Türelüre-Lißje-Brunnen; hier: Anregung nach § 24 GO NRW vom 19.09.2024
BA 0/0010/WP19 · Entscheidungsvorlage
Türelüre-Lißje-Brunnen; hier: Anregung nach § 24 GO NRW vom 19.09.2024
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Vor Einstieg in die Beratung teilt Frau Bezirksbürgermeisterin Penalosa mit, zu dem Thema habe es sehr
emotionale Diskussionen gegeben und deshalb bitte sie, die Diskussion heute sachlich zu führen. Sie merkt an,
auch Mitarbeiter*innen der Verwaltung hätten das Recht, einen Antrag nach der Gemeindeordnung zu stellen
und kritisiert die teilweise sehr unsachlichen Beiträge in Social Media hierzu. Die Meinungen zu dem Brunnen seien sehr unterschiedlich, jedoch gehe sie davon aus, dass heute eine gute Lösung gefunden werde.
Herr Stepken teilt mit, in der Ausführungsplanung sei ein Bereich für einen Spielplatz/Brunnen vorgesehen.
Seine Fraktion spreche sich dafür aus, an dieser Stelle ein Spielgerät aufzustellen und den Brunnen anderweitig anzubringen. Er regt an, folgenden geänderten Beschlussvorschlag zu beschließen:
„Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis und beschließt,
an der in der Ausführungsplanung bezeichneten Stelle „Platzhalter Türelüre-Lißje-Brunnen / Spielgerät“ ein Spielgerät aufzustellen. Die Verwaltung wird gebeten, für die Türelüre-Lißje-Skulptur eine andere geeignete
Stelle in der Stadt zu finden sowie den gesellschaftlichen Kontext durch geeignete Maßnahmen kenntlich zu machen.“
Herr Deloie lehnt den geänderten Beschlussvorschlag ab. Für ihn gehe die Darstellung des Brunnens zurück auf ein Kinderlied mit Bezug auf die Klappergasse und in dem Bereich sollte der Brunnen auch wieder aufgestellt werden. Entsprechend der Stellungnahme des Stadtarchivs sollte eine Kontextualisierung erfolgen, die sich auf
die zeithistorische Einordnung, den bürgerschaftlichen Einsatz und die Aachener Mundart bei der Darstellung
des Kunstwerkes beziehe und ebenso die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Mobbing, sexualisierte Gewalt und Unterdrückung beinhalte. Des Weiteren merkt er an, im näheren Umfeld gebe es bereits mehrere Spielmöglichkeiten für Kinder, z.B. der Spielplatz am Lindenplatz und eine Spielfläche in der Augustinergasse.
Herr Nimmerrichter ist dagegen, den Brunnen nach der Baumaßnahme wieder aufzustellen. Aus pädagogischer Sicht und im Hinblick auf die Gleichstellung der Geschlechter halte er das Motiv des Brunnens für sehr
problematisch. Der Brunnen gehöre nicht ins Stadtbild von Aachen.
Herr Klingebiel bekräftigt, die Bezirksvertretung sollte sich dem Beschluss des Bürgerforums anschließen.
Hier sei ein guter Kompromiss gefunden worden und man sollte sich über die Entscheidung des Bürgerforums nicht hinwegsetzen. Eine Kommentierung zur historischen und gesellschaftlichen Einordnung des Motivs biete die Möglichkeit, die Problematik zu erklären.
Frau Radermacher begrüßt die Diskussion im Bürgerforum, bei der unterschiedliche Meinungen und
Interpretationen zu der Skulptur vorgetragen worden seien. Dem geänderten Beschlussvorschlag stimmt sie
nicht zu. Sie ist für die Aufstellung des Brunnens im Bereich des jetzigen Standortes mit einer Info-Tafel, die
eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema enthalte. Sie bezweifelt, dass ein anderer Platz für die
Skulptur gefunden werden könne. Bezogen auf die Aufstellung eines Spielgerätes anstatt des Brunnens verweist auch sie auf die Spielmöglichkeiten für Kinder, die sich in der Nähe befinden.
Herr Pabst schließt sich dem Beschlussvorschlag der Verwaltung an. Der Brunnen sollte im Umfeld des jetzigen Standortes wieder aufgestellt werden. Das Kunstwerk mit entsprechender Kommentierung könne dazu anregen, sich mit der Problematik auseinanderzusetzen.
Frau Lüttgen betont, der Brunnen stelle eine Mobbing- und Gewaltsituation dar. Ihrer Meinung nach reiche eine Kommentierung nicht aus, um hinreichend auf die Problematik hinzuweisen. Es werde ein schöner neuer Platz gestaltet, wo es Kindern wohlgehen sollte und sie nicht sehen müssten, wie ein Kind gequält werde. Kinder
erlebten jeden Tag, was Mobbing sei. Es brauche keinen Brunnen, der hieran erinnere. Hier sollte etwas
Neues für Kinder geschaffen werden. Der Brunnen könnte beispielsweise in einem Museum aufgestellt werden.
Frau Luczak merkt an, einem beschließenden Gremium müsse es erlaubt sein, über einen Beschluss des
Bürgerforums zu diskutieren und ggf. zu einer anderen Entscheidung zu kommen. Seit der Entstehung des
Brunnens habe sich einiges entwickelt. Heute sei Mobbing, vor allem in den Schulen, ein sehr wichtiges Thema und viele Kinder würden unter Mobbing leiden. Ein Brunnen, der dieses Thema darstelle, gehöre nicht mitten in die Stadt, auf einen Platz, der schön gestaltet werden solle und auf dem sich Kinder wohlfühlen
sollen.
Herr Demmer bezieht sich auf den Beschluss des Bürgerforums, dem man sich anschließen sollte.
Der Brunnen sollte entsprechend der Empfehlung des Bürgerforums aufgestellt werden. Den geänderten
Beschlussvorschlag lehnt er ab.
Herr Yenen führt aus, der Türelüre-Lißje-Brunnen zeige eine Darstellung, die Mobbing und sexualisierte Gewalt verharmlose. Es mache für ihn keinen Sinn, über Gleichberechtigung oder gesellschaftlichem Fortschritt zu
sprechen, und dann hier einen Brunnen aufzustellen, dessen Symbolik genau das Gegenteil darstelle.
Der Brunnen gehöre allenfalls in ein Museum, jedoch nicht auf den vorgesehenen Platz.
Frau Weineck geht auf die Historie der Klappergasse ein und berichtet, dass es dort eine Mühle gegeben habe. Sie gibt zu überlegen, auf dem Platz ein Spielgerät aufzustellen, das hierzu Bezug nehme.
Nach der sehr eingehenden, intensiven Diskussion des Themas wird die Sitzung zur Beratung für kurze Zeit unterbrochen.
Hiernach lässt Frau Bezirksbürgermeisterin Penalosa zunächst über den weitergehenden Beschlussvorschlag der Fraktion Grüne abstimmen. Der geänderte Beschlussvorschlag wird mit 7 Ja- und 12 Gegenstimmen
mehrheitlich abgelehnt.
Anschließend erfolgt die Abstimmung über den Beschlussvorschlag der Verwaltung. Die Abstimmung hierüber
ist in der Fraktion Grüne freigegeben.
Folgender Beschluss wird gefasst.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis und beschließt, die Türelüre-Lißje-Skulptur auch nach der Umgestaltung des Platzes am bzw. im Umfeld des jetzigen Standortes zu erhalten und den geschichtlichen sowie gesellschaftlichen Kontext durch geeignete Maßnahmen kenntlich zu machen.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen:
JA | NEIN | ||
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Folge-kosten (alt) | Folge-kosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):
Keine
Klimarelevanz:
Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die
Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)
Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:
gering | mittel | groß | nicht ermittelbar |
Zur Relevanz der Maßnahme für die Klimafolgenanpassung
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
Größenordnung der Effekte
Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.
Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels) |
Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels) |
Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:
vollständig | |||
überwiegend (50% - 99%) | |||
teilweise (1% - 49 %) | |||
nicht | |||
nicht bekannt |
Abstimmungsergebnis
Weitere Dokumente (2)
Die Dokumente werden direkt vom Ratsinformationssystem der Stadt Aachen abgerufen und nicht von uns gespeichert oder gehostet.
Technische Details
ID: 1022717
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1022717
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2026-03-24 BA 0_0010_WP19 Tuereluere-Lissje-Brunn SAO.pdf
30.3.2026
3.5 MB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 4
- Sitzung
- Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Mitte
- Gremium
- Bezirksvertretung Aachen-Mitte
- Datum
- Mi., 15.04.2026
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Entscheidungsvorlage
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Entscheidungsvorlage
- Federführend
- B 0 - Bezirksvertretung Aachen-Mitte/Geschäftsstelle
- Geändert
- 21.5.2026
- Inhalt abgerufen
- 8. Juli 2026 um 17:25