Verbesserung der Verkehrssituation rund um die GGS Richterich
FB 68/0117/WP19 · Kenntnisnahme
Sichere Schulwege für die Kinder der GGS Richterich Hier: Antrag der GGS Richterich
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Die Vorsitzende Frau Lürken begrüßt Hans Peter Kehr, Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks Richterich.
Die Kinder der GGS Richterich stellen ihren Antrag anhand selbst gestalteter Bilder vor. Sie erläutern drei aus ihrer Sicht besonders gefährliche Situationen auf ihren Schulwegen. Dabei gehen sie auf die Bahnunterführung ein, in der Radfahrende häufig mit zu hoher Geschwindigkeit unterwegs seien, auf die Kreuzung Amstelbachstraße/Horbacher Straße, die aufgrund der eingeschränkten Sichtverhältnisse als gefährlich empfunden werde, sowie auf die Kirchstraße, an der parkende Fahrzeuge und die Verkehrssituation zu Unsicherheiten führten. Darüber hinaus weisen die Kinder darauf hin, dass die in der Bahnunterführung angebrachten Hinweisschilder, die auf das Absteigen vom Fahrrad aufmerksam machen sollen, bei Regen nur schwer erkennbar seien und häufig mit Graffiti beschmiert würden. Die Kinder verbinden ihre Ausführungen mit den im Antrag formulierten Wünschen nach einer weiteren Verbesserung der Verkehrssicherheit.
Frau Lürken bedankt sich bei den Kindern für die Vorstellung ihres Antrags und eröffnet gemeinsam mit Frau Alberding die Interviewrunde mit Herrn Larscheid vom Fachbereich Mobilität und Verkehr.
Frau Alberding fragt Herrn Larscheid, welche der von den Kindern benannten Problemstellen der Verwaltung bereits bekannt seien und welche Maßnahmen dort bislang umgesetzt worden seien.
Herr Larscheid bedankt sich zunächst für den Antrag und erläutert, dass insbesondere die Bahnunterführung bereits seit längerer Zeit gemeinsam mit dem Bezirksamt Richterich und dem Bezirksbürgermeister betrachtet werde. Im Rahmen einer gemeinsamen Aktionswoche seien Radfahrende und Nutzerinnen und Nutzer von E-Scootern gezielt auf das notwendige Absteigen in der Unterführung hingewiesen worden. Nach seinen Beobachtungen habe diese Maßnahme Wirkung gezeigt, da inzwischen deutlich mehr Menschen ihr Fahrrad in diesem Bereich schieben würden. Er weist jedoch darauf hin, dass es schwierig sei, alle Verkehrsteilnehmenden dauerhaft zu erreichen. Hinsichtlich der Gierstraße führt er aus, dass dort bereits Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt worden seien. Diese hätten ergeben, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit im Durchschnitt eingehalten werde. Er räumt jedoch ein, dass das persönliche Sicherheitsempfinden der Kinder häufig von den gemessenen Werten abweiche.
Frau Alberding erkundigt sich wie eine Prüfung von Verkehrssituationen beispielsweise an der Kreuzung Amstelbachstraße/Horbacher Straße ablaufe und ob sich die Mitarbeitenden der Verwaltung die Örtlichkeiten selbst ansähen.
Herr Larscheid erläutert anhand einer eingeblendeten Folie zur Kreuzung Amstelbachstraße/Horbacher Straße, dass die Verwaltung die jeweiligen Situationen grundsätzlich vor Ort prüfe. Dabei würden sowohl die örtlichen Gegebenheiten als auch die Sichtbeziehungen und das Verkehrsaufkommen betrachtet. Er führt aus, dass der vorgeschlagene Verkehrsspiegel aus fachlicher Sicht nur selten eine geeignete Lösung darstelle. Würden Autofahrende im Spiegel keine anderen Verkehrsteilnehmenden erkennen, bestehe vielmehr die Gefahr, dass sie die Kreuzung mit höherer Geschwindigkeit passierten. Anschließend stellt er den Schulwegeplan für den Bereich Horbacher Straße vor. Dieser zeige den aus Sicht der Verwaltung sichersten Schulweg mit geeigneten Querungsstellen und beruhe sowohl auf bisherigen Erfahrungen als auch auf aktuellen Prüfungen vor Ort.
Eine Schülerin der GGS Richterich fragt, ob es an der oben genannten Kreuzung andere Möglichkeiten als einen Verkehrsspiegel gebe.
Herr Larscheid erklärt, dass die Verwaltung hierfür eine möglichst genaue Beschreibung der gewünschten Querung benötige. Er erkundigt sich bei den Kindern, welche Wege sie tatsächlich nutzten und an welcher Stelle sie die Straße überqueren wollten. Nur mit diesen Informationen könne gemeinsam nach einer geeigneten Lösung gesucht werden.
Frau Alberding greift das Gespräch auf und bittet die begleitende Schulsozialarbeiterin Lisa Hennes die Situation näher zu erläutern.
Frau Hennes erklärt, dass viele Kinder an der betreffenden Stelle die Straße überquerten, da dies der kürzeste Weg zur Schule sei und der Weg über die Ampel von vielen Kindern als Umweg empfunden werde.
Herr Larscheid zeigt Verständnis dafür, dass Kinder den kürzeren Weg bevorzugten. Gleichzeitig betont er, dass die Sicherheit stets Vorrang haben müsse. Wenn der sicherste Weg über die Ampel führe, sei dieser auch dann zu wählen, wenn er etwas länger sei. Es sei besser, wenige Minuten später, dafür aber sicher in der Schule anzukommen.
Ein Schüler der GGS Richterich erkundigt sich, ob auf der Gierstraße weiterhin Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt würden.
Herr Larscheid erläutert, dass die bisherigen Messergebnisse keine außergewöhnlichen Geschwindigkeitsüberschreitungen gezeigt hätten. Daher sei die Einrichtung einer stationären Geschwindigkeitsmessanlage unwahrscheinlich. Er weist jedoch darauf hin, dass nicht allein die Geschwindigkeit das Problem darstelle. Auch parkende Fahrzeuge könnten die Übersichtlichkeit erheblich beeinträchtigen. Dieser Aspekt könne nochmals gesondert geprüft werden. Er betont, dass das Kinderforum eine gute Gelegenheit für den Austausch sei, die Verwaltung jedoch auch außerhalb des Kinderforums jederzeit mit den Schulen im Gespräch sei, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
Frau Alberding ergänzt, dass sich die Kinder mit ihren Anliegen jederzeit auch an sie wenden könnten.
Eine weitere Schülerin möchte wissen, wie Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt würden.
Herr Larscheid erläutert, dass hierfür ein Messgerät am Straßenrand angebracht werde. Dieses erfasse jedes vorbeifahrende Fahrzeug aus beiden Fahrtrichtungen. Die Daten würden anschließend am Computer ausgewertet. Auf dieser Grundlage könne festgestellt werden, wann und wie häufig Geschwindigkeitsüberschreitungen aufträten und welche Durchschnittswerte erreicht würden.
Eine weitere Schülerin fragt, ob Verkehrsteilnehmende erkennen könnten, dass an einer Stelle gemessen werde.
Herr Larscheid erklärt, dass die verwendeten Messgeräte relativ klein und von außen kaum wahrnehmbar seien. Anders verhalte es sich bei sogenannten Dialog-Displays, die den Verkehrsteilnehmenden ihre Geschwindigkeit unmittelbar anzeigten. Für eine erste Messung würden jedoch grundsätzlich unauffällige Geräte eingesetzt, um ein unverfälschtes Bild des Verkehrsverhaltens zu erhalten.
Frau Lürken eröffnet die Fragerunde für die Mitglieder des Bürgerforums.
Frau Perschon-Adamy berichtet, dass sie die Situation an der Bahnunterführung ebenfalls regelmäßig beobachte. Auch ihr falle auf, dass Radfahrende dort häufig mit hoher Geschwindigkeit unterwegs seien. Sie weist auf eine Absperrung zur angrenzenden Grünfläche hin, die dazu diene, Radfahrende zum Absteigen zu bewegen. Herr Larscheid bestätigt, dass diese Maßnahme bereits umgesetzt wurde.
Herr Kehr berichtet über die gemeinsam mit dem Bezirksamt durchgeführte Aktionswoche. Dabei seien Radfahrende und Nutzerinnen und Nutzer von E-Scootern zunächst angesprochen und anschließend auch verwarnt worden. Zur Schulwegsicherung befinde sich der Bezirk in engem Austausch mit der Schulleitung. Darüber hinaus solle ein weiteres Dialog-Display aufgestellt werden. Für den Bereich Amstelbachstraße regt er an, Möglichkeiten einer besseren Querungshilfe sowie farbliche Markierungen zu prüfen. Hinsichtlich der Gierstraße spricht er sich für ein einseitiges Haltverbot aus, um parkende Fahrzeuge zu reduzieren und die Sichtbeziehungen zu verbessern. Abschließend bietet er an, nach den Sommerferien erneut die Schule zu besuchen, den Schulweg gemeinsam mit den Kindern zu begehen und die Ergebnisse anschließend als Prüfauftrag an die Verwaltung weiterzugeben.
Frau Hoffmann fragt nach der verkehrstechnischen Führung von Kindern, die mit dem Fahrrad an der Kreuzung Amstelbachstraße unterwegs seien.
Herr Larscheid erläutert, dass Radfahrende dort grundsätzlich auf der Fahrbahn geführt würden. Für Kinder bestünden jedoch besondere Regelungen. Er weist darauf hin, dass in diesem Bereich aufgrund des vergleichsweise geringen Verkehrsaufkommens und der vorhandenen Streckenführung grundsätzlich ausreichende Bedingungen bestünden. Sofern Kinder sich unsicher fühlten, sei es sinnvoll, das Fahrrad bis zur Ampel zu schieben und dort die Straße zu überqueren.
Ein Kind aus dem Publikum erklärt, dass viele Radfahrende zwar an der Sperrung in der Unterführung absteigen, unmittelbar danach jedoch wieder aufsteigen und eben nicht schieben.
Frau Lürken entgegnet, dass sich dieses Problem ähnlich wie bei Geschwindigkeitskontrollen verhalte. Trotz bestehender Regeln hielten sich leider nicht alle Verkehrsteilnehmenden daran.
Ein weiteres Kind fragt, ob die Bahnunterführung durch einen Zaun oder eine Trennung in einen Bereich für Fußgänger und einen Bereich für Radfahrende sicherer gestaltet werden könne.
Herr Larscheid erläutert, dass hierfür nicht ausreichend Platz vorhanden sei. Zudem müsse die Unterführung weiterhin für Rollstuhlfahrende, Menschen mit Rollatoren sowie andere Nutzergruppen uneingeschränkt passierbar bleiben. Für eine mittige Barriere ist der Platz zu klein. Er verweist abschließend auf die geplante Fortsetzung der Aktionswoche im September, mit der erneut auf das richtige Verhalten in der Unterführung aufmerksam gemacht werden solle.
Frau Lürken bedankt sich für die Beiträge und weist abschließend darauf hin, dass der Antrag entsprechend des weiteren Verfahrens an die zuständigen Fachausschüsse zur Beratung weitergeleitet werde.
Beschluss
Erläuterungen
Anlass
Das Schülerparlament der Grundschule Richterich hat sich Gedanken über die Sicherheit auf dem Schulweg gemacht. Besonders, weil sich durch die Sperrung der Horbacher Brücke und des Umleitungsverkehrs im Umfeld der Schule viel verändert hat. Dabei haben die Kinder Orte benannt, an denen sie sich unsicher fühlen, und Vorschläge gemacht, wie die Situation verbessert werden könnte.
Mit ihren Anliegen hat sich das Schülerparlament an das Bürgerforum der Stadt Aachen gewandt. Das Bürgerforum hat die Hinweise aufgegriffen und die Verwaltung um eine fachliche Prüfung der Vorschläge gebeten.
Die Verwaltung hat die Anregungen geprüft und möchte dem Kinderforum die Ergebnisse vorstellen.
- Kreuzung Amstelbachstraße / Horbacher Straße
Das Schülerparlament wünscht sich einen Spiegel an der Kreuzung Amstelbachstraße / Horbacher Straße. Dadurch soll es leichter werden, den Verkehr zu sehen und die Straße sicher zu überqueren.
Die Verwaltung hat sich die Situation angeschaut. Ein Verkehrsspiegel ist an dieser Stelle nicht die beste Lösung. Spiegel müssen immer richtig eingestellt sein und können manchmal auch verwirrend sein, besonders für Kinder. Es ist sehr schwierig, mit Hilfe eines Spiegels die richtige Position und vor allem die Geschwindigkeit von Fahrzeugen verlässlich einzuschätzen. An dieser Stelle sollten Kinder die Horbacher Straße auf Grund der vielen Autos am besten nicht queren.
Im Schulwegplan wird deshalb ein anderer Weg empfohlen: Entlang der Horbacher Straße gehen, die Amstelbachstraße überqueren und anschließend die Horbacher Straße an der Ampel queren. Dieser Weg gilt als besonders sicher.
- Zu schnelles Fahren auf der Gierstraße
Die Kinder haben beobachtet, dass die Autos auf der Gierstraße zu schnell fahren. Deshalb wünschen sie sich einen Blitzer.
Die Verwaltung möchte zunächst messen, wie schnell die Autos dort tatsächlich fahren. Danach werden die Ergebnisse ausgewertet.
Wenn die Messungen zeigen, dass dort häufig zu schnell gefahren wird, können verschiedene Maßnahmen geprüft werden. Mobiles Blitzen gehört genauso dazu wie zum Beispiel Veränderungen in der Straße, damit langsamer gefahren wird.
- Sicherheit in der Unterführung
Die Kinder berichten, dass manche Radfahrerinnen und Radfahrer sowie Personen auf Rollern zu schnell durch die Unterführung der Bahngleise zwischen der Horbacher Straße und Roermonder Straße fahren. Dadurch können gefährliche Situationen entstehen.
Das haben das Bezirksamt Richterich und die Fachverwaltung auch bereits festgestellt.
In der Unterführung müssen Radfahrende absteigen und ihr Fahrrad schieben. Das zeigt das bestehende Verkehrsschild „Gehweg“ rechtlich eindeutig, ein Zusatzschild ist nicht erforderlich. Um daran zu erinnern, wurden während einer Aktionswoche im März Bodenmarkierungen mit dem Hinweis „Ab hier nur zu Fuß weiter“ aufgebracht.
Die Aktion war erfolgreich: Vorher schoben deutlich weniger Menschen ihr Fahrrad durch die Unterführung als danach. Gleichzeitig ist die Zahl der Personen, die durch die Unterführung gefahren sind, deutlich gesunken.
Deshalb setzen sich das Bezirksamt Richterich und die Fachverwaltung dafür ein, diese Markierungen dauerhaft anzubringen. Außerdem kontrolliert die Polizei im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Einhaltung der Regeln.
- Vetschauer Weg
Im Rahmen der notwendigen Umleitung wegen der Sperrung der Brücke Horbacher Straße sind auch Hinweise auf schwierige Situationen im Bereich der nun mehr genutzten Haltestelle Gierstraße auf dem Vetschauer Weg u.a. durch die Grundschule Richterich an die Verwaltung herangetragen worden. Nach entsprechender Prüfung und Behandlung in der Bezirksvertretung aachen-Richterich wird die Haltestelle temporär verbessert und ein Dialogdisplay zur Verringerung der Fahrzeuggeschwindigkeiten auf dem Vetschauer Weg installiert.
Fazit & Empfehlung
Die Hinweise des Schülerparlaments zeigen, dass sich die Kinder intensiv mit ihrem Schulweg beschäftigen und auf mögliche Gefahren aufmerksam machen. Die Vorschläge wurden von der Verwaltung geprüft.
An der Kreuzung Amstelbachstraße / Horbacher Straße wird weiterhin die Nutzung des sicheren Weges gemäß dem Schulwegplan über die Ampel empfohlen. Auf der Gierstraße werden zunächst Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt, um über mögliche weitere Maßnahmen entscheiden zu können. Für die Unterführung hat sich die Erprobung von Bodenmarkierungen als erfolgreich erwiesen, sodass eine dauerhafte Umsetzung angestrebt wird.
Die Verwaltung bedankt sich beim Schülerparlament für sein Engagement und seinen Einsatz für einen sicheren Schulweg.
Abstimmungsergebnis
Weitere Dokumente (1)
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Technische Details
ID: 1023425
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1023425
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2026-07-07 FB 68_0117_WP19 Sichere Schulwege fue SAO.pdf
7.7.2026
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Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 4.2
- Sitzung
- Sitzung des Bürgerforums als Kinderforum
- Gremium
- Bürgerforum
- Datum
- Mi., 15.07.2026
- Uhrzeit
- 11:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Status
- öffentlich
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 68 - Mobilität und Verkehr
- Zusätze
- Unterlagen werden nachgereicht
- Geändert
- 24.7.2026
- Inhalt abgerufen
- 18. August 2026 um 01:06