Die Linie 43 würde zukünftig von der Uniklinik bis Bushof wie heute bestehen bleiben, dann aber mit dem größten Teil der Fahrten weiter als Linie 52 in Richtung Eschweiler durchgebunden werden. Damit kann eine gleichmäßige Taktung (heute 10/20-Minuten-Takt stadtauswärts) auf der Süsterfeldstraße erreicht werden.
Eine Folge der beiden Linienanpassungen wäre aber auch, dass es für die Ortsteile Laurensberg Rahe sowie Süsterau zukünftig keine Direktverbindung zur zentralen Haltestelle „Elisenbrunnen“ mehr gibt (Umstieg am Bushof erforderlich.)
Weiter ist geplant, Expressfahrten auf der Linie 52 (Aachen Bushof - Eschweiler Bushof) einzuführen („X52“). Die Linie 52 verkehrt in einem 30-Minuten-Takt, verstärkt zu einem 15-Minuten-Takt zwischen ca. 6:30 und 8 Uhr morgens und 16 bis 19 Uhr nachmittags. Die Verstärkerfahrten in der Hauptverkehrszeit nachmittags sollen als X52 über die A544 bis Europaplatz, Joseph-von-Görres-Straße und Jülicher Straße bis Aachen Bushof geführt werden. Dabei sollen die Expressfahrten auf Aachener Stadtgebiet an den Haltestellen „Ludwig Forum“, „Blücherplatz“, „Hansemannplatz“ und „Aachen Bushof“ halten. Die Fahrzeit reduziert sich damit deutlich um 5 Minuten im Vergleich zu den regulären Fahrten der Linie 52.
Die Expressfahrten der Linie X51 (Baesweiler - Alsdorf - Aachen Elisenbrunnen) - dreimal morgens aus Setterich bzw. Baesweiler nach Aachen bzw. zweimal nachmittags in der Gegenrichtung – liegen vor allem am Nachmittag dicht bei der regulären Taktlage der Linie 51. Um eine zeitliche und räumliche Entzerrung zu erreichen, sollen die Expressfahrten zukünftig ab der Haltestelle „Alter Tivoli“ über die Krefelder Straße (Haltestelle „Karolinger Straße“) und über die Monheimsallee bis „Aachen Bushof“ bzw. „Elisenbrunnen“ und umgekehrt geführt werden.
Die Bezirksvertretung Laurensberg hat am 04.02.2026 im Rahmen einer Vorlage zu einem politischen Antrag beschlossen, den Linienverkehr in der Püngelerstraße zu reduzieren. Demnach soll die Linie 25 sowie die Nachtbuslinie N4 in einem Probebetrieb von zwei Jahren auf einem geändertem Linienweg ab der Haltestelle „Reutershag“ über die Vaalser Straße bis zur Haltestelle „Vaals Grenze“ und weiter bis „Vaals Busstation“ geführt werden. Die Linienwegänderung soll zum Fahrplanwechsel im September 2026 erfolgen. Gegen Ende des zweijährigen Probezeitraums wird die Änderung evaluiert und erneut in der Bezirksvertretung Laurensberg diskutiert.
ÖPNV-Angebot im Förderprojekt Haaren clever mobil
Die Schnellbuslinie SB71, Ortsbuslinie OL1 sowie NetLiner Haaren sind Bestandteile des Förderprojektes „Haaren clever mobil“, über das die Betriebskosten im Rahmen des Förderprogrammes „Mobil.NRW – Mobilität in lebenswerten Städten“ zu 80% gefördert werden. Der Förderzeitraum war ursprünglich bis Ende 2025 festgesetzt. Aufgrund der Brückenerneuerung auf der A544 und damit verbundenen Einschränkungen wurde eine Projektverlängerung bis Ende 2026 beantragt und bewilligt.
Die mit Hilfe der Förderung neu geschaffenen ÖPNV-Angebote wurden zwischenzeitlich evaluiert. Die Situation stellt sich wie folgt dar:
- Das flexible On-Demand-Angebot „NetLiner“ wird im gesamten Stadtbezirk an allen Wochentagen angeboten. Die Inbetriebnahme begann mit einer kostenlosen Testphase. In einer Testkundenveranstaltung wurde das Angebot und das Buchungssystem erklärt und Fragen beantwortet. Seit Betriebsaufnahme im September 2023 bis Ende 2025 wurde der NetLiner durchschnittlich 273-mal pro Monat genutzt. Leider ist die Nachfrage im Laufe des Projektes nicht gestiegen. Auch mehrfache Werbeaktionen haben nicht zu einer stärkeren Nutzung geführt. Selbst eine kostenlose Nutzungsmöglichkeit des NetLiners im November und Dezember 2025 hatte keinen positiven Effekt auf die Nachfrage.
- Die Ortsbuslinie OL1 verkehrt zwischen Hüls, Haaren Markt und Verlautenheide, in der Hauptverkehrszeit alle 30 Minuten und mit einem verlängerten Linienweg bis Eilendorf Bahnhof, dazwischen im 60-Min-Takt bis Verlautenheide. Der Fahrplan ist in Anlage 3 dargestellt. Maximal sind einzelne Fahrten am späten Nachmittag mit 5-6 Fahrgästen belegt. Die durchschnittliche maximale Belastung über alle Fahrten beträgt 2,5 Fahrgäste. Die höchste Nachfrage verzeichnet der Abschnitt zwischen Verlautenheide und Haaren Markt, wo durch andere Linien mindestens ein viertelstündiges ÖPNV-Angebot besteht. Zwischen Haaren und Hüls aber auch bis Eilendorf Bahnhof gibt es nur vereinzelte Fahrgäste.
- Die Schnellbuslinie SB71 verkehrt von Verlautenheide Endstraße über Haaren Markt - Bushof - Elisenbrunnen - Bahnhof Schanz bis Uniklinik und hält nur an ausgewählten Haltestellen. Die Nachfrage beträgt im Durchschnitt bis zu 30 Personen und stellt somit ein gut nachgefragtes und ergänzendes Angebot zwischen Verlautenheide/Haaren und der Innenstadt bzw. der Uniklinik dar.
Wie die Evaluation zeigt, hat die verfeinerte Ortserschließung mit dem NetLiner bzw. mit der Ortsbuslinie nur eine geringe Nachfrage generiert. Auch die besondere Berücksichtigung von Kundenwünschen und zusätzliche NetLiner-Spots sowie eine Linienweg- und Angebotsanpassung der Ortsbuslinie haben keine nennenswerte Zuwächse generiert.
Es muss entschieden werden, ob diese ÖPNV-Angebote nach Ablauf des Förderprojektes Ende 2026 weitergeführt werden sollen. Auf Basis der Evaluationsergebnisse wird empfohlen, die Schnellbuslinie SB71 beizubehalten. Damit ist eine Mehrleistung von ca. 72.000 Nutzwagen-km jährlich verbundenFür die Feinerschließung der Ortsteile Verlautenheide - Haaren - Hüls kann die Ortsbuslinie OL1 um ein weiteres Jahr bis Ende 2027 fortgeführt werden. Derzeit beläuft sich die jährliche Linienleistung auf rd. 80.000 Nutzwagen-km.
Da der NetLiner trotz mehrfacher Angebotsoptimierung keine wesentliche Nachfrage erzeugt, sollte dieses Angebot nach 2026 aus Kosten- und Effizienzgründen nicht fortgeführt werden.
Finanzielle Auswirkungen
Die von der ASEAG für 2026 geplanten Fahrplanmaßnahmen erfolgen im Rahmen des aktuellen öffentlichen Dienstleistungsauftrags: Die ASEAG darf Angebotsanpassungen unter Einhaltung der Qualitätsstandards im Linienverkehr von insgesamt +/-2% des jeweiligen Fahrplans vornehmen.
Mit der ASEAG und der Finanzverwaltung konnte Einvernehmen darüber erzielt werden, dass alle dargestellten Maßnahmen mit Ausnahme der Linien SB71 und OL1 als Ausgestaltung der vorhandenen, bereits genehmigten Verkehrsleistung angesehen werden. Für diese geplanten Maßnahmen fallen jährlich insgesamt ca. 4.950 Nutzwagen-km an. Der finanzielle planerische Netto-Mehraufwand durch Realisierung der Maßnahmen beträgt bei einem Sollkostensatz von 7,01 EUR/Nutzwagen-km ca. 34.700 EUR pro Jahr. Für die anteilige Fahrplananpassung ab Sommer diesen Jahres fallen damit für das Jahr 2026 Kosten in Höhe von rd. 11.600 EUR an. Dieser Mehraufwand ist nicht Bestandteil der Wirtschaftsplanung der ASEAG und erhöht voraussichtlich in vollem Umfang die von der E.V.A. an die ASEAG zu leistende Verlustübernahme aufgrund des geltenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags.
SB71 und OL1 sollen als Verkehrswendemaßnahmen direkt aus dem städtischen Haushalt - entsprechend Wirtschaftsplanung ASEAG - finanziert werden. Für die Linie SB71 würden sich jährliche Kosten in Höhe von rd. 517.000 EUR ergeben. Für die OL1 würden Kosten in Höhe von rd. 350.000 EUR in 2027 anfallen. Für das Jahr 2027 würden somit zusätzliche Kosten in Höhe von 867.000 EUR anfallen, die auf dem PSP-Element 4-120201-998-1 „ÖPNV-Ausbau“ zur Verfügung stehen. Die Kosten für die SB71 können auch in den Folgejahren aus dem bestehenden Ansatz des vorgenannten PSP-Elementes finanziert werden. Sollte im kommenden Jahr entschieden werden, dass die OL1 auch über das Jahr 2027 weiter fortgeführt wird, wären hierfür zusätzliche Mittel einzustellen.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen:
JA | NEIN | ||
X |
Investive Auswirkungen | Ansatz 2026 | Fortgeschriebener Ansatz 2026 | Ansatz 2027 ff. | Fortgeschriebener Ansatz 2027 ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | |||||||
Auszahlungen | |||||||
Ergebnis | |||||||
+ Verbesserung / - Verschlechterung | |||||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 2026 | Fortgeschriebener Ansatz 2026 | Ansatz 2027 ff. | Fortgeschriebener Ansatz 2027 ff. | Folgekosten (alt) | Folgekosten (neu) | |
Ertrag | |||||||
Personal-/ Sachaufwand | |||||||
Abschreibungen | |||||||
Ergebnis | |||||||
+ Verbesserung / - Verschlechterung | |||||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
Weitere Erläuterungen:
Siehe hierzu Absatz „Finanzielle Auswirkungen“
Klimarelevanz:
Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die
Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)
Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
X |
Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:
gering | mittel | groß | nicht ermittelbar |
X |
Zur Relevanz der Maßnahme für die Klimafolgenanpassung
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
X |
Größenordnung der Effekte
Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.
Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels) |
Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels) |
Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:
vollständig | |||
überwiegend (50% - 99%) | |||
teilweise (1% - 49 %) | |||
nicht | |||
X | nicht bekannt |
Abstimmungsergebnis
Weitere Dokumente (3)
Die Dokumente werden direkt vom Ratsinformationssystem der Stadt Aachen abgerufen und nicht von uns gespeichert oder gehostet.
Technische Details
ID: 1022010
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1022010
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2026-02-25 FB 68_0066_WP19 Fahrplanmassnahmen 20 SAO.pdf
11.3.2026
1.6 MB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 13
- Sitzung
- Sitzung des Mobilitätsausschusses und AVV Beirats der Stadt Aachen
- Gremium
- Mobilitätsausschuss
- Datum
- Do., 19.03.2026
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Entscheidungsvorlage
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Entscheidungsvorlage
- Federführend
- FB 68 - Mobilität und Verkehr
- Geändert
- 20.3.2026
- Inhalt abgerufen
- 19. Mai 2026 um 15:49