Vorstellung des Spielplans 2026/27 und des Konzertplans 2026/27 von Stadttheater und Musikdirektion Aachen
E 46/47/0007/WP19 · Kenntnisnahme
Beratung
Die stellvertretende Ausschussvorsitzende und Ratsfrau Bergs begrüßt den designierten Generalmusikdirektor (GMD) Levente Török (ab Spielzeit 2026/27) in der Ausschusssitzung.
Die Generalintendantin Frau Tzavara begrüßt ihrerseits Herrn Török zur neuen Spielzeit und freut sich, nach dem Findungsverfahren nun mit ihm gemeinsam eine Balance aus Tradition und neuen Perspektiven zu finden. Sie führt in das Konzept der kommenden Spielzeit 2026/27 ein. Das Leitmotiv „Über:Macht“ werde als roter Faden das Programm der neuen Spielzeit verknüpfen. Sie erläutert das zugrundeliegende Verständnis von Macht als dynamischen Prozess, der uns alle betreffe und sehr viele Lebensbereiche und -ebenen – auch außerhalb der gesellschaftsordnenden Prozesse – erfasse. Unter den kommenden Premieren 2026/27 skizziert sie beispielhaft die Themen der Musiktheaterproduktionen „Don Carlo“, „Don Giovanni“ und „The (R)evolution of Steve Jobs“ (Deutsche Erstaufführung). Die kommenden Opernproduktionen bieten den Besucher*innen aus der Region ein spannendes musikalisches Panorama. In der Sparte Schauspiel greifen unter anderen die Produktionen „Maria Stuart“ (F. Schiller), „Biedermann und die Brandstifter“ (M. Frisch) und das Auftragswerk „Der Fall Schwerte“ (N.-M. Stockmann, Uraufführung) das Leitmotiv auf (vgl. Spielzeitheft zum digitalen Download https://www.theateraachen.de/file.php?file=uploads/2627/TAA_Spielzeitheft_2627_digital.pdf&cropping=). Frau Tzavara unterstreicht, dass der Charakter aller Spielstätten bewusst bei den Produktionen genutzt werde. So öffne sich auch die kleinste Bühne des Mörgens für Kooperationen unterschiedlicher Formate, diene verstärkt als offener Diskurs- und Begegnungsraum. Nach den 2025/26 neu ins Ensemble aufgenommenen Schauspieler*innen (G. Ebling, J. Hellenkemper, L. Karlsch, M. Läbe und E. Schkolnik) werde nun der Opernsänger Max Bell als junger Bass bei den Produktionen des Musiktheaters mitwirken. Er war zuvor Mitglied des Internationalen Opernstudios des Opernhauses Zürich.
Der designierte GMD Levente Török bedankt sich bei Frau Tzavara und den Produktions-Teams für die Vorbereitung des musikalischen Programms 2025/26. Er werde seine bewährte Strategie verfolgen, neben publikumsbeliebten Kompositionen ebenso Raritäten anzubieten sowie mindestens ein besonderes musikalisches „Bonbon“ pro Spielzeit. Er erläutert den gemeinsamen Anspruch, zum bestehenden Publikumskreis mittels Programmgestaltung zusätzliche Zielgruppen hinzuzugewinnen. Mit dem Leitungsteam von Musikdirektion und Theater Aachen habe er sich inzwischen zu Vorlieben des regionalen Publikums austauschen können. Er werde außerdem gerne die genderbewusste Integration von Komponistinnen ins Programm weiterführen. Im Folgenden schildert Herr Török die Merkmale und Schwerpunkte aller acht Sinfoniekonzerte der Spielzeit 2026/27 und macht dabei auf historische Hintergründe, Biografien der Komponist*innen und bekannte Interpretationen aufmerksam. Er versichert die Ausschussmitglieder, dass er die Problematik des schwächeren Besucher*innen-Interesses für die Sinfoniekonzerte am Samstag gegenüber Sonntag kennt und das Publikumspotential dafür stärken will. Obgleich die Auslastung der Samstagkonzerte inzwischen das Interesse der vor dieser Spielzeit angebotenen Montagstermine erreicht habe, möchte er das Konzerterlebnis für die Besucher*innen durch eine persönliche Ansprache im Verlauf des Konzertes anregen. Er plane keine volle Moderation durch den Abend, eher Ansätze davon. Er freue sich darauf, die Reaktion des Publikums an den jeweiligen Abenden kennenzulernen und werde nach dem 2. oder 3. Sinfoniekonzert erneut über mögliche Strategien nachdenken. Herr Török bedankt sich bei den Ausschussmitgliedern für ihr Zuhören und entschuldigt sich aufgrund seines Reisezeitplans zu weiteren Verpflichtungen die Sitzung frühzeitig verlassen zu müssen. Er verabschiedet sich.
Frau Tzavara nimmt die weitere Vorstellung des Spielplans 2026/27 auf und geht im Detail auf mehrere im Musiktheater geplante Opern, die jeweilige Einbindung der Chöre, ihre zugrundeliegenden Zielgruppen am Standort Aachen und wiederkehrende künstlerische Kooperationen sowie Förderinstitutionen ein. Sie erwähnt ebenso die Wiederaufnahmen im Musiktheater und der Schauspielsparte. Während Ihrer Präsentation aller Produktionen im Schauspiel stellt auch sie den künstlerische Aufführungskontext dar sowie die Bezüge zu aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten (z.B. der Wehrdienst in „Parzival“ ab Januar 2027) und würdigt die Regisseur*innen. Besonders empfiehlt sie dem Ausschuss das Stück „Lucy (4,6 Milliarden Jahre)“ ab September 2026.
Die stellvertretende Ausschussvorsitzende und Ratsfrau Bergs dankt Frau Tzavara und Herrn Török für die Einführung in die Spielzeit 26/27 und eröffnet die Runde für Fragen.
Frau Reuß bedankt sich im Namen der SPD-Fraktion für die Spielzeitplanung und lobt die Programmarbeit für den geleisteten Spagat zwischen dem Ausschöpfen klassischer Werke, der Versorgung der Region mit künstlerischen Perspektiven wie auch Poesie und einer gesellschaftlichen Stellungnahme, auf die das Motto verweist. Sie freue sich auf die Spielzeit.
Ratsherr Pilgram schließt sich dem Dank für die Spielzeitvorbereitung an. Herrn Török hätte er gerne nach weiteren Details zur Analyse der vergangenen 10 Spielzeiten gefragt und welche weiteren Rückschlüsse daraus gezogen werden konnten. Er unterstützt die Initiative, die Auslastung der Sinfoniekonzerte am Samstag mit neuen Mitteln anzugehen. Des Weiteren regt er für die Zukunft an, Wege zu finden, wie die Nutzung des neu eröffneten Kurhauses für Stadttheater und Musikdirektion Aachen ermöglicht werden kann, zumindest für ausgewählte Formate. Er begrüßt das Auftragswerk „Der Fall Schwerte“ und die Aktualität der Spielplangestaltung, die reflektierend aber nicht reißerisch ist.
Frau Tzavara bedankt sich herzlich für die Würdigungen. Sie benennt als Ziele der Analyse bisheriger Spielzeiten einerseits das Vermeiden von Wiederholungen, andererseits könne die vorhergehende Resonanz des Publikums in Programmentscheidungen einfließen. So stellte sich heraus, dass Mahler-Sinfonien wenig beliebt waren, während die Leitungsrunde übereinkam, Beethovensinfonien zunächst nicht anzusetzen, da sie regelmäßig zu Gehör kamen. Zudem habe man Dvořák’s 9. Sinfonie eingeplant, da sie zuletzt vor 10 Jahren in Aachen aufgeführt wurde. Sie übergibt zur Frage des Aachener Kurhauses an die Verwaltungsdirektorin Frau Sasserath.
Frau Sasserath schildert den Austausch mit Frau S. Hennefeld von Aachen Event zum Kurhaus. Der aktuelle Nutzungsausschluss des Kurhauses für das Theater Aachen ist durch die Vorsteuerabzugsproblematik bedingt. In letzter Konsequenz führt die Nutzung durch jedwede Eigenbetriebe der Stadt zu nicht tragbaren Kosten bei Aachen Event. Man stehe jedoch weiterhin in Kontakt, um verbleibende Optionen abzuwägen. Möglicherweise käme eine stadtumfassende Eigennutzungsquote in Frage.
Frau Diepelt erkundigt sich nach den Hintergründen der im ähnlichen Zeitraum angesetzten Produktionen von »Romeo & Julia« beim Theater Aachen und dem Das Da Theater. Frau Tzavara bestätigt, dass dies auch das Theater Aachen überrascht hatte. Sie unterstreicht, mit den unterschiedlichen Inszenierungen des Stücks eröffne sich ein interessanter Vergleich. So entstehe ein Mehrwert eher als ein Nachteil für das Aachener Kulturangebot.
Ratsfrau Radermacher dankt ebenso für das ansprechende Theaterprogramm und beobachtet, dass die jüngere Besucher*innengruppe bei den Theatervorstellungen wachse und sich diversifiziere. Gerade bei „Romeo & Julia“ sei dies gut zu beobachten gewesen. Ebenso lobt sie die Einbindung von Laiendarsteller*innen in die Produktionen und die geknüpfte Verbindung zur Stadtgesellschaft.
Ratsherr Becker hält die Zusammenstellung des Spielplans ebenfalls für gelungen. Er begrüßt das Gleichgewicht zwischen Zeitgeist und dem Gespür für die Zuschauer*innen und sieht dies als glückenden Weg, Begeisterung für das Theater zu wecken.
Die stellvertretende Ausschussvorsitzende und Ratsfrau Bergs schließt bei ausbleibenden Fragen die Diskussion.
Erläuterungen
Es wird mündlich berichtet.
Technische Details
ID: 1023139
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1023139
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2026-03-26 E 46_47_0007_WP19 Vorstellung des Spie SAO.pdf
26.3.2026
69.9 KB
Metadaten
- TOP
- Ö 4
- Sitzung
- Sitzung des Betriebsausschusses Kultur, Theater und VHS
- Gremium
- Betriebsausschuss Kultur, Theater und VHS
- Datum
- Do., 07.05.2026
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- E 46/47 - Stadttheater und Musikdirektion
- Geändert
- 29.6.2026
- Inhalt abgerufen
- 27. August 2026 um 01:32