Demographiekonzept der Stadt Aachen, Ratsantrag 071/18 der SPD-Fraktion „Dem demografischen Wandel begegnen – Erstellung eines ressortübergreifenden, strategischen Demografiekonzepts"
FB 56/0037/WP19 · Entscheidungsvorlage
Beratung
Der Bezirksbürgermeister weist auf die Beratungsfolge hin, die die schlussendliche Beratung im Rat der Stadt zum Inhalt habe.
Herr Hoffner legt dar, dass der Oberbürgermeister das Thema an sich gezogen habe und fragt, welchen Hinterrund diese Handlung gehabt habe und ob es Ergänzungen gegeben habe.
Weder Herrn von Thenen noch Frau Stühlen ist der Behauptungsvortrag von Herrn Hoffner in der Sache bekannt.
Herr Krott betont, dass man mit dem Demographiekonzept zwar zu spät dran, nun aber auf einem guten Weg sei, was auch die breite Beteiligung aller Ausschüsse darlege. Die hohe Altersstruktur im Bezirk zeige, wie wichtig es sei, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Herr Gilles schließt sich seinem Vorredner an. Es handle sich um ein eklatant wichtiges Thema, bei dem jedoch auch die Auswirkungen auf die jüngere Bevölkerung nicht außer Acht gelassen werden sollten.
Frau Nußbaum bedankt sich stellvertretend für die CDU-Fraktion für das umfassende Konzept, welches eine gute Grundlage dafür darstelle, wie die zukünftigen Entwicklungen der Stadt zielgerichtet angegangen werden können. Es berücksichtige alle wichtigen Handlungsfelder wie Freizeit, Sport und Kultur, Bildung Teilhabe sowie Mobilität und Infrastruktur und man begrüße es sehr, dass es damit die Sicherung der generationsübergreifenden Lebensqualität zum Inhalt habe. Abschließend formuliert sie die Bitte, auch den Alterdurchschnitt unter 60 nicht unberücksicht zu lassen.
Herr Dunker sieht in dem Konzept großes Potenzial für den Bezirk. Er sieht keinen Widerspruch insofern, als dass bestimmte Maßnahmen gleichermaßen einen Mehrwert sowohl für Senior*innen als auch für Kinder darstellen könnten, bspw. bei der Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Der Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie empfiehlt dem Rat der Stadt Aachen, das Demographiekonzept zu beschließen und die Verwaltung mit der Umsetzung darin enthaltener Handlungsmaßnahmen sowie mit der Erstellung eines darauf aufbauenden Senior*innenförderplans zu beauftragen.
Der Rat der Stadt Aachen beschließt das Demographiekonzept und beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung darin enthaltener Handlungsmaßnahmen sowie mit der Erstellung einesdarauf aufbauendenSenior*innenförderplans.
Erläuterungen
Ausgangslage und Hintergrund
Mit Datum vom 18.02.2021 wurde die Verwaltung mit dem Ratsantrag 071/18 der SPD-Fraktion „Dem demografischen Wandel begegnen – Erstellung eines ressortübergreifenden, strategischen Demografiekonzepts" damit beauftragt, ein Demographiekonzept für die Stadt Aachen zu erstellen. Unter anderem aufgrund der Flüchtlingskrise und Energiekrise im Kontext des Ukraine-Krieges musste die Arbeit an dem Konzept unterbrochen werden, da durch die Entwicklungen die Sozialplanung in anderen dringlichen Prozessen gebunden war.
Das Konzept wurden mit dem Fokus auf den demographischen Alterungsprozesses und dem damit einhergehenden stark steigenden Anteil älterer Bevölkerung erarbeitet. Es vereint sowohl die gesamtstädtische Betrachtungsebene als auch den Blick auf einzelne Quartiere. Im Mittelpunkt des strategischen Konzeptes steht die Heterogenität der älteren Bevölkerung mit ihren unterschiedlichen Lebenslagen, Bedürfnissen und Anforderungen. Diese bildet die Grundlage für konkrete Handlungsempfehlungen in verschiedenen Handlungsfeldern.
Vorgehen in der Konzepterstellung
Um die Vielfalt der Perspektiven auf den demographischen Wandel in unterschiedlichen Handlungsfeldern abzubilden und dem Anspruch eines ressortübergreifenden und integrierten Vorgehens gerecht zu werden, wurden im Erstellungsprozess zahlreiche Akteur*innen einbezogen:
Neben der Fachexpertise verschiedener Verwaltungsbereiche der Stadt und StädteRegion Aachen wirkten insbesondere Vertreter*innen der Politik und der Freien Wohlfahrtspflege, der Senior*innenrat sowie Ehrenamtliche, Besucher*innen und Leitungen von Begegnungszentren mit. Darüber hinaus wurde wissenschaftliche Expertise durch Vertreter*innen der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen und der RWTH Aachen eingebunden.
Aufbau und Gliederungsstruktur des Konzeptes
Das einführende Kapitel beschreibt sowohl den Entstehungshintergrund des Konzeptes als auch die demographische Ausgangslage in Aachen und die städtische Bevölkerungsprognose. Dabei wird insbesondere die Vielfalt der älteren Bevölkerung und deren spezifische Lebenssituationen hervorgehoben.
Im Hauptteil des Werkes werden die Anforderungen des demographischen Alterungsprozesses in acht Handlungsfeldern untersucht. Diese orientieren sich – im Sinne einer integrierten Vorgehensweise – an der Gliederung anderer städtischer Planwerke (z. B. des entstehenden Inklusionsplans) und wurden wie folgt festgelegt:
Handlungsfelder:
- Gesundheit und Pflege
- Wohnen und Quartier
- Innovation und Digitalisierung
- Arbeit und Einkommen
- Soziales und Begegnung
- Freizeit, Sport und Kultur
- Bildung und Teilhabe
- Mobilität und Infrastruktur
Innerhalb dieser Handlungsfelder werden spezifische Aspekte und Bedarfe im Zusammenhang mit dem demographischen Alterungsprozess herausgearbeitet. Thematische Exkurse vertiefen diese und ermöglichen zusätzliche Perspektivwechsel. Jedes Handlungsfeld mündet in drei konkrete Handlungsempfehlungen.
Ein zusätzliches Kapitel zum räumlichen Fokus stellt einzelne Aspekte und Handlungsbedarfe auf räumlicher Ebene in den Fokus, um neben der gesamtstädtischen Betrachtung auch einen kleinräumigeren Ansatz zu integrieren. Insgesamt ist das Demographiekonzept anwendungs- und umsetzungsorientiertes aufgebaut und bietet konkrete Handlungsimpulse.
Zusammenfassung
Das Demographiekonzept der Stadt Aachen zeigt deutlich: Der demographische Wandel ist längst Teil des Alltagslebens und stellt die Stadt schon heute vor neue Aufgaben.
- Sowohl die Anzahl als auch der Anteil an älteren und älter werdenden sowie hochbetagten Menschen in Aachen wird aktuell und in den nächsten Jahren deutlich ansteigen
- Diese Entwicklung stellt bereits jetzt und in den nächsten Jahren in einem noch nie dagewesenen Ausmaß Anforderungen an Infrastrukturen und notwendige Angebote (z. B. in der Pflege, dem Wohnen etc.).
- Aufgrund der Heterogenität der älteren Menschen (u.a. in Bezug auf sozioökonomische, kulturelle, gesundheitliche Hintergründe) sind die Bedarfslagen sehr verschieden, wodurch auch die benötigten Angebote differenziert und spezifisch ausgestaltet sowie interdisziplinär abgestimmt sein müssen.
- Auch die räumliche Verteilung der älteren Menschen und vorhandener Angebote sind im Stadtgebiet sehr unterschiedlich ausgeprägt. Daher muss die Ausgestaltung lokaler Antworten auf den demographischen Alterungsprozess auch kleinräumig differenziert und nach Bedarfslagen in den Quartieren erfolgen.
- Eine Umsetzung von Handlungsempfehlungen muss stets in interdisziplinärer Zusammenarbeit und mit einem integrierten und abgestimmten Vorgehen erfolgen.
Zugleich eröffnet der Wandel neue Chancen. Aachen verfügt über eine starke Wissenschaftslandschaft, engagierte zivilgesellschaftliche Strukturen und ein hohes Maß an Innovationskraft. Dieses Potenzial gilt es zu bündeln – für neue Formen des Wohnens, vernetzte Pflegeangebote, digitale Unterstützungssysteme und funktionierende Quartierskonzepte. So kann der demographische Wandel zu einem Motor für soziale Innovation und zukunftsfähige Stadtentwicklung werden.
Das Demographiekonzept bietet hierfür den strategischen Rahmen. Es definiert zentrale Prinzipien: gezielte kommunale Steuerung, starke Quartiere als Lebensräume, digitale Unterstützung, vernetzte Akteur*innen und die konsequente Verankerung des demographischen Blicks in allen Planungsprozessen. Der demographische Wandel ist somit auch als eine Gestaltungsaufgabe mit großem Potenzial für Aachen zu verstehen. Entscheidend wird sein, notwendige Maßnahmen entschlossen und zügig umzusetzen.
Aufbauend auf dem Demographiekonzept soll ein Senior*innenförderplan erarbeitet werden, der konkretisiert, welche Handlungsmaßnahmen seitens der Kommune auf den Weg gebracht werden. Dabei ist zu präzisieren, welche Infrastrukturbedarfe (z.B. Begegnungs-/Pflegeorte) sich verändern oder erforderlich sind und welche Ressourcenbedarfe und Zeitplanungen mit einzelnen Maßnahmen verbunden sind.
Die Mitglieder des Ausschusses erhalten das Konzept vorab als Anlage zur Vorlage (PDF-Datei). Der Druck des Werkes wird im Anschluss/nach Entscheidung durch den Rat der Stadt Aachen erfolgen.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen:
JA | NEIN | ||
X |
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Folge-kosten (alt) | Folge-kosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):
Keine
Klimarelevanz:
Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die
Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)
Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:
gering | mittel | groß | nicht ermittelbar |
x |
Zur Relevanz der Maßnahme für die Klimafolgenanpassung
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Größenordnung der Effekte
Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.
Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels) |
Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels) |
Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:
vollständig | |||
überwiegend (50% - 99%) | |||
teilweise (1% - 49 %) | |||
nicht | |||
nicht bekannt |
Weitere Dokumente (1)
Die Dokumente werden direkt vom Ratsinformationssystem der Stadt Aachen abgerufen und nicht von uns gespeichert oder gehostet.
Technische Details
ID: 1022767
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1022767
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2026-01-23 FB 56_0037_WP19 Demographiekonzept d SAO.pdf
12.3.2026
59.0 MB
Metadaten
- TOP
- Ö 10
- Sitzung
- Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Kornelimünster / Walheim
- Gremium
- Bezirksvertretung Aachen-Kornelimünster / Walheim
- Datum
- Mi., 15.04.2026
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Entscheidungsvorlage
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Entscheidungsvorlage
- Federführend
- FB 56 - Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration
- Geändert
- 4.6.2026
- Inhalt abgerufen
- 3. September 2026 um 01:31