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Perspektive Richterich: Fortschrittsbericht zu den laufenden und geplanten Projekten in Richterich

FB 61/0065/WP19 · Entscheidungsvorlage

Perspektive Richterich: Fortschrittsbericht zu den laufenden und geplanten Projekten in Richterich

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Beratungsergebnis:geändert beschlossen

Beratung

Herr Bezirksbürgermeister Kehr begrüßt Frau Vasen aus der Abteilung Stadtentwicklung und Stadtgestaltung, FB61/502.

Frau Vasen stellt den aktuellen Stand der laufenden und geplanten Projekte im Stadtbezirk Richterich anhand der als Anlage beigefügten Präsentation vor.

Zunächst gibt sie einen kurzen Überblick über die bisherige Entwicklung und erläutert, dass der Fortschrittsbericht insgesamt 21 Projekte umfasse. Der derzeitige Planungszeitraum reiche bis zum Jahr 2031 und bilde die wesentlichen Meilensteine seit dem Jahr 2024 ab. Der erstellte Zeitplan solle Orientierung schaffen und sei mit den jeweiligen Projektleitungen abgestimmt. Hier würden auch Abhängigkeiten erkennbar.

Zu den seit 2024 erreichten Meilensteinen gehören unter anderem der Baubeschluss für den Neubau der Feuer- und Rettungswache, Verbesserungsmaßnahmen für die Querung der Bahnlinie im Tunnel, sowie der Abriss der Horbacher Brücke. Weitere Projekte befänden sich derzeit in unterschiedlichen Planungs- und Umsetzungsphasen. Aktuell würden insbesondere der Bebauungsplan für das AWO-Zentrum, das Mobilitätskonzept, die Feuer- und Rettungswache, sowie die Entwicklung der Richtericher Dell weiterbearbeitet.

Die vorgesehene Sanierung des Brunnens auf dem Rathausplatz sei aufgrund der gegenwärtigen Haushaltslage zunächst zurückgestellt worden.

Die Verwaltung beabsichtige, in 2027 einen aktualisierten Bericht über den weiteren Fortschritt der Projekte vorzulegen.

Herr Bezirksbürgermeister Kehr bedankt sich für die ausführliche Darstellung. Er hebt die große Anzahl der im Stadtbezirk verfolgten Projekte sowie den erkennbaren Fortschritt bei deren Planung und Umsetzung hervor.

Herr Bezirksvertreter Willsch (SPD) erkundigt sich nach dem aktuellen Stand der Planungen für die Grundschule und bittet insbesondere um eine zeitliche Einschätzung.

Frau Vasen erläutert, dass derzeit noch kein verbindlicher Zeitplan feststehe. Nach gegenwärtiger Einschätzung sei mit einer Umsetzung beziehungsweise Konkretisierung ab den Jahren 2027/2028 zu rechnen. Frau Bezirksamtsleiterin Moritz ergänzt, dass die Bezirksvertretung über die weitere Entwicklung zu gegebener Zeit informiert werde.

Nachdem keine weiteren Wortmeldungen vorliegen, schließt der Herr Bezirksbürgermeister Kehr die Beratung zu diesem Tagesordnungspunkt.

Beschluss

Die Bezirksvertretung Aachen-Richterich empfiehlt dem Planungsausschuss, die Verwaltung zu beauftragen, im kommenden Jahr erneut über den Fortschritt der Projekte in Richterich zu berichten.

Beschlussvorschlag

Die Bezirksvertretung Aachen-Richterich empfiehlt dem Planungsausschuss, die Verwaltung zu beauftragen, im kommenden Jahr erneut über den Fortschritt der Projekte in Richterich zu berichten.

Der Mobilitätsausschuss empfiehlt dem Planungsausschuss, die Verwaltung zu beauftragen, im kommenden Jahr erneut über den Fortschritt der Projekte in Richterich zu berichten.

Der Planungsausschuss beauftragt die Verwaltung, im kommenden Jahr erneut über den Fortschritt der Projekte in Richterich zu berichten.

Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.

Der Betriebsausschuss für das Gebäudemanagement nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.

Erläuterungen

Anlass und Ziel

Im Stadtteil Richterich werden viele Projekte vorbereitet und umgesetzt. Sie wirken sich positiv auf die Entwicklung des Stadtteils aus – auch weil sie räumlich oder funktional zusammenhängen. Besonders hervorzuheben sind die städtebauliche Entwicklung eines Wohngebietes in der Richtericher Dell, die geplante neue Erschließungsstraße, die städtebauliche Entwicklung entlang der Roermonder Straße, die vorgesehene Umgestaltung der Ortsmitte Alt-Richterich sowie der geplante neue Bahn-Haltepunkt.

Um diese und die weiteren Projekte zu bündeln und abgestimmt umzusetzen, wurde im Jahr 2023 der Prozess „Perspektive Richterich“ angestoßen. Unter Beteiligung von Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit wurden Leitsätze und Ziele für die zukünftige Entwicklung des Stadtteils erarbeitet. Diese bilden die Grundlage für eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung Richterichs.

Im Herbst 2024 wurde der Bezirksvertretung Richterich, dem Ausschuss für Umwelt und Klima, dem Planungsausschuss sowie dem Mobilitätsausschuss ein Bericht über den Prozess zur „Perspektive Richterich“ vorgelegt. Im Mittelpunkt stand dabei insbesondere die strukturierte Übersicht über die laufenden und geplanten Projekte, die von unterschiedlichen Dienststellen der Verwaltung oder von privaten Vorhabenträgern eigenständig vorangetrieben und hier nur übersichtlich dargestellt werden.

Der vorliegende Fortschrittsbericht liefert einen zusammenfassenden Überblick über die Weiterentwicklung der Projekte seit dem Bericht im Herbst 2024. Zudem gibt er einen Ausblick auf die zu erwartenden Entwicklungen im Stadtteil in den kommenden Jahren. Ziel des Fortschrittsberichts ist es darüber hinaus, Transparenz über den aktuellen Stand der Vorhaben herzustellen, Entscheidungsgrundlagen für Politik und Verwaltung zu aktualisieren sowie die koordinierte und zielgerichtete Umsetzung der Gesamtstrategie weiterhin zu unterstützen. Die Projektübersicht wird durch eine räumliche Darstellung (Anlage 1) sowie eine Zeitschiene (Anlage 2) ergänzt.

Die Angaben in der Zeitschiene wurden zum Zwecke einer Gesamtübersicht zusammengetragen und zur besseren Verständlichkeit vereinfacht dargestellt. Sie basieren auf dem aktuellen Planungs- und Kenntnisstand, können jedoch im weiteren Verlauf Anpassungen unterliegen. Insbesondere bei langfristigen und voneinander abhängigen Projekten sind zeitliche Verschiebungen nicht auszuschließen, etwa infolge veränderter Rahmenbedingungen mit Blick auf den städtischen Haushalt, ausstehender Vergaben, begrenzter Marktverfügbarkeiten oder unvorhersehbarer Entwicklungen im Bauablauf. Die Zeitschiene dient daher in erster Linie der Orientierung und der Einordnung der Projekte im Gesamtzusammenhang, nicht jedoch als verbindliche Terminplanung für Einzelmaßnahmen. Für belastbare und projektspezifische Aussagen zu Zeitabläufen wird auf die jeweils zuständigen Fachbereiche und Projektverantwortlichen verwiesen.

Sachstandsberichte zu Projekten

Entwicklung der Ortsmitte in Alt-Richterich

Die Ortsmitte von Alt-Richterich soll als Aufenthalts- und Begegnungsort gestaltet werden. An der Grünenthaler Straße, an der Stelle der heutigen Peter-Schwarzenberg-Halle, soll eine neue Turn- und Veranstaltungshalle mit integrierten Vereinsräumen entwickelt werden. Die Außenflächen sollen durch ein ansprechendes Freiraumkonzept aufgewertet und mit den bestehenden Freiräumen verbunden werden. Zudem kann das unmittelbar neben der Halle gelegene Gebäude überplant werden, das die Freiwillige Feuerwehr Richterich aktuell als Gerätehaus nutzt. Voraussichtlich Anfang 2028 wird die Feuerwehr in die neue Feuer- und Rettungswache am Roder Weg verlagert (siehe Projekt 11).

Zwischen 2020 und 2024 wurden unter Beteiligung der Öffentlichkeit ein Leitbild entwickelt, verschiedene Szenarien für den Bau der Mehrzweckhalle untersucht und der Raumbedarf für das Gebäude konkretisiert. Parallel dazu wurde das Bauleitplanverfahren vorbereitet und dafür notwendige Gutachten erstellt. Im Jahr 2024 hat die Stadt Aachen das Grundstück „Hühnerwiese“ gekauft. Als nächstes soll ein Qualifizierungsverfahren für die Hochbauplanung sowie die Planung der öffentlichen Grün- und Freiräume durchgeführt werden. Die Öffentlichkeit soll dabei weiterhin beteiligt werden. Aktuell wird das Verfahren vorbereitet. Die Mittel für die Bau- und Planungskosten sowie für das vorgeschaltete Qualifizierungsverfahren wurden mit der Haushaltsplanung für 2026f im städtischen Haushalt eingeplant. Fördermittel stehen bisher nicht zur Verfügung. Die Möglichkeiten, Fördermittel zu beantragen, sollen im weiteren Verlauf geprüft werden.

Umbau der Grundschule in Richterich

Das Schulgebäude der städtischen Gemeinschaftsgrundschule in Alt-Richterich wird erweitert. Damit soll der gestiegene Raumbedarf gedeckt werden, der durch mehr OGS-Plätze entstanden ist. Über die geplante Maßnahme wird die aktuelle OGS- und Mensa-Situation verbessert.

Aktuell wird die Entwurfsplanung erarbeitet. Die Umbaumaßnahmen sind für die Schuljahre 2027/2028 bis einschließlich 2029/2030 geplant. Der Schulbetrieb muss für die Dauer der Bauzeit ganz oder teilweise ausgelagert werden. Mögliche Standorte für die Auslagerung werden aktuell geprüft.

  1. Umgestaltung des Rathausplatzes

Im Rahmen der Perspektive Richterich wurde die Umgestaltung des Rathausplatzes als ein Projekt mit stadtteilweiter Bedeutung identifiziert. Um seiner Bedeutung als „Geschäftszentrum“ und Treffpunkt gerecht zu werden, soll der Rathausplatz attraktiver gestaltet werden und Aufenthaltsqualitäten für alle Generationen bieten. Vor dem Hintergrund anderer prioritärer Projekte ist die Maßnahme aktuell noch nicht in Vorbereitung.

Im Frühjahr 2025 wurde festgestellt, dass der Brunnen auf dem Rathausplatz saniert werden muss. Im Zusammenhang mit der Sanierung soll der Brunnen bestandsorientiert umgestaltet werden. Über die Gestaltungsmöglichkeiten wird in einer gesonderten Vorlage in der Bezirksvertretung Aachen-Richterich berichtet. Die technische Machbarkeit der gewünschten Neugestaltung soll anschließend durch ein externes Büro geprüft werden. Das Ergebnis der Machbarkeitsuntersuchung soll in diesem Jahr vorgelegt werden.

  1. Modernisierung Schloss Schönau und Parkanlage

4.a. Barrierefreier Umbau des Schlosses

Das Schloss Schönau soll barrierefrei erschlossen und im Bereich der WC-Anlagen umgebaut werden. Vorbereitende Arbeiten im Gebäudeinneren wurden 2024 bereits durchgeführt, für weitergehende Maßnahmen waren jedoch zunächst keine Mittel im Haushalt vorhanden. Inzwischen wurden Mittel für die Umsetzung der Gesamtmaßnahme im Haushalt 2026 eingeplant. Die weiteren Planungsschritte, beginnend mit der Vorplanung, wurden durch das Gebäudemanagement aufgenommen.

4.b. Maßnahmen zur Aufwertung des Schloss-Schönau-Parks

Im Jahr 2019 wurde ein Maßnahmenkonzept zur Sicherung und sukzessiven Verbesserung der Qualität des Schloss-Schönau-Parks erarbeitet. Das Konzept baut auf einer umfangreichen Bürgerbeteiligung auf und umfasst kurz-, mittel- und langfristig umsetzbare Maßnahmen. Durch neue Bänke und Spielmöglichkeiten, u.a. am Parkeingang im Bereich des Rathausplatzes, wurde die Parkanlage bereits aufgewertet. Weitere Maßnahmen sollen voraussichtlich ab der zweiten Jahreshälfte 2026 umgesetzt werden.

AWO-Zentrum für Pflege, Betreuung, Begegnung

An der Banker-Feld-Straße plant die Arbeiterwohlfahrt (AWO) den Neubau einer Einrichtung für Senior*innen mit 80 Pflegeplätzen, 12 Kurzzeitpflegeplätzen und barrierefreien Wohnungen sowie einer Kindertagesstätte (siehe Projekt 6). Zur besseren Anbindung an die Amstelbachstraße und die südöstlich der Bahn liegenden Nahversorgungsstandorte ist ein Fußweg über den teilweise unterirdisch verlaufenden Amstelbach geplant.

Im September 2025 hat der Planungsausschuss die Offenlage im Bebauungsplanverfahren beschlossen (Bebauungsplan Nr. 985 – Banker-Feld-Straße / Amstelbachstraße). Die Offenlage soll von Mai bis Juni 2026 stattfinden. Der Satzungsbeschluss ist für Ende 2026 anvisiert, so dass die AWO das Bauprojekt ab 2027 umsetzen kann.

  1. Neubau einer KiTa

In Richterich besteht ein dringender Bedarf an zusätzlichen KiTa-Plätzen. Um diesem gerecht zu werden, wurde lange ein Standort für eine neue Kindertagesstätte gesucht. An der Banker-Feld-Straße plant die AWO nun eine vierzügige KiTa für 70 Kinder (siehe Projekt 5).

Bau einer neuen Haupterschließung

Am nördlichen Rand von Richterich ist eine neue Erschließungsstraße geplant, die die Roermonder Straße mit der Horbacher Straße verbindet. Sie dient der Erschließung des geplanten Baugebietes in der Richtericher Dell (siehe Projekt 8), verbessert die Verbindung zwischen Alt-Richterich und Richterich-Schönau und kann für eine Verkehrsentlastung im Ortskern sorgen.

Die Planung (Verkehrsanlagen und Ingenieurbauwerke, Bauleitplanung) für dieses Vorhaben ist kontinuierlich in der Bearbeitung. Die Erschließung wird in drei Abschnitten geplant: Die Abschnitte A und B verbinden die Horbacher Straße mit der Banker-Feld-Straße. Abschnitt C führt von der Banker-Feld-Straße zur Roermonder Straße und quert dabei die Bahnlinie, den Amstelbach und den geplanten Radschnellweg. Die Straßenplanung für alle Abschnitte liegt als Entwurfsplanung weitgehend vor.

Am 26.03.2026 hat der Planungsausschuss beschlossen, dass der Bebauungsplan Nr. 955 zunächst nur für den Teilabschnitt C der Haupterschließung (von der Banker-Feld-Straße zur Roermonder Straße) fortgeführt wird. Der konkrete Verlauf der Abschnitte A und B soll mit dem Qualifizierungsverfahren für die Entwicklung der Richtericher Dell überprüft und in Abhängigkeit zur neuen Planung ggf. angepasst werden. Mit dem Ergebnis des Verfahrens kann die Planung dieser beiden Abschnitte ebenfalls fortgeführt werden.

Die erforderlichen Mittel für die Planungskosten sind im Haushalt eingeplant. Die Kosten für den Bau müssen im städtischen Haushalt eingeplant werden.

Städtebauliche Entwicklung in der Richtericher Dell

Am nördlichen Siedlungsrand von Richterich, in der „Richtericher Dell“, sind vor mehr als 20 Jahren Planungen für ein

35 ha großes, neues Wohngebiet erstellt worden. Die Rahmenplanung aus dem Jahr 2004 lieferte dafür lange Zeit die Grundlage. Inzwischen haben sich die Rahmenbedingungen für die Planung in vielerlei Hinsicht verändert, so dass das städtebauliche Konzept neu aufgestellt werden muss. Die übergeordneten Ziele und Entwicklungsabsichten für das neue Konzept wurden in einem Exposé zusammengefasst, das der Bezirksvertretung und dem Planungsausschuss im April bzw. Mai dieses Jahres vorgelegt wurde. Das Exposé bildet die Vorstufe einer detaillierten Leistungsbeschreibung, die die konkreten Aufgaben und Ziele für die Erarbeitung des städtebaulichen Rahmens erläutern wird. Die Fertigstellung der Leistungsbeschreibung ist im Sommer 2026 vorgesehen. Es soll ein externes Planungsbüro beauftragt werden, das in enger Abstimmung mit Verwaltung und Politik den städtebaulichen Rahmen erarbeitet. Ziel ist es, in der ersten Jahreshälfte 2027 erste Ergebnisse vorlegen zu können. Für die Beauftragung des Büros sind Mittel im Haushalt für 2026 und 2027 eingeplant.

Auf Grundlage eines neuen städtebaulichen Rahmens soll die Planung der Abschnitte A und B der Haupterschließung fortgeführt werden (siehe Projekt 7). Anschließend soll die Planung schrittweise konkretisiert werden. Dazu werden logische Planungsabschnitte definiert, für die jeweils eine konkrete Planung erarbeitet und Planungsrecht geschaffen wird, bevor die Freiräume entwickelt und die Grundstücke schrittweise vermarktet werden.

Neuordnung des Areals Roermonder Straße / Schloss-Schönau-Straße

An der Roermonder Straße und in der Schloss-Schönau-Straße befinden sich private Grundstücksflächen mit teilweise leerstehendem Gebäudebestand. Mit dem „AACHEN Kompass“-Prozess wurden diese Flächen 2024 genauer untersucht und Szenarien für eine zukünftige Neuordnung entwickelt. Das Szenario „Die durchmischte Mitte" wurde vertiefend bearbeitet. Das Gesamtareal lässt sich in mehrere Bereiche unterteilen, die unabhängig voneinander jeweils von privaten Eigentümer*innen entwickelt werden. Für die nachfolgenden Bereiche besteht eine besonders hohe Entwicklungs-bereitschaft der Eigentümer*innen:

9.a. Roermonder Straße 615

Auf diesem Grundstück soll eine Mischnutzung aus Wohnen und gewerblichen Nutzungen entstehen. Die Eigentümerin entwickelt aktuell ein räumliches Konzept, das mit der Fachverwaltung und der Bezirkspolitik abgestimmt wird. Im weiteren Verlauf sind qualifizierende Verfahren für Teilbereiche denkbar (z. B. Freiraumgestaltung, Gebäude mit besonderen Anforderungen). Anschließend muss ein Bauleitplanverfahren durchgeführt werden, um die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Umsetzung zu schaffen.

9.b. Neuordnung des Areals Schloss-Schönau-Straße / An der Vorburg

Die bestehende gewerbliche Nutzung soll in eine Wohnnutzung umgewandelt werden. Auf dem Grundstück sollen zwei Mehrfamilienhäuser entstehen. Für das Vorhaben besteht bereits Planungsrecht. Eine Bauvoranfrage wurde positiv beschieden, sodass mit einer zeitnahen Umsetzung durch die privaten Eigentümer*innen gerechnet werden kann.

9.c. Neuordnung des Areals / Schloss-Schönau-Straße / Butzweide

Auf diesem Grundstück sollen Wohn- und Gewerbeflächen entstehen. Auch für dieses Vorhaben besteht bereits Planungsrecht und eine Bauvoranfrage wurde positiv beschieden. Hier ist ebenfalls mit einer zeitnahen Umsetzung durch die privaten Eigentümer*innen zu rechnen.

Neubau eines Recyclinghofs für den Aachener Nordraum

Am nördlichen Ortseingang von Richterich an der Roermonder Straße soll ein dritter Aachener Recyclinghof realisiert werden. Das Grundstück wird über die neu geplante Haupterschließung (Projekt 7) angebunden. Der Recyclinghof kann jedoch auch gebaut und betrieben werden, bevor die Erschließungsstraße umgesetzt ist. Für diesen Zweck ist eine temporäre Anbindung über die Alte Roermonder Straße möglich.

Aktuell wird für das Projekt die planungsrechtliche Grundlage geschaffen (Bebauungsplan Nr. 970 – Roermonder Straße / Amstelbach). Mit dem Satzungsbeschluss des Bebauungsplans und dem anschließenden Beginn der Planung und Realisierung des Recyclinghofes kann etwa ab dem zweiten Quartal 2027 gerechnet werden.

Neubau einer Feuer- und Rettungswache

Am Roder Weg soll ein neues Gerätehaus für den Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Richterich und eine Rettungswache für den Bezirk Aachen-Richterich gebaut werden.Der bisherige Standort des Gerätehauses der freiwilligen Feuerwehr an der Grünenthaler Straße soll aufgrund baulicher Mängel und wegen der ungünstigen Lage aufgegeben werden. Das neue Gebäude wird auf der Grundlage eines Wettbewerbsentwurfs des Büros Mescherowsky Architekten als nachhaltiger Neubau geplant und soll die Zertifizierung DGNB-Gold erhalten. Der Baubeschluss wurde im Juni 2025 gefasst. Aktuell läuft die Ausschreibung der Gewerke. Die Baumaßnahmen werden voraussichtlich im Sommer 2026 mit der Aufbereitung des Grundstücks beginnen und bis Ende 2027 abgeschlossen sein. Nach Fertigstellung sind der Umzug und ein dreimonatiger Probebetrieb vorgesehen, bevor die neue Rettungswache voraussichtlich im 2. Quartal 2028 in Betrieb genommen werden kann.

Zusammenlegung der Baubetriebshöfe

Die Stadt Aachen verfolgt das Ziel, bestehende Baubetriebshöfe weitgehend zu zentralisieren. Eine Zusammenlegung der Baubetriebshöfe von Laurensberg und Richterich im nördlichen Stadtgebiet wird perspektivisch als sinnvoll erachtet. Eine gesamtstädtische Arbeitsgruppe ist mit der Standortsuche betraut.

Neuer Bahn-Haltepunkt

Nördlich der Eisenbahnbrücke in der Horbacher Straße plant die Deutsche Bahn (DB), einen neuen Haltepunkt auf der Strecke zwischen Aachen-West und Herzogenrath-Kohlscheid zu errichten. Für den Haltepunkt sind mehrere Zugänge – von der Brücke Horbacher Straße, der Horbacher Straße und der Roermonder Straße – vorgesehen.

Aktuell wird durch die DB das Plangenehmigungsverfahren beim Eisenbahnbundesamt (EBA) beantragt. Dieses Genehmigungsverfahren wird im Verlauf mit Beteiligung der Anwohner*innen und weiterer Träger öffentlicher Belange durchgeführt. Um nach einer Genehmigung den Bau des Haltepunktes durchführen zu können, sind zudem Sperrpausen erforderlich. Die ursprünglich beantragten Sperrpausen wurden nicht genehmigt. Aus diesem Grund wurden für die Zeit ab 2029 neue Sperrpausen beantragt. Eine Entscheidung hierzu steht noch aus. Die zeitliche Planung kann erst nach der Genehmigung der Sperrpausen konkretisiert werden.

Neubau der Brücke in der Horbacher Straße

Die Brücke in der Horbacher Straße (Baujahr 1967) wurde u. a. aufgrund des Bauwerkzustandes in das Sanierungsprogramm des Landesbetriebs übernommen. Ebenso entsprach die Ausbauweise nicht mehr den aktuellen technischen Anforderungen und muss durch einen Neubau ersetzt werden. Der Landesbetrieb Straßen.NRW hat im Oktober 2025 die Brücke gesperrt und anschließend abgerissen. Die Baumaßnahmen laufen aktuell und werden voraussichtlich im Herbst 2027 abgeschlossen. Die Bauarbeiten werden in Abhängigkeit der Streckensperrungen durch die Deutsche Bahn durchgeführt.

Ausbau der Radschnellverbindungen

15.a. Euregio-Radschnellweg RS4

Der geplante Euregio-Radschnellweg RS4 führt von Aachen-Zentrum über Laurensberg nach Richterich und wird hier entlang der Roermonder Straße über Kohlscheid nach Herzogenrath und mit Anschluss an Kerkrade weitergeführt. Das Verfahren zur Linienfindung für den RS4 wurde Ende 2025 abgeschlossen und 2026 durch das Ministerium bestätigt. Damit liegt die Linie in der Ortslage Richterich entlang der Roermonder Straße fest. Allerdings ist für den Abschnitt von Richterich nach Kohlscheid ein erweiterter Untervariantenvergleich notwendig. Erst nach dessen Abschluss wird die Linie auch für diesen Bereich abschließend festgelegt.

15.b. Radvorrangroute Horbacher Straße

Ausgehend vom Kreuzungspunkt mit der Roermonder Straße verläuft eine geplante Radvorrangroute entlang der Horbacher Straße in Richtung Heerlen. Derzeit wird die Planung weiterentwickelt, um für die Bereiche außerhalb von Richterich und Horbach das notwendige Planfeststellungsverfahren voraussichtlich im ersten Halbjahr 2027 starten zu können.

Fußgängertunnel am Roder Weg

Der „kleine“ Fußgängertunnel verbindet die Amstelbachstraße mit dem Roder Weg. Im Hinblick auf die geplanten Entwicklungen nördlich und südlich der Bahngleise wird eine gute und sichere Rad- und Fußwegeverbindung an dieser Stelle noch wichtiger. Um dem gerecht zu werden, ist eine Aufwertung und Verbreiterung des Tunnels erforderlich. Bei der Verbreiterung des Tunnels handelt es sich um eine perspektivische Maßnahme, die im Rahmen der „Perspektive Richterich“ identifiziert wurde und vor dem Hintergrund anderer prioritärer Maßnahmen aktuell nicht bearbeitet wird.

Angstfreie und barrierefreie Querung der Bahnlinie

Die Unterführung am Bezirksamt wird teilweise als Angstraum wahrgenommen und ist für Menschen, die auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, aufgrund der steilen Rampe ungeeignet. Durch eine Machbarkeitsstudie sollte eine Möglichkeit zur angst- und barrierefreien Querung der Bahnlinie gefunden werden. Der Fachbereich Mobilität hat verschiedene Varianten für eine bauliche Veränderungen überprüft (verlängerte Rampen, Personenüberführung, Aufzüge), jedoch sind diese aufgrund der bestehenden Rahmenbedingungen nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand realisierbar. Stattdessen sollen Verbesserungsmaßnahmen im Bestand, wie zusätzliche Bänke und Anlehnmöglichkeiten für mobilitätseingeschränkte Personen und eine verbesserte Beleuchtung, durchgeführt werden. Spiegel zur besseren Einsehbarkeit wurden bereits installiert.

Aktuell wird die Unterführung aufgrund der gesperrten Brücke an der Horbacher Straße verstärkt genutzt, was zu einem höheren Personenaufkommen und zu Verkehrsrisiken führt. Um Radfahrende zu sensibilisieren und zum Absteigen sowie Schieben zu bewegen, hat die Verwaltung mit Unterstützung der Polizei im März eine Aktionswoche durchgeführt. Die anschließend durchgeführten Zählungen haben gezeigt, dass sich nun deutlich mehr Radfahrende regelkonform verhalten und schieben.

Einzelmaßnahmen zur Barrierefreiheit

Die Bezirksvertretung Aachen-Richterich beschloss im Jahr 2022 Maßnahmen zur Stärkung der Mobilität älterer Bürger*innen. Dazu wurden 43 Einzelmaßnahmen wie Gehwegabsenkungen, Bushaltestellen, Querungen, etc. definiert und in vier Maßnahmenpakete gebündelt. Aktuell sind 11 Gehwegabsenkungen rund um die Schloss-Schönau-Straße geplant und bereits der Bauleitung zur weiteren Umsetzung (Vergabe) übergeben worden. Weitere Maßnahmen werden sukzessive umgesetzt.

Mobilitätskonzept Richterich

Angesichts der zahlreichen geplanten Verkehrsprojekte in Richterich wurde von Seiten der Bezirkspolitik ein multimodales Mobilitätskonzept beantragt, dass die Erkenntnisse aus der Perspektive Richterich und den bereits laufenden Projekten aufnimmt.

Der Auftakt des Mobilitätskonzeptes war im Rahmen eines interfraktionellen Gespräches am 20.05.2025. Anschließend fand eine Beteiligung der Bürger*innen über eine kartenbasierte Befragung, sowie über Befragungen auf dem Stadtteilfest im Sommer 2025 statt. Das beauftragte Büro befindet sich aktuell in der weiteren Konzeptausarbeitung. Derzeit finden zudem verwaltungsinterne Abstimmungen statt. Mit einer Fertigstellung ist voraussichtlich im Herbst 2026 zu rechnen.

Wanderwegenetz Richterich

Eine Arbeitsgruppe der Stadtteilkonferenz Richterich-Horbach hat mit Unterstützung des Heimatvereins „Heimatfreunde des Heydener Ländchens" fünf Rund-Wanderwege ausgearbeitet. Diese sind zwischen 6,3 km und 12,4 km lang und werden in das städtische Wanderwegenetz eingebunden mit Verknüpfungen zu Wegenetzen im Wurmtal und in den Niederlanden. Die Beschilderung der Wege wurde Ende 2024 / Anfang 2025 umgesetzt. Mitte April 2025 erfolgte die Schlussabnahme. Parallel zur Konzeption wurden Themenrouten entwickelt, die über Apps, Karten und Flyer veröffentlicht werden sollen. Hierfür wurden bezirkliche Mittel zur Verfügung gestellt (siehe Vorlage BA 6/0276/WP18).

Windenergieflächenplanung

Seit 2019 werden auf Grundlage einer gesamtstädtischen Analyse mögliche Bereiche für den Ausbau von Windenergieanlagen untersucht, die als Windenergiegebiete im Flächennutzungsplan der Stadt Aachen ausgewiesen werden sollen. Einige der potentiellen Flächen befinden sich im Bezirk Aachen-Richterich, nördlich von Horbach.

Das Verfahren hat bereits die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden durchlaufen. Die eingegangenen Stellungnahmen bzw. Eingaben wurden ausgewertet und ein Abwägungsvorschlag erstellt. Derzeit befindet sich das Verfahren in der politischen Beratung. Auch in der aktuellen Fassung (Entwurf 2026) sind weiterhin Windenergie-flächen bzw. Beschleunigungsgebiete im Bezirk Richterich nördlich von Horbach ausgewiesen. Der Zeitpunkt der Wirksamkeit der FNP-Änderung ist gegenwärtig noch offen. Ebenso ist unklar, ob die vorgesehenen Flächen in der vorliegenden Form Bestand haben werden.

Ausblick

Um die politischen Gremien kontinuierlich zu informieren, ist vorgesehen, im kommenden Jahr einen nächsten Fortschrittsbericht vorzulegen. Auf diese Weise bleibt die Entwicklung der Projekte transparent und nachvollziehbar. Gleichzeitig können Veränderungen frühzeitig erkannt, neue Entwicklungen eingeordnet und die Umsetzung der Gesamtstrategie weiterhin zielgerichtet begleitet werden.

Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen:

JA

NEIN

x

Investive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Gesamt­bedarf (alt)

Gesamt­bedarf (neu)

Einzahlungen

0

0

0

0

0

0

Auszahlungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Folge-kosten (alt)

Folge-kosten (neu)

Ertrag

0

0

0

0

0

0

Personal-/

Sachaufwand

0

0

0

0

0

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Abschreibungen

0

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0

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0

0

Ergebnis

0

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0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):

Keine


Klimarelevanz:

Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die

Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)

Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

x

Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:

gering

mittel

groß

nicht ermittelbar

x

Zur Relevanz der Maßnahme für die Klimafolgenanpassung

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

x

Größenordnung der Effekte

Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.

Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels)

Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels)

Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:

vollständig

überwiegend (50% - 99%)

teilweise (1% - 49 %)

nicht

x

nicht bekannt

Abstimmungsergebnis

Einstimmig

Weitere Dokumente (2)

Anlage 2_Zeitstrahl
147.6 KB · PDF

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Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2026-05-19 FB 61_0065_WP19 Perspektive Richteri SAO.pdf

20.5.2026

980.8 KB

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Metadaten

TOP
Ö 5
Sitzung
Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Richterich
Gremium
Bezirksvertretung Aachen-Richterich
Datum
Mi., 10.06.2026
Uhrzeit
18:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Entscheidungsvorlage
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Entscheidungsvorlage
Federführend
FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
Geändert
12.6.2026
Inhalt abgerufen
14. Juli 2026 um 01:19