20. Mai 2026 um 16:00, Rathaus
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Zeitreise – Augmented Reality im Krönungssaal

E 49/0025/WP19 · Anhörung

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Beratungsergebnis:geändert beschlossen

Beratung

Ratsherr Schaadt (Grüne) erläutert, dass man aufgrund der Vorlage alleine und ohne die ergänzenden mündlichen Erläuterungen im Betriebsausschuss Kultur, Theater und VHS das ganze Thema der Augmented Reality nicht ganz verstanden habe. Seine Fraktion werde das Thema aber durchweg positiv begleiten.

Aus der Vorlage gehe hervor, dass der durch die Stadt zu bestreitende Eigenanteil in Höhe von 50.000 € bereits beschlossen sei. Für ihn stelle sich nun die Frage, was der Ausschuss nunmehr beschließen solle. Außerdem habe er gerüchteweise gehört, dass das Projekt auch mit Mehreinnahmen für die Stadt verbunden sei. Im Zusammenhang mit der aktuellen Haushaltslage sei das sicherlich spannend. Der Umstand möglicher Einnahmen und auch eine Erläuterung über die Umsetzungswahrscheinlichkeit des Projekts vor dem Hintergrund der Haushaltssperre müsse seines Erachtens auch mit in die Vorlage aufgenommen werden – zumindest als Fußnote.

Oberbürgermeister Dr. Ziemons erläutert, dass man für das Projekt eine Förderzusage erhalten habe und das gesamte Projekt somit durchfinanziert sei. Diese Förderung würde bei Nicht-Umsetzung des Projekts verloren gehen. Verträge zum Projekt seien noch nicht geschlossen, da der erforderliche Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses noch ausstehe. Werde der Beschluss in der heutigen Sitzung positiv geschlossen, werde man entsprechende Verträge ausarbeiten und in der nächsten Konsequenz abschließen.

Die mit der Vorlage zu beschließende Beteiligung der Stadt Aachen in Höhe von 50.000 € werde bei entsprechenden Besucherzahlen hoffentlich wieder komplett erwirtschaftet. Eine seriöse Planung eines möglichen Gewinns sei zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht möglich. Wie hoch letztlich ein Auslastungsgrad oder die Besucheranzahl sein werde, könne ebenfalls nicht prognostiziert werden.

Er sei sich jedoch sicher, dass eine solche AR-Anwendung im Krönungssaal sich durchaus zu einem Publikumsmagneten entwickeln könne.

Ratsherr Baal (CDU) meldet sich an dieser Stelle als Aufsichtsratsvorsitzender des aachen tourist service e.v. zu Wort und als dieser empfinde er das Projekt als sehr positiv. Es sei unterstützungswürdig, dass der Rathausverein in das Rathaus und in eine Sparte investiere, die für den Tourismus in Aachen interessant sei und die Attraktivität von Aachen, insbesondere von Dom und Rathaus steigere. Grundsätzlich sei eine AR-Anwendung heutzutage keine Raketenwissenschaft mehr, aber im Zusammenhang mit Tourismus sei diese Technik doch ein Punkt, der Aufmerksamkeit erregen könne. Hier sei es aus seiner Sicht angemessen, den Betrag von 50.000 € zu investieren. Im Hinblick auf die Haushaltssperre könne man mögliche Einnahmen, die dem Eigenanteil entgegenstünden, erst eruieren, wenn das Projekt weiter fortgeschritten sei.

Ratsherr Kiemes (CDU) berichtet, dass für ihn anhand des Berichts aus dem Betriebsausschuss Kultur, Theater und VHS keine Fragen mehr offen seien. Im Gegenteil werde das AR-Projekt von den Fachpolitikern – egal ob jung oder alt – als sehr positiv entgegengenommen. Die Vorlage sei bei aufmerksamen Lesen absolut ausreichend und zeige deutlich, in welche Richtung das Projekt voranschreite und welche Themen noch offen seien.

Der Krönungssaal sei ein ganz besonderer Ort, sowohl für Touristen, die diesen Ort betreten und von der Dimension schier erschlagen würden, als auch für die Aachener, die Politik und als Veranstaltungsraum. Das AR-Konzept eröffne erstmals die Möglichkeit, den Krönungssaal auch virtuell zu bespielen.

Für Aachen als technologischen Hotspot sei das Projekt für das Rathaus absolut wegweisend. Er könne lediglich für seine Fraktion die Zustimmung aussprechen und nehme gerne an der ersten Führung teil.

Er bedankt sich abschließend herzlich für die Bemühungen und die Initiative.

Ratsherr Tobollik (AfD) betont, dass seine Fraktion bereits in der Sitzung des Betriebsausschuss Kultur, Theater und VHS für das Projekt gestimmt habe und er dies auch in der heutigen Sitzung tun werde. Mit diesem Projekt zeige man, dass man im Bereich der Digitalisierung weiterkommen wolle. Das Projekt steigere die Attraktivität Aachens und werde sicherlich auch ein gutes Werbemittel für die Stadt und das Rathaus darstellen. Nicht nur den Touristen, sondern selbst Aachener Bürgerinnen und Bürgern werde so die Möglichkeit eröffnet, den Krönungssaal ganz neu zu entdecken.

Oberbürgermeister Dr. Ziemons verweist auf den durch den Betriebsausschuss Kultur, Theater und VHS geändert getroffenen Beschluss und stellt diesen ebenfalls für den Haupt- und Finanzausschuss zur Abstimmung.

Beschluss

Geänderter Beschluss: Der Haupt- und Finanzausschuss beschließt die Erstellung einer Augmented Reality-Anwendung für den Krönungssaal und beauftragt die Verwaltung, alle weiteren Schritte zur Umsetzung des Projektes in die Wege zu leiten. Eine Vereinbarung zwischen dem Rathausverein Aachen e.V. und der Stadt Aachen wird in Abstimmung mit FB 30 erarbeitet. Der Eigenanteil der Stadt Aachen wird bei 50.000 € liegen und ab Inbetriebnahme wieder erwirtschaftet.

Beschlussvorschlag

Der Betriebsausschuss Kultur, Theater und VHS spricht sich für die Erstellung einer Augmented Reality-Anwendung für den Krönungssaal aus und beauftragt die Verwaltung, alle weiteren Schritte zur Umsetzung des Projektes in die Wege zu leiten. Eine Vereinbarung zwischen dem Rathausverein Aachen e.V. und der Stadt Aachen wird in Abstimmung mit FB 30 erarbeitet. Der Eigenanteil der Stadt Aachen wird bei 50.000 € liegen.

Beschlussvorschlag für Haupt- und Finanzausschuss:

Der Haupt- und Finanzausschuss beschließtdie Erstellung einer Augmented Reality-Anwendung für den Krönungssaal und beauftragt die Verwaltung, alle weiteren Schritte zur Umsetzung des Projektes in die Wege zu leiten. Eine Vereinbarung zwischen dem Rathausverein Aachen e.V. und der Stadt Aachen wird in Abstimmung mit FB 30 erarbeitet. Der Eigenanteil der Stadt Aachen wird bei 50.000 € liegen.

Erläuterungen

In der Sitzung des Betriebsausschusses Kultur und Theater am 31.01.2025 wurden in der Vorlage E 49/0162/WP18 die Pläne zur „Augmented Reality im Krönungssaal“ erstmals vorgestellt.

Das Aachener Rathaus ist eine der Keimzellen des modernen Europas. Es gehört ebenso wie der Dom zur Pfalzanlage Karls des Großen. Im großen Saal haben Jahrhunderte lang die römisch-deutschen Könige im Rahmen ihrer Krönungsfeierlichkeiten ein Festmahl gehalten. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist dieser Krönungssaal ein zentraler Ort der Aussöhnung, wird hier doch seit 1950 der Internationale Karlspreis verliehen.

Dennoch gibt es bisher kein Angebot, das den Krönungssaal in seiner historischen und politischen Bedeutung angemessen erschließt. Das liegt in der aktuellen, lebendigen Nutzung begründet: Zahlreiche Veranstaltungen verbieten die Einbringung musealer Einbauten. Des Weiteren sind die Auflagen des Denkmalschutzes zu berücksichtigen. Die Lösung bietet eine neue Digitaltechnologie. Mittels Augmented Reality (AR) – die die historischen Räume nicht ersetzt, sondern ergänzt – wird die Wirkmacht des Krönungssaals zum Leben erweckt.

Der Rathausverein plant eine 40- bis 60-minütige AR-Erfahrung für den Krönungssaal. Vorgesehen sind sieben Stationen: (1) eine Begrüßung, (2) das virtuelle Modell der Pfalzanlage, (3) die Erläuterung der Reichskleinodien, (4) die Animation des Krönungsmahls von 1520, (5) der Aachener Frieden 1748, (6) die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs samt der Rettung der Rethel-Fresken und (7) die aktuellen Karlspreis-Verleihungen.

Die benötigten finanziellen Ressourcen (1,78 Millionen €) werden komplett durch öffentliche Fördergelder und privates Sponsoring eingeworben. Einzige Ausnahme ist der Eigenanteil der Stadt Aachen in Höhe von 50.000 €, der nötig ist, um bestimmten Förderrichtlinien zu entsprechen. Aktuell (Stand 15.4.) stehen noch zwei Förderzusagen aus.

Der Rathausverein geht davon aus, dass auch diese bis Ende Mai vorliegen werden.

Zur Umsetzung des Projekts hat der Rathausverein eine europaweite Ausschreibung vorgenommen. Sechs Firmen, die Erfahrungen mit der AR-Technologie und Projekten dieser Größenordnung aufweisen können, haben Angebote abgegeben. Gemeinsam mit dem Kulturdezernat wurde eine Evaluierung der eingegangenen Angebote vorgenommen. Der Auftrag wurde erteilt.

Als Hardware wird eine Brille der neuesten Generation zum Einsatz kommen, die kaum größer als eine handelsübliche Sonnenbrille ist und sich problemlos über einer individuellen Sehhilfe tragen lässt. Die Projektleiter des Rathausvereins konnten den Prototyp testen. Die Brille ist hochauflösend, extrem lichtstark und bietet mit einem Sichtfenster von 70 Grad deutlich mehr als alle anderen Wettbewerber.

Es wird ein Drehbuch erstellt, an dem Frau Dr. Heike Nelsen, Rathausverein Aachen, Herr Prof. Dr. Harald Müller, RWTH Aachen und Prof. Dr. Frank Pohle, Kulturbetrieb der Stadt Aachen beteiligt sind.

Das Projekt kann dynamisch weiterentwickelt werden, neue Inhalte können erstellt und angepasst werden auf Grund der eingebrachten Technologie.

Der Rathausverein lässt die AR-Anwendung erstellen, erwirbt die Hardware und überführt das Projekt dann in ein Betreibermodell. Die Betreiberauswahl obliegt der Stadt Aachen. Die Zuständigkeit liegt beim Kulturbetrieb.

Um einen stabilen und kostendeckenden Betrieb zu gewährleisten, ist es nötig, dass der Krönungssaal an mindestens 200 Tagen im Jahr zwischen 10.00 und 18.00 Uhr für die AR-Erfahrung zur Verfügung steht. Eine Bestuhlung, z.B. für abendliche Konzerte, stellt kein Hindernis dar. Für die Begehung im Rahmen der AR-Erfahrung sollten die ohnehin freizuhaltenden Rettungswege ausreichend sein.

Um die Buchung über das Online-Tool zu ermöglichen, ist zur verlässlichen Planung für Besucher – im Besonderen für größere Gruppen – ein Vorlauf von einem Jahr wünschenswert, d.h. dass Buchungen des Krönungssaales für andere Veranstaltungen nur noch mit einjährigem Vorlauf möglich sind.

Dies erscheint dem Rang des Ortes angemessen. Bei aktuellen, z.B. politisch bedingten Anlässen werden Ausnahmen möglich sein.

Nächste Schritte sind:

  1. Zeitplanung (inkl. Beteiligung der Gremien)

07.05.2026Sitzung BAKUTVHS (Betriebsausschuss Kultur, Theater und VHS)

20.05.2026Sitzung HAS (Haupt- und Finanzausschuss)

Juni 2026Beauftragung des ausführenden Unternehmens

Juli/August 2027Echtstart Projekt

  1. Zu beteiligende Fachbereiche/Eigenbetriebe

FB 01

E 49 (federführend)

FB 30

FB 14

FB 22

FB 13

ats

P-Rat

  1. ToDo

3.1.Vertrag Rathausverein mit Stadt Aachen (Kooperation)

3.2.Zielgruppenfestlegung für AR

3.3.Änderung der Entgeltordnung nach Festlegung der Entgelte und Abstimmung der Beteiligungen

3.4.Kassengeschäfte inkl. onlineVerkauf (Zeitfenster)

3.5.Laufwege Rathaus inkl. Ausgabestellen/Rücknahme Brillen

3.6.Personalgestellung

3.7.Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

3.8.Abstimmung mit ats in Bezug auf Stadtführungen

3.9.Abstimmung mit Museumsdienst (E 49/3) in Bezug auf Angebote Route C

3.10. Abnahme des Drehbuchs durch Stadt Aachen (ggfs. Gremium BakuThVHS, Rat)

3.11. Datenschutzrechtliche Klärung

3.12. Technische Klärung des „Aufbaus“ im Krönungssaal

Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen:

JA

NEIN

x

Investive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Gesamt­bedarf (alt)

Gesamt­bedarf (neu)

Einzahlungen

0

0

0

0

0

0

Auszahlungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

2026

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Folge-kosten (alt)

Folge-kosten (neu)

Ertrag

0

0

0

0

0

0

Personal-/

Sachaufwand

50.000,00

0

0

0

0

0

Abschreibungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

50.000,00

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

-

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):

Keine


Klimarelevanz:

Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die

Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)

Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

x

Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:

gering

mittel

groß

nicht ermittelbar

x

Zur Relevanz der Maßnahme für die Klimafolgenanpassung

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

x

Größenordnung der Effekte

Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.

Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels)

Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels)

Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:

vollständig

überwiegend (50% - 99%)

teilweise (1% - 49 %)

nicht

x

nicht bekannt

Abstimmungsergebnis

Einstimmig, 0 Gegenstimmen, 0 Enthaltungen
Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2026-04-20 E 49_0025_WP19 Zeitreise _ Augmente SAO.pdf

30.4.2026

138.6 KB

Metadaten

TOP
Ö 8
Sitzung
Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses
Gremium
Haupt- und Finanzausschuss
Datum
Mi., 20.05.2026
Uhrzeit
16:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Anhörung
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Anhörung
Federführend
E 49 - Kulturbetrieb
Geändert
16.6.2026
Inhalt abgerufen
8. Juli 2026 um 17:13