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Zeitreise – Augmented Reality im Krönungssaal

E 49/0025/WP19 · Anhörung

im Ratsinformationssystem anzeigen
Beratungsergebnis:geändert beschlossen

Beratung

Frau Dr. Heike Nelsen stellt sich kurz vor und entschuldigt Herrn Prof. Müller vom Historischen Institut der RWTH Aachen.

Hinsichtlich der Finanzierung des Projektes berichtet sie über die positive Nachricht der Förderung in Höhe von 300.000 Euro seitens des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau- und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen. Z.Zt. stehen insgesamt gesicherte Mittel in Höhe von 1,5 Millionen € zur Verfügung. Sollte die noch fehlende Zusage der NRW-Stiftung eingehen, so würde sich der Gesamtbetrag auf 1,75 Millionen € erhöhen.

Das Projekt ist in jedem Fall gesichert. Frau Dr. Nelsen stellt kurz die AR-Brille vor. Diese wird in der Praxis mit Device, einer handyähnlichen Hardware mit der Brille verbunden. Eine Firma aus Berlin hat das überzeugendste Konzept abgegeben und erhielt den Zuschlag. Hinsichtlich der genauen Stationen verweist sie auf die Vorlage. Insbesondere die Kernthemen Europa und Demokratie sind hier hervorzuheben.

Frau Dr. Nelsen stellt zwei Bitten in den Vordergrund:

  1. Der Eintrittspreis für das Rathaus beträgt z.Zt. 10,00 €. Hier soll ein noch unbekannter Betrag hinzukommen; dieser dient der Wartung der Brillen sowie die Bestreitung laufender Kosten. Es wird die deutsche,

niederländische und französische Sprache angeboten. Weitere Sprachen werden folgen. Der Betrieb soll über die Stadt Aachen erfolgen. Hier bittet sie um die Sicherstellung von 200 Einsatztagen pro Jahr für das genannte Projekt im Krönungssaal.

  1. Die Buchung des Krönungssaals für Veranstaltungen seitens der Stadt Aachen: hier soll eine Anmeldefrist von einem Jahr verbindlich sein.

Natürlich ist auch eine inhaltliche Abstimmung zwischen dem Rathausverein e.V. und der Stadt sinnvoll, so dass allen Beteiligten das finale Programm gefällt.

Der Beigeordnete, Herr Brötz, berichtet, dass es seitens des FB 01 eine Zusage hinsichtlich der geplanten 200 Tage pro Jahr für die Nutzung des Krönungssaals gibt.

Bezüglich der gewünschten Anmeldefrist für Buchungen wird es mit Sicherheit vereinzelt kurzfristige Ausnahmen geben; grundsätzlich besteht auf jeden Fall eine sehr hohe Kooperationsbereitschaft des FB01, um hier eine hohe Planungssicherheit herzustellen, so der Beigeordnete Brötz.

Ratsherr Pilgram spricht seinen Dank aus und spricht von einer hohen zu erwartenden Qualität.

Dem Dank seines Vorredners schließt sich Ratsherr Backhaus an und spricht von einem attraktiven Mehrwert. Er hinterfragt eine evtl. Kollision mit Führungen im Krönungssaal bzw. im Rathaus. Die meisten Besucher*innen werden Karten online bestellt haben; hinzukommen die Besucher*innen an den Tageskassen, so Frau Dr. Nelsen. Es wird im Krönungssaal mit Bändern gearbeitet. Die insgesamt 3 Eingangstüren sind wie folgt eingeplant: die linke Tür dient als Eingang für die Nutzer*innen der AR-Brille, die rechte als Ausgang der Nutzer*innen der AR-Brille. Die mittlere Tür ist somit für alle anderen Besucher*innen vorgesehen. An den jeweils o.g. Türen soll auch dann der Empfang bzw. die Rückgabe der AR-Brillen erfolgen.

Frau Tirtey informiert den Ausschuss, dass die von Frau Dr. Nelsen beschriebene Umsetzung durch E 49 übernommen wird. Hierzu gibt es bereits Vertragsverhandlungen, die auch die praktische Umsetzung beinhalten.

Ratsfrau Schmitt-Promny freut sich auf das Projekt und lobt insbesondere die Mittel-Akquirierung durch den Rathausverein. Allerdings gibt sie zu bedenken, dass im Vergleich mit der Finanzierung der Chorbiennale hier das Projekt eine hohe Kostendimension hat. Dies soll nicht als Kritik an dem Projekt als solchem verstanden werden. Sie hätte sich eine geringere Anschaffungsanzahl von AR-Brillen gewünscht.

Verständnis für die genannte Kritik wird von Frau Dr. Nelsen geäußert. Sie weist ausdrücklich darauf hin, dass es ein solches Projekt deutschlandweit nicht gibt. Das existierende Angebot der Stadt Gent ist qualitativ nicht mit dem Projekt in Aachen vergleichbar. Lediglich das London National History Museum hat ein ähnliches Produkt wie Aachen anzubieten. Die Kosten sind insgesamt sehr hoch, aber der Anteil der Stadt Aachen beträgt lediglich 50.000 Euro; der komplette Rest kommt durch andere Geldgeber*innen. Statt der bisherigen 60.000 Rathausbesucher*innen werden rund 200.000 Rathausbesucher*innen erwartet, so dass dies schon einen enormen Gewinn für die Stadt Aachen bedeutet. Sie beziffert den Wert der rund 120 Brillen auf jeweils 1.000 Euro.

Auf Anfrage von Frau Strack erklärt Frau Dr. Nelsen, dass es eine Fassung für hörgeschädigte Menschen gibt, eine Fassung für Sehgeschädigte wird zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Herr Küppers hinterfragt, ob es eine Versicherung gegen Diebstahl der AR Brillen geben wird.

Unter Bezugnahme auf die Anmerkungen von Herrn Küppers erklärt Frau Dr. Nelsen, dass die Brillen und das sonstige Inventar versichert sind. Dies ist mit einkalkuliert. Sie weist darauf hin, dass die Brillen im Rathaus verbleiben werden. Des Weiteren ist eine Alarmierung gegen Diebstahl vorgesehen; diese funktioniert mittels Bluetooth-Technik.

Auch Ratsfrau Reuß schließt sich dem Dank ihrer Vorredner*innen an.

Beschluss

Der Betriebsausschuss Kultur, Theater und VHS beschließt einstimmig: Der Betriebsausschuss Kultur, Theater und VHS spricht sich für die Erstellung einer Augmented Reality-Anwendung für den Krönungssaal aus und beauftragt die Verwaltung, alle weiteren Schritte zur Umsetzung des Projektes in die Wege zu leiten. Eine Vereinbarung zwischen dem Rathausverein Aachen e.V. und der Stadt Aachen wird in Abstimmung mit FB 30 erarbeitet. Der Eigenanteil der Stadt Aachen wird bei 50.000 € liegen und wird ab Betriebnahme wieder erwirtschaftet.

Beschlussvorschlag

Der Betriebsausschuss Kultur, Theater und VHS spricht sich für die Erstellung einer Augmented Reality-Anwendung für den Krönungssaal aus und beauftragt die Verwaltung, alle weiteren Schritte zur Umsetzung des Projektes in die Wege zu leiten. Eine Vereinbarung zwischen dem Rathausverein Aachen e.V. und der Stadt Aachen wird in Abstimmung mit FB 30 erarbeitet. Der Eigenanteil der Stadt Aachen wird bei 50.000 € liegen.

Beschlussvorschlag für Haupt- und Finanzausschuss:

Der Haupt- und Finanzausschuss beschließtdie Erstellung einer Augmented Reality-Anwendung für den Krönungssaal und beauftragt die Verwaltung, alle weiteren Schritte zur Umsetzung des Projektes in die Wege zu leiten. Eine Vereinbarung zwischen dem Rathausverein Aachen e.V. und der Stadt Aachen wird in Abstimmung mit FB 30 erarbeitet. Der Eigenanteil der Stadt Aachen wird bei 50.000 € liegen.

Erläuterungen

In der Sitzung des Betriebsausschusses Kultur und Theater am 31.01.2025 wurden in der Vorlage E 49/0162/WP18 die Pläne zur „Augmented Reality im Krönungssaal“ erstmals vorgestellt.

Das Aachener Rathaus ist eine der Keimzellen des modernen Europas. Es gehört ebenso wie der Dom zur Pfalzanlage Karls des Großen. Im großen Saal haben Jahrhunderte lang die römisch-deutschen Könige im Rahmen ihrer Krönungsfeierlichkeiten ein Festmahl gehalten. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist dieser Krönungssaal ein zentraler Ort der Aussöhnung, wird hier doch seit 1950 der Internationale Karlspreis verliehen.

Dennoch gibt es bisher kein Angebot, das den Krönungssaal in seiner historischen und politischen Bedeutung angemessen erschließt. Das liegt in der aktuellen, lebendigen Nutzung begründet: Zahlreiche Veranstaltungen verbieten die Einbringung musealer Einbauten. Des Weiteren sind die Auflagen des Denkmalschutzes zu berücksichtigen. Die Lösung bietet eine neue Digitaltechnologie. Mittels Augmented Reality (AR) – die die historischen Räume nicht ersetzt, sondern ergänzt – wird die Wirkmacht des Krönungssaals zum Leben erweckt.

Der Rathausverein plant eine 40- bis 60-minütige AR-Erfahrung für den Krönungssaal. Vorgesehen sind sieben Stationen: (1) eine Begrüßung, (2) das virtuelle Modell der Pfalzanlage, (3) die Erläuterung der Reichskleinodien, (4) die Animation des Krönungsmahls von 1520, (5) der Aachener Frieden 1748, (6) die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs samt der Rettung der Rethel-Fresken und (7) die aktuellen Karlspreis-Verleihungen.

Die benötigten finanziellen Ressourcen (1,78 Millionen €) werden komplett durch öffentliche Fördergelder und privates Sponsoring eingeworben. Einzige Ausnahme ist der Eigenanteil der Stadt Aachen in Höhe von 50.000 €, der nötig ist, um bestimmten Förderrichtlinien zu entsprechen. Aktuell (Stand 15.4.) stehen noch zwei Förderzusagen aus.

Der Rathausverein geht davon aus, dass auch diese bis Ende Mai vorliegen werden.

Zur Umsetzung des Projekts hat der Rathausverein eine europaweite Ausschreibung vorgenommen. Sechs Firmen, die Erfahrungen mit der AR-Technologie und Projekten dieser Größenordnung aufweisen können, haben Angebote abgegeben. Gemeinsam mit dem Kulturdezernat wurde eine Evaluierung der eingegangenen Angebote vorgenommen. Der Auftrag wurde erteilt.

Als Hardware wird eine Brille der neuesten Generation zum Einsatz kommen, die kaum größer als eine handelsübliche Sonnenbrille ist und sich problemlos über einer individuellen Sehhilfe tragen lässt. Die Projektleiter des Rathausvereins konnten den Prototyp testen. Die Brille ist hochauflösend, extrem lichtstark und bietet mit einem Sichtfenster von 70 Grad deutlich mehr als alle anderen Wettbewerber.

Es wird ein Drehbuch erstellt, an dem Frau Dr. Heike Nelsen, Rathausverein Aachen, Herr Prof. Dr. Harald Müller, RWTH Aachen und Prof. Dr. Frank Pohle, Kulturbetrieb der Stadt Aachen beteiligt sind.

Das Projekt kann dynamisch weiterentwickelt werden, neue Inhalte können erstellt und angepasst werden auf Grund der eingebrachten Technologie.

Der Rathausverein lässt die AR-Anwendung erstellen, erwirbt die Hardware und überführt das Projekt dann in ein Betreibermodell. Die Betreiberauswahl obliegt der Stadt Aachen. Die Zuständigkeit liegt beim Kulturbetrieb.

Um einen stabilen und kostendeckenden Betrieb zu gewährleisten, ist es nötig, dass der Krönungssaal an mindestens 200 Tagen im Jahr zwischen 10.00 und 18.00 Uhr für die AR-Erfahrung zur Verfügung steht. Eine Bestuhlung, z.B. für abendliche Konzerte, stellt kein Hindernis dar. Für die Begehung im Rahmen der AR-Erfahrung sollten die ohnehin freizuhaltenden Rettungswege ausreichend sein.

Um die Buchung über das Online-Tool zu ermöglichen, ist zur verlässlichen Planung für Besucher – im Besonderen für größere Gruppen – ein Vorlauf von einem Jahr wünschenswert, d.h. dass Buchungen des Krönungssaales für andere Veranstaltungen nur noch mit einjährigem Vorlauf möglich sind.

Dies erscheint dem Rang des Ortes angemessen. Bei aktuellen, z.B. politisch bedingten Anlässen werden Ausnahmen möglich sein.

Nächste Schritte sind:

  1. Zeitplanung (inkl. Beteiligung der Gremien)

07.05.2026Sitzung BAKUTVHS (Betriebsausschuss Kultur, Theater und VHS)

20.05.2026Sitzung HAS (Haupt- und Finanzausschuss)

Juni 2026Beauftragung des ausführenden Unternehmens

Juli/August 2027Echtstart Projekt

  1. Zu beteiligende Fachbereiche/Eigenbetriebe

FB 01

E 49 (federführend)

FB 30

FB 14

FB 22

FB 13

ats

P-Rat

  1. ToDo

3.1.Vertrag Rathausverein mit Stadt Aachen (Kooperation)

3.2.Zielgruppenfestlegung für AR

3.3.Änderung der Entgeltordnung nach Festlegung der Entgelte und Abstimmung der Beteiligungen

3.4.Kassengeschäfte inkl. onlineVerkauf (Zeitfenster)

3.5.Laufwege Rathaus inkl. Ausgabestellen/Rücknahme Brillen

3.6.Personalgestellung

3.7.Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

3.8.Abstimmung mit ats in Bezug auf Stadtführungen

3.9.Abstimmung mit Museumsdienst (E 49/3) in Bezug auf Angebote Route C

3.10. Abnahme des Drehbuchs durch Stadt Aachen (ggfs. Gremium BakuThVHS, Rat)

3.11. Datenschutzrechtliche Klärung

3.12. Technische Klärung des „Aufbaus“ im Krönungssaal

Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen:

JA

NEIN

x

Investive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Gesamt­bedarf (alt)

Gesamt­bedarf (neu)

Einzahlungen

0

0

0

0

0

0

Auszahlungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

2026

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Folge-kosten (alt)

Folge-kosten (neu)

Ertrag

0

0

0

0

0

0

Personal-/

Sachaufwand

50.000,00

0

0

0

0

0

Abschreibungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

50.000,00

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

-

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):

Keine


Klimarelevanz:

Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die

Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)

Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

x

Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:

gering

mittel

groß

nicht ermittelbar

x

Zur Relevanz der Maßnahme für die Klimafolgenanpassung

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

x

Größenordnung der Effekte

Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.

Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels)

Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels)

Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:

vollständig

überwiegend (50% - 99%)

teilweise (1% - 49 %)

nicht

x

nicht bekannt

Abstimmungsergebnis

Einstimmig / Mehrheitlich, X Gegenstimmen, X Enthaltungen
Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2026-04-20 E 49_0025_WP19 Zeitreise _ Augmente SAO.pdf

30.4.2026

138.6 KB

Metadaten

TOP
Ö 6
Sitzung
Sitzung des Betriebsausschusses Kultur, Theater und VHS
Gremium
Betriebsausschuss Kultur, Theater und VHS
Datum
Do., 07.05.2026
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Anhörung
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Anhörung
Federführend
E 49 - Kulturbetrieb
Geändert
29.6.2026
Inhalt abgerufen
27. August 2026 um 01:32