15. April 2026 um 17:00, Rathaus
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Türelüre-Lißje-Brunnen; hier: Anregung nach § 24 GO NRW vom 19.09.2024

BA 0/0010/WP19 · Entscheidungsvorlage

Türelüre-Lißje-Brunnen; hier: Anregung nach § 24 GO NRW vom 19.09.2024

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Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Vor Einstieg in die Beratung teilt Frau Bezirksbürgermeisterin Penalosa mit, zu dem Thema habe es sehr

emotionale Diskussionen gegeben und deshalb bitte sie, die Diskussion heute sachlich zu führen. Sie merkt an,

auch Mitarbeiter*innen der Verwaltung hätten das Recht, einen Antrag nach der Gemeindeordnung zu stellen

und kritisiert die teilweise sehr unsachlichen Beiträge in Social Media hierzu. Die Meinungen zu dem Brunnen seien sehr unterschiedlich, jedoch gehe sie davon aus, dass heute eine gute Lösung gefunden werde.

Herr Stepken teilt mit, in der Ausführungsplanung sei ein Bereich für einen Spielplatz/Brunnen vorgesehen.

Seine Fraktion spreche sich dafür aus, an dieser Stelle ein Spielgerät aufzustellen und den Brunnen anderweitig anzubringen. Er regt an, folgenden geänderten Beschlussvorschlag zu beschließen:

„Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis und beschließt,

an der in der Ausführungsplanung bezeichneten Stelle „Platzhalter Türelüre-Lißje-Brunnen / Spielgerät“ ein Spielgerät aufzustellen. Die Verwaltung wird gebeten, für die Türelüre-Lißje-Skulptur eine andere geeignete

Stelle in der Stadt zu finden sowie den gesellschaftlichen Kontext durch geeignete Maßnahmen kenntlich zu machen.“

Herr Deloie lehnt den geänderten Beschlussvorschlag ab. Für ihn gehe die Darstellung des Brunnens zurück auf ein Kinderlied mit Bezug auf die Klappergasse und in dem Bereich sollte der Brunnen auch wieder aufgestellt werden. Entsprechend der Stellungnahme des Stadtarchivs sollte eine Kontextualisierung erfolgen, die sich auf

die zeithistorische Einordnung, den bürgerschaftlichen Einsatz und die Aachener Mundart bei der Darstellung

des Kunstwerkes beziehe und ebenso die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Mobbing, sexualisierte Gewalt und Unterdrückung beinhalte. Des Weiteren merkt er an, im näheren Umfeld gebe es bereits mehrere Spielmöglichkeiten für Kinder, z.B. der Spielplatz am Lindenplatz und eine Spielfläche in der Augustinergasse.

Herr Nimmerrichter ist dagegen, den Brunnen nach der Baumaßnahme wieder aufzustellen. Aus pädagogischer Sicht und im Hinblick auf die Gleichstellung der Geschlechter halte er das Motiv des Brunnens für sehr

problematisch. Der Brunnen gehöre nicht ins Stadtbild von Aachen.

Herr Klingebiel bekräftigt, die Bezirksvertretung sollte sich dem Beschluss des Bürgerforums anschließen.

Hier sei ein guter Kompromiss gefunden worden und man sollte sich über die Entscheidung des Bürgerforums nicht hinwegsetzen. Eine Kommentierung zur historischen und gesellschaftlichen Einordnung des Motivs biete die Möglichkeit, die Problematik zu erklären.

Frau Radermacher begrüßt die Diskussion im Bürgerforum, bei der unterschiedliche Meinungen und

Interpretationen zu der Skulptur vorgetragen worden seien. Dem geänderten Beschlussvorschlag stimmt sie

nicht zu. Sie ist für die Aufstellung des Brunnens im Bereich des jetzigen Standortes mit einer Info-Tafel, die

eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema enthalte. Sie bezweifelt, dass ein anderer Platz für die

Skulptur gefunden werden könne. Bezogen auf die Aufstellung eines Spielgerätes anstatt des Brunnens verweist auch sie auf die Spielmöglichkeiten für Kinder, die sich in der Nähe befinden.

Herr Pabst schließt sich dem Beschlussvorschlag der Verwaltung an. Der Brunnen sollte im Umfeld des jetzigen Standortes wieder aufgestellt werden. Das Kunstwerk mit entsprechender Kommentierung könne dazu anregen, sich mit der Problematik auseinanderzusetzen.

Frau Lüttgen betont, der Brunnen stelle eine Mobbing- und Gewaltsituation dar. Ihrer Meinung nach reiche eine Kommentierung nicht aus, um hinreichend auf die Problematik hinzuweisen. Es werde ein schöner neuer Platz gestaltet, wo es Kindern wohlgehen sollte und sie nicht sehen müssten, wie ein Kind gequält werde. Kinder

erlebten jeden Tag, was Mobbing sei. Es brauche keinen Brunnen, der hieran erinnere. Hier sollte etwas

Neues für Kinder geschaffen werden. Der Brunnen könnte beispielsweise in einem Museum aufgestellt werden.

Frau Luczak merkt an, einem beschließenden Gremium müsse es erlaubt sein, über einen Beschluss des

Bürgerforums zu diskutieren und ggf. zu einer anderen Entscheidung zu kommen. Seit der Entstehung des

Brunnens habe sich einiges entwickelt. Heute sei Mobbing, vor allem in den Schulen, ein sehr wichtiges Thema und viele Kinder würden unter Mobbing leiden. Ein Brunnen, der dieses Thema darstelle, gehöre nicht mitten in die Stadt, auf einen Platz, der schön gestaltet werden solle und auf dem sich Kinder wohlfühlen

sollen.

Herr Demmer bezieht sich auf den Beschluss des Bürgerforums, dem man sich anschließen sollte.

Der Brunnen sollte entsprechend der Empfehlung des Bürgerforums aufgestellt werden. Den geänderten

Beschlussvorschlag lehnt er ab.

Herr Yenen führt aus, der Türelüre-Lißje-Brunnen zeige eine Darstellung, die Mobbing und sexualisierte Gewalt verharmlose. Es mache für ihn keinen Sinn, über Gleichberechtigung oder gesellschaftlichem Fortschritt zu

sprechen, und dann hier einen Brunnen aufzustellen, dessen Symbolik genau das Gegenteil darstelle.

Der Brunnen gehöre allenfalls in ein Museum, jedoch nicht auf den vorgesehenen Platz.

Frau Weineck geht auf die Historie der Klappergasse ein und berichtet, dass es dort eine Mühle gegeben habe. Sie gibt zu überlegen, auf dem Platz ein Spielgerät aufzustellen, das hierzu Bezug nehme.

Nach der sehr eingehenden, intensiven Diskussion des Themas wird die Sitzung zur Beratung für kurze Zeit unterbrochen.

Hiernach lässt Frau Bezirksbürgermeisterin Penalosa zunächst über den weitergehenden Beschlussvorschlag der Fraktion Grüne abstimmen. Der geänderte Beschlussvorschlag wird mit 7 Ja- und 12 Gegenstimmen

mehrheitlich abgelehnt.

Anschließend erfolgt die Abstimmung über den Beschlussvorschlag der Verwaltung. Die Abstimmung hierüber

ist in der Fraktion Grüne freigegeben.

Folgender Beschluss wird gefasst.

Beschluss

Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis und beschließt, die Türelüre-Lißje-Skulptur auch nach der Umgestaltung des Platzes am bzw. im Umfeld des jetzigen Standortes zu erhalten und den geschichtlichen sowie gesellschaftlichen Kontext durch geeignete Maßnahmen kenntlich zu machen.

Beschlussvorschlag

Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis und beschließt, die Türelüre-Lißje-Skulptur auch nach der Umgestaltung des Platzes am bzw. im Umfeld des jetzigen Standortes zu erhalten und den geschichtlichen sowie gesellschaftlichen Kontext durch geeignete Maßnahmen kenntlich zu machen.

Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen:

JA

NEIN

Investive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Gesamt­bedarf (alt)

Gesamt­bedarf (neu)

Einzahlungen

0

0

0

0

0

0

Auszahlungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Folge-kosten (alt)

Folge-kosten (neu)

Ertrag

0

0

0

0

0

0

Personal-/

Sachaufwand

0

0

0

0

0

0

Abschreibungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):

Keine


Klimarelevanz:

Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die

Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)

Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:

gering

mittel

groß

nicht ermittelbar

Zur Relevanz der Maßnahme für die Klimafolgenanpassung

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

Größenordnung der Effekte

Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.

Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels)

Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels)

Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:

vollständig

überwiegend (50% - 99%)

teilweise (1% - 49 %)

nicht

nicht bekannt

Abstimmungsergebnis

Mehrheitlich, 12 Ja-Stimmen, 7 Gegenstimmen

Weitere Dokumente (2)

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Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2026-03-24 BA 0_0010_WP19 Tuereluere-Lissje-Brunn SAO.pdf

30.3.2026

3.5 MB

Betroffene Straßen

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Metadaten

TOP
Ö 4
Sitzung
Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Mitte
Gremium
Bezirksvertretung Aachen-Mitte
Datum
Mi., 15.04.2026
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Entscheidungsvorlage
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Entscheidungsvorlage
Federführend
B 0 - Bezirksvertretung Aachen-Mitte/Geschäftsstelle
Geändert
21.5.2026
Inhalt abgerufen
8. Juli 2026 um 17:25