TOP 9Öffentlich

Demographiekonzept der Stadt Aachen, Ratsantrag 071/18 der SPD-Fraktion „Dem demografischen Wandel begegnen – Erstellung eines ressortübergreifenden, strategischen Demografiekonzepts"

FB 56/0037/WP19 · Entscheidungsvorlage

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Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Frau Blumberg stellt anhand einer Power-Point-Präsentation (Anlage zu TOP 9 Ö) das Demographiekonzept der Stadt Aachen vor. Dabei geht sie auf die Ausgangslage und den Hintergrund, das Vorgehen, den Zeitplan, die Zielgruppen in den Quartieren sowie auf die räumliche Heterogenität im Kontext des SGB XII-Bezugs von Grundsicherung im Alter ein. Weitergehend gibt sie einen Überblick über den Aufbau und die Struktur sowie die verschiedenen Handlungsfelder, von denen sie insbesondere die Handlungsfelder „Gesundheit und Pflege“ und „Soziales und Begegnung“ in den Fokus rückt.

Im Handlungsfeld „Gesundheit und Pflege“ ziele man insbesondere darauf ab, das Wissen zu Pflegeangeboten verständlich und vor Ort zu verbreiten, hinsichtlich Wohnungslosigkeit und Pflegebedarf neue Denkansätze zu entwickeln und eine nachhaltige Versorgung von Pflege im Quartier durch effiziente Flächennutzung zu ermöglichen. Das Ziel im Handlungsfeld „Soziales und Begegnung“ bestünde in der Etablierung von Alltagshilfen und gezielter Vernetzung, Entwicklung präventiver Maßnahme zur Verhinderung von Einsamkeit im Alter sowie Förderung von Erfahrungsaustausch von Menschen der älteren Generation.

Frau Parting bedankt sich im Namen der SPD-Fraktion für die kompetente fachliche Umsetzung des Antrags. Es sei sehr gute Arbeit geleistet worden, welche die Herausforderungen gut sichtbar mache und eine gute Grundlage für den Senior*innenförderplan sei.

Frau Michulitz kritisiert, dass ihrer Meinung nach noch ein Handlungsfeld „Kommunikation“ fehle. Für das Demographiekonzept müsse ein breites Bewusstsein in der Bevölkerung geschaffen werden, welches aktuell nicht vorhanden sei. Zudem lasse sich die Einsamkeit von Menschen in Wohnungen nicht berechnen, hier wünsche sie sich mehr konkretere Maßnahmen mit dem Ziel, dass ältere Menschen sich nicht nur in ihnen Wohnungen aufhielten. Dazu sei entsprechende Öffentlichkeitsarbeit erforderlich.

Herr Schweden bedankt sich für bei Frau Blumberg für den Vortrag. Er merkt an, dass Menschen mit Behinderung in Einrichtungen, die Eingliederungshilfe erhalten, in den dargestellten Personengruppen nicht auftauchen. Es sei wichtig, auch auf diese zu achten, da sie andere Bedarfe hätten.

Frau Eschweiler bedankt sich ebenfalls für den Vortrag und regt an, sich mit der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft auszutauschen.

Herr Frieders erklärt, das Demographiekonzept zeige, wie wichtig Orte der Begegnung seien. Diese wären seines Erachtens zu identifizieren und zu stärken, sodass er sich gegen etwaige Kürzungen in diesem Bereich ausspreche.

Frau Bergk bedankt sich für das Demographiekonzept. Sie berichtet aus ihren Erfahrungen als Projektplanerin für die altengerechte Quartiersentwicklung im Westparkviertel in Kooperation mit der Stadt Aachen. Damals habe es keine Anschlussfinanzierung für das Projekt gegeben. Umso erfreulicher sei es, dass das vorgestellte Konzept für die gesamte Stadt aufgelegt worden sei. Sie hoffe auf gute Ideen zur Reduzierung von Einsamkeit im Alter.

Herr Wende spricht seinen Dank an die Verwaltung für die Erstellung des Demographiekonzepts aus.

Herr Beigeordneter Hissel erklärt, dass das vorgestellte Demographiekonzept ein wissenschaftliches Planwerk sei, auf dessen Grundlage dann die weitere Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation erfolgen werde.

Beschluss

Der Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie empfiehlt dem Rat der Stadt Aachen, das Demographiekonzept zu beschließen und die Verwaltung mit der Umsetzung darin enthaltener Handlungsmaßnahmen sowie mit der Erstellung eines darauf aufbauenden Senior*innenförderplans zu beauftragen.

Beschlussvorschlag

Der Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie empfiehlt dem Rat der Stadt Aachen, das Demographiekonzept zu beschließen und die Verwaltung mit der Umsetzung darin enthaltener Handlungsmaßnahmen sowie mit der Erstellung eines darauf aufbauenden Senior*innenförderplans zu beauftragen.

Der Rat der Stadt Aachen beschließt das Demographiekonzept und beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung darin enthaltener Handlungsmaßnahmen sowie mit der Erstellung einesdarauf aufbauendenSenior*innenförderplans.

Erläuterungen

Ausgangslage und Hintergrund

Mit Datum vom 18.02.2021 wurde die Verwaltung mit dem Ratsantrag 071/18 der SPD-Fraktion „Dem demografischen Wandel begegnen – Erstellung eines ressortübergreifenden, strategischen Demografiekonzepts" damit beauftragt, ein Demographiekonzept für die Stadt Aachen zu erstellen. Unter anderem aufgrund der Flüchtlingskrise und Energiekrise im Kontext des Ukraine-Krieges musste die Arbeit an dem Konzept unterbrochen werden, da durch die Entwicklungen die Sozialplanung in anderen dringlichen Prozessen gebunden war.

Das Konzept wurden mit dem Fokus auf den demographischen Alterungsprozesses und dem damit einhergehenden stark steigenden Anteil älterer Bevölkerung erarbeitet. Es vereint sowohl die gesamtstädtische Betrachtungsebene als auch den Blick auf einzelne Quartiere. Im Mittelpunkt des strategischen Konzeptes steht die Heterogenität der älteren Bevölkerung mit ihren unterschiedlichen Lebenslagen, Bedürfnissen und Anforderungen. Diese bildet die Grundlage für konkrete Handlungsempfehlungen in verschiedenen Handlungsfeldern.

Vorgehen in der Konzepterstellung

Um die Vielfalt der Perspektiven auf den demographischen Wandel in unterschiedlichen Handlungsfeldern abzubilden und dem Anspruch eines ressortübergreifenden und integrierten Vorgehens gerecht zu werden, wurden im Erstellungsprozess zahlreiche Akteur*innen einbezogen:
Neben der Fachexpertise verschiedener Verwaltungsbereiche der Stadt und StädteRegion Aachen wirkten insbesondere Vertreter*innen der Politik und der Freien Wohlfahrtspflege, der Senior*innenrat sowie Ehrenamtliche, Besucher*innen und Leitungen von Begegnungszentren mit. Darüber hinaus wurde wissenschaftliche Expertise durch Vertreter*innen der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen und der RWTH Aachen eingebunden.

Aufbau und Gliederungsstruktur des Konzeptes

Das einführende Kapitel beschreibt sowohl den Entstehungshintergrund des Konzeptes als auch die demographische Ausgangslage in Aachen und die städtische Bevölkerungsprognose. Dabei wird insbesondere die Vielfalt der älteren Bevölkerung und deren spezifische Lebenssituationen hervorgehoben.

Im Hauptteil des Werkes werden die Anforderungen des demographischen Alterungsprozesses in acht Handlungsfeldern untersucht. Diese orientieren sich – im Sinne einer integrierten Vorgehensweise – an der Gliederung anderer städtischer Planwerke (z. B. des entstehenden Inklusionsplans) und wurden wie folgt festgelegt:

Handlungsfelder:

  • Gesundheit und Pflege
  • Wohnen und Quartier
  • Innovation und Digitalisierung
  • Arbeit und Einkommen
  • Soziales und Begegnung
  • Freizeit, Sport und Kultur
  • Bildung und Teilhabe
  • Mobilität und Infrastruktur

Innerhalb dieser Handlungsfelder werden spezifische Aspekte und Bedarfe im Zusammenhang mit dem demographischen Alterungsprozess herausgearbeitet. Thematische Exkurse vertiefen diese und ermöglichen zusätzliche Perspektivwechsel. Jedes Handlungsfeld mündet in drei konkrete Handlungsempfehlungen.

Ein zusätzliches Kapitel zum räumlichen Fokus stellt einzelne Aspekte und Handlungsbedarfe auf räumlicher Ebene in den Fokus, um neben der gesamtstädtischen Betrachtung auch einen kleinräumigeren Ansatz zu integrieren. Insgesamt ist das Demographiekonzept anwendungs- und umsetzungsorientiertes aufgebaut und bietet konkrete Handlungsimpulse.

Zusammenfassung

Das Demographiekonzept der Stadt Aachen zeigt deutlich: Der demographische Wandel ist längst Teil des Alltagslebens und stellt die Stadt schon heute vor neue Aufgaben.

  • Sowohl die Anzahl als auch der Anteil an älteren und älter werdenden sowie hochbetagten Menschen in Aachen wird aktuell und in den nächsten Jahren deutlich ansteigen
  • Diese Entwicklung stellt bereits jetzt und in den nächsten Jahren in einem noch nie dagewesenen Ausmaß Anforderungen an Infrastrukturen und notwendige Angebote (z. B. in der Pflege, dem Wohnen etc.).
  • Aufgrund der Heterogenität der älteren Menschen (u.a. in Bezug auf sozioökonomische, kulturelle, gesundheitliche Hintergründe) sind die Bedarfslagen sehr verschieden, wodurch auch die benötigten Angebote differenziert und spezifisch ausgestaltet sowie interdisziplinär abgestimmt sein müssen.
  • Auch die räumliche Verteilung der älteren Menschen und vorhandener Angebote sind im Stadtgebiet sehr unterschiedlich ausgeprägt. Daher muss die Ausgestaltung lokaler Antworten auf den demographischen Alterungsprozess auch kleinräumig differenziert und nach Bedarfslagen in den Quartieren erfolgen.
  • Eine Umsetzung von Handlungsempfehlungen muss stets in interdisziplinärer Zusammenarbeit und mit einem integrierten und abgestimmten Vorgehen erfolgen.

Zugleich eröffnet der Wandel neue Chancen. Aachen verfügt über eine starke Wissenschaftslandschaft, engagierte zivilgesellschaftliche Strukturen und ein hohes Maß an Innovationskraft. Dieses Potenzial gilt es zu bündeln – für neue Formen des Wohnens, vernetzte Pflegeangebote, digitale Unterstützungssysteme und funktionierende Quartierskonzepte. So kann der demographische Wandel zu einem Motor für soziale Innovation und zukunftsfähige Stadtentwicklung werden.

Das Demographiekonzept bietet hierfür den strategischen Rahmen. Es definiert zentrale Prinzipien: gezielte kommunale Steuerung, starke Quartiere als Lebensräume, digitale Unterstützung, vernetzte Akteur*innen und die konsequente Verankerung des demographischen Blicks in allen Planungsprozessen. Der demographische Wandel ist somit auch als eine Gestaltungsaufgabe mit großem Potenzial für Aachen zu verstehen. Entscheidend wird sein, notwendige Maßnahmen entschlossen und zügig umzusetzen.

Aufbauend auf dem Demographiekonzept soll ein Senior*innenförderplan erarbeitet werden, der konkretisiert, welche Handlungsmaßnahmen seitens der Kommune auf den Weg gebracht werden. Dabei ist zu präzisieren, welche Infrastrukturbedarfe (z.B. Begegnungs-/Pflegeorte) sich verändern oder erforderlich sind und welche Ressourcenbedarfe und Zeitplanungen mit einzelnen Maßnahmen verbunden sind.

Die Mitglieder des Ausschusses erhalten das Konzept vorab als Anlage zur Vorlage (PDF-Datei). Der Druck des Werkes wird im Anschluss/nach Entscheidung durch den Rat der Stadt Aachen erfolgen.

Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen:

JA

NEIN

X

Investive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Gesamt­bedarf (alt)

Gesamt­bedarf (neu)

Einzahlungen

0

0

0

0

0

0

Auszahlungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Folge-kosten (alt)

Folge-kosten (neu)

Ertrag

0

0

0

0

0

0

Personal-/

Sachaufwand

0

0

0

0

0

0

Abschreibungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):

Keine


Klimarelevanz:

Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die

Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)

Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

x

Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:

gering

mittel

groß

nicht ermittelbar

x

Zur Relevanz der Maßnahme für die Klimafolgenanpassung

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

x

Größenordnung der Effekte

Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.

Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels)

Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels)

Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:

vollständig

überwiegend (50% - 99%)

teilweise (1% - 49 %)

nicht

nicht bekannt

Abstimmungsergebnis

Einstimmig

Weitere Dokumente (1)

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Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2026-01-23 FB 56_0037_WP19 Demographiekonzept d SAO.pdf

12.3.2026

59.0 MB

Metadaten

TOP
Ö 9
Sitzung
Sitzung des Ausschusses für Soziales und Demographie
Gremium
Ausschuss für Soziales und Demographie
Datum
Do., 18.06.2026
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Entscheidungsvorlage
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Entscheidungsvorlage
Federführend
FB 56 - Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration
Geändert
19.6.2026
Inhalt abgerufen
29. Juli 2026 um 01:18