15. Juli 2026 um 11:00, Super C der RWTH Aachen
TOP 4.1Öffentlich

Sichere Schulwege für alle Grundschulkinder in Aachen; Antrag der Dreieins Grundschule Aachen

FB 68/0116/WP19 · Kenntnisnahme

Sichere Schulwege für alle Grundschulkinder hier: Antrag der Dreieins Grundschule Aachen

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Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Die Vorsitzende Frau Lürken ruft den nächsten Tagesordnungspunkt auf und begrüßt den Verkehrsplaner Tobias Larscheid vom Fachbereich Mobilität und Verkehr als zuständigen Vertreter der Verwaltung. Anschließend bittet sie die Kinder der Dreieins Grundschule Aachen, ihren Antrag vorzustellen.

Die Kinder der Dreieins Grundschule Aachen stellen ihren Antrag als Gruppe vor und schildern, dass sie sich auf ihren täglichen Schulwegen häufig unsicher fühlten. Insbesondere das Überqueren stark befahrener Straßen, unübersichtliche Verkehrssituationen sowie zu schnell fahrende Fahrzeuge bereiteten ihnen Sorgen. Ziel ihres Antrags sei es, den Schulweg nicht nur für sich selber, sondern für alle Grundschulkinder in Aachen sicherer zu gestalten und ihnen eine selbstständige und sichere Teilnahme am Straßenverkehr zu ermöglichen.

Frau Lürken bedankt sich bei den Kindern für die Vorstellung ihres Antrags und hebt hervor, dass es etwas Besonderes sei, die Anliegen unmittelbar von den Kindern selbst zu hören.

Anschließend eröffnet Frau Alberding die Interviewrunde und begrüßt Herrn Larscheid als zuständigen Experten des Fachbereichs Mobilität und Verkehr. Frau Alberding fragt Herrn Larscheid, was aus Sicht der Verwaltung einen sicheren Schulweg an Grundschulen ausmache.

Herr Larscheid bedankt sich zunächst bei den Kindern für ihren Antrag. Er erläutert, dass ein sicherer Schulweg aus einer gut erkennbaren und sicheren Infrastruktur mit geeigneten Gehwegen, guten Sichtbeziehungen und sicheren Querungsstellen bestehe. Ebenso wichtig sei es, gemeinsam mit den Eltern sichere Schulwege einzuüben und Kindern zu vermitteln, an welchen Stellen Straßen sicher überquert werden könnten. Zur Veranschaulichung stellt er ein sogenanntes Tiefsehrohr vor, mit dessen Hilfe Erwachsene die Perspektive von Kindern im Straßenverkehr besser nachvollziehen könnten.

Frau Alberding erkundigt sich anschließend, weshalb es für die Verwaltung wichtig sei, dass Grundschulen auf Problemstellen aufmerksam machten.

Herr Larscheid führt aus, dass Kinder Expertinnen und Experten ihrer eigenen Schulwege seien. Da die Verwaltung das gesamte Aachener Straßennetz mit mehr als 900 Kilometern betreue, könnten nicht alle Problemstellen bekannt sein. Hinweise aus den Schulen und der Bürgerschaft seien daher eine wichtige Grundlage, um gefährliche Bereiche gezielt zu prüfen und geeignete Maßnahmen einzuleiten. Er betont zugleich, dass nicht jeder Wunsch unmittelbar umgesetzt werden könne, sämtliche Hinweise jedoch sorgfältig geprüft würden.

Frau Alberding fasst anschließend die wesentlichen Forderungen des Antrags noch einmal zusammen und verweist insbesondere auf die Wünsche nach Tempo-30-Regelungen, zusätzlichen Querungshilfen sowie einer stärkeren Kontrolle von Verkehrsverstößen.

Ein Schüler der Dreieins Grundschule fragt, weshalb Zebrastreifen oder Ampeln häufig mit den entstehenden Kosten begründet würden und ob das Leben von Kindern nicht wichtiger sei.

Herr Larscheid antwortet, dass die Sicherheit der Kinder selbstverständlich oberste Priorität habe. Gleichzeitig müsse die Stadt ihre finanziellen Mittel auf zahlreiche Aufgaben verteilen. Ob eine Ampel oder ein Zebrastreifen eingerichtet werden könne, hänge von der jeweiligen Gefahrenlage sowie den gesetzlichen Voraussetzungen ab. Jede Stelle werde daher sorgfältig geprüft und anschließend priorisiert.

Eine weitere Schülerin erkundigt sich, ob es einen Zeitplan gebe, nach dem Straßen erneuert würden.

Herr Larscheid erläutert, dass Straßen und Gehwege regelmäßig durch den Aachener Stadtbetrieb kontrolliert würden. Die Schäden würden bewertet und anschließend entsprechend ihrer Dringlichkeit priorisiert. Straßen mit dem größten Sanierungsbedarf würden zuerst instandgesetzt.

Ein Kind aus dem Publikum fordert, dass weniger Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, damit die zu Fuß gehenden Kinder sicherer unterwegs seien.

Herr bestätigt, dass ein geringerer „Bringverkehr“ vor den Schulen grundsätzlich zu einer höheren Verkehrssicherheit beitragen könne. Er berichtet, im September 2024 habe -im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche- an vier Grundschulen (Brühlstraße, Hanbrucher Straße, Am Höfling und Höfchensweg) die Veranstaltung „Schulstraße erleben“ stattgefunden. An den Schulen wurden Schulstrassen eine Woche ausprobiert und Erfahrungen gesammelt und dokumentiert.

Dann wurde im Januar/Februar 2025 die Politik zu den Erkenntnissen informiert und der politische Beschluss gefasst, dass die Verwaltung Schulstraßen planen und umsetzen soll. Zunächst sollte die rechtliche Prüfung für die vier o.g. Schulen erfolgen, dann für die Schulen, die sich aktiv für die Einrichtung einer Schulstraße eingesetzt/bei der Verwaltung gemeldet hatten, dann für alle Grundschulen in Aachen und erst im letzten Schritt für alle anderen Schulen.

Die Brühlstraße wurde als erste Schule durchgeprüft, woraufhin die BV Richterich im Mai 2026 die Einrichtung einer Schulstraße an der Brühlstraße beschlossen hat. Eingerichtet wird diese im Herbst 2026.

Eine Schülerin aus dem Publikum erkundigt sich nach der Einrichtung sogenannter Elternhaltestellen.

Herr Larscheid erläutert die grundsätzliche Zielsetzung von Elternhaltestellen und führt aus, dass diese dazu beitragen könnten, den „Bringverkehr“ unmittelbar vor den Schulen zu reduzieren und dadurch die Verkehrssicherheit für die Kinder zu erhöhen.

Herr Larscheid erklärt außerdem, dass zunächst Geschwindigkeitsmessungen ohne Ahndung, sprich durch einen unauffälligen kleinen Kasten der an Laternenmasten angebracht wird und über einen gewissen Zeitraum das Fahrverhalten überwacht, durchgeführt würden. Nur wenn diese Geschwindigkeitsmessungen einen entsprechenden Bedarf belegten und die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt seien, kämen mobile oder stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen überhaupt in Betracht.

Weitere Wortmeldungen aus dem Gremium erfolgen nicht. Frau Schmitt-Promny erklärt abschließend, dass seitens der Politik keine weiteren Fragen bestünden, da die Kinder die wesentlichen Fragen bereits selbst gestellt hätten.

Beschluss

Das Bürgerforum, in seiner Sonderfunktion als Kinderforum, nimmt die Ausführungen der verwaltung zur Kenntnis.

Erläuterungen

Anlass

Die Schüler der Dreieins Grundschule Aachen haben sich mit sicheren Schulwegen für alle Grundschulkinder in Aachenbeschäftigt.


Die Kinder haben dabei Ihre Sorge vor dem Autoverkehr formuliert und typische Situationen (Straßen queren, an parkenden Autos vorbei gehen, große Kreuzungen, Autos fahren zu schnell…) beschrieben.

Aus dieser eigenen Wahrnehmung werden grundsätzliche Wünsche für einen sicheren Schulweg formuliert, damit dieser selbständig auch ohne Eltern erledigt werden kann:

  • Tempo 30 vor allen Grundschulen
  • Mehr Zebrastreifen oder Ampeln an gefährlichen Stellen in Schulnähe
  • Schulstraßen
  • Sichere Radwege für Kinder
  • Deutliche Verkehrsschilder mit „Achtung Schulweg“
  • Mehr Schülerlotsen an Grundschulen
  • Verstöße stärker kontrollieren

Die Verwaltung hat die Anregungen geprüft und möchte dies gegenüber dem Kinderforum vorstellen.

Viele der genannten Themen werden von den Mitarbeitenden der Stadtverwaltung bereits bearbeitet. Allerdings gibt es viele Grundschulen in Aachen, damit gibt es auch viele Stellen, die beplant werden müssen. Das kann nicht gleichzeitig passieren und bracht Zeit. Außerdem müssen Regeln beachtet werden, die dazu führen, dass nicht alle Wünsche bedient werden können. Aber an vielen Stellen ist schon etwas passiert.

Tempo 30 vor allen Grundschulen

Zahlreiche Grundschulen sind in Tempo 30 Zonen; auch an Hauptstraßen ist das für bestimmte Abschnitte möglich und wird untersucht, da wo noch nicht vorhanden.

Mehr Zebrastreifen oder Ampeln an gefährlichen Stellen in Schulnähe

Das sind Maßnahmen, die in besonders gefährlichen Situationen gewählt werden. Hier muss gezählt und beobachtet werden, um wirkliche Gefahrenlagen festzustellen. Die Polizei hilft dabei mit. Danach kann entschieden werden, ob Zebrastreifen und Ampeln wirklich benötigt werden. Danach muss geklärt werden, ob das Geld dafür vorhanden ist, denn: Zebrastreifen müssen beleuchtet werden, auch Ampeln brauchen Strom, beide benötigen Masten und Tiefbau und sind insgesamt sehr kostspielig. Je nachdem werden dafür mehrere 10.000 € benötigt.

Schulstraßen

Zur Einrichtung von Schulstraßen haben Politiker*Innen ein Programm für Aachen beschlossen. Die erste Schulstraße entsteht in der Brühlstraße in Eilendorf, weitere folgen. Jede Straße muss im Detail einzeln angeschaut, überplant und mit der Schule besprochen werden. Schulstraßen können nur funktionieren, wenn die Eltern und Lehrer*Innen mithelfen.

Sichere Radwege für Kinder

Die Stadt plant an vielen Stellen neue Radwege. Es gibt einen Plan nach dem das bearbeitet wird. Über allem steht, dass sich alle Radfahrenden in Aachen sicher fühlen sollen. Da die Stadt früher so gebaut wurde, dass sich vor allem Autos in den Straßen gut bewegen können (die sogenannte autogerechte Stadt) gibt es noch viel zu tun. Auch hier muss in jeder Straße einzeln geschaut werden, wo der Platz für Radwege herkommen kann. Wichtig ist dabei, dass die Radwege ausreichend breit sind, damit sich auch unsichere Radfahrende darauf bewegen können und Kinder neben ihren Eltern fahren können.

Deutliche Verkehrsschilder mit „Achtung Schulweg“

Schilder werden an besonderen Gefahrenstellen aufgestellt. Die Stadtverwaltung klärt das mit den Grundschulen, die alle einen Schulwegplan haben. In diesen sollten die Gefahrenstellen dargestellt sein.

Mehr Schülerlotsen an Grundschulen

Schülerlotsen helfen bei den wichtigen Querungsstellen. Alle Schülerlotsen machen das als ehrenamtliche Arbeit, sind also nicht bei der Stadt dafür beschäftigt. Die Stadt sucht viele Freiwillige dafür, das ist aber nicht immer erfolgreich. Deswegen wird auch hier Hilfe benötigt. Vielleicht finden sich unter den Eltern ja auch welche, die vor Schulbeginn mithelfen wollen.

Verstöße stärker kontrollieren

Verstöße im fließenden Verkehr dürfen nur von der Polizei kontrolliert und geahndet werden. Dafür sind viele Polizisten an den Grundschulen im Einsatz. Leider reichen auch die nicht aus, um immer und überall nachzuschauen. Hilfreich ist deshalb, wenn Stellen, an denen Verstöße besonders häufig vorkommen, ortsgenau weitergegeben werden können. Dann kann die Polizei ihre Wachtmeister und Kommissare besonders präzise einsetzen.

Fazit & Empfehlung

Um sichere Schulwege zu schaffen sind alle Gruppen gefragt. Schüler*Innen, Eltern, Lehrer*Innen, die Polizei und die Stadtverwaltung, für die die Schaffung sicherer Schulwege Vorrang hat. Da noch viel zu tun ist, ist es wichtig, die vorhandenen Mittel zielorientiert einzusetzen. Genaue Hinweise helfen dabei.

Die Verwaltung bedankt sich bei den Schüler*Innen der Dreieins Grundschule für ihr Engagement und ihren Einsatz für sichere Schulwege.

Abstimmungsergebnis

Einstimmig angenommen
Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2026-07-06 FB 68_0116_WP19 Sichere Schulwege fue SAO.pdf

7.7.2026

87.2 KB

Betroffene Straßen

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Metadaten

TOP
Ö 4.1
Sitzung
Sitzung des Bürgerforums als Kinderforum
Gremium
Bürgerforum
Datum
Mi., 15.07.2026
Uhrzeit
11:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Status
öffentlich
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 68 - Mobilität und Verkehr
Zusätze
Unterlagen werden nachgereicht
Geändert
24.7.2026
Inhalt abgerufen
18. August 2026 um 01:06