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Sachstandsbericht: Ergebnisoffene Prüfung eines möglichen Drogenkonsumraums für die Stadt Aachen

FB 56/0065/WP19 · Kenntnisnahme

Sachstandsbericht: Ergebnisoffene Prüfung eines möglichen Drogenkonsumraums für die Stadt Aachen

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Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Herr Rohlfing, Teamleitung Straßensozialarbeit im Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration, referiert anhand einer Power-Point-Präsentation (Anlage zu TOP 4 Ö) zum Thema „Sachstandsbericht – Ergebnisoffene Prüfung eines möglichen Drogenkonsumraums für die Stadt Aachen“. Unter anderem geht er auf den Auftrag und die Zielsetzung und das interdisziplinäre Forschungsteam ein. Ferner legt er die bisherigen Arbeitsschritte, wie die Sozialraumbegehung, die Bildung einer Fokusgruppe sowie die Durchführung von Expert*inneninterviews, dar und gibt einen Ausblick über die weiteren Schritte.

Frau Heuser bedankt sich für den Vortrag und begrüßt, dass so viele Expert*innen in die Machbarkeitsstudie einbezogen würden. Sie sei gespannt auf den Bericht und erhoffe sich ein befürwortendes Ergebnis.

Frau Lüttgen erachtet den Drogenkonsumraum als sinnvolles Instrument, um einen sicheren Konsum zu gewährleisten. Sie fragt, ob der Bericht auch die Frage der Finanzierung betrachten wird. Ferner erkundigt sie sich nach möglichen Standorten dieses Drogenkonsumraums sowie über die beabsichtigte Kommunikationsstrategie, da sie sich sicher sei, dass dieses Instrument von Teilen der Bevölkerung vehement abgelehnt werden würde.

Frau Grudin bedankt sich bei dem Referenten für den Vortrag. Sie erkundigt sich, ob der Abschlussbericht auch Hinweise zur organisatorischen Ausgestaltung geben werde, z.B. hinsichtlich der für ein Gelingen erforderlichen Öffnungszeiten.

Herr Rohlfing bestätigt, dass insbesondere zu den Öffnungszeiten entsprechende Ausführungen zu erwarten seien. Bezüglich der Finanzierung bittet Herr Rohlfing Herrn Frankenberger um weitere Auskunft.

Herr Frankenberger weist darauf hin, dass die gestellten Fragen der Grund für die Beauftragung der Studie seien und daher zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden könnten, da die Machbarkeitsstudie noch nicht abgeschlossen sei. Er gehe davon aus, dass nach der Sommerpause Ergebnisse vorliegen würden, auf deren Grundlage dann die angesprochenen Aspekte zu diskutieren sein werden.

Herr Beigeordneter Hissel ergänzt, dass er zuversichtlich sei, eine aussagekräftige Studie zu erhalten. Er weise jedoch darauf hin, dass die Umsetzung eines ggf. die Einrichtung eines Drogenkonsumraums befürwortenden Ergebnisses unter Finanzierungsvorbehalt stehe.

Frau Parting ist der Auffassung, dass dieses Thema in der Vergangenheit bereits häufig diskutiert worden sei. Sie begrüßt ausdrücklich, dass dieses Thema durch eine entsprechende Machbarkeitsstudie wissenschaftlich begleitet werde. Sollte man sich im Ergebnis für die Einrichtung eines Drogenkonsumraums entscheiden, müsse dieser Gegenstand der Suchthilfeplanung werden.

Frau Conradt erkundigt sich, ob auch seitens der hiesigen Polizei eine Stellungnahme eingeholt worden sei.

Herr Rohlfing bestätigt, dass Expert*inneninterviews sowohl mit Vertreter*innen der Polizei Aachen als auch mit dem Fachbereich für Sicherheit und Ordnung der Stadt Aachen geführt worden seien.

Erläuterungen

Im Rahmen der Umsetzung des „Integrierten Konzepts für Attraktivität und Sicherheit“ (IKAS) wurde die Verwaltung mit der ergebnisoffenen Prüfung eines möglichen Drogenkonsumraums für Aachen beauftragt. Ziel der Untersuchung ist es, bestehende Bedarfsstrukturen, Herausforderungen sowie potenzielle Chancen und Risiken eines möglichen Drogenkonsumraums fachlich fundiert zu analysieren.

Die Untersuchung erfolgt unter Einbindung wissenschaftlicher Expertise sowie unter Beteiligung relevanter lokaler Akteur*innen aus den Bereichen Suchthilfe, Gesundheitswesen, Sicherheit, Verwaltung und Sozialarbeit. Dabei sollen sowohl die spezifischen Rahmenbedingungen in Aachen als auch Erfahrungen anderer Städte mit bestehenden Drogenkonsumräumen berücksichtigt werden.

Der vorliegende Sachstand stellt die bisherigen Arbeitsschritte und den aktuellen Stand der Untersuchung dar.

Aktueller Sachstand

Sozialraumbegehung und Fokusgruppeninterview
Im Februar 2026 wurde in Aachen eine erste Sozialraumbegehung durchgeführt. Ziel war es, die aktuelle Situation im öffentlichen Raum sowie bestehende Problemlagen und Aufenthaltsorte der Zielgruppen unmittelbar vor Ort zu erfassen.

Im Anschluss an die Begehung fand eine Diskussionsrunde mit beteiligten Akteur*innen statt. Ergänzend wurde ein Fokusgruppeninterview durchgeführt, um unterschiedliche fachliche Perspektiven sowie erste Einschätzungen hinsichtlich möglicher Bedarfe und Herausforderungen eines Drogenkonsumraums in Aachen zu erfassen.

Durchführung von Expert*inneninterviews
Im weiteren Verlauf der Untersuchung wurden insgesamt 16 Expert*innen in neun Einzel- und Gruppeninterviews befragt.

Die Interviews thematisierten sowohl die aktuelle Situation im Umgang mit offenem Drogenkonsum und suchtbezogenen Problemlagen im öffentlichen Raum als auch zentrale Fragestellungen zu möglichen Rahmenbedingungen, Chancen, Risiken und Auswirkungen eines geschlossenen Drogenkonsumraums in Aachen.

Beteiligt wurden hierbei Vertreter*innen unterschiedlicher Fachbereiche und Institutionen, um ein möglichst breites Bild der bestehenden Einschätzungen und Erfahrungen abzubilden.

Auswertung der Interviews
Die Transkripte sämtlicher Interviews liegen mittlerweile vollständig vor und werden derzeit wissenschaftlich codiert und ausgewertet.

Im Anschluss erfolgt eine qualitative Inhaltsanalyse mit Fokus auf förderliche sowie hemmende Einflussfaktoren hinsichtlich der möglichen Notwendigkeit und Einrichtung eines Drogenkonsumraums in Aachen.

Ziel der Analyse ist es, zentrale Erkenntnisse zu Bedarfen, möglichen Auswirkungen, organisatorischen Anforderungen sowie gesellschaftlichen und ordnungsrechtlichen Fragestellungen herauszuarbeiten.

Weitere Sozialraumbegehung
Zur Ergänzung der bisherigen Erkenntnisse ist für Mai beziehungsweise Juni 2026 eine weitere Sozialraumbegehung im Aachener Stadtgebiet vorgesehen.

Durch die zusätzliche Begehung sollen Entwicklungen im öffentlichen Raum, Veränderungen von Aufenthalts- und Nutzungsschwerpunkten sowie weitere Einschätzungen lokaler Akteur*innen in die Untersuchung einfließen.

Austausch mit Suchthilfeexpert*innen aus Düsseldorf
Abschließend ist ein vertiefendes Interview mit Suchthilfeexpert*innen aus Düsseldorf vorgesehen.

Im Mittelpunkt stehen hierbei insbesondere die Gelingensbedingungen, organisatorischen Rahmenbedingungen sowie praktischen Erfahrungen eines bestehenden und stark nachgefragten Drogenkonsumraums.

Die Erkenntnisse aus diesem Austausch sollen dazu beitragen, praxisnahe Erfahrungen anderer Kommunen in die Bewertung möglicher Modelle und Rahmenbedingungen für Aachen einzubeziehen.

Weiteres Vorgehen / Ausblick
Am 01.06.2026 erfolgt eine weitere Sozialraumbegehung durch das Projektteam, ergänzt durch eine fotografische Dokumentation von Prof. Deimel. Am 08.06.2026 werden ergänzende Expert*inneninterviews zu den Gelingensbedingungen von Drogenkonsumräumen durchgeführt.

Die Ergebnisse der laufenden Interviewauswertungen werden voraussichtlich Mitte bis Ende Juni 2026 vorliegen.

Der Abschlussbericht wird dem Ausschuss nach der Sommerpause vorgelegt.

Weitere Dokumente (1)

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Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2026-05-26 FB 56_0065_WP19 Sachstandsbericht_ E SAO.pdf

26.5.2026

77.7 KB

Metadaten

TOP
Ö 4
Sitzung
Sitzung des Ausschusses für Soziales und Demographie
Gremium
Ausschuss für Soziales und Demographie
Datum
Do., 18.06.2026
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 56 - Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration
Geändert
19.6.2026
Inhalt abgerufen
29. Juli 2026 um 01:18